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Berliner Markt für Fahrradverleihsysteme

Uber testet Fahrradverleihsystem JUMP in Berlin

JUMP-Elektro-Leifahrrad
JUMP-Elektro-Leifahrrad © Alexander Hunger

Berliner Markt für Fahrradverleihsysteme wächst weiter - JUMP ist das 2. Pedelec-Fahrradverleihsystem in Berlin

Internationale Konzerne testen Berlin zurzeit als Geschäftsgebiet für ihre Fahrradverleihsysteme. Nun ist auch der Anbieter Uber mit seinen JUMP-Leihrädern in der Hauptstadt aktiv. Die Räder sind momentan in Teilen von Prenzlauer Berg, Mitte, Friedrichshain und Kreuzberg zu finden. Für die Mieter der elektrische Leihfahrräder muss die Uber-App installiert werden. Die grellroten JUMP-Fahrräder sind sehr solide gebaut und verfügen über eine hochwertige Ausstattung, der Sattel ist auch für große Menschen höhenverstellbar und die Luftbereifung ist mit Mänteln eines führenden deutschen Markenherstellers versehen. Die Anzahl der Fahrräder ist überschaubar und dient als Testlauf für wenige Kundinnen und Kunden. Ein offizieller Systemstart ist im Jahr 2019 beabsichtigt. Die Leihgebühr beläuft sich auf einen Euro für die ersten 20 Minuten, jede Folgeminute kostet rund 10 Cent. Fünf Euro Gebühr fallen an, wenn das Leihpedelec außerhalb des Servicegebiets abgestellt wird. Während des Ausleihvorgangs können die JUMP-Räder eine Stunde lang (kostenpflichtig) geparkt werden.

JUMP ist seit mehreren Jahren im Bike-Sharing-Geschäft aktiv. Berlin ist die erste Stadt außerhalb der USA, in der Uber die JUMP-Fahrräder einführt. JUMP ist nach Aussagen des Unternehmens wichtiger Bestandteil der Strategie, über die Uber-App - neben Autos mit Chauffeuren - auch andere Verkehrsmittel anzubieten.

Berliner Verwaltung beobachtet Verleihsysteme

Die Berliner Verwaltungen beobachten zurzeit aufmerksam, ob Probleme entstehen, wenn sehr viele Leihfahrräder im Stadtgebiet verteilt werden. "Sollte es dazu kommen, dass viele Leihräder sich auf bestimmten Plätzen oder an Bahnhöfen des Nahverkehrs häufen, stellt diese Häufung eine Sondernutzung des Straßenlandes dar und muss von den Bezirken genehmigt werden".

Im März 2018 hatte die Berliner Verkehrssenatorin Senatorin Regine Günther in einer Pressemitteilung gesagt: "Wir begrüßen prinzipiell Leihfahrräder, da sie vor allem in Kombination mit dem öffentlichen Nahverkehr ein sinnvoller Teil des Umweltverbundes sind. Schwierig wird es, wenn die angebotene Zahl an Leihrädern ausufert. Dann müssen wir gegensteuern. Wir haben für die Bezirke einen Leitfaden mit Empfehlungen entwickelt, welche Anforderungen in der aktuellen Situation an das Abstellen dieser Leihräder zu stellen sind. Damit soll einem Wildwuchs entgegen gewirkt werden."

Dieser Leitfaden soll zu einem berlinweit einheitlichen Umgang mit dem Abstellen von Leihrädern führen. Er verweist auf die vom Berliner Straßengesetz geforderten Mindestbreiten der Gehwege, die für den Fußverkehr freizuhalten sind. Rückgabezonen oder Sammelstellen für Leihräder benötigen eine Sondernutzungsgenehmigung durch die Bezirke. Das Abstellen von bis zu vier Leihfahrrädern kann noch als verkehrsüblich angesehen werden.

Außerdem sollen beim Abstellen von Leihrädern keine Ein- und Ausgänge von U- oder S-Bahneingängen einschließlich der Aufzüge versperrt werden. Gleiches gilt für abgesenkte Bordsteine, damit Rollstuhlfahrende nicht behindert werden. Der Leitfaden enthält Hinweise, welche weiteren Anforderungen an die Anbieter gestellt werden sollten, etwa dass in Parks und Grünanlagen keine Leihfahrräder nach Ende des Mietvorgangs abgestellt werden.

Fahrradverleihsysteme in Berlin (Stand 11/2018)

Meta Infos
Stand der Information
27. November 2018
Weitere Informationen
Quelle
Difu/Uber/SenUVK
Land
Berlin
Handlungsfelder NRVP
Organisationsstrukturen
Fahrradthemen
Fahrradverleihsysteme
Schlagworte
Fahrradverleih