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300 Millionen Euro für Radwegenetz in der Île-de-France

RER Vélo: Temporäre Radwege für physische Distanzierung in der Region Paris

RER Vélo : des pistes cyclables
RER Vélo : des pistes cyclables © Région Île-de-France

Die Region wird 300 Millionen Euro in das - ohnehin geplante - Radwegenetz der Île-de-France schneller investieren, um die Menschen zu ermutigen, das Fahrrad schon jetzt öfter zu benutzen, denn die Fahrradnutzung soll verfünffacht werden. Helfen sollen nicht nur neue (temporäre) Radwege, sondern auch das Fahrradverleihsystem Véligo und Kaufanreize für Pedelecs.

RER Vélo: Temporäre Radwege für physische Distanzierung in der Region Paris

Ziel der französischen Hauptstadtregion Île-de-France ist es, das Radfahren zum alltäglichen Verkehrsmittel zu machen. Für das Jahr 2021 werden zwei Millionen tägliche Fahrten mit dem Fahrrad angestrebt. Die Region hat aufgrund der Corona-Krise beschlossen, ihre Unterstützung für die Initiative "RER Vélo" zu verstärken, die vom Collectif Vélo Île-de-France, einem Zusammenschluss von mehr als 30 Fahrradverbänden der Île-de-France, ins Leben gerufen wurde. Ihr Ziel: Entwicklung des Radverkehrs und Verbesserung des Fahrradnetzes in der Île-de-France. 

Regionales Engagement von historischen 300 Millionen Euro

Die Region wird 300 Millionen Euro in die Hand nehmen, um 60 Prozent des Regio-Radweg-Netzes - durchgehend, sicher und komfortabel - zu finanzieren. Die Regionalbeihilfe wird somit für die Strecken der RER Vélo von 50 Prozent auf 60 Prozent erhöht, wobei die Förderhöchstgrenze von ursprünglich 275.000 Euro auf 600.000 Euro pro Kilometer angehoben wird. Diese vorgezogene Investition ermöglicht es, das endgültige Netz vorzubereiten und das Fahrrad zu einem Massenverkehrsmittel in der Region Paris zu machen.

Strategische Routen zur Entlastung des öffentlichen Verkehrs

Das Projekt wird neun Strecken mit einer Länge von 680 km umfassen, die vom Collectif Vélo Île-de-France entworfen wurden. Die strategisch wichtigsten Routen, die zwei Drittel des von den Verbänden vorgeschlagenen Netzwerks ausmachen, könnten bis 2025 fertiggestellt sein. Die zweite Phase der Entwicklung ist bis 2030 geplant. Diese Entwicklungen werden den Grundprinzipien des Fahrradverkehrs in der Region Ile-de-France gerecht: Sicherheit, Komfort, Kontinuität, Effizienz, Lesbarkeit und Kapazität. Vorrang haben vier Strukturierungsachsen, die Gegenstand flexibler und vorübergehender Entwicklungen sein werden, um die am stärksten beanspruchten öffentlichen Verkehrslinien, wie die U-Bahn-Linie 13 und die RER-Linien A, B, C und D Süd, während der Corona-Krise zu entlasten.

Radfahren zur Förderung der sozialen Distanzierung

Radfahren ist eine Alternative zu öffentlichen Verkehrsmitteln und zur Nutzung des Autos. Normalerweise pendeln 400.000 Menschen in der Region Ile-de-France mit dem Fahrrad zur Arbeit. Angesichts der Tatsache, dass die meisten täglichen Fahrten über kurze Entfernungen erfolgen, ist das Entwicklungspotenzial beträchtlich. Darüber hinaus ermöglichen die Radverkehrsmaßnahmen, unnötige Nähe zu vermeiden und es gibt positive Auswirkungen auf Gesundheit und Umwelt.

Kontinuität bei regionalen Maßnahmen

Die Region hat bereits einen umfassenden Plan zur Entwicklung der Fahrradnutzung in der Île-de-France in Angriff genommen. So wurden in der gesamten Paris Region seit 2016 bereits mehr als 700 km Rad- bzw. Zweirichtungsradwege finanziert. Gleichzeitig boomt das regionale Fahrradverleihsystem Véligo, das von der Region und der Île-de-France Mobilités initiiert wurde und seit 2019 auch den Kauf von Pedelecs mit bis zu 600 Euro pro Rad unterstützt. Das Fahrradnetz RER Vélo wird dabei helfen die Zahl der Fahrradfahrten über längere Strecken schneller wachsen zu lassen.