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Schweizer Bundesrat erleichtert Velofahren

Veränderungen für den Fahrradverkehr ab 2016

Kreisverkehr an der Einfahrt zur Ortsdurchfahrt Wabern bei Bern
Kreisverkehr an der Einfahrt zur Ortsdurchfahrt Wabern bei Bern © Jörg Thiemann-Linden

Der Bundesrat erleichtert das Velofahren

Der Bundesrat hat die Verkehrsverordnungen revidiert. Ab dem 1. Januar 2016 gibt es für den Veloverkehr einige Erleichterungen. Pro Velo begrüßt die Anpassungen, fordert den Bundesrat jedoch auf, weitere Verbesserungen vorzunehmen.

Die vom Bundesrat am 24. Juni 2015 beschlossenen Anpassungen sind nicht spektakulär, bringen jedoch dem Veloverkehr einige Verbesserungen. Darunter sind einige Relikte aus alter Zeit, die ihre Bedeutung verloren haben und den meisten Velofahrenden wohl gar nicht bekannt waren. Hierzu gehört das Verbot, die Pedale nicht loslassen zu dürfen, oder die Bestimmung, dass Veloanhänger auf Radwegen nur zugelassen sind, wenn sie niemanden behindern.

  • Neu wird es möglich sein, in einer Rechtsabbiegespur Velos mit einem gelben Pfeil das Geradeausfahren zu ermöglichen.
  • In einspurigen Kreiseln war es schon bisher möglich, vom Rechtsfahren abzuweichen. Künftig wird diese Regelung auch in mehrspurigen Kreiseln gelten. Dies ist aus Sicht von Pro Velo ein Sicherheitsgewinn.
  • Besonders begrüßt wird von Pro Velo die standardmäßige Öffnung von Einbahnstraßen für den Velogegenverkehr. Neu müssen die Behörden den Gegenverkehr erlauben, es sei denn, es hätte nicht genug Platz. Damit wird die "Beweislast" umgekehrt: Es muss nicht mehr bewiesen werden, dass der Velogegenverkehr möglich ist, sondern, dass er nicht möglich ist.
  • Mit dem neuen Signal «Sackgasse mit Ausnahmen» können Straßen und Wege gekennzeichnet werden, die für den Fuß- und/oder den Veloverkehr durchlässig sind. Heute muss dies mit einer Zusatztafel gekennzeichnet werden.
  • Eine Präszisierung hat der Bundesrat bei für den Veloverkehr freigegebenen Trottoirs vorgenommen. Diese dürfen sowohl von Velos wie von "langsamen" Elektrovelos befahren werden. Gemäß heutiger Bestimmung müssten letztere den Motor abstellen. Weiterhin gilt dies für die "schnellen" Elektrovelos ab 25 km/h Tretunterstützung.
  • Abgeschafft hat der Bundesrat zudem die sogenannte "Kernfahrbahn" außerorts. Diese Straßen ohne Mittellinie und mit zwei Radstreifen haben sich gemäß Bundesrat außerorts als zu gefährlich erwiesen.

Pro Velo fordert weitere Verbesserungen

Pro Velo sieht trotz der neuen Bestimmungen Handlungsbedarf, um das Velofahren attraktiver und sicherer zu machen. Hierzu gehören folgende Anpassungen:

  • Abschaffung der Radwegbenützungspflicht beziehungsweise Regelung, unter welchen Umständen benützungspflichtige Radwege signalisiert werden dürfen. Allzu oft sind Radwege nicht für alle Velotypen geeignet oder verursachen unnötige Umwege.
  • Erlass eines Überholverbotes von Velos in Kreiseln. Es entstehen regelmäßige gefährlich Situationen, wenn Velofahrende in Kreiseln überholt und abgedrängt werden.
  • Schaffung der Möglichkeit, dem Veloverkehr das Rechtsabbiegen bei Rot zu erlauben. Diese attraktive und verkehrssichere Maßnahme soll - wie in Frankreich - eingeführt werden.
  • Einführung der "Velostrasse", die dem Veloverkehr den Vortritt gibt, beispielsweise in Tempo-30-Zonen.

Quelle: www.pro-velo.ch/pro-velo/aktuelles/aktuelles/eine-radumdrehung-in-die-richtige-richtung-der-bundesrat-erleichtert-das-velofahren

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Weitere Informationen: Revision vom 24. Juni 2015 - Verordnungsentwürfe

Zur Medienmitteilung von Bundesrat, dem Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation sowie dem Bundesamt für Strassen: "Bundesrat streicht veraltete Verkehrsregeln"

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Stand der Information
29. Juni 2015
Quelle

Pro Velo Schweiz (www.pro-velo.ch)

Land
Schweiz
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen
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