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Niederlande

Studie weist nach: Effektive CO2-Reduktion durch bessere Fahrrad-Infrastruktur

Fahrbahnmarkierung
© Sebastian Bührmann

In ihrer Untersuchung dokumentiert die niederländische Forschungseinrichtung CE Delft, dass Investitionen in die Radverkehrsinfrastruktur einen höheren Beitrag zur Verringerung der CO2-Emissionen bringen als Investitionen zur Verringerung des Energieverbrauchs, zur Verkehrsverlagerung (modal shift) oder zur Förderung des Verkehrsflusses. Diese letzten führen zwar zu einem geringeren Ausstoß von Emissionen pro Fahrzeug, langfristig aber ebenfalls zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen und damit zu einer größeren Umweltbelastung. Da jedoch nicht bekannt ist, wie viel CO2 durch Fahrrad-Maßnahmen eingespart werden kann, sollen die Auswirkungen besser überwacht werden.

Neben technologischen Innovationen für Fahrzeuge und Kraftstoffe, können auch Anpassung an die Infrastruktur zur Erreichung der Klima-Ziele führen. Um Einblick in das Potenzial dieser Maßnahmen zu bekommen, hat die niederländische Arbeitgebervereinigung für den öffentlichen Verkehr KNC in Zusammenarbeit mit dem Bauunternehmen Volker-Wessels und mit finanzieller Unterstützung des Ministeriums für Verkehr und öffentliche Arbeiten eine Untersuchung bei CE Delft in Auftrag gegeben. Die Untersuchung zeigt, welche infrastrukturellen Maßnahmen zu CO2-Reduktionen im Verkehrsbereich führen können.

Untersucht wurden insgesamt fast dreißig Maßnahmen, in verschiedenen Kategorien:

  • Maßnahmen, die zur Förderung eines flüssigen Verkehrs sorgen sollen;
  • Maßnahmen zur Förderung der Verkehrsverlagerung;
  • Maßnahmen zur Verringerung des Energieverbrauchs von Fahrzeugen;
  • Andere Maßnahmen.

Sechs Maßnahmen wurden im Einzelnen geprüft, um ihren Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen im Verkehrsbereich zu erkennen.

Die CE-Studie weist nach, dass die Verbesserung der Fahrrad-Infrastruktur die höchste Wirksamkeit aller "Mobilitätsmaßnahmen" bietet. Investitionen in (Auto-) Infrastruktur, die in erster Linie zur Verbesserung des Verkehrsflusses beitragen erweisen sich dagegen als ineffektiv im Kampf gegen den Klimawandel. Eine Verbesserung des Verkehrsflusses führt auf lange Sicht nicht nur zu weniger Emissionen pro Fahrzeugkilometer, sondern auch zu einer Steigerung der gesamten Verkehrsleistung. Eine bessere Fahrrad-Infrastruktur führt jedoch zu einer deutlichen Verringerung der CO2. Wenn zum Beispiel durch eine Fahrrad-Politik in einer Stadt 2500 Menschen 5 km am Tag weniger fahren, spart dies 1 kilotonne CO2. Das maximale Potenzial liegt in den Niederlanden möglicherweise im Bereich von 100 bis 250 Kilotonnen pro Jahr. Verbesserung der Fahrrad-Infrastruktur hat zusätzlich viele positive Nebenwirkungen auf die Luftqualität, Lärmbelästigung und der Gesundheit der Bevölkerung. Verschiedene Maßnahmen sind möglich zur Verbesserung der Fahrrad-Freundlichkeit durch adaptive Infrastruktur, wie z. B.:

  • Bau-und / oder die Verbesserung der Fahrrad-Parkanlage;
  • Bau von Radwegen oder z. B. Fahrrad-Routen durch Wohn-Nachbarschaften oder Stadt-Zentren, vorzugsweise getrennt vom Pkw-Verkehr;
  • Bau eines Fahrrad-Tunnels;
  • Abbau von Lichtsignalanlagen, Vorrangschaltungen an Kreuzungen und Kreisverkehre.

Das Potenzial dieser Maßnahmen kann noch nicht ausreichend bewertet werden, da es bisher noch ungenügend Evaluationen gibt, die die Auswirkungen der verbesserten Fahrradinfrastruktur auf den Rückgang der Pkw-Nutzung quantifizieren berichtet CE. Daher wird empfohlen, die Auswirkungen von Investitionen in die Fahrrad-Infrastruktur besser zu überwachen.

Royal Dutch Verkeer (KNC) ist die Vereinigung der Arbeitgeber für den professionellen Einsatz und Beruf der Fahrgäste in öffentlichen Verkehrsmitteln, Taxi-und Bus-Verkehr. CE Delft www.cd.nl ist ein unabhängiges Forschungs- und Beratungsbüro für innovative Lösungen für Fragestellungen aus dem Umweltbereich.

08.4777.61 Weniger Emissionen durch Investitionen in die Infrastruktur. Untersuchung von infrastrukturellen Maßnahmen für den Klimawandel im Verkehr (Minder emissies door investeren in infrastructuur. Verkenning naar infrastructurele maatregelen voor klimaatbeleid in het verkeer) von H.P. (Huib) Essen, F.P.E. (Femke) Brouwer, M.B.J. (Matthijs) und A. Otten (Arno) Schroten,
Delft, 2008 (November), 83 pg. € 16,00

Download auf niederländisch: www.rapportsysteem.nl/artikel/index.php?id=857.

Meta Infos
Stand der Information
7. Januar 2009
Quelle

www.fietsberaad.nl / Difu

Land
Niederlande
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen