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Niederlande

Sichere Begrenzungen erhöhen die effektive Breite von Radwegen

Ein Fahrradpiktogramm auf dem Asphalt
© Doris Reichel

Die Ergebnisse der im Januar 2013 veröffentlichten TNO-Studie "Konflikte auf Radwegen - Phase 2" im Rahmen einer Untersuchungsreihe zur "Observation und Analyse zum Fahrradfahrerverhalten" ergaben, dass in der Stadt 2,5 Meter breite Radwege als sicher gelten können, auf Zweirichtungsradwegen außerhalb von Städten wird eine Breite von mindestens 4 Metern als sicher angesehen.

Die Forscher beobachteten mithilfe von Kameras das Verhalten von Radfahrern auf stark frequentierten städtischen Radwegen und in Erholungsgebieten. Mit dem sogenannten DOCTOR-Verfahren (Dutch Objective Conflict Technique for Operation and Research) konnten Art und Schwere der Konflikte zwischen den Radweg-Nutzern abgebildet werden.

Auf schmalen Radwegen, mit einer Breite von 1,75 Metern, kam es wesentlich häufiger zu Konflikten, als auf den breiteren untersuchten Wegen. Hohe Radverkehrsaufkommen, geringe Breiten sowie begrenzte Ausweichmöglichkeiten sorgen dafür, dass relativ häufig Konflikte beim Überholen auftreten. Auch querende Verkehre sorgen für relativ viele Konflikte. Außer der begrenzten Breite von Radwegen scheint auch die Anwesenheit von Fußgängern und Objekten im Lichtraumprofil entlang der Wege eine Rolle zu spielen. Auffällig war, dass unabhängig von der Breite der Radwege, die Nutzer immer die gleiche Position auf dem Radweg (Abstand vom Rand) einnehmen. Das bedeutet, dass damit das Risiko steigt, auf schmaleren Radwegen in Kontakt mit Hindernissen (z. B. Bordsteinen) zu kommen.

Auf Basis der Befunde kommt das Institut TNO zu dem Schluss, dass ein Radweg mit einer Breite von 2,25 Meter in der Stadt relativ wenige schwere Konfliktsituationen verursacht. Die Forscher empfehlen jedoch (wenn z. B. Mofa-Fahrer den Radweg mitbenutzen) eine Mindestbreite von 2,50 Meter.

Dort wo einfädelnde Radfahrer für Probleme sorgen können, ist es wichtig zusätzlichen Platz zu schaffen. Sollte es nicht möglich sein einen Radweg zu verbreitern, ist die Anlage gesonderter Einfädelungs-Spuren eine Lösung.

Die schwersten Konflikte beobachteten die Forscher auf Freizeitwegen an Wochenenden. Aus den Kameraufnahmen konnte abgeleitet werden, dass solch ein Weg ab 4 Metern Breite (2 Meter pro Richtung) Sicherheitsvorteile bringt, insbesondere bei Ausweichmanövern zwischen sich begegnenden Radfahrern.

Bei schlechten Wegbegrenzungen fiel auf, dass das Fahren nah am Rand Ängste verursacht und so die effektiv nutzbare Breite geringer ist. Fehler verzeihende Ränder von Freizeitwegen können sicherstellen, dass die volle Breite des Radweges genutzt werden kann und dadurch sicherer nebeneinander geradelt bzw. überholt werden kann. Ferner kann durch die Trennung unterschiedlich schneller Radfahrer auf Freizeitwegen die Sicherheit erhöht werden, zum Beispiel durch die mittige Markierung von Radschnellspuren bei ausreichend breiten Fahrbahnen.

Download TNO-Studie: Conflicten op fietspaden - fase 2 (TNO 2012 R10966, Januar 2013)

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Zur Original-Fietsberaad-Mitteilung

Meta Infos
Stand der Information
8. Mai 2013
Quelle

Fietsberaad / TNO / Rijkswaterstaat - Dienst Verkeer en Scheepvaart

Land
Niederlande
Handlungsfelder NRVP
Verkehrssicherheit
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Infrastruktur
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