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"Straßen des Lebens"

Spanien hat neue städtische Tempolimits

Städtische Tempolimits in Spanien ab 11. Mai 2021
Städtische Tempolimits in Spanien ab 11. Mai 2021 © revista.dgt.es

"Straßen des Lebens" - Spanien hat neue städtische Tempolimits

Spaniens Innenminister Grande-Marlaska sagte am 10. Mai 2021 über die Gesetzesreform, die das Tempolimit auf 30 km/h auf allen zweispurigen Stadtstraßen begrenzt, dass dies Spanien an die Spitze einer globalen Bewegung stelle, im Einklang mit den Zielen der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung, dass dadurch die Städte menschlicher würden, und dadurch die Verkehrsadern zu "Straßen für das Leben" würden.

Die neuen Regeln zur Geschwindigkeitsbegrenzung gelten in allen städtischen Straßen in ganz Spanien. Die Änderung trat sechs Monate nach ihrer Verabschiedung (am 11. November 2020) in Kraft. Den Verwaltungen wurde zur Anpassung der Beschilderung eine Frist von sechs Monaten bis zum 11. Mai 2021 eingeräumt. Ziel ist es, neben der Verbesserung der Verkehrssicherheit, die Flüssigkeit des Verkehrs auf den Hauptverkehrsstraßen zu gewährleisten und die negativen Auswirkungen des Kfz-Verkehrs auf die Luftqualität in den Städten zu verringern. Die Verordnung erlaubt unter bestimmten Voraussetzungen Ausnahmen von den Bestimmungen.

Die neuen Grenzwerte:

  • Auf Straßen ohne Höhenunterschied zwischen Fahrbahn und Gehweg (Mischverkehrsfläche) beträgt das Limit 20 km/h.
  • Auf Straßen mit einer Fahrspur pro Richtung: 30 km/h.
  • Auf Straßen mit zwei oder mehr Fahrspuren pro Richtung: 50 km/h.

Mit den Änderungen soll das Zusammenleben aller Verkehrsteilnehmenden verbessert und die Zahl der Todesfälle in den Städten zu reduziert werden. Eine Senkung der Geschwindigkeit in der Stadt von 50 km/h auf 30 km/h reduziert nach Ansicht von Expert*innen das Risiko, bei Kollisionen/Überfahren zu sterben, um das Fünffache. Nach Angaben der spanischen Nationalen Beobachtungsstelle für Straßenverkehrssicherheit ging 2019 die Zahl der Unfälle außerorts zwar um sechs Prozent zurück, innerorts jedoch nahm die Zahl der Unfälle um sechs Prozent zu, insbesondere vulnerable Gruppen wie Zu-Fuß-Gehende, Radfahrer*innen und Motorradfahrende waren betroffen. Insgesamt starben 2019 in Spanien 519 Menschen bei einem Verkehrsunfall innerorts. Unter den 427 Getöteten (82 % der Gesamtzahl) waren 247 Fußgänger*innen, 32 Radfahrende, 22 Moped- und 126 Motorradfahrende.

Begleitet wird das Inkrafttretens der neuen Tempolimits durch eine Informationskampagne, die den Slogan hat: "Mit 30 gibt es mehr Leben". Grande-Marlaska erinnerte daran, dass die Vereinten Nationen (UN) die Verkehrssicherheit in ihre 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklungsziele (SDGs) aufgenommen haben, neben den Bereichen Klimaschutz, Gleichstellung der Geschlechter, Gesundheit und Wohlbefinden, Planung nachhaltiger Städte und Gemeinden, hochwertige Bildung, Infrastruktur, verantwortungsvoller Konsum und Produktion sowie Abbau von Ungleichheiten. Die UN hatten am 31. August 2020 im Rahmen einer Resolution eine Begrenzung der Geschwindigkeit in Städten auf 30 km/h empfohlen.

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Stand der Information
20. Mai 2021
Weitere Informationen
Quelle
Ministerium des Innern Spanien (Ministerio del Interior), spanische Generaldirektion für Verkehr (DGT) // Difu (A.H.)
Land
Spanien
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen
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