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März 2020

Radwegebau in den Bundesländern

Radwegbaustelle
Radwegbaustelle © Doris Reichel

Deutschland: Veröffentlichung "Aktuelle Programme zur finanziellen Förderung des Radwegebaus" (Wissenschaftlicher Dienst des Bundestages)

der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat sich mit dem Thema "Aktuelle Programme zur finanziellen Förderung des Radwegebaus" beschäftigt

Inhalt des Papiers (Stand 19. Februar 2020):

1. Einleitung 4
2. Haushaltsmittel des Bundes zur Förderung des Radwegebaus 4
3. Förderungen des Bundes zum Ausbau von klimafreundlichem Radverkehr sowie zur Umsetzung ökologischer Nachhaltigkeitsziele in Strukturwandelregionen 5
4. Weitere Förderprogramme und Finanzhilfen der EU, des Bundes und der Länder 6
4.1. Fördergeber EU 7
4.2. Fördergeber Bund 7
4.3. Fördergeber Land 8
4.3.1. Baden-Württemberg 8
4.3.2. Brandenburg 10
4.3.3. Hessen 10
4.3.4. Nordrhein-Westfalen 11
4.3.5. Saarland 13
4.3.6. Sachsen 14
4.3.7. Sachsen-Anhalt 15
4.3.8. Schleswig-Holstein 16
5. Zusammenfassung

Quelle: www.bundestag.de/resource/blob/688386/d39deeb0093a3b2dcaf0a9e6688bc336/WD-5-011-20-pdf-data.pdf

Aktenzeichen: WD 5 - 3000 - 011/20
Abschluss der Arbeit: 19. Februar 2020
Fachbereich: WD 5: Wirtschaft und Verkehr, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Baden-Württemberg: AGFK-BW und Verkehrsministerium Baden-Württemberg setzen innovative Modellprojekte zu Schutzstreifen um

Die Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußgängerfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg e. V. (AGFK-BW) untersucht in zwei Modellprojekten auf zahlreichen Pilotstrecken im ganzen Land verschiedene Varianten von neuartigen Radschutz¬streifen. Das Vorhaben ist das bisher größte derartige Modellprojekt in Deutschland. Untersucht wird, wie Schutzstreifen ausgestaltet sein müssen, so dass eine sichere Verkehrsführung für Radfahrer möglich ist. Gefördert werden die Modellprojekte vom Verkehrsministerium Baden-Württemberg. Die Modellprojekte erstrecken sich über einen Zeitraum von drei Jahren. Gestartet sind sie bereits 2019. Sichtbar werden sie auf den Straßen in Baden-Württemberg ab Frühjahr 2020, wenn die Schutzstreifen-Markierungen in den Kommunen nach und nach angebracht werden. Circa 30 Kommunen beteiligen sich am Modellvorhaben.

Schutzstreifen können – wo es nicht möglich ist, einen eigenen Radweg anzulegen – eine vergleichsweise einfach und günstig umsetzbare Möglichkeit sein, den Radverkehr sicherer zu machen und durchgängige Radverkehrsnetze zu schaffen. Bislang wurde aber noch nicht ausreichend untersucht, unter welchen Rahmenbedingungen Schutzstreifen auch außerorts sowie auf schmalen Straßen innerorts den Radverkehr sicherer und attraktiver machen und eine sichere Verkehrsführung für Radfahrer sein können. Diese Formen von Schutzstreifen sind bisher nur mit Ausnahmegenehmigung erlaubt.

Die übergreifenden Ziele der beiden Modellprojekte zu neuen Schutzstreifen innerorts und außerorts sind die Radverkehrsförderung und die Förderung der Verkehrssicherheit. Um diese Ziele zu erreichen, braucht es ein lückenloses Radverkehrsnetz. An vielen Strecken im Flächenland Baden-Württemberg ist es aber nach den aktuellen Regelwerken noch nicht möglich, ein lückenloses Infrastrukturangebot für den Radverkehr zu schaffen. Die AGFK-BW hat daher bereits 2013 ein bundesweit viel beachtetes Gutachten zu Schutzstreifen innerorts vorgelegt. Das Land hat sich zudem an einem bundesweiten Modellversuch zu Schutzstreifen außerorts beteiligt. Daran soll nun angeknüpft werden.

Winfried Hermann MdL, Minister für Verkehr des Landes Baden-Württemberg: „Wir suchen nach Wegen, wie der Radverkehr sicherer und attraktiver werden kann. Deshalb ist es so wichtig, dass mit den neuen Modellprojekten zu Schutzstreifen weitere Erkenntnisse gewonnen werden können. Nur wenn Radverkehr sicher ist, kann er einen Beitrag zur Verkehrswende leisten.“

Günter Riemer, Vorstandsvorsitzender der AGFK-BW: "Wir sind stolz, dass es durch das aktive Mitwirken von rund 30 Kommunen gelingen konnte, landesweit genügend Pilotstrecken für die Modellvorhaben zu finden. Denn eine hohe Beteiligung von Gemeinden, Städten und Landkreisen ist eine Voraussetzung dafür, dass die Modellversuche möglichst praxisnah und zielgerichtet ausgewertet werden können. Ich danke im Namen des AGFK-Vorstands allen teilnehmenden Kommunen für ihr großes Engagement."

Diese Kommunen und Landkreise beteiligen sich

Innerorts: Stadt Baden-Baden, Stadt Emmendingen, Stadt Friedrichshafen, Landkreis Karlsruhe, Stadt Karlsruhe, Landkreis Konstanz, Stadt Konstanz, Stadt Lörrach, Stadt Mühlacker, Stadt Oberndorf am Neckar, Stadt Ostfildern, Stadt Wangen im Allgäu

Außerorts: Stadt Aalen, Stadt Backnang, Stadt Baden-Baden, Stadt Eislingen / Fils, Stadt Filderstadt, Landkreis Freudenstadt, Stadt Heilbronn, Landkreis Karlsruhe, Gemeinde Königsbronn, Landkreis Lörrach, Ostalbkreis, Stadt Ostfildern, Landkreis Rastatt, Stadt Reutlingen, Rhein-Neckar-Kreis, Landkreis Rottweil, Stadt Schramberg, Landkreis Schwäbisch Hall, Landkreis Tübingen.

Im Fokus der Untersuchungen innerorts stehen beidseitige Schutzstreifen auf Straßen mit schmaler Kernfahrbahn. Bisher wurden auf solchen schmalen Straßen in der Regel nur schmale Schutzstreifen markiert, die Kfz haben ihren Platz behalten. Im Modellprojekt für Schutzstreifen wird jetzt untersucht, wie sich das Verkehrsverhalten verändert, wenn zu Lasten der Kfz-Fahrbahnbreite die Schutzstreifen für Fahrräder breiter markiert werden. Auch der Einsatz von einseitigen Schutzstreifen auf Abschnitten mit Steigungen wird untersucht. Hier ist die Geschwindigkeits­differenz zwischen Radfahrern und Kfz besonders groß. Bergauf fahrende Radfahrer genießen mit dem neuen Schutzstreifen so einen besonderen Schutz.

Außerorts sind Schutzstreifen bislang nicht zulässig. Hier werden die Einsatzbereiche zur Markierung ein- oder beidseitiger Schutzstreifen in Abhängigkeit von der Verkehrsbelastung und Struktur der Straße, den topografischen Verhältnissen und den gegebenen Straßenbreiten untersucht und bewertet.

Bis 2021 sollen die Modellvorhaben ausgewertet werden. Umgesetzt werden die Maßnahmen von unterschiedlichen Baulastträgern. Die wissenschaftliche Begleitung übernehmen das Stadt- und Verkehrsplanungsbüro brenner Bernard sowie das Planungsbüro VIA.

Quelle: AGFK-BW am 26.03.2020

Zur AGFK-BW-Mitteilung mit weiteren Informationen

Bayern: Neue Radwege, Markierungen und Co. in München geplant - Stadtrat beschließt Verbesserungen für Radler auf 10 Straßen

Ein weiterer Schritt in Richtung Verkehrswende: Der Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung des Stadtrats hat den Ausbau des Radverkehrs auf 10 Straßen in München beschlossen. Anstoß hierfür gab das Bürgerbegehren "Radentscheid", das sich Mitte 2019 für eine Erweiterung des Münchner Radwegnetzes einsetzte. Das erste Maßnahmenbündel wurde bereits im Dezember 2019 beschlossen. Auch das zweite Paket, das mit Vertretern des Bürgerbegehrens abgestimmt wurde, soll die Rad-Infrastruktur massiv stärken.

Maßnahmen wie neue Radwege, der Ausbau bestehender Wege und die rote Markierung derselben sowie eine sichere Führung des Radverkehrs in Kreuzungsbereichen werden nun geprüft. Vor einer eventuellen Umgestaltung werden verschiedene Varianten für die jeweiligen Straßen entworfen und die betroffenen Anwohner, Gewerbebesitzer und Bezirksausschüsse beteiligt.

Diese Straßen sollen überplant werden:

  • Stiglmaierplatz
  • Rosenheimer Straße zwischen Rosenheimer Platz und Gasteig stadteinwärts
  • Martin-Luther-Straße
  • Lothstraße zwischen Dachauer Straße und Georgenstraße
  • Winzererstraße zwischen Lothstraße und Schwere-Reiter-Straße
  • Pilgersheimer Straße zwischen Freibadstraße und Edlinger Platz
  • Gebsattelstraße zwischen Mariahilfplatz und Regerstraße (Gebsattelberg)
  • Ungererstraße
  • Marsstraße zwischen Pappenheimstraße und Arnulfstraße
  • Querung Stadelheimer Straße – Verbindung Schwarzenbergerstraße und Traunsteiner Straße

Um die Forderung des Bürgerbegehrens bis 2025 weitestgehend zu realisieren, ist mit einem weiteren Maßnahmenbündel voraussichtlich Mitte 2020 zu rechnen. Im Juli 2019 hatte sich der Stadtrat dafür ausgesprochen, die Forderungen des Bürgerbegehrens "Radentscheid" zu übernehmen, da sich deren Ziele in weiten Teilen mit den Plänen der Stadt zum Ausbau des Radverkehrs decken. Zudem greifen mehr und mehr Menschen auf das Fahrrad als Verkehrsmittel für den Alltag zurück.

Quelle: Stadt München am 05.03.2020

Zur Originalpressemitteilung mit weiteren Informationen

Berlin: Gestaltung für die Karl-Marx-Allee beschlossen

Senatsverwaltungen, Bezirk und Landesdenkmalamt einigen sich auf begrünten Mittelstreifen mit befestigten Arealen – Fertigstellung im Spätsommer 2020

Die Karl-Marx-Allee in Mitte erhält einen zehn Meter breiten begrünten Mittelstreifen mit – aus Gründen des Denkmalschutzes – drei befestigten Arealen am Alexanderplatz, am Strausberger Platz und direkt vor dem Kino International. Darauf haben sich die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, die Senatsverwaltung für Kultur und Europa, das Landesdenkmalamt und der Bezirk Mitte unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Bürgerinformationsveranstaltung Anfang Februar geeinigt.

Der Umbau der Magistrale mit ihren rund 880 Metern Länge vom Knotenpunkt Otto-Braun-Straße/Alexanderstraße bis zum Strausberger Platz soll nach gut zweijähriger Bauzeit im Spätsommer 2020 abgeschlossen werden. Ziel der Änderungen am bisherigen Gestaltungsplan ist es, die Aufenthaltsqualität für die Anwohnerinnen und Anwohner zu steigern sowie die Bedingungen für Radfahrende und auch für Fußgängerinnen und Fußgänger im Sinne der Verkehrssicherheit deutlich zu verbessern. Die Gestaltung schafft auf dem Mittelstreifen neue Versickerungsflächen und mit zusätzlichem Grün ein verträglicheres Mikroklima, so dass stadtrelevante Folgen der Klimaveränderungen wie Perioden großer Hitze, Trockenheit sowie zunehmende Starkregenereignisse baulich berücksichtigt werden. Parkplätze in der Mitte der Straße entfallen. Dem Denkmalschutz wird Rechnung getragen, indem die Ursprungsgestaltung der Karl-Marx-Allee mit den befestigten Flächen ablesbar gehalten wird. Am Beginn und Ende der Strecke, am Strausberger Platz und am Alexanderplatz, wird diese Befestigung so gestaltet, dass Regenwasser immer noch versickern kann. Die befestigten Bereiche machen rund 200 Meter aus.

Für den Radverkehr wird auf beiden Seiten der Karl-Marx-Allee zwischen Otto-Braun-Straße und Strausberger Platz ein vier Meter breiter und geschützter Radstreifen angelegt und vom links angrenzenden Parkstreifen (am Rand der Fahrspuren) getrennt. Beginn und Ende der Fahrradwege werden farbig markiert. Die Fahrradstreifen werden so sicherer und bequemer zu befahren sein. Neue und komfortable Gehwegvorstreckungen erlauben Fußgängerinnen und Fußgängern zugleich ein leichteres Überqueren der Allee. Dies verbessert, ebenso wie der Wegfall der Parkplätze auf dem Mittelstreifen, insbesondere die Verkehrssicherheit.

Diese Neugestaltung der Karl-Marx-Allee bewahrt den besonderen Charakter der Magistrale und sorgt für einen Qualitätsgewinn der Straße als öffentlicher Ort. Aspekte der Verkehrssicherheit, der Klimafolgenanpassung, der Verbesserung des Mikroklimas sowie Belange des Denkmalschutzes im Hinblick auf eine künftige Welterbe-Bewerbung Berlins bei der UNESCO werden auf diese Weise integriert.

Quelle: SenUVK am 11.03.2020

Berlin: Oberbaumbrücke erhält künftig drei Meter breite Radwege

Neue Spurenbreiten für die Zeit nach der BVG-Viaduktsanierung stehen fest – über Zwischenlösung für Schienenersatzverkehr ab Frühjahr wird beraten. Die Oberbaumbrücke, eine der meistbefahrenen Radfahrstrecken in Berlin, erhält auf drei Meter verbreiterte Radwege – zugleich wird der Kfz-Verkehr künftig in beide Richtungen nur noch einspurig geführt.

Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz trägt mit dieser geplanten Anordnung dem Umstand Rechnung, dass bei der seit Herbst 2019 geltenden, im Vergleich zum früheren Zustand bereits verbesserten Lösung immer wieder Kraftfahrzeuge auf den Radfahrstreifen fuhren. Zudem sind die damaligen Markierungsmaße schmaler aufgebracht worden, als die Anordnung lautete. Die bisherige Lösung mit einer überbreiten Kfz-Spur wird daher vollständig ersetzt. Gegen die erste Anordnung und ihre Umsetzung wurde auch Widerspruch eingelegt – dem ist jetzt stattgegeben worden.

Komplett umgesetzt werden kann die neue Lösung voraussichtlich erst nach der Viaduktsanierung, die die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) aktuell planen. Diese Arbeiten sollen im Frühjahr beginnen, sie dauern rund ein Jahr und verkomplizieren die Verkehrssituation durch den Ausfall der U-Bahn über die Spree. Über eine Zwischenlösung, die sowohl dem Schienenersatzverkehr zwischen Schlesischem Tor und Warschauer Straße (mit dicht getakteten Bussen) als auch dem Radverkehr genügend Platz einräumt, wird derzeit noch beraten. Das Ergebnis wird zeitnah veröffentlicht.

Nach den Bauarbeiten sind die Spurenbreiten wie folgt vorgesehen (siehe Skizze unten): beidseitig ein Radfahrstreifen von drei Metern nutzbarer Breite, dazu jeweils links ein Sicherheitstrennstreifen von einem Meter Breite (inklusive Markierungslinien).

Für den Kfz-Verkehr ist eine Spurbreite von 3,25 Meter in beiden Richtungen vorgesehen. Über eine mögliche brückentaugliche Protektion auf dem Sicherheitstrennstreifen wird, in Abstimmung mit allen Beteiligten, erst noch entschieden. Dazu ist zunächst die Verkehrslösung während der Bauarbeiten zu definieren.

Quelle: SenUVK am 11.03.2020

Berlin: Pilotprojekt für temporäre Radfahrstreifen während Corona-Krise in Berlin

Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg haben heute erste konkrete Schritte zur vorübergehenden Einrichtung von Radfahrstreifen während der Pandemie-Krise unternommen.

Das Projekt wird mit zwei Pilotvorhaben starten. Damit soll an zwei stark frequentierten Routen die Kapazität der Radverkehrsanlagen erhöht werden. Positive Aspekte der Verkehrssicherheit im Straßenverkehr lassen sich so mit einer Unterstützung der geltenden Infektionsschutzauflagen verbinden.

Die beiden Pilotvorhaben sind:

  • Radfahrstreifen am Halleschen Ufer vom Halleschen Tor bis Köthener Straße / Mendelssohn-Bartholdy-Park
  • eine erweiterte Aufstellfläche auf der Fahrbahn für Radfahrende an der besonders frequentierten Kreuzung der Zossener Straße / Ecke Gitschiner Straße

Falls andere Bezirke ebenfalls Interesse an der Einrichtung temporärer Radfahrstreifen auf stark frequentierten Radverkehrsverbindungen haben, kommt dies in Betracht.

Mit dem Rad zu fahren, ist gerade in der Corona-Krise gut, um Ansteckungsrisiken zu vermeiden, zwingend nötige Wege zurückzulegen und sich an der frischen Luft sportlich zu betätigen. Damit tragen die Maßnahmen auch dazu bei, den öffentlichen Personennahverkehr zu entlasten und in S- und U-Bahnen, Bussen und Straßenbahnen das Abstandsgebot leichter einzuhalten.

Einzelheiten zur Umsetzung vor Ort werden nun von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg geklärt.

Quelle: Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz (SenUVK) am 26.03.2020

Brandenburg: Nebenfahrbahn der Heinrich-Mann-Allee ist Potsdams vierte Fahrradstraße

Die Nebenfahrbahn der Heinrich-Mann-Allee, von der Drevesstraße bis Am Försteracker, ist die vierte Fahrradstraße in Potsdam. Anfang März sind die entsprechenden Verkehrsschilder montiert worden, seit dem 10.03.2020 gilt die Neuregelung.

"Wir haben uns zum Ziel gesetzt, noch fahrradfreundlicher zu werden und den Anteil des Radverkehrs am gesamten Verkehrsaufkommen weiter zu erhöhen. Dafür verbessern wir die Radwegeinfrastruktur kontinuierlich, wollen für ein fahrradfreundliches Klima in der Stadt sorgen und die Verkehrssicherheit erhöhen. Neben der Straße entlang des Babelsberger Parks, der Straße Am Urnenfeld und der Nebenfahrbahn der Berliner Straße (ab Schiffbauergasse) hat Potsdam mit der 'Kleinen Heinrich-Mann-Allee' ab heute die vierte Fahrradstraße in Potsdam. Auf dieser Straße haben Radfahrer als dominierende Verkehrsteilnehmer grundsätzlich Vorrang. Es gilt Tempo 30 als Höchstgeschwindigkeit für alle Verkehrsteilnehmer, wobei der Radfahrer das Tempo bestimmt", so Bernd Rubelt, Beigeordneter für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Umwelt, der heute die Fahrradstraße freigab.

Durch die Anordnung der Fahrradstraße hat der Radverkehr grundsätzlich Vorrang auf der Fahrbahn hat. Das heißt, es darf ausdrücklich auch nebeneinander gefahren werden, sogar in Gruppen, wie zum Beispiel Schulkinder, auch wenn Kraftfahrzeugführer dadurch nicht überholen können. Was bleibt gleich: Anlieger dürfen die Straße weiterhin befahren, da das Zusatzzeichen "Anlieger frei" vorhanden ist. Alle Parkplätze bleiben erhalten. Auch der Lieferverkehr bleibt zugelassen. Gehwege sind allein für Fußgänger vorbehalten. Nicht allen Verkehrsteilnehmern sind die geltenden Regeln und Rechte für Fahrradstraßen bewusst. Daher bittet die Landeshauptstadt Potsdam alle Verkehrsteilnehmer um erhöhte Aufmerksamkeit und gegenseitige Rücksichtnahme.

Quelle: Stadt Potsdam am 10.03.2020

Hamburg: Mansteinbrücke wird an Veloroute 3 angeschlossen

Für den Veloroutenausbau in der Bogenstraße werden nun auf der Mansteinbrücke die Fahrbahn saniert, Radfahrstreifen markiert und eine neue Ampelanlage eingebaut. Die Vorarbeiten der Telekom haben bereits Ende Februar begonnen. Die vorhandene Einbahnstraße stadtauswärts bleibt dazu ebenso bestehen wie die Busumleitung stadteinwärts. Die Freigabe der Mansteinbrücke und der angrenzenden Kreuzung Kaiser-Friedrich-Ufer erfolgt am 04. April 2020. Für Radfahrer sind beide Fahrtrichtungen befahrbar, Fußgänger können die Brücke auf beiden Seiten queren.

Quelle: Bezirk Eimsbüttel Hamburg am 09.03.2020

Hamburg: Neu- und Umbau der Veloroute 7 in der Schimmelmannstraße und der Kuehnstraße

Im Zuge der Umsetzung des Veloroutenprogramms der Freien und Hansestadt Hamburg plant das Bezirksamt Wandsbek im Stadtteil Jenfeld die Umgestaltung der Schimmelmannstraße zwischen Holstenhofweg und Jenfelder Straße sowie im weiteren Verlauf in der Kuehnstraße zwischen Schimmelmannstraße und Jenfelder Allee. Die Abschnitte gehören zur Veloroute 7, welche aus der Innenstadt in nordöstliche Richtung über St. Georg, Eilbek, Wandsbek-Markt und Jenfeld nach Rahlstedt führt. Ziel des Ausbaus ist die Schaffung attraktiver und sicherer Radverkehrsanlagen im Rahmen der Umsetzung des Bündnisses für den Radverkehr.

Die Bauarbeiten sollen am 23. März 2020 beginnen. Das Bauende ist für Dezember 2020 angesetzt. Die Fahrbahn und die Nebenflächen werden neu gestaltet und Radfahrstreifen in beiden Fahrtrichtungen eingerichtet. In den Abschnitten der Schimmelmannstraße und Kuehnstraße werden Grundinstandsetzungen der Fahrbahnen durchgeführt und die Straßenentwässerung erneuert sowie die Bushaltestellen barrierefrei ausgebaut.

Während der Bauarbeiten wird eine einspurige Einbahnstraße zwischen Holstenhofweg und Jenfelder Allee mit Fahrtrichtung stadtauswärts eingerichtet. Der Albert-Schweitzer-Ring wird ebenfalls zur Einbahnstraße. Detaillierte Informationen zum konkreten Bauablauf, den verkehrlichen Regelungen sowie den Auswirkungen auf den Busverkehr sind hier www.hamburg.de/wandsbek/strassenbaustellen/ für alle Interessierten aufbereitet und werden während des gesamten Bauablaufs aktuell gehalten.

Quelle: Bezirk Wandsbeck Hamburg am 17.03.2020

Hamburg: Sukzessiver Ausbau des bezirklichen Radverkehrsnetzes in Wandsbek

Das Bezirksamt Wandsbek fördert den Radverkehr und verfolgt den sukzessiven Ausbau des bezirklichen Radverkehrsnetzes. Vor diesem Hintergrund werden in der Fabriciusstraße zwischen der Richeystraße und der Steilshooper Allee regelkonforme Radverkehrsanlagen durch die Markierung von Radfahrsteifen eingerichtet und die Bushaltestellen am Fahrbahnrand hergestellt. Darüber hinaus werden die Nebenflächen saniert und der ruhende Verkehr neugeordnet.

Die Bauarbeiten sollen am 1. April 2020 beginnen. Das Bauende ist für Dezember 2020 angesetzt.

Die Baumaßnahme erfolgt zu großen Teilen in den Nebenflächen, so dass der Zweirichtungsverkehr unter Reduzierung der Fahrbahnbreite weitestgehend aufrechterhalten wird. Zeitweise wird es während der Herstellung der Bushaltestellen zur Einrichtung von Blockverkehren kommen. Durch die Gehwegeinengungen lassen sich Behinderungen für den Fußgängerverkehr nicht vermeiden. Der Fußgänger- und Radverkehr wird aber zu jeder Zeit aufrechterhalten. Für die Dauer der Baumaßnahme werden Ersatzhaltestellen für den Busverkehr eingerichtet.

Quelle: Bezirksamt Wandsbek am 26.03.2020

Hessen: Um- und Ausbau der Hafenstraße und Königinhofstraße in Kassel

Anlass für den Umbau der Hafen- und Königinhofstraße ist die Verbesserung der Verkehrsverhältnisse für alle Verkehrsteilnehmer sowie die Erneuerung der in die Jahre gekommenen Ver- und Entsorgungsleitungen. Beide Straßen werden daher von der Sandershäuser Straße (L 562) bis zur Scharnhorststraße (B 7/B 83) grundhaft erneuert.

Ein weiteres Ziel dieser Baumaßnahme ist die Förderung des Rad- und Fußverkehrs. In einer Machbarkeitsstudie für Raddirektverbindungen des Zweckverbandes Raum Kassel sind die Königinhofstraße/Hafenstraße ein Bestandteil der Route Helsa-Kaufungen–Kassel mit dem Abzweig zur Universität. Daher werden an den Ausbau der Radinfrastruktur besondere Anforderungen gestellt.

Die Verkehrsmengen der Königinhofstraße/Hafenstraße betragen etwa 7.000-9.000 Kfz/Tag. Der Anteil des Schwerverkehrs liegt mit etwa zehn bis zwölf Prozent vergleichsweise hoch. Der Querschnitt der Königinhofstraße besteht heute aus einer 6,5 Meter breiten Fahrbahn, einem 1,7 Meter breiten Gehweg auf der östlichen Straßenseite. Im nördlichen Teil der Hafenstraße sind beidseitige Gehwege vorhanden.

Zur Förderung des Radverkehrs wird in der Königinhofstraße/Hafenstraße ein 4,5 Meter breiter Zweirichtungsradweg auf der östlichen bzw. nördlichen Seite gebaut. Das gewählte Maß entspricht den besonderen Anforderungen einer Raddirektverbindung. Neben dem Radweg ist ein einseitiger Gehweg geplant. Die Fahrbahn erhält eine Breite von 6,5 Meter. Der Zweirichtungsradweg wird mit einem Bordstein und einem Sicherheitstrennstreifen von der Fahrbahn abgegrenzt. An den Grundstückszufahrten sind „Fahrrad“-Piktogramme und Pfeilmarkierungen vorgesehen, um die Kraftfahrer auf die Radfahrer in beiden Richtungen aufmerksam zu machen.

Die Raddirektverbindung verläuft von der Leipziger Straße über die Agathofstraße und die Sandershäuser Straße zur Königinhofstraße. In der Sandershäuser Straße werden Linksabbiegestreifen angelegt, um dem Radverkehr ein sicheres Abbiegen zu ermöglichen. Dazu wird der nördliche Fahrbahnrand verschwenkt und der angrenzende Längsparkstreifen entfällt. In Höhe der Firma "Baustoff Walter" wird in der Königinhofstraße eine Mittelinsel gebaut, damit der Radverkehr in Richtung Süden vor der Einmündung zur Sandershäuser Straße die Straßenseite wechseln kann.

In der Hafenstraße steht im Bereich des Hafens (Haus-Nr. 95-101) nur ein relativ schmaler Straßenraum zur Verfügung. Daher kann in diesem Abschnitt nur ein gemeinsamer Geh- und Radweg mit einer Breite von etwa 4 Metern realisiert werden. Im anschließenden Abschnitt der Hafenstraße ist wieder eine größere Straßenfläche verfügbar. Hier können beidseitige Gehwege und der Zweirichtungsradweg gebaut werden.

Die Baumaßnahme umfasst eine Länge von etwa 1.300 Meter. Die Baukosten betragen nach einer vorläufigen Schätzung etwa sechs Millionen Euro brutto. Das Projekt wird als Mobilitätsfördergesetz-Maßnahme durch das Land Hessen bezuschusst.

Quelle: Stadt Kassel am 13.03.2020

Niedersachsen: Fahrradstraße von Bad Zwischenahn nach Oldenburg - Präsentation mit Erläuterungen und Plänen - Bürger(innen) können Anregungen bis 30.04.2020 mitteilen

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte die Anliegerinformationsversammlung zur Fahrradstraße von Bad Zwischenahn nach Oldenburg nicht stattfinden. In der Veranstaltung sollte die Planung, die im Zusammenhang mit dem neuen Verkehrskonzept der Gemeinde steht, ausführlich vorgestellt und diskutiert werden. Um Anliegern und interessierten Bürger(innen) dennoch die Möglichkeit zur Beteiligung zu geben, wurde im Tiefbau- und Grünflächenamt eine Erläuterung mit Plänen erarbeitet. Diese ist ab sofort auf der Homepage der Gemeinde aufrufbar. In der Präsentation wird vorgestellt, wie und auf welchen Strecken gebaut werden soll, was eine Ausweisung als Fahrradstraße bedeutet, welche Anschlüsse ans Radwegenetz geplant sind und die Auswirkungen für die Anlieger.

Fragen, Anregungen, Bedenken oder auch die Zustimmung zu der vorliegenden Planung, die bis zum 30.04.2020 eingehen, werden den Mitgliedern des Straßen- und Verkehrsausschusses vorgelegt. Die Beratung über die Fortschreibung des Verkehrskonzeptes findet nach derzeitigem Stand am 18.05.2020 (17:00 Uhr Haus Brandstätter) in einer öffentlichen Sitzung statt. 

Die Fahrradstraße von Bad Zwischenahn nach Oldenburg ist ein wichtiger Baustein beim Ziel der Gemeinde, den Radverkehr voranzutreiben. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf ca. 5 Mio. Euro; die Gemeinde wird dafür Fördermittel beantragen. Die umfangreiche Baumaßnahme kann nur in mehreren Bauabschnitten realisiert werden. Bei Bewilligung der Fördergelder soll 2021 der erste Bauabschnitt starten. Welcher das sein wird, steht noch nicht fest. Vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Krise ist die Zeitplanung derzeit aber ungewiss.

Fragen und Anregungen zur Fahrradstraße können per Telefon 04403/604661 (Frau Hohensee) oder 04403/604660 (Herr Bischoff), per Mail an K.Bischoff@Bad-Zwischenahn.de,  oder per Brief (Gemeinde Bad Zwischenahn, Tiefbau- und Grünflächenamt, Am Brink 9, 26160 Bad Zwischenahn) übermittelt werden.

Quelle: Gemeinde Bad Zwischenhahn am 27.03.2020

Nordrhein-Westfalen: Förderantrag für Radverkehrsbrücke "Flyover Aegidiitor" in Münster zwischen Promenade und Bismarckallee soll gestellt werden

Die Promenade ist das Herzstück des Radverkehrs in Münster. Pro Jahr nutzen mehrere Millionen Radfahrer den rund 4,5 Kilometer langen Verteilerring als Ausgangs- bzw. Endpunkt ihrer Fahrten. Um die umliegenden Stadtquartiere und die Stadtregion an die Promenade anzubinden, sind attraktive Radialstrecken notwendig.

Hier setzt der sogenannte „Flyover Aegidiitor“ an. Die geplante Radverkehrsbrücke soll die Promenade mit der Bismarckallee verbinden und so die Anbindung der Innenstadt in die süd-westliche Himmelsrichtung deutlich verbessern. „Die Radverkehrsachse von der Promenade zur Bismarckallee ist schon jetzt von hoher Bedeutung. Zukünftig rechnen wir mit der Einrichtung der Veloroute von Münster nach Senden und in Verbindung mit dem 'Flyover Aegidiitor' mit einer merklichen Erhöhung der Radverkehrszahlen auch über die neu gestaltete Fahrradstraße Bismarckallee“, fasst Oberbürgermeister Markus Lewe die Bedeutung des Projektes zusammen.

Eine Verkehrserhebung im Mai 2019 hat gezeigt, dass der Bereich Aegidiitor binnen 24 Stunden (werktags) von über 30.000 Radfahrenden genutzt wurde, während zeitgleich 31.000 Kfz abgewickelt wurden. Problematisch ist, dass sich die Hauptverkehrsströme kreuzen. So war das Aegidiitor in der Vergangenheit eine Unfallhäufungsstelle, auch weil es trotz vielfältiger Maßnahmen und intensiver Öffentlichkeitsarbeit häufig an Regelakzeptanz bzw. -kenntnis mangelt. Die nun geplante klare Trennung der Verkehrsströme soll sich konfliktminimierend auswirken und die Unfallzahlen senken.

Der „Flyover Aegidiitor“ hätte bundesweit in seiner Größenordnung und Frequentierung ein Alleinstellungsmerkmal. „Der Flyover ist ein innovatives Statement für den Radverkehr: Es zeigt auf, wie Bevorrechtigung des Radverkehrs, Verkehrssicherheit, Fahrzeitgewinne und Komfort in Einklang miteinander gebracht werden können“, so Stadtbaurat Robin Denstorff zur Bedeutung eines lückenlosen Radverkehrs in der Fahrradnetzplanung der Stadt Münster.

Für die Planung werden aufgrund der Lage an der denkmalgeschützten Promenade besondere Anforderungen gestellt werden. So soll sich der „Flyover Aegidiitor“ zurückhaltend und elegant in die historische Situation einfügen. Das im Detail noch zu planende Bauwerk soll so schlank wie möglich dimensioniert und so konstruiert und gestaltet werden, dass es sich selbstverständlich in den grünen Stadtraum zwischen Aasee und Promenade eingliedert. Die vorhandene Topographie soll genutzt werden

Nach politischer Beratung und einer weiteren Abstimmung mit dem Fördergeber soll in einem qualitätssichernden Verfahren mit öffentlicher Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern die beste Lösung für das Bauwerk gefunden werden. Dabei sollen unterschiedliche Varianten entwickelt und konkretisiert werden.

Nach einer ersten Schätzung werden für das Projekt Gesamtkosten in Höhe von ca. 10 Mio. Euro entstehen. Darin enthalten sind die Kosten für das qualitätssichernde Verfahren, die Planungsleistungen und den Bau. Bei positivem Förderbescheid werden voraussichtlich 75% dieser Kosten durch das Programm „Förderung innovativer Projekte zur Verbesserung des Radverkehrs in Deutschland" des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) getragen, so dass bei der Stadt Münster ein Eigenanteil in Höhe von ca. 2,5 Mio. € verbleibt.

Im Juli 2019 hat das Bundesverkehrsministerium das Programm zur Förderung innovativer Projekte zur Verbesserung des Radverkehrs in Deutschland veröffentlicht, das richtungsweisende infrastrukturelle Maßnahmen fördert, die einen lückenlosen Radverkehr entscheidend voranbringen, Modellcharakter haben und "Leuchttürme" sein können. Die im September eingereichte Projektskizze wurde für die Antragstellung ausgewählt und als grundsätzlich förderwürdig eingestuft.

Quelle: Stadt Münster am 04.03.2020

Nordrhein-Westfalen: Maßnahmenpaket für den Radverkehr in Mettman

Der Ausschuss für Planung, Verkehr und Umwelt hat Anfang März 2020 ein Maßnahmenpaket für den Radverkehr in Mettmann auf den Weg gebracht. Einstimmig wurde ein jährliches Maßnahmenpaket in Höhe von 50.000 Euro für das Jahr 2020 und in den Folgejahren in Höhe von 100.000 Euro beschlossen.

"Im örtlichen Nahverkehr kann ein deutlich ausgebauter Radverkehr einen erheblichen Anteil übernehmen – durch Pedelecs sind heute auch die Höhenunterschiede gut leistbar", heißt es dazu im entsprechenden Antrag der CDU-Fraktion. Die Umsetzung soll in Absprache mit dem ADFC Mettmann, dem RV Edelweiss, Mettmann-Sport und dem PSV Mettmann erfolgen, die allesamt in den vergangenen Monaten weitreichende Vorschläge zur Verbesserung des Radverkehrs gemacht haben. Durch das Paket sollen parallel zum Radverkehrskonzept und dessen Realisierung kurzfristig umsetzbare Maßnahmen ermöglicht werden.

Darüber hinaus hat die Stadtverwaltung den Ausschussmitgliedern ein Leistungsverzeichnis für das Radverkehrskonzept vorgelegt, das vom neuen Klimaschutzbeauftragten in Zusammenarbeit mit Dezernat 3 erarbeitet wurde. Mit diesem Leistungsverzeichnis, das ebenfalls einstimmig vom Ausschuss verabschiedet wurde, soll nun ein Planungsbüro mit der Ausarbeitung des Mettmanner Radverkehrskonzeptes beauftragt werden.

Ziel soll sein, den Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehr in Mettmann von heute ca. zwei Prozent auf 15 Prozent bis 2025 und 20 Prozent bis zum Jahr 2030 zu steigern. Hierzu soll ein integriertes, lückenloses, innerstädtisches Radverkehrsnetz geschaffen werden, das an das regionale und überregionale Radwegenetz angeschlossen ist. Sowohl die Attraktivität als auch die Qualität sollen deutlich gesteigert werden, um die Sicherheit des Radverkehrs für alle Nutzergruppen und Altersklassen zu steigern.

Außerdem sieht das Leistungsverzeichnis die Bereitstellung von modernen, witterungsgeschützten und sicheren Fahrradabstellanlagen mit Ladestationen für E-Bikes an allen relevanten, innerstädtischen Zielen, an den Hauptumstiegshaltestellen zum ÖPNV, an allen öffentlichen Gebäuden sowie an den größeren Sport- und Freizeitanlagen vor. Hinzu kommen ein gut und leicht zu verstehendes Beschilderungssystem zu allen innerstädtischen und überregionalen touristischen Zielen und zu den Naherholungsgebieten sowie Beratungs- und Informationsangebote für Radfahrer.

Quelle: Kreisstadt Mettmann am 09.02.2020
 

Nordrhein-Westfalen: Erstmals Rad- und Gehweg auf altem Gütergleis der HGK in Köln Merkenich

Die Stadt Köln hat in Merkenich westlich von den Gleisen der KVB zwischen der Emdener Straße und der Causemannstraße einen neuen Geh- und Radweg errichtet – erstmals in Köln auf einem früheren Güterzuggleis der "Häfen und Güterverkehr Köln" (HGK). Durch die Verbindung verkürzen sich die Nord-Süd-Verbindung sowie die Verbindung zur Leverkusener Brücke für zu Fuß Gehende und Radfahrende.

Aktuell verläuft die Nord-Süd-Verbindung am Rhein, die auch Teil des Radverkehrsnetzes NRW und des touristischen Netzes der Radregion Rheinland ist, über die Emdener Straße, den Ivenshofweg und die Merkenicher Hauptstraße durch den Stadtteil Merkenich. Hierbei wird der Radverkehr hauptsächlich im Mischverkehr auf der Fahrbahn geführt. Zukünftig wird der Radverkehr in diesem Bereich vor allem auf Radwegen und auf vom Kfz-Verkehr wenig befahrenen Straßen unterwegs sein.

Radweg Merkenich Bauabschnitte: Einzelheiten zum neuen Geh- und Radweg in Merkenich Der neue Radweg stellt eine direkte Verbindung von der Emdener Straße nach Norden in Richtung Causemannstraße dar. Er ist etwa 420 Meter lang und vier Meter breit. Zur Gewährleistung einer sicheren Führung auch bei Dunkelheit wurde auf beiden Seiten am Wegesrand eine durchgehende Fahrbahnrandmarkierung aufgetragen. Eine Beleuchtung wurde aus Umweltschutzgründen nicht installiert.

Hintergrund: Die Initiative zum Bau der Rad- und Gehwegverbindung ging vom Bürgerverein Merkenich e. V. aus. Auf Antrag des Bürgervereins hat die Bezirksvertretung Chorweiler den Beschluss gefasst, zwischen der Emdener Straße und der Causemannstraße einen neuen Geh- und Radweg zu bauen. Die RheinEnergie AG hatte in diesem Bereich Versorgungsleitungen von ihrem Umspannwerk am Ivenhofweg zum Ford-Werk nach Fühlingen verlegt und einen Wirtschaftsweg westlich der KVB-Gleise in Anspruch genommen. In diesem Zusammenhang kam der Bürgerverein Merkenich auf die RheinEnergie zu und bat um Unterstützung bei der Umgestaltung des Wirtschaftswegs – vormals das HGK-Gleis – als Radweg. In dem Gemeinschaftsprojekt hat die RheinEnergie AG daraufhin die Kosten der Planung übernommen, die Stadt Köln hat den Bau des Geh- und Radweges finanziert. Nach viermonatiger Bauzeit wird der Weg heute, Mittwoch, 18.03.2020, für den Fuß- und Radverkehr freigegeben. Die reinen Baukosten liegen bei rund 190.000 Euro.

Ausblick: Der Neubau dieses Weges stellt den ersten Bauabschnitt einer neuen Verbindung von der Emdener Straße zur Leverkusener Brücke dar. Im zweiten Bauabschnitt wird eine Verbindung von der Causemannstraße zum Spoerkelhof geschaffen. Im Rahmen des Neubaus der Rheinbrücke der BAB 1 wird im dritten Bauabschnitt eine neue Geh- und Radwegrampe vom Spoerkelhof zum südlichen Geh- und Radweg der Autobahnbrücke gebaut (siehe Anlage). Die begleitenden Geh- und Radwege an der noch neu zu bauenden Rheinbrücke der BAB 1 werden von 2,00 bzw. 2,50 Metern auf der Bestandsbrücke auf beidseitig je 3,25 Meter auf der neuen Brücke verbreitert. In Richtung Innenstadt ist die Sanierung der Radverkehrsanlagen entlang der Emdener Straße geplant. Ziel ist es, spätestens mit der Fertigstellung der Leverkusener Brücke, die derzeit für 2024 vorgesehen ist, eine komfortable und lückenlose Geh- und Radwegverbindung zwischen Merkenich und der Bundesautobahn 1 fertig gestellt zu haben.

Radverkehr im Stadtbezirk Chorweiler: Zur weiteren Förderung des Radverkehrs in Chorweiler hat die Bezirksvertretung Chorweiler beschlossen, im Jahr 2020 einen "Runden Tisch Radverkehr" einzuführen. Dort gibt es die Möglichkeit, einen direkteren Austausch von Politik, Verwaltung und Verbänden zu erreichen.

Ausgewählte Maßnahmen zur Verbesserung des Radverkehrs im Jahr 2020 im Stadtbezirk:

  • Oranjehofstraße: In Höhe des Fühlinger Sees werden die Geh- und Radwege saniert.
  • Neusser Landstraße: In Worringen wird aktuell eine Planung für die Generalsanierung der Straße erarbeitet. Im Zuge der Sanierung wird die Radverkehrsführung optimiert und die Radverkehrsanlagen in diesem Zuge deutlich verbreitert.
Quelle: Stadt Köln am 18.03.2020
 

Nordrhein-Westfalen: Umsetzung weiterer Maßnahmen an den Kölner Ringen ist für 2020 geplant

Im Sommer 2019 wurde im Bereich der Radfahrstreifen am Hohenstaufenring eine Befragung durchgeführt. Zu Fuß Gehende, Kraftfahrzeugführende und Radfahrende wurden dabei zu Ihren Erfahrungen mit der Pilotstrecke befragt, die im Oktober 2018 eingerichtet wurde. Ziel der Pilotstrecke war, das für weite Teile der Kölner Ringe geplante Grundprinzip der Umwandlung einer Autospur in eine Radspur zu testen. Die Ergebnisse der Befragung sind nun auf der Website der Stadt Köln in der Rubrik Radverkehrskonzept Innenstadt öffentlich: https://www.stadt-koeln.de/leben-in-koeln/verkehr/radfahren/radverkehrskonzept-innenstadt-radverkehrsfuehrung-ringe

Die Befragungsergebnisse bestätigen die insgesamt positiven Erfahrungen mit der neuen Radverkehrsführung mit Radfahrstreifen. So bewerteten 83 Prozent aller Befragten die an der Pilotstrecke umgesetzte Radverkehrsführung als sehr gut oder gut. Die Bewertung bei den Radfahrenden fiel besser aus als bei den zu Fuß Gehenden und Kraftfahrzeugführenden – die Zahl der positiven Rückmeldungen lag aber auch bei den Kraftfahrzeugführenden und zu Fuß Gehenden jeweils bei rund 60 Prozent.

Ein wichtiger Punkt für die positive Bewertung der Pilotstrecke ist, dass die Konflikthäufigkeit mit dem Radverkehr an den Ringen nach Ansicht der Befragten tendenziell abnimmt. Ein deutlicher Rückgang ist bei den zu Fuß Gehenden zu verzeichnen. Diese gaben für die neue Regelung zu 38 Prozent an, dass sie weniger Konflikte mit Radfahrenden haben als vorher.

Beobachtungen an der Pilotstrecke haben zudem gezeigt, dass im Sommer 2019 etwa 70 Prozent der Radfahrenden den Radfahrstreifen in nördlicher Richtung genutzt haben und lediglich noch etwa 30 Prozent auf dem alten baulichen Radweg unterwegs waren.

Im November 2019 wurde am Hohenstaufenring in nördlicher Richtung mit dem Teilrückbau der alten baulichen Radwege begonnen und das Verkehrszeichen "Gehweg" aufgestellt. Damit steht dem Fußverkehr mehr Raum zur Verfügung. Seit Anfang März 2020 wird im Bereich zwischen Friedrichstraße, Jahnstraße, Schaevenstraße und Rubensstraße der Rückbau der Radwege fortgesetzt. Um die neue Regelung zügig und flächendeckend kenntlich zu machen, werden dabei zunächst die ersten zehn Meter der Radwege an den Kreuzungen und Einmündungen zurückgebaut.

Ab Sommer 2020 erfolgt dann in weiteren Abschnitten der Kölner Ringe die Umwandlung von Autospuren in Radfahrstreifen, beginnend am Ubierring sowie in weiteren Abschnitten zwischen Barbarossaplatz und Pilotstrecke und nördlich der Pilotstrecke mit Anschluss an den Rudolfplatz. Im Bereich des Rudolfplatzes ist geplant, mit der Umsetzung weiterer Radspuren die Anbindung an die Baustellenführung zu optimieren. Nördlich des Rudolfplatzes ist geplant, den Radfahrstreifen im Jahr 2020 mindestens bis zur Ehrenstraße fortzuführen. Weitere Abschnitte auf Hohenzollernring, Kaiser-Wilhelm-Ring und Hansaring sowie am Salierring sind ebenfalls in Planung.

Quelle: Stadt Köln am 11.03.2020

Nordhein-Westfalen: Bürgerradweg entlang der L630 schließt Lücke zwischen Herten und Marl

Die Stadt Herten und die Straßen.NRW-Regionalniederlassung Ruhr schließen ab 23. März die Lücke im Radweg westlich der Marler Straße (L630). Voraussichtlich bis Ende Juli 2020 entsteht zwischen den Kreuzungen Dorstener Straße / Heidestraße und Kötterweg auf einer Strecke von einem Kilometer eine sichere Fahrmöglichkeit für Radfahrer.

In Höhe der Recklinghäuser Straße wird eine Mittelinsel die Überquerung der Marler Straße ermöglichen. Mit dem Lückenschluss werden die bereits bestehenden Radwege an der Marler Straße und der Recklinghäuser Straße miteinander verbunden.

Der Bau des Radweges, der sowohl auf Hertener wie auch auf Marler Stadtgebiet verläuft, wird durch den Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW) als Bürgerradweg gefördert und durch die Stadt Herten umgesetzt. Insgesamt werden etwa 400.000 Euro aus Mitteln der Stadt Herten, des Kreises Recklinghausen und des Landes investiert. 

Stadt Herten am 23.03.2020

Schleswig-Holstein: Neuer Asphalt für viele Radwege in Kiel

Frühjahrszeit ist Radfahrzeit – und Zeit für Arbeiten an Radwegen. Denn das Fahrradfahren soll in Kiel weiter gestärkt werden. Dafür stehen dem städtischen Tiefbauamt höhere Haushaltsmittel zur Verfügung als in früheren Jahren.

Ein zusätzlicher Schwerpunkt der Kieler Radverkehrsförderung ist in diesem Jahr die Oberflächensanierung von asphaltierten Radwegen. In diesen Tagen werden zahlreiche schadhafte Radwege in Kiel von Fachfirmen instandgesetzt oder saniert. Dabei bekommen asphaltierte Wege eine neue Decke. Für die höchstmögliche Qualität beim Einbau des Asphalts sorgt ein sogenannter Radwegefertiger, der schmaler ist als ein Straßenfertiger.

Oberbürgermeister Ulf Kämpfer freut sich über diese Arbeiten: "Die Fahrradstadt Kiel wird mit diesen Maßnahmen attraktiver. Die notwendige Mobilitätswende erfordert eben nicht nur eine neu gebaute Premium-Veloroute, sondern auch Verbesserungen bei den vorhandenen Radwegen."

Insgesamt werden zwischen Mitte März und Mitte April etwa 7,3 Kilometer Radwege an 19 Straßen und Wegeverbindungen instandgesetzt. Die Kosten liegen voraussichtlich knapp über einer Million Euro. Im Herbst folgen weitere Instandsetzungen.

"Erstmals werden in Kiel in diesem Umfang Radwege saniert und ausbessert", unterstreicht Tiefbauamtsleiter Peter Bender. Und: "Schon 2019 haben wir im Schützenwall, im Westring und in der Hamburger Chaussee Radwege saniert. Diese Aktivitäten werden jetzt fortgesetzt."

Die Kieler Ratsversammlung hatte im Herbst 2019 im Rahmen des "Climate Emergency" beschlossen, alle sechs Monate an Radwegen im gesamten Stadtgebiet Instandsetzungsmaßnahmen durchführen zu lassen. In der Folge hatte das Tiefbauamt auch die Ortsbeiräte und das Fahrradforum um Vorschläge, Anregungen und Hinweise gebeten, welche Streckenabschnitte saniert werden sollten.

Die eingegangenen Vorschläge wurden auf Machbarkeit und Vereinbarkeit mit anderen Infrastrukturmaßnahmen geprüft. Die durchführbaren Vorschläge werden jetzt umgesetzt. Zusätzlich hat das Tiefbauamt in Zusammenarbeit mit dem Grünflächenamt weitere Rad- und Verbindungswege in die „Fertigerwochenliste“ aufgenommen.

"Ich freue mich sehr, dass nach den vielen Neubaumaßnahmen in den letzten Jahren jetzt auch im vorhandenen Radverkehrsnetz eine wesentliche Verbesserung erfolgt", sagt der städtische Radverkehrsbeauftragte Uwe Redecker.

Bei einigen Wegen muss lediglich die oberste Asphaltdeckschicht erneuert werden, um den Radweg in einen guten Zustand zu versetzen. Hierzu wird die oberste Schicht an- oder abgefräst und eine neue Asphaltdeckschicht aufgebracht. Bei anderen Wegen sind umfangreichere Instandsetzungsarbeiten erforderlich. Dabei erneuern die Bauarbeiter sowohl die Asphaltdeckschicht als auch die darunter liegende Tragschicht.

Einige Instandsetzungsvorschläge können erst im Zuge der "Fertigerwochen" im Herbst umgesetzt werden. Bei ihnen sind umfangreichere Pflasterarbeiten beispielsweise an den danebenliegenden Gehwegen erforderlich, die eine etwas längere Vorbereitungszeit benötigen.

In diesem Programm werden keine gepflasterten Radwege saniert. Das Gleiche gilt für Verbreiterungen beispielsweise von Zweirichtungsradwegen, was nur per Ausbau oder Neubau möglich wäre.

Hier erhalten Radwege jetzt auf Abschnitten neue Asphaltdecken:

  • Ortsteil Steenbek-Projensdorf: Projensdorfer Straße, Steenbeker Weg.
  • Ortsteil Wik: Verbindungsweg zwischen Flensburger Straße und Elendsredder (Veloroute 1), Mercatorstraße.
  • Ortsteil Ravensberg/Brunswik/Düsternbrook; Verbindungsweg zwischen Schwarzer Weg und Veloroute 10 entlang des Botanischen Gartens (Veloroute 2), Verbindungsweg zwischen Düsternbrooker Weg und Kiellinie in Verlängerung der Fahrradstraße Schwanenweg.
  • Ortsteil Schreventeich/Hasseldieksdamm: Westring (Höhe Professor-Peters-Platz), August-Bier-Weg, Fahrradstraße Langenbeckstraße.
  • Ortsteil Mettenhof: Skandinaviendamm (Höhe Göteborgring).
  • Ortsteil Hassee/Vieburg: Saarbrückenstraße, Hamburger Chaussee (Höhe Drachensee), Hornheimer Weg.
  • Ortsteil Wellsee/Kronsburg/Rönne: Segeberger Landstraße (Höhe Kuckucksweg).
  • Ortsteil Ellerbek/Wellingdorf: Radsredder, Erlenkamp, Weg vom Wehdenweg zur Dorfstraße in Klausdorf, Stadtrat-Hahn-Park.
  • Ortsteil Elmschenhagen: Preetzer Chaussee/Wiener Allee.

Quelle: Landeshauptstadt Kiel am 31.03.2020

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31. März 2020
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