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Forderung der Unfallforschung der Versicherer

UDV: "Abbiegeassistent muss für alle Lkw vorgeschrieben werden"

Lkw schneidet beim Abbiegen ein fahrradfahrendes Kind
Lkw schneidet beim Abbiegen ein fahrradfahrendes Kind © Deutscher Verkehrssicherheitsrat e. V., Bonn

Unfälle mit schweren Lkw enden oft dramatisch. Dabei sterben pro Jahr fast 500 Menschen, über 3.200 werden schwer verletzt. Viele dieser Unfälle wären mit den heute verfügbaren technischen Maßnahmen vermeidbar oder würden glimpflicher ablaufen. Das hat eine umfangreiche Analyse des Unfallgeschehens von schweren Lkw ergeben, die die Unfallforschung der Versicherer (UDV) durchgeführt hat.

Dabei wurden drei häufige Unfallkonstellationen identifiziert, die auch besonders schwere Unfallfolgen haben:

  1. Auffahrender Lkw
  2. Auffahren auf Lkw
  3. Abbiegeunfälle von Lkw mit Radfahrern

(...)

Abbiegeunfälle von Lkw mit Radfahrern

Besonders schwer und tragisch verlaufen Unfälle zwischen rechtsabbiegenden Lkw und Radfahrern, die meist innerorts und an Kreuzungen oder Einmündungen passieren - und das trotz Ampel oder Radfahrerfurt. Häufig werden die Radfahrer vom Lkw überrollt. Deshalb ist auch der Anteil der getöteten Radfahrer bei diesen Unfällen sehr hoch.

Daher fordert die Unfallforschung der Versicherer (UDV) einen wirksamen elektronischen Abbiegeassistenten für Lkw, der den Fahrer bei Anwesenheit eines Radfahrers neben dem Lkw warnt. Er könnte in über 60 Prozent aller Unfälle zwischen Lkw und Radfahrer den Unfall verhindern oder zumindest abschwächen. Er sollte auch für Fahrzeuge der Bau- und Entsorgungswirtschaft, die mehr als die Hälfte der relevanten Unfälle verursachen, vorgesehen werden.

  • Ein Abbiegeassistent muss für alle Lkw vorgeschrieben werden.
  • Systeme mit warnender Funktion sind gut; Systeme mit Notbremsfunktion wären besser.
  • Abbiegeassistenten auch für Bau- und Entsorgungsfahrzeuge
  • Als Übergangslösung für bestehende Fahrzeuge können Kamera-Monitor-Systeme den Lkw-Fahrer unterstützen.
  • Radwege müssen im Einmündungsbereich direkt an der Fahrbahn geführt werden.

Jährlich etwa 28 Unfälle mit getöteten und 160 mit schwer verletzten Radfahrern durch rechtsabbiegende Lkw könnten so vermieden oder die Unfallfolgen deutlich gemildert werden.

Weitere Ergebnisse

Eine Befragung der UDV unter 100 Lkw-Fahrern bestätigt, dass diese unter großem Druck stehen. Jeder vierte arbeitet pro Woche mehr als 60 Stunden. Staus und eine schlechte Parkplatzsituation machen es den Fahrern nicht leicht, ihre vorgeschriebenen Ruhezeiten einzuhalten. Geschwindigkeitskontrollen zeigen zudem, dass Lkw oft zu schnell unterwegs sind. Die UDV fordert daher:

  • Die Lenk- und Ruhezeiten müssen besser kontrolliert werden.
  • Ausreichende Parkraumkapazitäten müssen geschaffen werden.
  • Geschwindigkeiten und Abstand müssen häufiger kontrolliert werden.
Meta Infos
Stand der Information
4. November 2017
Weitere Informationen
Quelle
Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) / Unfallforschung der Versicherer (UDV)
Land
Deutschland
Handlungsfelder NRVP
Radverkehrsplanung und -konzeption
Verkehrssicherheit
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Forschung
Verkehrssicherheit
Veröffentlichungen
Schlagworte
Abbiegeunfall
Assistenzsystem