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Förderung von Radschnellwegen

VCÖ-Factsheet "Radschnellverbindungen als Investition für die Zukunft"

Mit dem Budget für einen Kilometer Autobahn können über 20 Kilometer Radschnellwege gebaut werden.
Mit dem Budget für einen Kilometer Autobahn können über 20 Kilometer Radschnellwege gebaut werden. © Difu/nrvp.de/VCÖ

VCÖ-Factsheet: Radschnellverbindungen als Investition für die Zukunft

Die häufigere Nutzung des Fahrrads als Verkehrsmittel spielt eine zentrale Rolle, um die Klimaziele erreichen zu können. Die Voraussetzungen dafür sind in Österreich gut: Es gibt bereits rund drei Millionen Haushalte, die mindestens ein funktionstüchtiges Fahrrad haben, viele haben mehrere.

Es mangelt in Österreich nicht an der Anzahl der Fahrräder. Es mangelt auch nicht am Willen der Bevölkerung. Aber in Österreich gibt es große Mängel bei der Rad-Infrastruktur. Es braucht eine bundesweite Infrastrukturoffensive für den Radverkehr.

So genannte Radschnellverbindungen sind dabei ein wichtiger Baustein. International setzen immer mehr Stadtregionen auf diese leistungsfähigen und breiten Radwege, die möglichst kreuzungsfrei Orte miteinander verbinden oder das Umland mit der Stadt. Unter anderem gibt es eine wachsende Anzahl von Radschnellverbindungen in der Schweiz, Deutschland, Belgien, Großbritannien, Dänemark und Niederlande.

In Österreich können seit Juli 2020 Gemeinden um eine Förderung für Radschnellverbindungen ansuchen. Einige Projekte befinden sich bereits in der Umsetzungsphase. Welche Erfahrungen es mit Radschnellwegen gibt und welche Wirkungen erzielt werden können, hat der VCÖ nun in einem Factsheet zusammengefasst.

VCÖ-Empfehlungen

  • Radschnellverbindungen als wichtige Infrastruktur der Mobilitätswende rasch ausbauen
  • Viele Autofahrten in Österreich sind kurz. Nicht zuletzt die Covid-19-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig eine tägliche Portion Bewegung für das psychische und physische Wohlbefinden ist. Radfahren liegt im Trend.
  • Das Konzept Radschnellweg ist bekannt, der Praxisnutzen für eine Unterstützung der Fahrrad-Nutzung im Alltag ist gut belegt. Investitionen in hochwertige Radweg-Infrastruktur rechnen sich vielfach.
  • Der Trend in Richtung E-Fahrräder macht deutlich, dass hochwertige Infrastruktur rasch ausgebaut werden muss. Nur so kann das entstehende Verlagerungspotenzial von Alltagswegen auf das Fahrrad voll genutzt werden.
  • Vor allem im Einzugsgebiet von Ballungsräumen besteht in Österreich großes Potenzial für Radschnellverbindungen. Durch den raschen Ausbau können viele Arbeitswege mit dem Fahrrad erledigt und Pkw-Staus vermieden werden.
  • Österreich hat das Ziel, den Radverkehrsanteil bis zum Jahr 2025 auf 13 Prozent zu erhöhen. Koordinierte Ausbaupläne für hochrangige Radweg-Infrastruktur mit allen Bundesländern sind anzustreben.
  • Pro 100 Millionen Euro Investition schafft der Bau von Radinfrastruktur um rund 50 Prozent mehr Arbeitsplätze als der Bau von Autobahnen.

Stand des Radschnellwegebaus in Österreich

Einige Projekte befinden sich bereits in der Umsetzungsphase. Anfang des Jahres 2021 haben das Bundesland Vorarlberg und der Bund eine Partnerschaftsvereinbarung für den Ausbau der Radweg-Infrastruktur im Zeitraum der Jahre 2022 bis 2027 mit einem Volumen von 62 Millionen Euro unterzeichnet. Bis zum Jahr 2027 soll unter anderem ein 200 Kilometer langes Netz an Radschnellverbindungen entstehen. Ein erstes Teilstück zwischen Dornbirn und Hohenems wurde im Frühjahr 2021 für den Radverkehr freigegeben. Niederösterreich plant bis zum Jahr 2030 ein Netz von ebenfalls 200 Kilometer an Radschnellwegen auf elf Routen umzusetzen. Seit dem Jahr 2012 arbeitet Wien an städtischen Rad-Langstreckenverbindungen. Es liegen ein Zielnetz, die angestrebten Qualitätskriterien sowie Detail-Planungen für einzelne Strecken vor, die zum Teil auch schon umgesetzt sind – wie beispielsweise der Radweg am Getreidemarkt. Auch für Graz und das Umland liegt eine Radnetzstudie vor. Auf Grundlage einer GPS-Datenanalyse und einem Verkehrsmodell wird darin ein Netz an Radschnellverbindungen empfohlen. Zur Verbesserung der überregionalen Radinfrastruktur in Kärnten sollen bis zum Jahr 2030 die ersten Radschnellverbindungen für Pendelnde verkehrswirksam sein. Im Gesamtverkehrskonzept des Großraums Linz sind neun Radhauptrouten mit einer Gesamtlänge von 40 Kilometer definiert, die sternförmig um das Stadtzentrum von Linz angeordnet sind. In den Jahren 2018 und 2019 wurden die ersten Teilstücke in Steyregg und in Puchenau realisiert.

Weitere ausführliche Informationen und Grafiken zum Thema sind auf der VCÖ-Seite zu finden.