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September 2019

Radwegebau in den Bundesländern

Radwegbaustelle
Radwegbaustelle © Doris Reichel

Baden-Württemberg: Land treibt Planung und Bau von Radschnellwegen voran

Radschnellwege sind aufgrund direkter, umwegefreier Führungen ohne viele Hindernisse gerade auch auf längeren Distanzen besonders attraktiv. Deshalb treibt die Landesregierung die Planungen und den Ausbau der Radschnellwege im Land weiter voran.

Radschnellwege finden landesweit wachsenden Zuspruch. Ministerpräsident Winfried Kretschmann sagte am 17. September 2019 in Stuttgart: "Das Interesse an einer solchen attraktiven und klimafreundlichen Alternative zum Autoverkehr nimmt stetig zu. Zahlreiche Regionen, Landkreise und Kommunen haben inzwischen den Wunsch nach Radschnellverbindungen bekundet. Das Land wird diesen Trend tatkräftig unterstützen." Verkehrsminister Winfried Hermann, der zuvor in der Kabinettssitzung über neue Entwicklungen bei den Radschnellverbindungen berichtet hatte, sagte: "Mit dem Bau von Radschnellwegen bekommen Alltagsradler die Möglichkeit, direkt und schnell, umwelt und gesundheitsfördernd zur Arbeit, zum Einkaufen, zur Schule, zur Hochschule oder zur Ausbildung zu kommen. Sie können zugleich den Stau auf überlasteten Straßen überholen und überdies die öffentlichen Verkehrsmittel entlasten."

Radschnellverbindungen stellen einen neuen Qualitätsstandard für Radverkehrsanlagen dar. Durch ausreichende Breiten (4m und auf einer Mindestlänge 5 km) wird das Nebeneinanderfahren und das Überholen problemlos möglich. Zeitverluste an Kreuzungen werden durch Bevorrechtigungen oder durch Unter- bzw. Überführungen minimiert. Eine direkte Linienführung möglichst ohne Umwege und mit nur geringen Steigungen sowie ein hochwertiger Belag machen vorrangig an Pendlerachsen gelegene Radschnellwege attraktiv.

Drei Radschnellverbindungen als Pilotprojekte des Landes

Mit der Planung und Umsetzung dreier Pilotprojekte möchte das Land Erfahrungen und Erkenntnisse für künftige Radschnellverbindungen gewinnen und die Umsetzbarkeit von Qualitätsstandards darstellen. Als Pilotprojekte des Landes werden geplant: Heidelberg – Mannheim sowie Heilbronn – Neckarsulm – Bad Wimpfen als Teil von Mobilitätspakten mit namhaften Unternehmen in den Regionen und Stuttgart – Esslingen – Plochingen (Radschnellweg Neckartal). Für die Planung des Pilotvorhabens Heidelberg – Mannheim erhält das Land eine Förderung des Bundes (75 Prozent). Damit hat das Verkehrsministerium Baden-Württemberg bundesweit den ersten Förderantrag beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) für Radschnellwege eingereicht und auch bewilligt bekommen. Für die Planung der Radschnellverbindung Bad Wimpfen – Neckarsulm – Heilbronn wurde ebenfalls ein Förderantrag beim BMVI gestellt.

Novellierung des Straßengesetzes

Mit der Novellierung des Straßengesetzes hat der Landtag Ende Januar 2019 einen wichtigen Impuls für den weiteren Ausbau der Radschnellverbindungen im Südwesten gegeben. Radschnellverbindungen sind damit als Straßen kategorisiert, die je nach Verbindungsfunktion und Verkehrsbedeutung in der Baulast des Landes, der Kreise oder der Kommunen stehen. Im Straßengesetz sind nun die Kriterien festgelegt, nach denen die Baulastträgerschaft für eine Radschnellverbindung entschieden wird.

Die Baulast liegt beim Land, wenn der Radschnellweg regionale oder überregionale Verbindungsfunktion besitzt und in der Regel mit einem Verkehrspotenzial von 2.500 Radfahrern pro Tag außerhalb der Ortsdurchfahrten gerechnet werden kann.

Für Radschnellverbindungen ist eine Baulast der Kreise dann gegeben, wenn eine nahräumige und gemeindeübergreifende Verbindungsfunktion vorliegt und eine Verkehrsbelastung von in der Regel mindestens 2.000 Fahrradfahrten pro Tag außerhalb der Ortsdurchfahrten prognostiziert werden kann. Für Gemeinden mit mehr als 30.000 Einwohnern liegt die Baulast innerhalb der Ortsdurchfahrten grundsätzlich bei der jeweiligen Gemeinde.

Weitere Korridore in voraussichtlicher Baulast des Landes Auf Basis der Machbarkeitsstudien und der landesweiten Potenzialanalyse wurden 15 neue Korridore identifiziert, die voraussichtlich in der Baulast des Landes liegen. Dabei dürfte bei sieben Korridoren ein überwiegend kommunales Planungsinteresse bestehen, da die Strecken außerhalb der Ortsdurchfahrten nur sehr kurz sind.

Für folgende vier neue Korridore wird das Land in Abhängigkeit der zur Verfügung stehenden Ressourcen als erstes die Planung aufnehmen:

  • Freiburg – Waldkirch
  • Freiburg – Emmendingen
  • Karlsruhe – Ettlingen
  • Karlsruhe – Rastatt
  • Wobei die letzten beiden Korridore auch als ein Korridor Karlsruhe – Ettlingen – Rastatt denkbar wären.
  • Die weiteren Korridore in Baulast des Landes sind:
  • Heidelberg – Schwetzingen
  • Karlsruhe – Stutensee
  • Heidelberg – Leimen
  • Viernheim – Weinheim *
  • Mannheim – Ludwigshafen *
  • Mannheim (Hbf) – Schwetzingen
  • Walldorf – Wiesloch *
  • Stuttgart – Kornwestheim – Ludwigsburg – Bietigheim–Bissingen (Stuttgart – Ludwigsburg *)
  • Stuttgart – Ostfildern *
  • Fellbach – Waiblingen – Weinstadt (Fellbach – Waiblingen *)
  • Ravensburg – Weingarten * * überwiegend kommunales Planungsinteresse/Flächen innerorts)

Wenn weitere Machbarkeitsstudien vorliegen oder weitere Kenntnisse im Rahmen der Planungsverfahren gewonnen werden, kann sich die Baulastträgerschaft ändern.

Kommunale Radschnellverbindungen

Um beim Thema Radschnellverbindungen schnell voranzukommen, ist neben dem Engagement des Landes auch das der kommunalen Akteure gefragt. Mit Änderung des Straßengesetzes wurde daher auch eine Baulastträgerschaft der Kreise geregelt. Für Radschnellverbindungen in kommunaler Baulast ist eine hohe Förderung für die Planung und für den Bau möglich. Die sehr guten Fördermöglichkeiten bestehen für Radschnellverbindungen, die aufgrund des zu geringeren Potenzials oder der nahräumigen Verbindungsfunktion nicht in Baulast des Landes sind sowie für Abschnitte einer Radschnellverbindung des Landes, die innerhalb von Ortsdurchfahrten bei Städten über 30.000 Einwohnern in deren Baulast liegen. Im Idealfall – bei Erfüllung der Kriterien des Bundes – können kommunale Akteure dabei von Bund und Land mit einer Förderquote von bis zu 87,5 Prozent für Planung und Bau einer Radschnellverbindung (davon 75 Prozent Finanzhilfen des Bundes) erhalten.

Pionierprojekt: Radschnellweg Böblingen/Sindelfingen - Stuttgart

Als erste Radschnellverbindung in Baden-Württemberg wurde am 31. Mai 2019 das kommunale Pioniervorhaben des Landkreises Böblingen, Böblingen/Sindelfingen – Stuttgart, feierlich eröffnet. Anfang September war bereits der Spatenstich für den zweiten Bauabschnitt von Böblingen nach Ehningen. Weitere kommunale Radschnellverbindungen sind möglich und sinnvoll, wie beispielsweise folgende Verbindungen:

  • Freiburg – Umkirch – March
  • Lörrach – Schopfheim – Zell
  • Offenburg – Appenweier/Wilstätt (– Kehl – Straßburg)
  • Offenburg – Gengenbach
  • Ravensburg - Friedrichshafen
  • (Plochingen –) Göppingen – Geislingen

Für die Planung des kommunalen Abschnitts Weinstadt – Schorndorf im Zuge der Radschnellverbindung Stuttgart – Waiblingen – Schorndorf hat der Rems-Murr-Kreis über das Verkehrsministerium bereits einen Förderantrag beim Bundesverkehrsministerium eingereicht.

Strecken mit geringerem Potenzial

Auf Strecken mit einem geringeren Potenzial (weniger als 2.000 Radfahrten pro Tag) können in Abhängigkeit des zu erwartenden Potenzials auch Radwege, die eine schnelle Verbindung ermöglichen, geplant und umgesetzt werden. Eine Förderung des Bundes (75 Prozent) ist dann in der Regel nicht möglich. Hier kann aber das Land grundsätzlich nach dem Landesverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) fördern. Im ländlichen Raum auf Strecken mit geringem Potenzial ist der Standard des RadNETZ Baden-Württemberg in der Regel ausreichend. Auch damit können schnelle, sichere und attraktive Radwege geplant und ge-baut werden. Die Landesregierung hat hierzu bereits 2016 das baulastträger-übergreifende RadNETZ Baden-Württemberg als Hauptradrouten im Land gemeinsam mit den Stadt- und Landkreisen definiert. Seither unterstützt das Ministerium für Verkehr die Landkreise, Städte und Gemeinden vielfältig beim Ausbau des Rad-NETZ. Mit dem RadNETZ Baden-Württemberg wird bewusst ein flächendeckender Ansatz verfolgt, der insbesondere auch im ländlichen Raum wichtige Effekte zur Förderung des Radverkehrs auslöst.

Quelle: VM Baden-Württemberg am 17.09.2019

Zur Originalpressemitteilung (mit vielen weiteren Informationen/Links)

Baden-Württemberg: Erste Zustandserfassung und -bewertung (ZEB) von Radwegen abgeschlossen - Über 60 Prozent der Radwege an Bundes- und Landesstraßen in gutem bis sehr gutem Zustand

Minister Hermann: Radwegenetz im Land wird Schritt für Schritt saniert und ausgebaut.

Mehr als 60 Prozent der Radwege entlang von Bundes- und Landesstraßen in Baden-Württemberg sind in einem guten bis sehr guten Zustand; etwa ein Drittel müssen saniert werden. Dies ergab die erste landesweite Zustandserfassung und -bewertung (ZEB) von Radwegen durch die Landesstelle für Straßentechnik (LST) im Jahr 2018. Ein Messfahrzeug zeichnete dabei den Zustand von rund 650 Kilometern Radwege an Bundes- und von rund 900 Kilometern an Landesstraßen auf. Die ZEB wird schon seit Jahren eingesetzt, um regelmäßig im Abstand von vier Jahren den Zustand und Sanierungsbedarf der Straßen im Land systematisch zu erfassen.

Verkehrsminister Winfried Hermann sagte in Stuttgart: "Der Zustand der Radwege in Baden-Württemberg soll systematisch und kontinuierlich verbessert werden. Denn für die Entwicklung einer nachhaltigen Mobilität und die Bereitschaft zum Umstieg auf das klima- und umweltfreundliche Verkehrsmittel Fahrrad ist die zielgerichtete Erhaltung der Radwege von großer Bedeutung. Mit den nun vorliegenden Daten können die Sanierungs- und Erhaltungsarbeiten effektiv gesteuert und in Angriff genommen werden."

Zur Bewertung der erfassten Daten wurde das seit vielen Jahre bewährte Verfahren zur Analyse von Zustandsdaten für Straßen zugrunde gelegt und angepasst. Neben den gebräuchlichen Zustandsmerkmalen wie Risse und Flickstellen wurden auch radwegspezifische Besonderheiten wie z.B. Wurzelhebungen und Stufen berücksichtigt.

Die Werte unterscheiden sich zwischen Radwegen an Bundes- und Landesstraßen nur sehr leicht. Der Gesamtzustandswert liegt bei 2,5 (Radwege an Landesstraßen) bzw. 2,6 (Radwege an Bundesstraßen). Zum Vergleich: Der ermittelte Gesamtzustandswert auf eine Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (mangelhaft) aus der jeweils aktuellen ZEB der Landes- bzw. Bundesstraßen beträgt 3,4 bzw. 3,0. Die Radwege sind somit insgesamt in einem besseren Zustand als die Landes- oder Bundesstraßen.

Die schadhaften und erhaltungsbedürftigen Stellen wurden zu wirtschaftlich durchführbaren Erhaltungsabschnitten zusammengefasst. Die Erhaltungsabschnitte summieren sich auf rund 480 Kilometer und dienen den Regierungspräsidien als Grundlage für die Aufstellung der jährlichen Bauprogramme.

Um ein nachhaltig leistungsfähiges Radwegenetz an Bundes- und Landesstraßen sicherzustellen, wird das Land die ZEB an Radwegen zukünftig ebenfalls im vierjährigen Rhythmus durchführen. Bei den Folgebefahrungen sollen dann auch Strecken einbezogen werden, die das Angebot der Radwege an Bundes- und Landesstraßen ergänzen, aber nicht im Eigentum des Landes oder Bundes liegen.

Weitere Informationen

Quelle: VM Baden-Württemberg am 13.09.2019

Baden-Württemberg: Stadt Pforzheim erhält Verstärkung in Sachen Radverkehr

Die Stadt Pforzheim erhält Verstärkung bei der Verkehrsplanung: Ab Oktober wird sich Tobias Welz beim Grünflächen- und Tiefbauamt des Radverkehrs in Pforzheim und des Ausbaus der Infrastruktur annehmen. Als Absolvent des Studiengangs Humangeographie mit Schwerpunkt Raumanalyse und Raumentwicklung an der Universität Trier wird er die vorhandenen Kompetenzen im Bereich Verkehrsplanung ergänzen und das Team um Rainer Effenberger und Monika Dauer verstärken. Welz hat bereits während seines Studiums den Fokus auf nachhaltige Mobilität gelegt und als Werkstudent in einem Büro für Mobilitätsberatung und Moderation gearbeitet.

Bürgermeisterin Sibylle Schüssler freut sich über den personellen und fachlichen Zuwachs. "Kein Budget, keine Mitarbeiter, keine ordentlichen Radwege – so einfach ist die Milchmädchenrechnung", zitiert sie Heinrich Strößenreuther, den Mitbegründer des ersten Mobilitätsgesetzes, und ergänzt: "Indem wir unsere Organisation für den Radverkehr fit machen, werden wir die Dinge richtig tun. Wir freuen uns auf Herrn Welz und den Input, den er Pforzheim geben wird."

In Pforzheim erwarten Tobias Welz zahlreiche laufende und geplante Projekte, von der Inbetriebnahme des Radkäfigs in der westlichen Bahnhofsunterführung bis hin zu investiven und nichtinvestiven Maßnahmen zur Stärkung und Attraktivierung des Radverkehrs.

Der Radkäfig in der Bahnhofsunterführung soll ab 2020 professionell betrieben werden und den Radverkehr enger mit dem ÖPNV-Netz verknüpfen. Bis zum tatsächlichen Betrieb steht die Anlage bereits kostenfrei, jedoch unbewacht zur Verfügung.

Im Zuge dess Vollausbaus der Westlichen Karl-Friedrich-Straße soll die Ost-West-Radachse des RadNETZ Baden-Württemberg abschnittsweise bis nach Brötzingen hin erweitert werden. Die Baumaßnahme ist für das Jahr 2020 vorgesehen und soll von Tobias Welz begeleitet werden. Die Erweiterung des Radwegenetzes ist dabei förderfähig.

Ein weiteres zentrales Themenfeld wird die Einbindung des Radverkehrskonzepts in ein integriertes Mobilitätsentwicklungskonzept sein. Der noch zu etablierende Mobilitätsbeirat soll die Stadt Pforzheim in Sachen nachhaltiger und integrierter Mobilitätskonzepte beraten. Einzelkonzepte wie das Radverkehrskonzept und neue Mobilitätsformen, nicht zuletzt im Kontext der Smart City, sollen zusammengeführt werden.

Auch das Ermitteln wesentlicher Handlungsfelder zur Stärkung des Radverkehrs und die Erarbeitung sowie Umsetzung konkreter Maßnahmen stellen einen Schwerpunkt dar. Zurzeit erarbeitet das Büro "AB Stadtverkehr" einen kurz-/mittelfristigen Maßnahmenkatalog aus, dessen Umsetzung ebenfalls dem Grünflächen- und Tiefbauamt obliegen wird.

Quelle: Stadt Pforzheim am 20.09.2019

Bayern: Modellprojekt für den Radverkehr in Bayern – Kennzeichnung von Radwegen ohne Benutzungspflicht

Der Modellversuch für den Radverkehr in Weßling geht in die letzte Runde. Betroffen ist die Hauptstraße in Weßling. Am 25.09.2019 wird entlang der Hauptstraße in der Gemeinde Weßling die letzte Untersuchungsphase im Rahmen des Modellprojekts für den Radverkehr durchgeführt.

Nachdem die Benutzungspflicht für den gemeinsamen Geh- und Radweg entlang der Hauptstraße zwischen Gautinger Straße und Nelkenweg aufgehoben wurde, haben Radfahrer nun die Wahl, auf der Fahrbahn zu fahren oder den weiterhin bestehenden Geh- und Radweg in beide Richtungen zu benutzen. Um letzteres zu verdeutlichen, wurde auf dem Geh- und Radweg das Piktogramm "gemeinsamer Geh- und Radweg" markiert, allerdings ohne die blaue Farbhinterlegung und ohne umschließenden Kreis. Entlang der Fahrbahn wurden neu gestaltete Hinweisschilder "Radfahren auf der Fahrbahn erlaubt" aufgestellt sowie Fahrradpiktogramme markiert.

Mit vierstündigen Videoaufnahmen und einer Befragung von Radfahrern und Kfz-Fahrern soll die Wirkung der neuen Hinweisschilder und der Fahrradpiktogramme untersucht und anschließend ausgewertet werden. Dabei wird der Radverkehr, der Kfz-Verkehr und der ÖPNV gezählt. Beim Radverkehr wird zusätzlich das Geschlecht, die Altersklasse (unter 18, 18-65, über 65) und die Flächenwahl (Rad-/Gehweg, Fahrbahn, Gegenrichtung) erhoben. Anhand der Videoaufnahmen werden die Geschwindigkeiten und Fahrlinien der Verkehrsteilnehmer sowie die Sicherheitsabstände bei Überholvorgängen ausgewertet. Um die Auswertungen zu ermöglichen, werden auf die Fahrbahn über eine Länge von 30 m mit wasserlöslichem Kreidespray vier Punktelinien aufgebracht. Dafür wird der Verkehr für einen kurzen Zeitraum aufgehalten werden. Außerdem werden sowohl die Radfahrer als auch die Kfz-Fahrer von den Mitarbeitern der Technischen Hochschule Nürnberg stichprobenartig zur Wirkung der Hinweisschilder und Markierungen befragt werden. Die Befragung der Kfz-Fahrer wird dabei mit Hilfe der Polizei durchgeführt werden, d. h. die Kfz-Fahrer werden von der Polizei "rausgewunken". Die Untersuchungsmethode wurde mit dem Datenschutzbeauftragten im Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr abgestimmt.

Das Modellprojekt für den Radverkehr wird von der Obersten Baubehörde zusammen mit der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm und der AGFK Bayern e. V. (Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern e.V.) durchgeführt. Nähere Auskünfte erteilt die Radverkehrsbeauftragte im Landratsamt Starnberg unter der Telefonnummer: (081 51) 14 84 65.

Quelle: Gemeinde Weßling (Beitrag von Dr. Monika Schwarzhuber, Landratsamt Starnberg) am 17.09.2019

Bayern: Würzburg wird in die Arbeitsgemeinschaft der fahrradfreundlichen Kommunen (AGFK) aufgenommen

Würzburg ist fahrradfreundlich! Die Arbeitsgemeinschaft der fahrradfreundlichen Kommunen (AGFK) in Bayern hat Würzburgs Radverkehrsmaßnahmen am 12. September 2019 genau unter die Lupe genommen und will die Stadt nun als ein ständiges Mitglied in die Arbeitsgemeinschaft aufnehmen. "Würzburg kommt bei der Verkehrswende voran", sagte Oberbürgermeister Christian Schuchardt, der sich für das positive und differenzierte Signal der Jury bedankt: "Würzburg befindet sich auf einem guten Weg, den wir konsequent weitergehen werden. Wir freuen uns über diese Anerkennung." Die Verbesserung des Radwegenetzes und der Ausbau des Radverkehrs ist ein wichtiger Baustein der Mobilitätswende und für saubere Luft in Würzburg.

Einen Tag lang hatte die Jury der AGFK das Radverkehrskonzept der Stadt Würzburg auf den Prüfstand gestellt, die Planungen untersucht und auch bei einer Fahrradexkursion zusammen mit Würzburgs Baureferenten Benjamin Schneider genau unter die Lupe genommen. Dabei sind der Jury der AGFK unter ihrem Vorsitzenden Baudirektor Johannes Ziegler im Würzburger Stadtbild viele für Radfahrer positive Punkte aufgefallen. Dazu gehört unter anderem die finanzielle Förderung von Lastenrädern, die zahlreichen Fahrradparkhäuser oder auch der neue Plan der Winter-Radverkehrsrouten, die geplante Imagekampagne für den Radverkehr sowie die Detektion der Radfahrer für eine dynamische Ampelschaltung wie auch vieles weitere mehr. Würzburg habe in den vergangenen Jahren viel getan und auch die große Herausforderung der schwierigen Topografie angenommen, so Ziegler.

Gleichzeitig regte Ziegler zusammen mit seiner Jury der AGFK unter anderem an, beim Baustellenmanagement auch auf Umleitungen für Radfahrer zu achten oder ein interkommunales Gremium für den die Stadtgrenzen übergreifenden Radverkehr einzuführen. "Würzburg ist auf dem Weg. Dies ist aber auch eine Aufgabe, die auf lange Sicht weitergeht", gratulierte Ziegler der Stadt zur Entscheidung der Jury, die Stadt in den Arbeitskreis aufzunehmen.

Auf die Bedeutung des Radverkehrs für die Mainstadt war Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake bei der Einführung am Donnerstagvormittag eingegangen. "Radverkehr ist täglich gelebter Klimaschutz", so Schäfer-Blake. Weil jede zweite Autofahrt über eine Strecke von unter fünf Kilometern führe, müsse das Ziel sein, den Radverkehr zu stärken und mehr Platz in der Stadt einzuräumen. Deshalb habe sich die Stadt Würzburg bereits 2013 um Aufnahme in die Arbeitsgemeinschaft beworben. Im Zuge des Ausbaus des Radverkehrsnetzes ist der Haushaltsetat für den Radverkehr in den vergangenen Jahren von knapp 300.000 Euro auf rund 3,15 Millionen Euro in 2019 gestiegen. Damit wurden unter anderem neben den Hauptradachsen auch das interkommunale Radwegenetz zur LGS wie auch überdachte Fahrradstellplätze in den verschiedenen Stadtteilen und viele weitere Projekte finanziert.

Das Konzept im Detail mit allen Maßnahmen, Radachsen und Projekten stellte im Laufe des Tages Würzburgs Radverkehrsbeauftragter Adrien Cochet-Weinand der Jury vor. Dazu gehörte auch eine Befahrung des städtischen Radwegenetzes, die auch in verschiedene Stadtteile führte.

Quelle: Stadt Würzburg am 13.09.2019

Bayern: Würzburger Stadtrat übernimmt Forderungen Bündnisses "Verkehrswende Jetzt" zur Verbesserung des Radverkehrs in der Stadt

Mitte September startete das Bündnis Radentscheid Würzburg mit einer Unterschriftensammlung. Als Hauptziele des Radentscheidswerden unter anderem folgende Maßnahmen genannt:

  • sichere, breite und komfortable Radwege
  • stadtweites, lückenloses und engmaschiges Radverkehrsnetz
  • sichere, stressfreie Kreuzungen und Einmündungen mit freien Sichtbeziehungen
  • bedarfsgerechte, flächendeckende und sichere Fahrradparkplätze
  • flächeneffiziente und sozial gerechte Aufteilung des öffentlichen Raums

Daraufhin stimmte am 26.09.2019 der Stadtrat mehrheitlich für einen "Grundsatzbeschluss: Radverkehrsplanung" der wie folgt formuliert war:

A. Die Stadt Würzburg beschließt,

- einen attraktiven, leistungsfähigen und sicheren Radverkehr kontinuierlich und verkehrspolitisch vorrangig zu verfolgen,
- diesen durch geeignete Maßnahmen bis zum Jahr 2025 weitestgehend umzusetzen oder bei Maßnahmen, die einer Plangenehmigung oder Planfeststellung bedürfen, bis zum Jahr 2025 die Antragsunterlagen auszuarbeiten und einzureichen,
- diese Maßnahmen prioritär durch Umwidmung von Flächen für Kfz-Fahrspuren oder Kfz-Parkplätze und gegebenenfalls auch zu Lasten der Leistungsfähigkeit des Kfz-Verkehrs umzusetzen, in der Regel jedoch nicht auf Kosten der Flächen für den Fußverkehr, den öffentlichen Personennahverkehr und des Stadtgrüns.

B. Im Besonderen werden folgende Ziele festgelegt:

1. Qualität von Radwegen

An für den Radverkehr gewidmeten Gemeindestraßen mit hohem Kfz-Aufkommen oder zulässigen Geschwindigkeiten über 30 km/h gibt es baulich geschützte Radwege. Diese haben eine nutzbare Mindestbreite von 2,30 Meter pro Fahrtrichtung, zuzüglich seitlicher Sicherheitsabstände, sowie eine durchgehend ebene und eingefärbte Oberfläche ohne Bordsteinkanten und sind baulich so gestaltet, dass unzulässiges Befahren und Halten durch Kraftfahrzeuge unterbleibt. Radverkehrsanlagen sind möglichst ganzjährig nutzbar.

2. Durchgängiges und leistungsfähiges Rad-Vorrangnetz

Ein lückenloses Netz aus optisch hervorgehobenen Rad-Vorrangrouten verbindet alle Stadtbezirke, etwaige Radschnellwege und wichtige Orte des öffentlichen Lebens (z.B. Hochschulen, Bahnhöfe, Kultureinrichtungen). Unter Rad-Vorrangrouten sind zusammenhängende Radverkehrsanlagen mit ebenen Oberflächen zu verstehen. Rad-Vorrangrouten ermöglichen kurze Reisezeiten mit geringem Zeitverlust und wenigen Stopps sowie ein hohes Radverkehrsaufkommen.

3. Gestaltung von Kreuzungen und Einmündungen

Gemeindestraßen sind an Kreuzungen, Einmündungen und Einfahrten baulich so gestaltet, dass freie Sichtbeziehungen für und auf den Radverkehr gegeben sind und Kraftfahrzeuge möglichst nur langsam abbiegen können. Radwege sind dort an Ampeln baulich so gestaltet, dass eine Fahrradampel mit Gelbphase möglich ist und ausreichend große Radaufstellflächen vorhanden sind. Bei der Querung von nichtbevorrechtigten Straßen oder Ein- und Ausfahrten werden sie ohne Höhenveränderung weitergeführt.

4. Ausbau der Fahrradabstellmöglichkeiten

Im gesamten Stadtgebiet sind gut zugängliche Abstellmöglichkeiten vorhanden, an denen Fahrräder stabil angeschlossen werden können. Diese bieten auch Platz für Lastenräder und Kinderanhänger. Wichtige Orte des öffentlichen Lebens (siehe Ziel 2) und Knotenpunkte des öffentlichen Personennahverkehrs haben Abstellanlagen, die möglichst vor Diebstahl, Vandalismus und Witterung schützen. Angebote wie Reparatur- und Lademöglichkeiten sowie Gepäckaufbewahrung sind dort vorhanden.

Begründung:

Die vorgeschlagenen grundsätzlichen Festlegungen verdeutlichen, dass die Stadt Würzburg das Interesse der Bürgerinnen und Bürger an einem sicheren und komfortableren Radverkehrsnetz nachhaltig verfolgt. Dies entspricht auch eins zu eins dem erklärten Ziel des Stadtrates und der Verwaltung, die Fahrradfreundlichkeit in der Stadt zu verbessern.

Im Sinne des Radverkehrs wurden in den vergangenen Jahren sowohl Einzelmaßnahmen umgesetzt als auch ein Radverkehrskonzept erarbeitet und dieses konsequent abgearbeitet. Dies zeigt sich in rund 15 km neuen Radwegeführungen, ersten Fahrradhauptrouten, Fahrradleihstationen, Fahrradabstellanlagen, Förderung von Lastenfahrrädern usw., die in den vergangenen Jahren angegangen wurden.

Die ergriffenen Maßnahmen der Stadt Würzburg hat die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen (AGfK) am 12.09.2019 gewürdigt und die Stadt als fahrradfreundlich ausgezeichnet. Die Stadt wird als ein ständiges Mitglied in die Arbeitsgemeinschaft aufgenommen.

Dabei hat die Arbeitsgemeinschaft anerkannt, dass Würzburg auch große Herausforderungen durch die schwierige Topografie, die damit bedingten engeren Straßenquerschnitte, im Besonderen in der Altstadt zu meistern hat.

Die Anerkennung als fahrradfreundliche Stadt verdeutlicht, dass die Stadt auf dem richtigen Weg ist und es sich bei den bisherigen Maßnahmen um sinnvolle und für den Radverkehr spürbare Verbesserungen handelt. Diesen Weg gilt es aus Sicht der Verwaltung, auch bei gegebenen offenkundigen herausfordernden Aufgabenstellungen, entschlossen weiterzugehen.

Die Forderungen des "Bündnisses Verkehrswende jetzt" entsprechen dabei grundsätzlich den Zielen der Stadt Würzburg im Hinblick auf eine fahrradfreundliche Stadt, so dass diese auch als Grundsatzbeschluss verankert werden können.

Dem Bündnis gehören folgende Parteien an, die auch im Stadtrat vertreten sind: SPD, Grüne, ödp, ZfW und Die Linke. Diesbezügliche Anträge mit grundsätzlichen Festlegungen wurden in der jüngeren Vergangenheit nicht gestellt.

Schließlich geht es auch um die Fortschreibung des Radverkehrskonzeptes der Stadt Würzburg für die nächsten Jahre. Der Anteil des Radverkehrs ist deutlich zu erhöhen, indem u.a. ein gesamtstädtisches und geschlossenes Radverkehrsnetz ausgebaut wird.

Quelle: Stadtrat Würzburg, Vorlage - 00/0000-0625/2019 am 26.09.2019

Berlin: Wie werden Fahrradwege grün? - Testphase für grüne Radwege

Im Land Berlin ist vorgesehen, Schutz- und Radfahrstreifen flächendeckend grün beziehungsweise in den Knotenpunktbereichen rot zu markieren. Bevor dies geschieht, wird das verwendete Material in den kommenden fünf Jahren wissenschaftlich untersucht. Evaluiert werden unter anderem Verhaltensänderungen der Verkehrsteilnehmenden, die Ergebnisse der Befragungen von Radfahrer*innen sowie Messungen zur Griffigkeit oder Beständigkeit des verwendeten Materials. Damit soll sichergestellt werden, dass die Maßnahme an sich sowie das eingesetzte Material ihren Zweck erfüllen und sich für einen dauerhaften Einsatz eignen.

Berlins Radwege sollen sicherer werden. Farbliche Beschichtungen bestehender Radwege tragen dazu bei: Sind die Radstreifen farblich vom motorisierten Verkehr getrennt, erhöht das die Wiedererkennung und damit die Sicherheit im Straßenverkehr für alle Verkehrsteilnehmer*innen.

Warum farbliche Markierungen?

Radfahren wird wieder attraktiver, denn auf den sichtbaren Radspuren fühlen sich Radfahrer*innen häufig sicherer. Die optische Trennung soll auch dazu beitragen, dass Autofahrer*innen und Lieferanten*innen den deutlich erkennbaren Radfahrstreifen nicht als Park- oder Halteflächen für sich beanspruchen. Die Grünbeschichtung erneuert die Oberfläche bestehender Wege, wodurch vorhandene Mängel beseitigt werden. Außerdem werden die grünen Radwege mit dem bekannten weißen Fahrradsymbol gekennzeichnet. In Kreuzungsbereichen wird rot beschichtet, um die Signalwirkung zu verstärken.

Material und Farbe von Grün­beschichtungen

Bei der Farbauswahl hat Berlin sich an nationalen und internationalen Städten wie Wien oder San Francisco orientiert. Der Farbton ist im Streckenverlauf Verkehrsgrün (RAL 6024) sowie an Kreuzungen und Einmündungen und sonstigen Konfliktbereichen sowie sehr stark frequentierten Grundstückszufahrten Verkehrsrot (RAL 3020). Verkehrsgrün und Verkehrsrot sind kontrastreich. Das erhöht die Aufmerksamkeit anderer Verkehrsteilnehmer*innen.

Farblich beschichtet wird mit Kaltplastik und Epoxidharz. Die Materialien unterscheiden sich u. a. hinsichtlich ihrer Materialeigenschaften, Beschaffungskosten und Belastbarkeit. So sind beispielweise die Beschichtungsarbeiten mit Epoxidharz aufwendiger und zeitintensiver. Die Trockenzeit des Produktes beträgt je nach Außentemperatur bis zu drei Tage, während die Fahrbahn bei Kaltplastik bereits nach einer Stunde wieder freigegeben werden kann. Bei einer Außentemperatur von 20°C ist die mit Epoxidharz beschichtete Fläche nach circa drei Stunden wieder begehbar und nach etwa einem Tag mit Verkehr belastbar. Entscheidend für die Auswahl des Beschichtungsmaterials für die jeweiligen Radwege und Abschnitte sind zusätzliche Verkehrsbelastungen durch PKW- oder LKW-Verkehr. Alle verwendeten Werkstoffe verfügen über eine Zulassung der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) beziehungsweise über die erforderlichen Prüfzeugnisse und Zertifikate.

Quelle: InfraVelo GmbH am 20.09.2019

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Berlin: Grün­be­schich­tung Schloss­straße in Steglitz - Radwege werden breiter und teilweise mit Pollern geschützt

Die Schlossstraße im Bezirk Steglitz-Zehlendorf ist als Haupteinkaufsstraße ein stark frequentierter Standort. Das Verkehrsaufkommen zwischen dem U-Bahnhof Rathaus Steglitz und dem Forum Steglitz ist hoch – auch auf den Radwegen. Der Streckenabschnitt zwischen Grunewaldstraße und Gutmuthsstraße wird mit der Grünbeschichtung deutlicher gekennzeichnet und macht damit verstärkt auf die Radfahrer*innen auf dieser Strecke aufmerksam. Der Radweg kann hier auf etwa 1,90 m Meter verbreitert werden und abschnittsweise mit Pollern vom fließenden Verkehr geschützt werden. Das stärkt das Sicherheitsgefühl für Radfahrende zusätzlich und hilft dabei, den Radweg vor parkenden Autos zu schützen.

Quelle: InfraVelo GmbH am 20.09.2019

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Bremen: Erste Fahrradzone Deutschlands entsteht in Bremen

Im Rahmen der "Europäischen Mobilitätswoche" hat sich die Bremer Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau, Dr. Maike Schaefer, zusammen mit Vertreterinnen und Vertretern der Hochschule Bremen, des Ortsamtes, des ADFC und vielen weiteren Interessierten auf einen Rundgang durch das Fahrradmodellquartier in der Alten Neustadt begeben. "Die Bauarbeiten stehen quasi vor dem Abschluss – das ist eine gute Gelegenheit, sich in der Woche der Mobilität einmal vor Ort umzuschauen", betonte die Senatorin. "Ich bin begeistert, wie viele kleinteilige Maßnahmen sich hier zu einem Ganzen gefügt haben. Es verbinden sich damit nachhaltige Mobilität, Klimaschutz und Lebensqualität für alle im Quartier."

Im April 2016 hatte der Beirat Neustadt nach Initiative des ADFC und der Hochschule Bremen einstimmig ein Fahrradmodellquartier gefordert. Gemeinsam konnten sich dann das Bauressort und die Hochschule Bremen in einem Wettbewerbsverfahren erfolgreich um Fördermittel im "Bundeswettbewerb Klimaschutz im Radverkehr" der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) bewerben. Insgesamt wurden für die Umsetzung des Fahrradmodellquartiers 2,4 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, die eine Kofinanzierung durch Mittel der Stadt Bremen und der Hochschule erhielten. Maike Schaefer: "Mein Dank gilt dem ADFC und der Hochschule für die Initiative, dem Beirat für die konstruktive Zusammenarbeit, allen Kräften im Stadtteil – von Polizei bis Modernes- und all denjenigen, die geplant und gebaut haben – wie beispielsweise Hansewasser und das Amt für Straßen und Verkehr."

Der Rundgang zur Mobilitätswoche startete an einem Highlight des Fahrradmodellquartiers: dem künftigen Fahrrad Repair Café der Hochschule Bremen. "Das transparente und unter den Aspekten der Bauökologie entworfene Gebäude nimmt Gestalt an. Bald wird hier ein Café fair gehandelten Kaffee anbieten – verknüpft mit einer Service-Werkstatt, Selbsthilfe-Workshops und kleinen Veranstaltungen der Hochschule. So öffnet sich die Hochschule Bremen für den Stadtteil", betont Prof. Ulrike Mansfeld, Dekanin der Fakultät Architektur, Bau und Umwelt der Hochschule Bremen.

Direkt angrenzend ist eine neue Querung über die stark befahrene Langemarckstraße mit ihren Straßenbahngleisen entstanden: "Ebenso wie mit der Querung an der Westerstraße wird die Alte Neustadt auch an der Langemarckstraße für den Fuß- und Radverkehr besser mit den umliegenden Quartieren verknüpft – gleichzeitig ist die ÖPNV Bevorrechtigung gewahrt." Annemarie Czichon, Leiterin des Ortsamtes Neustadt fügt hinzu. "Mit der Ausführung dieser Querungen wurden wichtige Wünsche des Beirates aufgenommen."

"Huckelig war gestern" hieß es in den Anwohnerinformationen, wo die Fahrbahnen der zuvor rauen Kopfsteinpflasterstraßen asphaltiert wurden, während die Parkstreifen das Kopfsteinpflaster behielten. Über 600 sichere Parkmöglichkeiten für Räder wurden über das Modellquartier verteilt, sowie den weiteren Standorten der Hochschule eingerichtet.

"Sicheres Abstellen der Räder ist eine Voraussetzung für guten Radverkehr", betont Bonnie Fenton, Vorsitzende des ADFC Bremen. "Insgesamt muss der Radverkehr mehr Platz erhalten, wenn die Potenziale dieses umweltfreundlichen und gesunden Verkehrsmittels ausgeschöpft werden sollen."

"Die Alte Neustadt wird die erste Fahrradzone Deutschlands", freut sich Senatorin Schaefer. "Während der Antrag unter dem Motto ‚Von der Fahrradstraße zur Fahrradzone‘ damals noch vom Bundesverkehrsministerium kritische Kommentare zur Fahrradzone erhielt, hat jetzige Bundesverkehrsminister, Andreas Scheuer, nun die Fahrradzone als Verkehrszeichen abgekündigt - ein toller Erfolg des Modellquartiers in Bremen."

Der Rundgang endete mit dem Neustadtswall, der vor dem ‚Modernes‘ und im Bereich der Hochschule umgestaltet wurde - von einer trennenden Straße zu einem "Campusplatz". "Hier ist ein zentraler Verknüpfungspunkt zwischen Hochschule und dem Stadtteil entstanden" freut sich Christiane Claus, Kanzlerin der Hochschule Bremen.

Quelle: Die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau am 17.09.2019

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Hessen: LED-Leuchten für Rad- und Gehweg in Künzell

Mit rund 65.000 Euro unterstützt das Land Hessen die Gemeinde Künzell bei der Beleuchtung eines Rad- und Gehwegs. Dies teilte Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir in Wiesbaden mit. Die Gesamtausgaben für das Projekt belaufen sich auf 87.000 Euro. 

Der Rad- und Gehweg im Mühlgrund zwischen Turm- und Fuldaerstraße wurde bereits im Oktober 2018 mit Fördermitteln der Nahmobilität ausgebaut. Damit sich Radfahrer und Fußgänger auch im Dunkeln sicher fühlen, wird der 600 Meter lange Weg mit 12 LED-Lampen beleuchtet.  

Die Zuwendung der Bau- und Planungskosten erfolgt nach der Richtlinie des Landes Hessen zur Förderung der Nahmobilität, die seit August 2017 gilt. Nach dieser können neben investiven Maßnahmen zur Stärkung des Fuß- und Fahrradverkehrs auch entsprechende Planungen und Konzepte und sogar Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit Zuschüsse erhalten.

Quelle: Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen am 04.09.2019

Hessen: Offenbacher Taunusstraße wird zur Fahrradstraße

Offenbach am Main, 2. September 2019 – Das Projekt Bike Offenbach nimmt weiter Fahrt auf: Noch in diesem Jahr soll nun auch die Taunusstraße im Nordend auf der ganzen Länge Fahrradstraße werden. Über die Details der Planung berichteten die Projektbeteiligten am Donnerstagabend, 29. August, direkt vor Ort.

Sobald der Abschnitt instandgesetzt ist, entsteht ab Herbst zwischen dem Nordring am Hafen und der Domstraße eine neue Fahrradstraße. Wie Bike Offenbach-Projektmanager Ulrich Lemke ankündigte, setzen die Planer in der Taunusstraße erstmals die Gestaltungsentwürfe der Hochschule für Gestaltung Offenbach um: Die sogenannte "dooring zone" als Abstandshinweis zu den parkenden Autos wird mit schrägen blauen Strichen markiert – analog des Vorschlags, der bei einer Umfrage der Goethe-Universität mit Abstand am besten abschnitt. Die Rotmarkierungen zu Beginn und Ende der Fahrradstraße verlaufen ebenfalls schräg, damit sie noch besser wahrgenommen werden. Zudem gibt es auf der Fahrbahn neue Piktogramme, die dem Verkehrszeichen "Fahrradstraße" nachempfunden sind.

Um die Fahrradachse 1 des Projekts Bike Offenbach von der Taunusstraße in Richtung Süden fortzuführen, wird entlang des Parkplatzes zwischen der Domstraße und Berliner Straße ein neuer Radweg eingerichtet. Mittelfristig führt diese Achse vom Offenbacher Hafen über den Stadtteil Lauterborn bis nach Neu-Isenburg. Die in diesem Zuge ursprünglich für Mitte 2019 geplante Umgestaltung der Sprendlinger Landstraße verzögert sich, da die Abstimmung mit Hessen Mobil, die für ein Teilstück der Strecke als Landesstraße verantwortlich ist, noch nicht abgeschlossen ist.

Nach dem Vergabebeschluss des Magistrats beginnen die Arbeiten in der Taunusstraße  Ende September ­– zunächst mit der Instandsetzung. Die Fertigstellung der neuen Fahrradstraße ist bis zum Jahresende geplant, sie bleibt aber witterungsabhängig, da die Markierungsarbeiten bei zu niedrigen Temperaturen nicht ausgeführt werden können.

Von-Behring-Straße: "Direkte Wegeführung ist von zentraler Bedeutung"

Zeitgleich beginnt auch die Umgestaltung der Von-Behring-Straße in Bürgel zur Fahrradstraße. Die Planungen hierzu, die im Juni vor Ort präsentiert wurden, stoßen bei einigen Bewohnern des Stadtteils auf Kritik. "Das Projektteam hat sich bewusst für diese Wegeführung entschieden, da sie die kürzeste Verbindung vom Mainradweg nach Rumpenheim darstellt", erläutert dazu Planungs- und Verkehrsdezernent Paul-Gerhard Weiß. Sie sei zwei Kilometer kürzer als der Mainradweg, 1,4 Kilometer kürzer als die Strecke über den Deich und 500 Meter kürzer als der Mainzer Ring. "Damit unsere neuen Fahrradachsen wirklich angenommen werden und gerade auch Pendlerinnen und Pendler zum Umsatteln bewegen, ist eine direkte Wegeführung von zentraler Bedeutung", unterstreicht Weiß.

Bike Offenbach-Projektmanager Ulrich Lemke nennt weitere Argumente, die für die Von-Behring-Straße als Fahrradstraße sprechen: Sie sei bereits jetzt durchgehend beleuchtet und liege dort, wo die Menschen wohnen. "Damit ist sie eine gute Ergänzung der Radverbindung am Mainzer Ring und am Mainufer." Für Radfahrende entstehe "eine gute und sichere Alternative" zur Langstraße/Offenbacher Straße, über die sich auch die Geschäfte in Bürgel erreichen lassen: Sie dürfen auf der künftigen Fahrradstraße nebeneinander fahren, sie haben Vorrang und Vorfahrt vor dem Autoverkehr, der in der Regel ohnehin nur für Anlieger freigegeben ist. Zudem gilt maximal Tempo 30 für alle.

Um die Sichtbarkeit des Radverkehrs in den geplanten Fahrradstraßen zu verbessern, werden, wie Ulrich Lemke ankündigt, in den Kreuzungsbereichen der Taunus- und der Von-Behring-Straße in Bürgel neue Fahrradbügel aufgestellt.

Zum Projekt: Bike Offenbach – eine Stadt neu erfahren

Um die Menschen zum Umsatteln zu bewegen, muss die Infrastruktur stimmen. Offenbach macht hierfür den (Rad-)Weg frei: Dank des Projekts Bike Offenbach lässt sich die Stadt bald ganz neu erfahren. Bis 2021 entstehen neun Kilometer Fahrradstraßen, die das Stadtgebiet und das Umland neu erschließen. Auf den Fahrradstraßen gilt maximal Tempo 30 für alle, zudem dürfen Radler nebeneinander fahren. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) hat im Frühjahr 2018 die Mittel für das Verbundprojekt Fahrrad-(straßen)-stadt Offenbach – genannt Bike Offenbach – bewilligt und stellt dafür rund 4,53 Millionen Euro aus den Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative zur Verfügung. Verbundpartner ist die Stadt Neu-Isenburg, die ebenfalls eine Förderzusage bekam. Die Gesamtkosten des über die Region hinaus wegweisenden Projekts liegen bei rund 5,95 Millionen Euro. Die Projektentwicklungsgesellschaft OPG aus dem Geschäftsfeld Immobilien der Stadtwerke-Gruppe ist von der Stadt Offenbach mit dem Projektmanagement für Bike Offenbach beauftragt. www.bikeoffenbach.de.

Quelle: Stadt und Stadtwerke Offenbach am 02.09.2019

Hessen: Stadtverordnetenversammlung Kassel stimmt für Radverkehrsförderung – Radentscheid Kassel: "finanzielle Ausstattung kommt zu langsam"

Kassel: Die Stadtverordnetenversammlung hat ein halbes Jahr, nachdem sie den Radentscheid abgeleht hat, einen Beschluss zur Förderung des Radverkehrs gefasst. Grundsätzlich begrüßt der Radentscheid die angestrebten Inhalte. Insbesondere, dass die acht Ziele des Radentscheids inhaltlich aufgegriffen werden, freut die Aktivist*innen. Jedoch wird die personelle und finanzielle Ausstattung diesen Zielsetzungen bei weitem nicht gerecht. Trotz mehrfacher Versprechungen war die Ratshauskoaltition aus SPD und Grünen nicht bereit, ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen. Besonders die lange Staffelung bis 2024 sorgt beim Ratentscheid für Unmut: "Diese mutlose Entscheidung entspricht nicht dem Willen von 22.000 unterschreibenden Bürger*innen, die sich möglichst schnell bessere und sichere Infrastruktur für das Fahrrad wünschen." Radentscheid-Mitorganisator Christian Jähner ergänzt: "Wäre es zum Bürgerentscheid gekommen, hätte man schon im nächsten Jahr deutlich mehr Mittel für den Radverkehr zur Verfügung gehabt. Außerdem war die Kostenschätzung des Radentscheids als völlig unterdimensioniert dargestellt worden, trotzdem übernimmt die Stadtpolitik die gleichen Ziele, die sie jetzt mit deutlich weniger Geld umsetzen will. Eine nicht nachvollziehbare Logik."

Die Stadt Darmstadt dagegend zeigt eindrucksvoll mit einem 4x4-Programm für den Radverkehr, wie es anders geht: Sie investiert in den kommenden vier Jahren jährlich 4 Mio. Euro. Das Kasseler Pendant dagegen, wird im Jahr 2024 3 Mio. Euro erreichen, wobei die Stadt auf zusätzliche Fördermittel in Höhe von 6 Mio. Euro hofft. Daneben kritisiert der Radentscheid auch den Umgang mit der Bürgerinitiative und den Oppositionsparteien. Nachdem die Regierungskoalition die Radaktivisten monatelang auf Termine warten ließ, wurden die Ausschussmitglieder mit Hinweis auf die Gespräche mit dem Radentscheid mit einer spontanen Tischvorlage im letzten Finanzausschuss überrascht. Die Ursachen für lange Wartezeiten und das schnelle Ende der Gespräche sind nicht beim Radentscheid zu suchen. Trotz dieser Kritik zeigt sich der Radentscheid erfreut über die bisherigen Erfolge, den Radverkehr zum Stadtgespräch zu machen und Menschen auf das Fahrrad zu bringen, auch wenn die Radverkehrsförderung weiterhin von politischer Seite ausgebremst wird.

Der Mitinitiator des Radentscheid Maik Bock mahnt: "Die Stadt Kassel muss nach dem Beschluss nun nachlegen und mit neuen Projekten zeigen, dass sie wirklich gewillt ist, spürbare Verbesserungen für Radfahrende zu schaffen. Dazu bleibt der Radentscheid aktiv und wird den Prozess weiter kritzisch begleiten und sich einbringen." Prof. Dr. Sommer von der Universität Kassel hat die Entscheidungsträger im Rahmen der Podiumsdiskussion "Fahrradgespräch" im Mai dazu animiert, mutig die Zukunft der Stadt zu gestalten. Auch während der FahrRad!-Ausstellung wurde diese Botschaft mehrfach von überregionaler Seite aus an die Stadt herangetragen, verbunden mit Kritik an der bisherigen nur sehr zögerlichen Radverkehrsförderung. Der Radentscheid wartet weiterhin darauf, dass Magistrat und Regierungskoalition diesen Mut endlich in sichtbarer Weise aufbringen.

Quelle: Radentscheid Kassel am 23.09.2019

Hessen: Kirchhain plant Verbindung zum Fernradweg R2

Mit 30.000 Euro unterstützt das Land Hessen die Stadt Kirchhain bei der Planung einer Radwegeverbindung zum Radfernweg R2. Dies teilte Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir in Wiesbaden mit. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 40.000 Euro. 

Die Stadt plant den Bau eines Radwegs, der den Stadtteil Schönbach mit dem Radfernweg R2 verbindet. Auf einer Länge von 1,8 Kilometer soll ein drei Meter breiter Radweg entstehen. 

Die Zuwendung der Bau- und Planungskosten erfolgt nach der Richtlinie des Landes Hessen zur Förderung der Nahmobilität, die seit August 2017 gilt. Nach dieser können neben investiven Maßnahmen zur Stärkung des Fuß- und Fahrradverkehrs auch entsprechende Planungen und Konzepte und sogar Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit Zuschüsse erhalten

Quelle: Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen am 02.09.2019

Hessen: 24.000 Euro für Fuß- und Radweganalyse in Rosbach

Rosbach erhält Landeszuschuss: Mit 24.000 Euro unterstützt das Land Hessen die Stadt Rosbach bei der Finanzierung einer Fuß- und Radwegenetzanalyse. Dies teilte Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir am Mittwoch in Wiesbaden mit. Das Land trägt damit über die Hälfte der Gesamtausgaben von 42.000 Euro.

Radgerechtes Rosbach: Die Analyse soll insbesondere die Sicherheit untersuchen, Netzlücken erkennen und Anpassungsbedarf ermitteln. Eine bereits vor drei Jahren vom Arbeitskreis „Radgerechtes Rosbach“ erarbeitete Analyse soll einfließen.

Quelle: Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen am 25.09.2019

Hessen: Stärkung des Rad- und Fußverkehrs in Hofheim

Mit 22.800 Euro unterstützt das Land Hessen die Stadt Hofheim bei der Durchführung eines Nahmobilitäts-Checks. Dies teilte Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir in Wiesbaden mit. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 38.000 Euro.

Stärkung des Fuß- und Radverkehrs: Der Nahmobilitäts-Check ist ein vom Land zertifiziertes Planungsverfahren zur Stärkung des Fuß- und Radverkehrs, unter besonderer Beachtung der Barrierefreiheit für Menschen mit Handicap. Dafür setzen sich interessierte Bürgerinnen und Bürger, politische Vertreter sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fachverwaltungen in mehreren Workshops zusammen. Für die anschließende Aufarbeitung wird ein Planungsbüro beauftragt, das zum Schluss alle erarbeiteten Ergebnisse und Maßnahmen in einem Nahmobilitätsplan zusammenführt.

Förderung der Nahmobilität: Die Zuwendung erfolgt nach der Richtlinie des Landes Hessen zur Förderung der Nahmobilität, die seit August 2017 gilt. Nach dieser können neben investiven Maßnahmen zur Stärkung des Fuß- und Fahrradverkehrs auch entsprechende Planungen und Konzepte und sogar Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit Zuschüsse erhalten.

Quelle: Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen am 19.09.2019

Mecklenburg-Vorpommern: Radweg zwischen Volzrade und Jessenitz (Kreis Ludwigslust-Parchim) freigegeben

Am 11. September 2019 gaben Landesverkehrsminister Christian Pegel und der Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg sowie Leiter des Straßenbauamtes Schwerin, Stefan Anker, den Radweg an der Landesstraße L 06 zwischen dem Ortsausgang Volzrade und dem Ortseingang Jessenitz für den Verkehr frei.

Der etwa 1,1 Kilometer lange Asphaltradweg stellt einen Teil des Lückenschlusses zwischen Vielank und Lübtheen an der L 06 dar. Täglich verkehren auf dieser Strecke mehr als 1.500 Kraftfahrzeuge. Radfahrerinnen und Radfahrer können künftig zwischen Jessenitz und Volzrade sicherer unterwegs sein. Der Radweg verläuft parallel westlich zur Landesstraße und hat eine Breite von 2,50 Metern. Die Kosten in Höhe von rund 230.000 Euro werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung des Lückenschlussprogramms für den Radwegebau an Landesstraßen finanziert.

Quelle: Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung am 11.09.2019

Mecklenburg-Vorpommern: Dahlemann: Radwege sind Erholung, Sicherheit und Daseinsvorsorge

Der Parlamentarische Staatssekretär für Vorpommern Patrick Dahlemann übergibt heute einen Zuwendungsbescheid für den Neubau eines Radweges zwischen den Ferdinandshofer Ortsteilen Louisenhof und Sprengersfelde an Bürgermeister Gerd Hamm.

"Dieser neue Radweg wird dafür sorgen, dass die Einwohner der Ortsteile sicherer und schneller Ferdinandshof erreichen. Vor allem für die Kinder, die mit dem Rad zur Schule fahren, wird der neue Radweg eine tolle Erleichterung sein. Zudem erfolgt mit dem Bau der Anschluss an den überregionalen Fernradweg 'Mecklenburger Seenradweg'. Darüber freue ich mich sehr", sagte der Staatsekretär im Vorfeld.

Der Neubau des Weges wird aus Mitteln des Landes Mecklenburg-Vorpommern in Verbindung mit Mitteln des "Europäischen Fonds für regionale Entwicklung" (EFRE) gefördert. Die Zuwendung beträgt insgesamt rund 210.000 Euro. Der Eigenanteil der Gemeinde Ferdinandshof als Baulastträger beträgt etwa 28.700 Euro. Durch die Genehmigung des vorzeitigen Maßnahme Beginns kann die Gemeinde die Errichtung des ca. 800 Meter langen Weges zügig in Auftrag geben.

"Ich bin sehr froh darüber, dass dieser Radwegebau schnell umgesetzt werden kann und wir wieder einen Schritt zur Verbesserung der kommunalen Infrastruktur in Vorpommern gemacht haben. Das ist echte Daseinsvorsorge. Gleichzeitig stärken wir damit auch die touristische Erschließung entlang des Fernradwegenetzes in der Region. Die Mittel aus dem EU-Fonds sind hier sehr gut eingesetzt. Der straßenbegleitende Radweg an der B109 wird jetzt noch wichtiger. Daran und auch am Lückenschluß zwischen Rieth und Neuwarp arbeiten wir sehr intensiv", betonte Dahlemann.

Quelle: Staatskanzlei am 16.09.2019

Niedersachsen: Fahrrad-Mobilitätskonzept bis 2020 / Gesetzesnovelle zum Straßenrecht

Fahrrad-Mobilitätskonzept soll 2020 vorgestellt werden: Der Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen steigt in Niedersachsen seit Jahren an. Mit ca. 15 Prozent (2017 Studie des Bundes zur Mobilität in Deutschland) liegt Niedersachsen gemeinsam mit Hamburg auf Platz 2 im Ländervergleich. Das Verkehrsministerium erarbeitet derzeit ein Fahrrad-Mobilitätskonzept, welches 2020 vorgestellt werden soll und bestehende Pläne und Konzepte für den Radwegebau integrieren soll.

Niedersächsischer Verkehrsminister bringt Gesetzesnovelle zum Straßenrecht auf den Weg: Zur Erleichterung des Radwegebaus hat Verkehrsminister Althusmann Ende September 2019 eine Gesetzesnovelle zum Straßenrecht auf den Weg gebracht. Sie schafft unter anderem Regelungen für den Bau von Radwegen als eigenständige Verkehrswege. Solche eigenständigen Radwege können damit unabhängig von Straßen geplant werden. Das dient der Wahrnehmung des Radverkehrs als gleichwertige Verkehrsart. Künftig können die Vorhabenträger hierfür Planfeststellungsverfahren durchführen und dafür Kooperationsvereinbarungen abschließen, um z. B. kreis- oder gemeindeübergreifende Vorhaben aus einer Hand zu planen.

13.800 km Radwege: Niedersachsen hat insgesamt knapp 13.800 km Radwege. Die meisten befinden sich in Kommunen, gefolgt von Radwegen an Landstraßen. Für touristische Zwecke gibt es bereits 40 Radrouten und zwei Mountainbike-Wegenetze. Außerdem existieren bereits zwei Radschnellwege (Göttingen, Osnabrück). In den Ballungsräumen Wolfsburg/Braunschweig/Salzgitter, Göttingen, Hannover, Osnabrück sowie im Hamburger und Bremer Umland sind weitere Projekte in Planung.

Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung am 25.09.2019

Niedersachen: BMVI fördert Planung für Radschnellweg Achim (Verbindung zwischen Verden und Bremen) mit knapp 1 Mio. Euro

Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur:

Achim ist der Start für den ersten Abschnitt der Radverbindung zwischen Verden und Bremen. Mit dem Bau des Radschnellweges werden wir noch mehr Pendlerverkehr auf das Rad verlagern. Die neue Verkehrsverbindung macht Radfahren schnell, komfortabel und sicher und damit besonders attraktiv. Auf dass mehr Pendler auf das Rad umsteigen!

Die Stadt Achim hat einen Förderantrag auf Finanzhilfen des Bundes an das Land Niedersachsen gestellt und erhält 900.000 Euro für die beantragte Planung des 11,5 Kilometer langen Radschnellweges in Achim. Der Radschnellweg ist der erste Abschnitt der geplanten rund 70 km langen Radschnellwegeverbindung Verden-Achim-Bremen. Baubeginn für den Teilabschnitt in Achim soll Ende 2021 sein.

Radschnellwege sind:

  • mindestens 10 Kilometer lang;
  • haben prognostiziert 2000 Fahrradfahrten täglich;
  • sind mindestens 3 Meter (einspurig) und 4 Metern (zweispurig) breit;
  • sind von anderen Verkehrsmitteln getrennt;
  • haben sichere und komfortable Kreuzungspunkte;
  • haben eine hohe Belagsqualität und eine geringe Steigung;
  • werden dauerhaft und verkehrssicher -einschließlich Winterdienst- betrieben und unterhalten.

Damit sind Radschnellwege besonders für urbane Räume und Metropolregionen interessant. Sie eignen sich für Pendlerverkehre, helfen dabei, Staus zu vermeiden und den Verkehr insgesamt zu verflüssigen. Sie reduzieren Lärmbelastung und Schadstoffemissionen und leisten damit einen Beitrag zum Klimaschutz.

Das BMVI stellt jährlich 25 Millionen Euro für Radschnellwege bereit. Der Bund beteiligt sich mit durchschnittlich 75 Prozent an den Kosten für die Planung und den Bau. Gefördert werden auch der Umbau von Kreuzungspunkten sowie die Sicherheitsausstattung der Wege inklusive Beleuchtung. Interessierte Gemeinden können beim jeweiligen Land Anträge stellen. Dieses beantragt dann die Bundesförderung.

Möglich wurde diese Förderung durch eine Änderung des Bundesfernstraßengesetzes. Weitere Informationen finden Sie in der Verwaltungsvereinbarung unter nachfolgendem Link: www.bmvi.de/Radschnellwege

Quelle: BMVI am 23.09.2019

Niedersachsen: Radwanderstrecke entlang des Dortmund-Ems-Kanals (DEK) - Durchgängig freie Fahrt auf Premiumradweg zwischen Lingen und Papenburg

Lingen. Als vorerst letzter Bauabschnitt konnte die Radwanderstrecke entlang des Dortmund-Ems-Kanals (DEK) von der Meckerbrücke bis Hannekenfähr im Bereich der Stadt Lingen (Ems) offiziell für den Radverkehr freigegeben werden. "Damit hat der Landkreis Emsland sein Ziel, eine durchgängig von Spelle bis Papenburg durch das Emsland verlaufende, attraktive Radroute am Dortmund-Ems-Kanal zu schaffen, erreicht", sagte Landrat Reinhard Winter.

Zusammen mit CDU-Landtagsabgeordnetem Christian Fühner, Norbert Gebken vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) Meppen, Erster Bürgermeister Heinz Tellmann (Lingen (Ems)) und den hiesigen Kreistagsabgeordneten übergab Winter die Strecke dem Radverkehr.

Aufgeteilt in mehrere Abschnitte wurden in den vergangenen Monaten in Lingen die zur "Rad-Route Dortmund-Ems-Kanal" gehörenden Betriebswege des WSA auf einer Gesamtlänge von etwa 4.3 km asphaltiert. Der Radweg ist je nach örtlichen Gegebenheiten mit einer Breite zwischen 2,50 bis 3 m angelegt worden. Allerdings musste insbesondere im Bereich der Anlegestelle in Höhe des Stadions die Breite des Radwegs verringert werden. Grund waren Anlegepoller des WSA sowie Baumbestand, der erhalten werden sollte. Hier weisen Verkehrszeichen und entsprechende Markierungen die Radfahrer auf die geringere Breite hin.

Die Kosten der auf diesem Abschnitt durchgeführten Baumaßnahmen betragen etwa 520.000 Euro. An den Ausbaukosten dieses Abschnitts beteiligt sich die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung mit rund 150.000 Euro. Die verbleibende Restsumme tragen der Landkreis Emsland und die Anrainergemeinden.

"Die Idee einer als Premiumradweg ausgebildeten Radroute entlang des DEKs entstand im Jahr 2012. Auf der 112 km langen 'Rad-Route Dortmund-Ems-Kanal' sollten neben dem Wirtschaftswegenetz auch insbesondere die landschaftlich interessanten Betriebswege an der Bundeswasserstraße für den Radfahrer zugänglicher werden", berichtet Winter. Durch einen mit der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung abgeschlossenen Gestattungsvertrag war es dem Landkreis Emsland erlaubt worden, auf einer Gesamtlänge von 65,30 km die bundeseigenen Wege zum Premiumradweg auszubauen.

Seit dem Jahr 2013 lief der Ausbau zum Premiumradweg unterteilt in 18 Bauabschnitte. Durchgeführt wurden die Bauarbeiten über die Jahre hinweg von fünf verschiedenen Baufirmen. Ein letzter 2,3 km langer Bauabschnitt im Bereich der Schleuse Gleesen kann erst nach Beendigung der dort aktuell laufenden Umbauarbeiten an der Schleuse Gleesen vergeben werden.

"Künftige Aufgabe wird es nunmehr sein, diese hervorragende, stark frequentierte touristische Radverkehrsroute in einem für Radfahrer geeigneten Qualitätszustand zu erhalten", betonte Winter abschließend.

Die Gesamtkosten zur Herstellung des Radwegs belaufen sich auf rund 5.200.000 Euro, wobei sich der Betrag gegenüber der ersten Kostenschätzung aus 2012 wegen gestiegener Materialkosten um etwa 400.000 Euro erhöht hat. Seit 2015 beteiligt sich das WSA mit rund 1.15 Mio. Euro an dem Vorhaben. Zudem wurde der Radweg auf zwei Ausbauabschnitten (Schleuse Hilter bis Lathen und Schleuse Bollingerfähr bis Schleuse Herbrum) mit Mitteln aus dem Niedersächsischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz in Höhe von 850.000 bezuschusst. Die verbleibende Restsumme teilen sich der Landkreis Emsland und die Anrainerkommunen.

Quelle: Landkreis Ems am 23.09.2019

Nordrhein-Westfalen: Vorentwurfsplanung für den Radschnellweg Köln-Frechen ist fertig

Die Stadt Köln hat einen erweiterten Planungsbeschluss zur Fortführung des Projektes zur Beratung in die politischen Gremien eingebracht.

Der Ausschuss für Bauen, Verkehr und Umwelt der Stadt Frechen hat am 4. Juli 2019 den entsprechenden Beschluss für den Streckenabschnitt auf Frechener Stadtgebiet gefasst. Dabei wurde für die Radschnellwegführung eine Strecke parallel zu den Gleisen der Eisenbahnstrecke der Häfen und Güterverkehr Köln AG beschlossen.

Im Anschluss an die politischen Beschlüsse wird die Förderung der nächsten Planungsphase beim Land Nordrhein-Westfalen beantragt, um mit der Entwurfs- und Genehmigungsplanung des Projektes beginnen zu können.

Quelle: Radschnellwege NRW am 13.09.2019

Nordrhein-Westfalen: Dalkestraße in Gütersloh ist jetzt Fahrradstraße

Die Dalkestraße und – in ihrer Fortsetzung - die Parkstraße bis zur Einmündung Brunnenstraße sind ab sofort Fahrradstraßen. Nach dem Postdamm ist das die zweite Umwidmung einer Gütersloher Straße für den Vorrang des Radverkehrs – und es ist die erste Innenstadt-Straße – ein Signal zur Stärkung des Radverkehrs in einer Stadt, die alle Voraussetzungen für "Radfahrfreundlichkeit" hat. Am 16. September 2019 wurde sie offiziell eröffnet. Bürgermeister Henning Schulz, selbst bekanntlich wann immer möglich mit dem Rad unterwegs, gab die Strecke symbolisch frei, begleitet von Vertretern des ADFC, der Kreispolizeibehörde und des Ordnungsamtes, das bereits für die notwendige Beschilderung gesorgt hatte.

"Die Ausweisung von Fahrradstraßen ist ein Teil der Maßnahmen zum Ausbau klimafreundlicher Mobilität", sagte Henning Schulz. Die Basis für die Einrichtung der Fahrradstraße Dalkestraße und Parkstraße sei der Masterplan klimafreundliche Mobilität und den Workshops mit Bürgern und Bürgerinnen dazu gewesen. Von dort kam die Anregung, denn Voraussetzung für eine Fahrradstraße ist, dass der Radverkehr bereits die vorherrschende Verkehrsart ist oder dies kurzfristig zu erwarten ist. Die Dalkestraße von der Blessenstätte bis zur Neuenkirchener Straße und die Parkstraße von der Neuenkirchener Straße bis zur Brunnenstraße sind daraufhin von der Verkehrsplanung, der Polizei und der Straßenverkehrsbehörde auf die Machbarkeit untersucht worden. Nach weiteren Beratungen in verschiedenen Gremien – wie z.B. dem AK Mobilität – und der Information im Planungsausschuss wurde das Projekt jetzt umgesetzt.

Für die Dalkestraße und die Parkstraße bis zur Brunnenstraße bedeutet das: Radfahrende haben auf der Fahrradstraße absoluten Vorrang gegenüber dem anderen Verkehr. Sie dürfen auch nebeneinander fahren. Autofahrer müssen sich unterordnen. Überholen durch Kraftfahrzeuge ist zwar grundsätzlich erlaubt, der Radverkehr darf jedoch weder gefährdet noch behindert werden. In diesem Zusammenhang hat die Polizei einmal mehr auf die Abstandsregelung von mindestens 1,50 Meter beim Überholen von Fahrrädern hingewiesen. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf Fahrradstraßen beträgt 30 km/. Eine besondere Beschilderung ist dazu nicht erforderlich. Sofern es notwendig ist, muss der Autofahrer diese Geschwindigkeit logischerweise auch verringern.

Im Gegensatz zur Fahrradstraße Postdamm, die nur für den Anliegerverkehr freigegeben ist, bleiben die Fahrradstraßen Dalkestraße und Parkstraße auch für den allgemeinen Verkehr frei. Aber die Verkehrsteilnehmenden haben grundsätzlich Vorfahrt. Für die Parkstraße bedeutet das: Die bisherige "Rechts-vor-Links"-Regelung ist aufgehoben. Die Seitenstraßen (z.B. Reckenberger Straße) sind ab sofort entsprechend untergeordnet. Die Beschilderung wurde entsprechend angepasst.

Quelle: Stadt Gütersloh am 17.09.2019

Nordrhein-Westfalen: Radverkehrskonzept Wuppertal geht in die Beratung

Nach dem Beschluss zur Fortschreibung des Radverkehrskonzeptes im Juli 2019 steuert die Verwaltung in den kommenden Monaten mehrere Beschlussvorlagen zur Anlegung und Optimierung von Radverkehrsanlagen in die betreffenden politischen Gremien ein.

"Die Verkehrswende darf kein leeres Versprechen sein, sondern wir müssen den Begriff in die Tat umsetzen und mit Leben füllen. Denn der Straßenverkehr ist heute noch immer einer der größten Klimakiller“, erläutert Oberbürgermeister Andreas Mucke. „Mir ist bewusst, dass in Wuppertal noch eine Menge zu tun ist und wir das Angebot für Radfahrer deutlich erweitern müssen. Insofern ist es an der Zeit, dass wir uns nicht auf dem Radverkehrskonzept ausruhen, sondern nun mit der Umsetzung beginnen." Grundlage dafür stellt die Vorlage zu der grundlegenden Vorgehensweise zur Umsetzung der Fortschreibung des Radverkehrskonzeptes dar.

Beseitigung von Mängeln, Neuanlage von Radverkehrsanlagen und Optimierung vorhandener Radverkehrsanlagen

Hierbei spielen die Radverkehrsführung auf und nördlich parallel zur Talachse, die Beseitigung von Mängeln im Radverkehrsnetz, die Neuanlage von Radverkehrsanlagen sowie die Optimierung vorhandener Radverkehrsanlagen eine bedeutenden Rolle. Da die Radverkehrsführung entlang und nördlich parallel der Talachse schon lange Zeit für großes Interesse in den politischen Gremien – aber auch bei den Interessensvertretungen und in der Bürgerschaft – sorgt, hat sich die Verwaltung in den vergangenen Wochen bereits konkreter mit dieser bedeutenden Handlungsachse des Radverkehrskonzeptes beschäftigt. Dem Ausschuss für Verkehr werden voraussichtlich zur Sitzung am 31. Oktober 2019 zwei umfangreiche Grundsatzbeschlüsse zur Entscheidung vorgelegt.

Neben den Drucksachen zur Radverkehrsführung entlang und nördlich parallel zur Talachse sind folgende Beschlussvorlagen für die Sitzungen der politischen Gremien im vierten Quartal 2019 geplant: für die Anlegung und Optimierung von Radverkehrsanlagen entlang der Friedrich-Ebert-Straße, der Lindenallee, der Berghauser Straße, des Kreuzungsbereiches Gruitener Straße/Vohwinkeler Feld, des Einmündungsbereiches Westring/L 375 (Anbindung Nordbahntrasse-Korkenziehertrasse) und zur Straße Wall.

Optimierungsmaßnahmen in die Wege geleitet

Außerdem können bereits erste Aussagen zu den von den Bürgern in einer Vielzahl gewünschten neuen Radabstellanlagen getroffen werden. Alle bei der Bestandsaufnahme als "mangelhaft" bewerteten vorhandenen Radabstellanlagen wurden inzwischen geprüft und die erforderlichen Optimierungsmaßnahmen in die Wege geleitet.

Auch zum in der Fortschreibung des Radverkehrskonzeptes thematisierten Baustein der Öffentlichkeitsarbeit gibt es bereits positive Neuigkeiten. Die Verwaltung beteiligt sich an der vom Verkehrsministerium geförderten Öffentlichkeitskampagne "Liebe braucht Abstand", die ein besseres Miteinander im Straßenverkehr bewirbt. Mitgliedstädten im Zukunftsnetz Mobilität und der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen e. V. (AGFS) bietet sich die Möglichkeit, mit geringem finanziellen Eigenanteil an der Verkehrssicherheitskampagne "Liebe braucht Abstand" teilzunehmen. Der Schwerpunkt liegt im problematischen Abstandsverhalten zwischen den Verkehrsteilnehmern, vor allem dem Kfz-Verkehr gegenüber Radverkehr, aber auch Radverkehr zu Fußverkehr und anderen Akteuren. Diese Thematik betrifft Wuppertal im Besonderen, da durch die fehlenden Radverkehrsanlagen Fahrradfahrer häufig gemeinsam mit dem motorisierten Verkehr geführt werden. Dies erfordert speziell an Hauptverkehrsstraßen ein hohes Maß an Rücksichtnahme.

Weitere Informationen zum Radverkehrskonzept

Quelle: Stadt Wuppertal am 03.09.2019

Rheinland-Pfalz: 55,3 Millionen Euro pro Jahr für die Förderung von Bauvorhaben im kommunalen Straßenbau - inklusive Radwegen

Im ländlich geprägten Rheinland-Pfalz seien Landesstraßen Lebensadern, die es zu sichern gilt. Daher hat die Landesregierung die Mittel für den Landesstraßenbau im Doppelhaushalt 2019/20 auf insgesamt 250 Millionen Euro aufgestockt. "Wir schaffen mit den steigenden Baumitteln und neuen Stellen beim Landesbetrieb Mobilität weitere Kapazitäten für den Bau moderner Straßen und Brücken", sagte Verkehrsstaatssekretär Andy Becht im Rahmen der Verkehrsfreigabe der Ortsdurchfahrt von Kleinsteinhausen. Daneben stünden rund 55,3 Millionen Euro pro Jahr für die Förderung von Bauvorhaben im kommunalen Straßenbau - inklusive Radwege - zur Verfügung.

Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau am 13.09.2019

Schleswig-Holstein: Teil der ersten Kieler Premiumroute "Veloroute 10" fertiggestellt

Jetzt ist sie fertig: Die neue Veloroute auf der Trasse des ehemaligen Gütergleises West ist das herausragende Fahrad-Verkehrsprojekt auf dem Kieler Westufer. Steigen Sie aufs Rad und entdecken Sie die Veloroute 10: autofrei, staufrei, klimafreundlich, naturnah, entspannt und sicher. Mit Abschluss der Bauarbeiten im September 2019 ist ein großer, durchgehender Teil der ersten Kieler Premiumroute "Veloroute 10" fertiggestellt. Die Veloroute 10 ist Fahrradstraße. Hier radelt man selbst bei moderatem Tempo in nur knapp 20 Minuten nonstop zwischen Hassee und dem Holstein-Stadion. Als eigenständiger Radweg abseits von Straßen mit Verkehrslärm und Abgasen ist die gesamte Strecke meist vier Meter breit und beleuchtet.

Schneller als mit dem Auto: Vier Fahrradbrücken über vielbefahrene Hauptverkehrsstraßen und die Autobahn sowie zwei Straßenquerungen ohne Ampeln ermöglichen kurze Fahrzeiten, die mit dem Auto nicht zu schaffen sind. Mit zahlreichen Auf- und Abfahrten ist die Veloroute 10 optimal in das Kieler Radnetz eingebunden und erschließt viele zentrale Orte und Einrichtungen in der Stadt.

Direkt angebunden sind unter anderem die Bahnstation Hassee am CITTI-Park, die Friedrich-Junge-Schule, das Gewerbegebiet Grasweg, das Kieler Innovations- und Technologiezentrum (KITZ), der Campus der Universität rund um den Christian-Albrechts-Platz, die Universitätsgebäude im Umfeld am Musäusplatz, der Wissenschaftspark und das Holstein-Stadion.

Autos und Motorräder haben auf der Veloroute nicht zu suchen. Fußgänger*innen und Jogger*innen können aber die Trasse an der jeweils rechten Seite benutzen - wie überhaupt das Konzept der Veloroute in größtmöglicher gegenseitiger Rücksichtnahme besteht.

Das Kieler Velorouten-Netz: Ein gut ausgebautes Radnetz erschließt große Teile der Stadt. Auf derzeit 13 Velorouten werden dabei die Belange der Radfahrer*innen besonders berücksichtigt. Unter anderem Beleuchtung, widerstandsarme Oberflächen oder breite Fahrbahnen ermöglichen im Stadtgebiet ein komfortables, zügiges und sicheres Vorankommen. Das Fahrrad ist im Sinne des Klima- und Lärmschutzes das umweltfreundlichste Verkehrsmittel mit unschlagbar niedrigen Kosten. Ohne Umwege und lästige Parkplatzsuche führt es direkt zum Ziel. Somit ist es häufig auch noch das schnellste Verkehrsmittel.

Wie es weitergeht: Um die Attraktivität des Radverkehrs weiter zu steigern, geht die Stadt noch weiter. Ausgesuchte Velorouten werden zu Premiumrouten. Mit einer Breite bis zu vier Metern ist Überholen oder Nebeneinanderfahren kein Problem mehr, und auch Lastenfahrräder kommen hier nun zügig voran. Lästige Wartezeiten an Straßenkreuzungen werden reduziert oder sogar ganz vermieden. Radfahren wird damit auch auf längeren Entfernungen eine Alternative zum Auto.

Das nächste Großprojekt ist auf dem Ostufer vorgesehen. Zurzeit läuft die Planung an der Werftstraße. Die komplette Fertigstellung ist bis 2025 vorgesehen. Mit weniger baulichem Aufwand können Routen auch an anderen Orten in Kiel eingerichtet werden und sollen die Basis des Kieler Radwegenetzes vergrößern. Parallel werden kontinuierlich die vorhandenen Radwege an Straßen saniert und mit neuen Oberflächen ausgestattet. Ein Beispiel dafür ist der Radweg am Schützenwall.

Quelle: Landeshauptstadt Kiel am 28.09.2019

Schleswig-Holstein: Experiment "Erlebnis Kiellinie-Nord" erfolgreich zu Ende gegangen

Für gut zwei Wochen verwandelte sich die nördliche Kiellinie in eine autofreie Zone. Vom 7. bis zum 22. September entstand dort ein Erlebnisraum für die Kielerinnen und Kielern. Mit der Digitalen Woche Kiel und der Klimaschutzwerkstatt "Kiel packt an" nutzten gleich zwei große Veranstaltungen den vorübergehend neu gewonnenen Platz auf der Straße. Ob autonome Busfahrten oder Workshops zur digitalen Mobilität, ob Podiumsdiskussionen zum Klimaschutz oder Kochparty mit den "Reste Rittern" – bei diesen Veranstaltungen und im "Testalltag" haben die Kielerinnen und Kieler die nördliche Kiellinie einmal anders kennengelernt.

Kinder konnten sich im Spielbereich an der Orchideenwiese austoben, es wurden E-Tretroller getestet und der befahrbare Teil der Straße wurde zum Radeln genutzt. Die Zähluhr auf Höhe Bellevue erfasste über 30.000 Radfahrerinnen und Radfahrern. Das 1. Kieler Lastenradrennen sorgte für Spaß und Begeisterung bei allen Teilnehmenden und dem Publikum.

Das Experiment "Erlebnis Kiellinie-Nord" wurde vor allem auch genutzt, um sich mit den Kielerinnen und Kielern über Ideen für die zukünftige Gestaltung dieser 1,5km Promenade auszutauschen. Über 500 Gespräche führten Stadtmitarbeiterinnen und Stadtmitarbeiter dabei. Deutlich wurde, dass viele Kielerinnen und Kieler eine autofreie Kiellinie als wichtigen Baustein der Verkehrswende und des Klimaschutzes sehen und die ungewohnte Ruhe in toller Lage zum Flanieren und Verweilen schätzen.

Es gab aber auch kritische Stimmen aus der Kieler Bevölkerung. So sei eine dauerhafte Sperrung für Autos nicht sinnvoll, weil dadurch die Anwohnerinnen und Anwohner anderer Straßen durch den dort aufkommenden Mehrverkehr stärker belastet würden. Das beschäftigt auch die Stadtverwaltung. Während der insgesamt sechs wöchigen Sperrung werden deshalb Verkehrszählungen durchgeführt.

Die Teilnahme an der Online-Befragung zur nördlichen Kiellinie ist noch bis zum 6. Oktober 2019 unter www.kiel.de/kiellinie möglich. Danach wird die Stadtverwaltung die Ergebnisse auswerten und in das Gesamtprojekt "Kiellinie und Düsternbrooker Fördehang" einbringen.

Anlass der Sperrung der nördlichen Kiellinie für Autofahrerinnen und Autofahrer zwischen Bellevue und Orchideenwiese sind Straßenentwässerungsarbeiten. Die Stadt nutzte die erste Bauphase für einen autofreien Erlebnisraum mit verschiedenen Veranstaltungen.

Die politische Diskussion zum gesamten Kiellinie-Projekt auf Grundlage der durchgeführten Untersuchungen wird fortgeführt. Auch eine Bürgerinformation über die Planungsergebnisse ist geplant. Ein wichtiger Meilenstein ist der für 2020 vorgesehene Planungswettbewerb, in dem die kompletten 3,5 Kilometer der Kiellinie überplant werden sollen.

Quelle: Landeshauptstadt Kiel am 25.09.2019

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30. September 2019
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