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Landelijk Actieplan Verkeersveiligheid 2019-2021

Untersuchung zur Sicherheit von Radfahrenden auf Kreisverkehren in den Niederlanden

Kreisverkehr in Rotterdam (Niederlande) mit außen geführtem Radweg
Kreisverkehr in Rotterdam (Niederlande) mit außen geführtem Radweg © Jörg Thiemann-Linden

Untersuchung zur Sicherheit von Radfahrenden auf Kreisverkehren in den Niederlanden

Keine zwei Kreisverkehre sind (fast) gleich. Und dies, obwohl Vorhersehbarkeit, Eindeutigkeit und Einheitlichkeit wichtige Voraussetzungen für die Verkehrssicherheit sind. Dieses Problem war auch Teil Berichtspaketes der Regierung (Verzamelbrief AO Verkeersveiligheid 18.12.2019) an das niederländische Unterhaus zur Verkehrssicherheit. Generell haben Kreisverkehre einen positiven Effekt auf die Verkehrssicherheit, denn ein Kreisverkehr ist bis zu fünfmal sicherer als eine Kreuzung, auch für Radfahrende, so die niederländische Verkehrsministerin in ihrem Schreiben, bei der Gestaltung von Kreisverkehren sei es jedoch wichtig, dass sich die Kommunen so genau wie möglich an die Richtlinien und Empfehlungen der CROW halten.

Ein Untersuchung des Planungsbüros DTV Consultants zeigt, dass viele Kreisverkehre nicht nach den CROW-Richtlinien gebaut wurden. Von den 2.448 städtischen Kreisverkehren mit separatem Radweg haben 749 (31 Prozent) keine Vorfahrt für Radfahrer. Es gibt auch Kommunen, die Kreisverkehre sowohl ohne Vorfahrt als auch mit Vorfahrt für Radfahrende haben. Auffällig war, dass auf städtischen Kreisverkehren mit separatem Radweg mit Vorrang für Radelnde im Zeitraum 2015 bis 2018 durchschnittlich 0,73 Unfälle pro Kreisverkehr verzeichnet wurden. Auf Kreisverkehren mit Radwegen ohne Vorrang wurden in vier Jahren durchschnittlich 0,18 Unfälle pro Kreisverkehr verzeichnet.

Die Forscher stellten fest, dass Radfahrende insbesondere in bebauten Gebieten öfter Vorrang genießen, wobei das vermutete höhere Verkehrsaufkommen einen Einfluss auf die höhere Unfallrate haben könnte. Die Forscher betonen, dass zusätzliche Umbaumaßnahmen zu einer weiteren Senkung der Unfallrate führen können. 37 Prozent der untersuchten Kreisverkehre verfügen über Zweirichtungsradwege, von denen in den CROW-Richtlinien abgeraten wird. 17 Prozent der Kreisel haben eine Kombination aus Ein- und Zweirichtungsradwegen drumherum. Allerdings fiel im Rahmen der Untersuchung auf, dass Kreisverkehre mit einem Zweirichtungsradweg eine geringere Unfallrate haben: 0,48 Unfälle pro Kreisverkehr, Kreisel mit einem Einrichtungsradweg 0,62 Unfälle pro Kreisverkehr.

Von allen einspurigen Kreisverkehren in bebauten Gebieten haben 67 Prozent einen Radweg (nach den CROW-Richtlinien) um den Kreisverkehr herum, 20 Prozent haben einen Radweg im Kreisverkehr und 13 Prozent haben keine Radverkehrsseparation. Die Untersuchung zeigte auch, dass je größer der Radius, desto weniger Fahrradunfälle registriert werden (CROW-Richtlinie 16 Meter). Ein größerer Abstand zwischen Straßenrand und Radweg (CROW-Richtlinie max. 5 bis 6 Meter) führt zu mehr registrierten Fahrradunfällen.