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Schweiz

"Sicherheitsdossier Fahrradverkehr"

Ein Fahrradreifen
© Ralf Winkler

Radfahrer und Radfahrerinnen verfügen nicht über eine schützende Karosserie – sie sind deshalb den Gefahren des Straßenverkehrs ganz besonders ausgeliefert. Im "Sicherheitsdossier Fahrradverkehr" informiert die Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu) über das Unfallgeschehen und zeigt Risikogruppen sowie Risikofaktoren auf. Zudem wird dargelegt, welche Maßnahmen zu einer Reduktion der Zahl schwer verletzter oder getöteter Velofahrer beitragen können.

Velofahrten führen im Straßenverkehr jährlich zu rund 40 Getöteten und 900 Schwerverletzten. Größte Risikogruppe sind dabei Kinder und Jugendliche: Die 10- bis 17-jährigen Radfahrer weisen ein zwei- bis dreimal höheres Unfallrisiko auf, als dies aufgrund ihres Bevölkerungsanteils zu erwarten wäre. Jugendliche erleiden viele Unfälle, weil sie häufig Velo fahren. Pro gefahrene Kilometer sind Kinder bis und mit 9 Jahren und Senioren über 70 am stärksten gefährdet. Die hohe Gefährdung von Kindern ist auf entwicklungsbedingte Defizite zurückzuführen, welche die Fähigkeit, komplexe Situationen im Strassenverkehr zu meistern, negativ beeinflussen. Senioren können ihre altersbedingten Defizite zwar weitgehend ausgleichen, die Unfallfolgen sind bei ihnen jedoch gravierender.

Der motorisierte Verkehr ist die grösste Gefahrenquelle für Radfahrer im Straßenverkehr. Die bfu-Analyse zeigt, dass 70 Prozent der polizeilich registrierten Velounfälle Kollisionen mit einem Motorfahrzeug sind. Am gefährlichsten sind Verkehrssituationen, in denen mindestens einer der an der Kollision beteiligten Verkehrsteilnehmer abbiegt (vor allem nach links). Gemäß Polizeirapporten liegt das Fehlverhalten dabei häufiger – jedoch nicht ausschließlich – bei den Motorfahrzeuglenkern.

Die Sicherheit der Radfahrer kann vor allem durch Verbesserungen in der Infrastruktur sowie eine defensive und regelkonforme Fahrweise erhöht werden. Die bfu bietet den Kantonen und Gemeinden dabei ihre Hilfe an: Verkehrsingenieure beraten die Behörden – beispielsweise – bei der Sanierung besonders gefährlicher Kreuzungen oder bei der Einführung des bfu-Modells Tempo 30/50 innerorts (30 km/h auf siedlungsorientierten, 50 km/h auf verkehrsorientierten Straßen). Verhaltensbeeinflussung kann dabei unterstützend wirken. Empfehlenswert ist insbesondere die obligatorische Verkehrserziehung durch Fachpersonen in der Schule.

Eine längere Zusammenfassung des im Auftrag des Fonds für Verkehrssicherheit FVS erstellten "Sicherheitsdossiers Fahrradverkehr" kann heruntergeladen werden unter: http://www.bfu.ch/forschung/ergebnisse/index.htm

Meta Infos
Stand der Information
19. Juli 2005
Quelle

Schweizerische Beratungsstelle für Unfallverhütung (bfu)

Land
Schweiz
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen