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Juli 2019

Radwegebau in den Bundesländern

Radwegbaustelle
Radwegbaustelle © Doris Reichel

Baden-Württemberg: Straßensperrung in Karlsruhe zugunsten des Rad- und Fußverkehrs - Verkehrsversuch in Form einer statischen Barriere

Ende Juli 2019 wird der Zirkel in Karlsruhe auf Höhe der Karl-Friedrich-Straße für den Durchgangsverkehr gesperrt. Die Sperrung erfolgt im Zuge eines Verkehrsversuchs in Form einer statischen Barriere. Die Stadt erhofft sich durch die Sperrung eine deutliche Verkehrsberuhigung zugunsten des Rad- und Fußverkehrs, der von der Maßnahme nicht betroffen ist. Im Zirkel werden zusätzliche Fahrradabstellanlagen und Parkplätze für Krafträder eingerichtet.

Anliegerverkehr bis zur Sperre ist uneingeschränkt möglich: Anliegerverkehr bis zur Sperre ist uneingeschränkt möglich. Ziele im Bereich zwischen der Herrenstraße und Karl-Friedrich-Straße können nach wie vor aus Richtung Westen kommend erreicht werden, alle anderen Ziele im Zirkel müssen über die Waldhornstraße angefahren werden. Der Durchgangsverkehr kann weiterhin gut den Schlossplatztunnel nutzen. 

Schon seit Jahren besteht ein ausgeschildertes Durchfahrtsverbot für den motorisierten Individualverkehr im Zirkel. Lediglich Anliegerverkehr ist zugelassen. "Beobachtungen haben aber gezeigt, dass die Beschilderung von vielen Autofahrern nicht beachtet wird", so Björn Weiße, Leiter des Ordnungs- und Bürgeramtes. Dies führe insbesondere bei Großveranstaltungen wie den Schlosslichtspielen zu teils chaotischen Verkehrsverhältnissen. Das hohe Verkehrsaufkommen im Zirkel hat häufig negative Auswirkungen wie Staubildung, Probleme im Begegnungsverkehr, Gefahrensituationen für den Fuß- und Radverkehr. Insbesondere der Radverkehr ist hiervon betroffen.

Auswirkungen werden bis Ende des Jahres 2019 beobachtet: Um den Stellenwert des Radverkehrs hervorzuheben, wurde der Zirkel bereits seit über zehn Jahren im Bereich zwischen Herrenstraße und Adlerstraße als Fahrradstraße ausgewiesen. Von der Verkehrsnutzung ist der Fahrradverkehr bereits heute die maßgebliche Verkehrsart. Zudem ist der Zirkel als Ost-West-Verbindung im Rahmen der Cityroute Nord ein wichtiger Bestandteil des innerstädtischen Radverkehrskonzepts. "Die Auswirkungen der Zirkelsperrung werden bis Ende des Jahres beobachtet und dann bewertet. Danach werden wir entscheiden, ob die Sperrung dauerhaft bestehen bleibt", kündigte Weiße an.

Quelle: Stadt Karlsruhe am 22.07.2019

Baden-Württemberg: 2. AGFK-Fachseminar - Rad- und Fußverkehr bei Baustellen mitdenken

Wie wichtig ist es für Kommunen, dass sich Radfahrer und Fußgänger auf ihren Straßen wohlfühlen? Ein einfacher Gradmesser dafür ist der Umgang mit diesen Verkehrsteilnehmern an Baustellen. Beim 2. AGFK-Fachseminar boten sich hierzu viele Gelegenheiten, um rechtliche, technische und politische Aspekte zu diskutieren.

Der Heidelberger Bürgermeister und AGFK-Vorstandsmitglied Jürgen Odszuck wies schon in seinem Grußwort auf die große Wichtigkeit der Baustellengestaltung für einen funktionierenden Rad- und Fußverkehr hin. Wie das gehen kann, erläuterte der Planungsexperte Detlev Gündel anhand des "Baustellen-Leitfadens" für Baden-Württemberg. Er hat die Publikation maßgeblich mitgestaltet und gab einen Einblick in die aktuellen Möglichkeiten zur Führung von Rad- und Fußwegen im Baustellenbereich.

Thiemo Graf vom Institut für innovative Städte setzte sich danach mit der Frage auseinander, wie eine sensible Berücksichtigung von Fußgängern und Radfahrern im Baustellenbereich die Bereitschaft, auf das Auto zu verzichten, maßgeblich beeinflussen kann. Denn man spürt schnell, ob die Planer auch die Radler und Fußgänger bei der Gestaltung von Baustellen mitdenken - und fühlt sich dementsprechend ernst genommen oder eben vernachlässigt.

Im zweiten Teil des Seminartags ging es in mehreren Workshops um die praktische Anwendung dieser neuen Erkenntnisse auf kommunaler Ebene. Das Fazit des Tages in der Heidelberger Print Media Akademie - passend über der Großbaustelle beim Heidelberger Hauptbahnhof gelegen: Gute Gespräche, wertvolle Inputs - und viel Potenzial für eine sensiblere Gestaltung von kommunalen Baustellen.

Quelle: Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußgängerfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg e. V. am 18.07.2019

Zur Originalpressemitteilung weitere Informationen zur Veranstaltungen der AGFK BW unter www.agfk-bw.de/weiterbildungen

Baden-Württemberg: Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz wird überarbeitet - künftig 320 Millionen Euro pro Jahr für Straßen, ÖPNV, Rad- und Fußverkehr

Die finanziellen Mittel für die kommunale Verkehrsinfrastruktur in Baden-Württemberg werden in Kürze erheblich aufgestockt. Das Kabinett hat in der Sitzung am 2. Juli 2019 den Referentenentwurf für ein überarbeitetes Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) zur Anhörung der betroffenen Kreise freigegeben. Ziel ist, dass das LGVFG in überarbeiteter Fassung zum 1. Januar 2020 in Kraft tritt.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann: "Das LGVFG ist das zentrale Instrument zur Förderung der kommunalen Infrastruktur im Land. Ich freue mich, dass seine finanzielle Ausstattung entscheidend verbessert wird. Das ermöglicht es uns, die kommunale Infrastruktur zukunftsfähig zu machen und damit die Verkehrsverhältnisse im Land entscheidend zu verbessern."

Für die Finanzierung von Zuwendungen des Landes zur Unterstützung von Verkehrsprojekten und Investitionen im kommunalen Straßenbau, im ÖPNV und im Rad- und Fußverkehr stehen für das LGVFG bislang Kompensationszahlungen nach dem Entflechtungsgesetz des Bundes im Umfang von etwa 165 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung. Diese Zuweisungen an die Länder laufen zum Jahresende 2019 aus. Im Gegenzug bekommen die Länder einen erhöhten Anteil aus der Umsatzsteuer.

Die Finanzierung erfolgt künftig in der bisherigen Höhe plus einer Aufstockung durch einen gemeinsamen Infrastrukturbeitrag von Land und Kommunen um jährlich 155 Millionen Euro auf künftig 320 Millionen Euro pro Jahr. Verkehrsminister Winfried Hermann  betonte: "Es ist ein großer Erfolg für die kommunale Infrastruktur, dass das Land und die kommunale Seite sich auf die Verdoppelung der Fördermittel verständigt haben." Das Geld wird dringend benötigt für Projekte des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), für Straßen, die Ertüchtigung und den Ersatzneubau von Brücken sowie für Projekte des Rad- und Fußverkehrs sowie der Herstellung der Barrierefreiheit.

Außerdem werden die Fördermodalitäten des LGVFG neuen zukunftsfähigen Anforderungen angepasst. Dazu Verkehrsminister Winfried Hermann: "Durch die Änderung des LGVFG schaffen wir eine wichtige Grundlage für die Verkehrswende. Künftig sollen verstärkt nachhaltige, klimafreundliche Projekte gefördert werden. Daher erweitern und modernisieren wir die bestehenden Fördermöglichkeiten. Ergänzt wurde zudem die Möglichkeit der Förderung mit einem erhöhten Fördersatz bei bestimmten, etwa besonders klimafreundlichen Vorhaben
oder Maßnahmen zur Herstellung der Barrierefreiheit."

Der Klimaschutz werde in der Zielbestimmung des Gesetzes verankert, erklärte Hermann. Auch die Fördervoraussetzungen seien unter dem Aspekt der Luftreinhaltung und des Klimaschutzes angepasst worden. Neu eingeführt wurde eine Möglichkeit zur Förderung von Maßnahmen zur Luftreinhaltung mit klarem Verkehrsbezug. Auch Maßnahmen zur Wiedervernetzung von Lebensräumen werden förderfähig. So kann die Trennung von Naturräumen durch den Bau von Grünbrücken beseitigt werden.

Der Regelfördersatz beträgt weiterhin 50 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. In bestimmten Fällen wird ein höherer Fördersatz von bis zu 75 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten ermöglicht. Für nicht vorhersehbare, außergewöhnliche Kostensteigerungen wird es – in Umsetzung der Koalitionsvereinbarung – künftig eine Härtefallregelung geben. Zudem werden Kommunen künftig von den Planungskosten durch pauschalierte Zuschüsse entlastet – ein Mittel, das gerade bei ÖPNV-Projekten Wirkung entfalten soll.

Hintergrund: Das LGVFG stellt im Bereich der Verkehrsinfrastruktur das wichtigste Fördergesetz des Landes dar. Die Fördermittel unterliegen dabei einer strengen Zweckbindung für Projekte des Verkehrs.

Quelle: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg (VM) am 02.07.2019

Baden-Württemberg: Radschnellweg in Reutlingen auf Eis gelegt - "Honauer Bahn" soll als Trasse für die Regional-Stadtbahn freizuhalten

"Die Absage kommt sowohl für den Bund als auch für die Stadt völlig überraschend", unterstrich Oberbürgermeister Thomas Keck beim kurzfristig anberaumten Pressegespräch im Rathaus.

Mit der Stellungnahme des Landesverkehrsministers Winfried Hermann, die "Honauer Bahn" sei als Trasse für die Regional-Stadtbahn freizuhalten, steht der dort geplante, vom Bund mit 2,5 Millionen Euro geförderte, vor dem Aus. "Die Hauptschlagader des regionalen Radverkehrs ist auf Eis gelegt", bedauerte Keck.

Der leistungsstarke, weitgehend kreuzungsfreie Radschnellweg auf der Trasse der seit langem stillgelegten Bahn nach Honau ist Bestandteil des Masterplans Radverkehr Reutlingen und der Machbarkeitsstudie für Radschnellverbindungen des Landkreises. Der geplante Radschnellweg ist ein wichtiges Scharnier für die Radschnellverbindungen Richtung Alb, Bad Urach bzw. Tübingen und führt direkt zum Mobilitätsschwerpunkt Hauptbahnhof. 

"Mit der Entscheidung des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg wird die Realisierung eines flächendeckenden Radschnellwegesystems im Landkreis und in der Stadt Reutlingen leider auf Jahre hinaus blockiert", so der Oberbürgermeister, "eine leistungsstarke Alternative zum geplanten Radschnellweg gibt es nicht." Alle anderen Routen führen auf öffentlichen Straßen durch die Stadt, zahlreiche Kreuzungen sind zu überwinden.

"Die Chance, den Umweltverbund in Reutlingen einen großen Schritt voranzubringen und damit den Autoverkehr zu reduzieren, ist an dieser Stelle vertan", bilanzierte Keck.

Die Absage kam völlig überraschend: Der Radschnellweg auf der Trasse der stillgelegten Bahn nach Honau ist ein Modellprojekt des Bundes, mit dem Ziel aufzuzeigen, wie sich Fahrverbote, u.a. durch den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad verhindern lassen. Der Bund wollte dieses beispielgebende und weit in die Zukunft hineinreichende Projekt zur Förderung des Radverkehrs mit 2,5 Millionen Euro Bundesmittel bezuschussen, um u.a. so zu vermeiden, dass nach Stuttgart in Baden-Württemberg noch eine zweite Stadt von Fahrverboten betroffen ist. 

Neben der Stadt Reutlingen waren bei den Gesprächen mit den Bundesministerien über die möglichen Modellvorhaben auch Vertreter des Landes Baden-Württemberg anwesend. Die Planungen sind dem Land Baden-Württemberg von Anfang an bekannt. Mit dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg liefen aussichtsreiche Gespräche über zusätzliche Landesfördermittel für den Bau des Radschnellwegs. Die Gespräche fanden mit dem Schreiben des Verkehrsministers nun für alle Beteiligten ein abruptes Ende. (...)

Radschnellweg auf der Wiedervorlage - Klarheit schaffen – Prioritäten setzen: Maßnahmen zur Förderung des Umweltverbundes dürfen nicht untereinander (z.B. ständig neue Ideen zur Führung der Regionalstadtbahn) und gegeneinander (z.B. Regional-Stadtbahn gegen Radschnellweg) ausgespielt werden. 

Es können nicht dauerhaft drei Trassenvarianten offengehalten werden. Sobald das Ergebnis vorliegt, müssen anhand der Daten und Fakten Prioritäten – auch vom Land Baden-Württemberg – gesetzt werden. 

Bestätigt sich die Einschätzung der Stadtverwaltung und der Kosten-/Nutzungsindex für eine Reaktivierung der stillgelegten Bahnstrecke nach Honau bleibt unter 1, werden die Planungen für den Radschnellweg selbstverständlich wiederaufgenommen und die entsprechenden Förderanträge beim Land für den Bau gestellt. Auch ohne die 2,5 Millionen Euro Bundesmittel: Der Radschnellweg auf der Trasse der stillgelegten Honauer Bahntrasse hat Zukunft. 

Stadt lädt Landesverkehrsminister ein: Die Stadt hat bis 2022 im Haushalt 48 Millionen Euro für den Ausbau des Umweltverbundes und den Klimaschutz eingestellt. "Die Stadt lädt den Verkehrsminister ein, um ihm die kommunalen Maßnahmen, wie etwa das Neue Stadtbusnetz oder das Reutlinger Tarifsystem mit dem 365 € - Jahresticket, was für Baden-Württemberg vorbildgebend sein kann, vorzustellen", so Keck.

Quelle: Stadt Reutlingen am 19.07.2019

Bayern: Bundesumweltministerium fördert Radverkehr in Regensburg mit 1,1 Millionen Euro im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative

In Regensburg wird die Infrastruktur für Fahrräder ausgebaut und mit dem öffentlichen Nahverkehr vernetzt. Das vorbildliche Projekt wird im Rahmen des Förderaufrufs "Klimaschutz durch Radverkehr" der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) mit 1,1 Millionen Euro gefördert. Florian Pronold, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium, übergibt heute der Bürgermeisterin der Stadt Regensburg, Gertrud Maltz-Schwarzfischer, den Förderbescheid für das Verbundprojekt "Radverkehr in Regensburg – bestens verNETZt".

Florian Pronold: "Für erfolgreichen Klimaschutz brauchen wir eine nachhaltige Mobilitätswende. Dabei geht es nicht nur darum, Menschen vom Auto auf das Fahrrad oder in die öffentlichen Verkehrsmittel zu bringen. Wichtig ist es, einen klugen Mix der bestehenden Angebote zu entwickeln. Die Stadt Regensburg, der Regensburger Verkehrsverbund und die Stadtwerk Regensburg.Mobilität GmbH verbessern mit ihrem vorbildlichen Projekt daher nicht nur die Radverkehrsinfrastruktur der Stadt, sondern vernetzen diese auch mit dem öffentlichen Nahverkehr. Durch geschlossene Wegeketten im Umweltverbund entstehen so echte Alternativen zum motorisierten Individualverkehr."

Im Verbundprojekt "Radverkehr in Regensburg – bestens verNETZt" wird die lokale Radverkehrsinfrastruktur in Regensburg ausgebaut, qualitativ stark verbessert und mit dem öffentlichen Nahverkehr vernetzt. Neben der Stadt Regensburg, die für die Koordination des Projektes zuständig ist, nehmen der Regensburger Verkehrsverbund und das Stadtwerk Regensburg.Mobilität als Verbundpartner an dem Projekt teil.

Zu den Maßnahmen, die gefördert werden, gehören unter anderem die Einführung eines innovativen Fahrradverleihsystems mit 50 Prozent Pedelec-Anteil (Pedal Electric Cycle), die Entwicklung einer multi- und intermodalen App mit Routingfunktion für Fahrradfahrer, die Schaffung von rund 500 Fahrrad-Abstellplätzen und der Bau von zwei Radwegenetzanschlüssen. Das Projekt hat Modellcharakter weil bundesweit nur wenige mittelgroße Städte über ein flächendeckendes Fahrradverleihsystem verfügen. Zusätzliche innovative Elemente sind der große Anteil an Pedelecs und die Einrichtung eines Mischsystems aus stationsgebundenen und nicht-stationsgebundenen Fahrrädern.

Im Rahmen des Förderaufrufs "Klimaschutz durch Radverkehr" der NKI werden modellhafte, investive Projekte zur Verbesserung der Radverkehrssituation in konkret definierten Gebieten wie beispielsweise Wohnquartieren, Dorf- oder Stadtteilzentren gefördert. Seit 2016 hat das Bundesumweltministerium bundesweit bereits 44 Einzel- und 19 Verbundvorhaben zum Radverkehr im Rahmen des Förderaufrufs mit einem Fördervolumen in Höhe von rund 92 Millionen Euro unterstützt. Detaillierte Informationen zum Förderaufruf finden Sie auf der Webseite der NKI. Projektskizzen können vom 1. August bis zum 31. Oktober 2019 sowie vom 1. August bis zum 31. Oktober 2020 eingereicht werden.

Seit 2008 fördert und initiiert das Bundesumweltministerium unter dem Dach der NKI in ganz Deutschland Klimaschutzprojekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgas-Emissionen leisten.

Quelle: Bundesumweltministerium (BMU) am 22.07.2019

Bayern: Im Sommer 2019 werden die ersten Fahrradstraßen in Regensburg eingerichtet

Im Sommer 2019 werden die ersten Fahrradstraßen in Regensburg in der Hemauerstraße und in der Holzländestraße eingerichtet. Radler dürfen nun in diesen Straßen nebeneinander fahren. 

Fahrradstraßen können gemäß StVO seit 1997 als Instrument der Radverkehrsförderung angewendet werden. Anfangs machten die Kommunen davon noch sehr zögerlich Gebrauch. Erst in den letzten rund 10 Jahren finden Fahrradstraßen immer mehr Verbreitung.

Auch Regensburg führt nun Fahrradstraßen dort ein, wo Radler gebündelt unterwegs sind oder geführt werden sollen. Fahrradstraßen sind ein nicht unwichtiges Instrument einer fahrradfreundlichen Kommune.

Die Anzahl der Konflikte ist, wie bundesweite Studien zeigen, nach der Einrichtung von Fahrradstraßen regelmäßig rückläufig, da der Autoverkehr langsamer, vorsichtiger und mit mehr Rücksicht auf Radfahrende fährt. Unfälle sind äußerst selten, die Unfallschwere ist nur gering. (...)

Regensburg führt die ersten beiden Fahrradstraßen in der Hemauer- und in der Holzländestraße ein. Die Holzländestraße ist Teil des Donauradwegs, die Hemauerstraße verbindet den Hauptbahnhof und das Stadtzentrum mit dem Stadtosten, wo sich auch viele Arbeitsplätze befinden. In beiden Straßen fahren heute schon mehr Radler als Autos.

Die Beschilderung als Fahrradstraße hat insbesondere zwei Effekte:

  • Radler dürfen nebeneinander fahren, egal mit welchem Tempo.
  • Autofahrer müssen ihre Geschwindigkeit an die der Radfahrer anpassen.

Darüber hinaus ändert sich nichts. Es entfallen keine Parkplätze, die Autofahrer dürfen beide Straßen wie zuvor befahren, als Höchstgeschwindigkeit gelten weiterhin 30 km/h.

Die Verwaltung führt in 2019 weitere Zählungen in diversen Straßen durch, die potenziell auch als Fahrradstraßen beschildert werden könnten. Wenn der Versuch mit den ersten beiden Straßen gut verläuft, wovon ausgegangen wird, sollen ab 2020 weitere hinzukommen.

Weitere Informationen sind dem Faltblatt zu entnehmen, das auch an alle Haushalte im direkten Umfeld der beiden Straßen Ende Juli 2019 verteilt wurde.

Quelle: Stadt Regensburg am 30.07.2019

Bayern: Münchner Stadtrat hat Forderungen der Bürgerbegehren zum Altstadt-Radlring und zum Radentscheid vollumfänglich beschlossen

Das Bündnis Radentscheid  freut sich  über einen weiteren, großen Erfolg: Der Stadtrat in der heutigen Vollversammlung am Mittwoch, 24. Juli 2019, die Forderungen der beiden Bürgerbegehren zum Altstadt-Radlring und zum Radentscheid München vollumfänglich beschlossen. Das Bündnis Radentscheid sieht damit seine überaus populären und erfolgreichen Ziele und Maßnahmen und den erst vor drei Wochen eingereichtenrund 160.000 Unterschriften deutlich gemachten Willen der Bürger*innen bestätigt. Erste Maßnahmen muss die Stadt nun zügig angehen und ausreichend Finanzmittel und Personal zur Verfügung stellen.

Mit dem Beschluss der beiden Bürgerbegehren trägt die Landeshauptstadt dem stark steigenden Radverkehrsanteil Rechnung und berücksichtigt, dass immer mehr Menschen das Fahrrad als Alltagsverkehrsmittel in München nutzen.

Entscheidung über die Zulässigkeit der Bürgerbegehren im Münchner Stadtrat

Bürgerbegehren "Altstadt-Radlring"
Bürgerbegehren "Radentscheid"

Quelle: Radentscheid München am 24.07.2019

Bayern: Bamberg verleiht Radverkehr noch mehr Gewicht - Dagmar­ Spangenberg ­ist Bambergs­ neue­ Fahrradbeauftragte

Um die Belange der Zweiradfahrer in Bamberg kümmert sich künftig die neue Fahrradbeauftragte Dagmar Spangenberg. Dafür hat der Personalsenat in seiner jüngsten Sitzung grünes Licht gegeben. Die Aufgabe der Fahrradbeauftragten ist es, Projektvorschläge zur Radverkehrsförderung zu erarbeiten, das Themenfeld "Radverkehr" in der Stadtverwaltung zu koordinieren, die Umsetzung von Radverkehrsprojekten voranzutreiben und somit eine konstante Weiterentwicklung des Radverkehrs in Bamberg zu gewährleisten. "Meine Aufgabe ist es Ansprechpartnerin für alle Belange des Radverkehrs in Bamberg zu sein und mich für die Interessen der Radfahrenden einzusetzen. Dies gilt nicht nur innerhalb der Verwaltung, sondern ich möchte vor allem auch für die Bürgerinnen und Bürger ansprechbar sein," so Dagmar Spangenberg. Oberbürgermeister Andreas Starke gratulierte Dagmar Spangenberg zur Ernennung und sagte ihr seine volle Unterstützung zu.

"Mit einer eigenen städtischen Radverkehrsbeauftragte unterstützen wir unsere erfolgreichen Bemühungen, den Radverkehr in der Stadt weiterzuentwickeln", sagte Oberbürgermeister Andreas Starke bei der Vorstellung der neuen Radverkehrsbeauftragten Spangenberg. "Der Radverkehr in Bamberg ist vor allem in den letzten 10 Jahren deutlich gewachsen", so Starke: "Mit 30 Prozent bzw. 35 Prozent Anteil im Binnenverkehr hat die Stadt Bamberg in den Städten in Bayern den höchsten Radverkehrsanteil. Darauf wollen wir uns nicht ausruhen, sondern vielmehr unsere Bemühungen fortsetzen."

Mit dem vorläufigen Beitritt zur Arbeitsgemeinschaft der Fahrradfreundlichen Kommunen (AGFK) im vergangenen Jahr hat Bamberg bestimmte Verpflichtungen übernommen, die nun Schritt für Schritt umgesetzt werden. Neben der finanziellen Ausstattung im laufenden Haushaltsjahr ist nun auch die personelle Besetzung der Verwaltung gestärkt worden.

Die Radbeauftragte wird bei der Radverkehrsförderung eine Schlüsselrolle einnehmen. Sie ist Schnittstelle, Motor und Ansprechpartnerin für Verwaltung und Bürgerschaft in allen Fragen des Radverkehrs. Darüber hinaus fingiert sie als direkte Ansprechperson der AGFK Bayern in der Kommune. Außerdem trägt sie die Verantwortung über die geeignete Wahl des Werbemittels und der -strategie für Radverkehrsprojekte und tritt im Interesse der Radfahrerinnen und Radfahrer an die entsprechende Entscheidungsträger in Verwaltung und Politik heran.

Dagmar Spangenberg ist seit vielen Jahren im Stadtplanungsamt tätig und Sommer wie Winter eine passionierte Radfahrerin. "Radverkehr ist schon immer meine Aufgabe in der Verkehrsplanung gewesen, ab jetzt kann ich mich ganz dem Thema widmen," so Spangenberg begeistert. Mit viel Schwung und Begeisterung geht sie an die Umsetzung ihrer Aufgabe. Und ein erstes großes Ziel hat sie sich schon gesetzt: "Bis Ende des Jahres wird Bamberg über 1000 neue Fahrradabstellplätze haben."

Quelle: Rathausjournal der Stadtverwaltung Bamberg am 12.07.2019

Berlin: Dokumen­tation der Info- und Dialog­veranstal­tung Panke-Trail / Vorschläge und Kritikpunkte fließen in Planung mit ein

Am 10. Mai 2019 diskutierten etwa 150 Teilnehmende bei der Info- und Dialogveranstaltung zu den Streckenvarianten der geplanten Radschnellverbindung "Panke-Trail". Eine ausführliche Dokumentation (8 MB) fasst die Veranstaltung und Ergebnisse zusammen.

Der "Panke-Trail" soll Radfahrende auf rund 18 Kilometern vom S-Bahnhof Karow durch Pankow bis nach Mitte führen. Wie die Route genau verlaufen soll und welche Herausforderungen einzelne Abschnitte bergen, wurde vor allem in den vier Dialoginseln analysiert und diskutiert: Anregungen und Bedenken gaben die Interessierten und Ortskundigen den Fachplaner*innen der Arbeitsgemeinschaft Vössing & Lindschulte mit auf den Weg. Fragen der Bürger*innen konnten im direkten Austausch geklärt werden. Ergebnisse aus den Diskussionensrunden sowie eine Zusammenfassung von Inhalten der Fachpräsentation und Fragen aus dem Plenum bietet die Dokumentation "Radschnellverbindung Panke-Trail, Informations- und Dialogveranstaltung 10.05.2019".

Vorschläge und Kritikpunkte aus der Info- und Dialogveranstaltung vom 10. Mai 2019 zur Radschnellverbindung fließen mit in die Machbarkeitsuntersuchung ein. Eine Liste fasst die Hinweise und Anmerkungen aus fachplanerischer Sicht zusammen. In einer Auflistung finden Sie Ideen und Hinweise der Teilnehmenden – sortiert nach den vier Bereichen des untersuchten Trassenkorridors. Diese werden fortlaufend von den Planer*innen bearbeitet und geprüft. Die Liste informiert über den aktuellen Bearbeitungsstand (Stand 10. Juli 2019): Trassenplan Panke-Trail mit Routenvarianten (27 MB)

Quelle: SenUVK/InfraVelo GmbH am 15.07.2019

Zur Mitteilung zur Dokumentation und zur Mitteilung zum aktuellen Bearbeitungsstand

Hamburg: Veloroutenbau und Sanierung der Stresemannallee ab 5. August 2019

Das Bezirksamt Eimsbüttel beginnt ab dem 5. August 2019 mit dem Veloroutenausbau der Stresemannallee. Bis Ende 2020 werden dort Fahrbahn-, Gehwege- und Parkflächen komplett saniert, zudem erhält die Straße auf beiden Seiten einen Schutzstreifen für Radfahrer. (...)

Jeweils rechtzeitig vor Beginn der einzelnen Bauabschnitte werden die Anwohner von Stresemannallee und den direkt anliegenden Straßen vom Bezirksamt mit einem Infozettel per Postwurfsendung informiert. (...)

Quelle: Bezirksamt Eimsbüttel und Hamburger Hochbahn AG am 12.07.2019

Hessen: Fuß- und Radweg entlang der B 42 im Rheingau-Taunus wächst // Sicher radeln von Assmannshausen nach Rüdesheim

Der 3,3 Kilometer lange Geh- und Radweg entlang der B 42 zwischen Rüdesheim und Assmannshausen ist fertig. Die Staatssekretäre Dr. Michael Güntner (Bundesverkehrsministerium) und Jens Deutschendorf (Hessisches Verkehrsministerium) gaben ihn gemeinsam mit Gerd Riegelhuth, Präsident der Landesstraßenbaubehörde Hessen Mobil, für den Verkehr frei. Damit sind zwei der drei Bauabschnitte von Rüdesheim bis zur Landesgrenze nach Rheinland-Pfalz befahrbar.

"Die B 42 verbindet Bonn mit Koblenz und Wiesbaden – und ist zugleich eine der schönsten Strecken entlang des Rheins", sagte Michael Güntner, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. "Sie folgt dem Flussverlauf mit all seinen Windungen und Kurven, teils jedoch eingeengt zwischen Berg und Bahntrasse. In Hessen ist damit bald Schluss: Wir verbreitern die Fahrbahn für ein Plus an Verkehrssicherheit. Dabei schaffen wir zugleich einen Geh- und Radweg, der das Radfahren am Rhein nicht nur sicherer, sondern zu einem echten Erlebnis macht – für Einheimische wie Urlauber gleichermaßen."

"Der Ausbau der B42 und die Anlage eines separaten Fuß- und Radwegs macht den Verkehr in diesem schwierigen Abschnitt für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sicherer", sagte Staatssekretär Deutschendorf. "Gleichzeitig erschließt er diese landschaftlich ungemein reizvolle Strecke für den wachsenden Fahrradtourismus."

Das Gesamtprojekt verläuft auf dem rechten Rheinufer von der rheinland-pfälzischen Grenze unterhalb von Lorchhausen über Lorch und Assmannshausen nach Rüdesheim, wo es das bestehende Radnetz in Richtung Wiesbaden erreicht. Planerisch und technisch ist es außerordentlich aufwendig, da sich das Rheintal hinter Rüdesheim spektakulär verengt. Zwischen Fluss und Felswänden bleibt daher nur wenig Platz, den sich die Straße überdies mit einer Bahnlinie teilen muss.

Auch Hochwasser- und Denkmalschutz – das Obere Mittelrheintal ist UNESCO-Welterbe – stellten hohe Anforderungen. Im Abschnitt zwischen Assmannshausen und Rüdesheim wird zudem die Fahrbahn für den Autoverkehr erneuert und auf sieben Meter verbreitert. Die Kosten betragen 38,7 Mio. Euro.

Deutschendorf bat die Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer am Dienstag um Verständnis für die Behinderungen während der Bauzeit: "Hessen Mobil hat alles unternommen, um Sperrungen und sonstige Unannehmlichkeiten zu minimieren."

Fertig sind neben dem Abschnitt Rüdesheim-Assmansshausen auch bereits die 2,5 Kilometer von der Landesgrenze nach Lorch. Der verbleibende mittlere Abschnitt misst 5,5 Kilometer und kann voraussichtlich Ende 2022 für den Verkehr freigegeben werden.

Quelle: Hessisches Verkehrsministerium am 16.07.2019

Hessen: Nördliche Mainuferstraße in Frankfurt wird autofrei - Probeweise Öffnung für den Fuß- und Radverkehr

Das nördliche Mainufer – Mainkai, Untermainkai – wird zwischen der Untermainbrücke und der Alten Brücke probeweise für ein Jahr für den Kfz-Verkehr gesperrt. Die Sperrung beginnt am Montag, 29. Juli, und besteht zunächst bis zum Museumsuferfest 2020. Bis dahin wird analysiert, wie sich der Verkehr in der Innenstadt verändert, und es werden Daten über die Verkehrsflüsse erhoben. Größere Umbauten am Mainufer sind während der Probephase nicht geplant. Für Restaurants und Cafés besteht die Möglichkeit, ihre Außengastronomie zu erweitern, kleinere Veranstaltungen werden stattfinden und das Stadtmobiliar wird um weitere Sitzmöbel erweitert. Im kommenden Jahr wird dann Bilanz gezogen und entschieden, ob die temporäre Öffnung der Mainuferstraße für Radfahrer und Fußgänger dauerhaft bleibt. Die beiden Mainufer gehören, sowohl für Frankfurter als auch für Besucher, zu den absoluten Lieblingsplätzen. Mit der Öffnung des Mainufers für den Fuß- und Radverkehr wird eine deutliche Verbesserung der Aufenthaltsqualität erwartet.

Auswirkungen auf den Kfz-Verkehr: Das nördliche Mainufer wird zwischen Untermainbrücke und Alte Brücke in beiden Fahrtrichtungen für den Kfz-Verkehr gesperrt. Das Verkehrsdezernat bittet Kraftfahrer, den Bereich großräumig zu umfahren oder auf Verkehrsmittel des Umweltverbundes wie den öffentlichen Personennahverkehr oder das Fahrrad umzusteigen sowie zu Fuß zu gehen, um Verkehrsbehinderungen im unmittelbaren Umfeld zu vermeiden.

Von Westen kommend ist an der Kreuzung Untermainkai/Neue Mainzer Straße ein Rechtsabbiegen auf die Untermainbrücke sowie ein Linksabbiegen auf die Neue Mainzer Straße möglich. Von Osten (Schöne Aussicht) kommend, ist an der Kreuzung Alte Brücke/Schöne Aussicht nur ein Rechtsabbiegen auf die Kurt-Schumacher-Straße möglich. Um auf die südliche Mainseite zu gelangen, wird an der Kreuzung Oskar-von-Miller-Straße/Lange Straße ein Linksabbiegen über die Ignatz-Bubis-Brücke empfohlen. Die Zufahrt zum Parkhaus Dom Römer ist von östlicher Seite gesperrt. Die Ausfahrt aus dem Parkhaus Dom Römer über das nördliche Mainufer in Richtung Osten ist weiterhin möglich. Wegen der Sperrung werden die Busparkplätze am nördlichen Mainufer an den Theodor-Stern-Kai 1 (Allianz-Gebäude) verlegt.

Quelle: Stadt Frankfurt/Main am 27.07.2019

Hessen: Stärkung des Rad-und Fussverkehrs in Oberursel

Mit 13.800 Euro unterstützt das Land Hessen die Stadt Oberursel bei der Durchführung eines Nahmobilitäts-Checks. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf 23.000 Euro.

Verstärkte Beachtung der Barrierefreiheit: Der Nahmobilitäts-Check ist ein vom Land zertifiziertes Planungsverfahren zur Stärkung des Fuß- und Radverkehrs, unter verstärkter Beachtung der Barrierefreiheit. Dafür setzen sich interessierte Bürgerinnen und Bürger, politische Vertreter sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fachverwaltungen in mehreren Workshops zusammen. Für die anschließende Aufarbeitung wird ein Planungsbüro beauftragt, das zum Schluss alle erarbeiteten Ergebnisse und Maßnahmen in einem Nahmobilitätsplan zusammenführt.

Ideen aus dem Klimaschutzkonzept fließen mit ein: Beim Nahmobilitäts-Check für Oberursel geht es um die Stärkung des Rad- und Fußverkehrs im gesamten Stadtgebiet. Der Schwerpunkt liegt auf den alltäglichen Wegen zur Arbeit oder zur Schule. Das im Jahr 2015 erstellte Radverkehrskonzept soll durch den Nahmobilitäts-Check überprüft und aktualisiert werden. Ideen aus dem Klimaschutzkonzept der Stadt sollen in das Maßnahmenpaket einfließen. Außerdem soll die Barrierefreiheit verbessert werden.

Die Zuwendung erfolgt nach der Richtlinie des Landes Hessen zur Förderung der Nahmobilität, die seit August 2017 gilt. Nach dieser können neben investiven Maßnahmen zur Stärkung des Fuß- und Fahrradverkehrs auch entsprechende Planungen und Konzepte und sogar Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit Zuschüsse erhalten.

Quelle: Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen am 02.07.2019

Mecklenburg-Vorpommern: Verlegung des Radfernwegs Berlin-Usedom östlich von Anklam ab 2020

Die Renaturierung des Teilpolders Bargischow wird fortgesetzt. Am 16. Juli 2019 setzten Dr. Till Backhaus, Minister für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Mecklenburg-Vorpommern, und Daniela Degen-Lesske, Geschäftsführerin der Landgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern mbH, gemeinsam mit Steffen Ebert, Communications Manager Germany der Nord Stream 2 AG, sowie Michael Sack, Landrat des Landkreises Vorpommern-Greifswald, den offiziellen Spatenstich für den Beginn der Damm- und Deichbauarbeiten im Poldergebiet, das sich östlich von Anklam befindet. Die planfestgestellte Naturschutzmaßnahme ist Bestandteil des Kompensationskonzeptes für die Nord Stream 2 Pipeline.

"Moorschutz kann nur funktionieren, wenn er von den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort mitgetragen und akzeptiert wird. Deshalb bin ich froh, dass wir nach langen Verhandlungen mit der Gemeinde einen guten Kompromiss zur Vernässung des Polders Bargischow/Gnevezin ausgehandelt haben. Zum einen leistet die Maßnahme einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz. Und zum anderen verbessert sich die Infrastruktur vor Ort", betonte Minister Backhaus.

Die Renaturierung des ca. 440 Hektar großen Teilpolders Bargischow sei dringend notwendig, so Backhaus weiter. Er gehört zu einem Großpolder von über 1.000 Hektar im großflächigen Moorkomplex im Bereich der südlichen Peenemündung. Durch frühere landwirtschaftliche Nutzung sei der Polder stark entwässert. Derzeit liegen die Polderflächen auf einem Niveau von bis zu einem Meter unter dem Peene-Mittelwasser.

"Mit den baulichen Maßnahmen verfolgen wir das Ziel, die naturnahen Wasserverhältnisse des Moores wiederherzustellen und den Lebensraum für typische, seltene und gefährdete Pflanzen und Tiere neu zu entwickeln“, erklärte Degen-Lesske. „Das erreichen wir, indem wir mit einem entsprechenden Schöpfwerks­regime den Wasserstand oberflächennah einstellen, so dass weitere Torfzersetzungen und hiermit gekoppelte Nährstofffreisetzungen gestoppt werden."

In den kommenden zwei Jahren soll zunächst ein neuer, fast drei Kilometer langer und auf der Krone ca. sieben Meter breiter Damm entstehen, der den nördlichen und südlichen Polderbereich trennt. Auf diesen Damm plant der Landkreis, die Kreisstraße K48 sowie den Radfernweg Berlin – Usedom zu verlegen. Die Kreisstraße wird künftig über Gnevezin verlaufen. Zudem sollen zwei Rohrlagerplätze für die Schilfmahd angelegt werden. Vor Beginn der Baumaßnahmen wurden bereits die Ortsdurchfahrten in Gnevezin und in Bargischow instandgesetzt.

Geplant ist weiterhin, den Polderdeich am Grenzgraben zu erneuern, die Seezeichen zu verlegen, einen neuen Verbindungs- bzw. Radweg zwischen dem Damm und dem Grenzgraben zu bauen und im südlichen Polderteil einen Wildschutzzaun aufzustellen. Diese Baumaßnahmen beginnen im kommenden Frühjahr. Die gesamten Damm- und Deichbauarbeiten werden voraussichtlich bis zum Jahr 2023 dauern. Im vergangenen Jahr wurden bereits das Schöpfwerk Bargischow ertüchtigt und die Pumpen erneuert.

Die gesamten Baumaßnahmen im Polder sind Gegenstand der von der Landgesellschaft als Flächenagentur von Nord Stream 2 übernommenen Kompensationsverpflichtung für Eingriffe in Natur und Landschaft durch den Bau der Ostsee-Pipeline. In anderen Fällen setzt die Landgesellschaft als Ökoflächenagentur Kompensationsmaßnahmen für bauliche Vorhaben um oder vermittelt Kompensationsflächenäquivalente aus eigenen Ökokonten an Vorhabenträger.

Quelle: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt am 16.07.2019

Mecklenburg-Vorpommern: 5,5 Kilometer langer Radweg auf der Insel Rügen zwischen Schaprode und Trent freigegeben // Förderprogramm für kommunale Radwegprojekte ist noch nicht ausgeschöpft

Am 23. Juli 2019 hat Landesverkehrsminister Christian Pegel mit Vorpommern-Rügens Landrat Dr. Stefan Kerth den neuen straßenbegleitenden Radweg an der Landesstraße 302 zwischen Schaprode und Trent freigegeben.

Der etwa 5,5 Kilometer lange und mindestens 2,50 Meter breite Asphaltweg beginnt am Ortsausgang Schaprode und endet am Ortseingang Trent. Er wurde in einer Bauzeit von zehn Monaten errichtet. Bisher mussten Radfahrer dort die Fahrbahn der L 302 nutzen, die als einzige Straßenverbindung zur Hiddenseefähre ab Schaprode ein hohes Verkehrsaufkommen aufweist, aber nur eine Fahrbahnbreite von sechs Metern hat. Mit dem neuen Radweg ist eine durchgehende, sichere Verbindung zwischen Schaprode und Trent entstanden, die als Bestandteil sowohl des Ostseeküstenradwegs als auch des Rügen-Rundwegs künftig nicht nur Pendler sondern auch Touristen nutzen werden.

Die Kosten in Höhe von ca. 3,65 Millionen Euro werden aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und aus Landesmitteln finanziert. Die Maßnahme ist Bestandteil des Lückenschlussprogramms des Landes Mecklenburg-Vorpommern für Radwege an Landesstraßen.

Hintergrund: Radwege und Straßen teilen sich in der Zuständigkeit auf verschiedene Beteiligte auf. An Bundes- und an Landesstraßen ist das Land zuständig. An Kreis- und Gemeindestraßen sowie losgelöst von Straßen sind es die Kommunen. Ziel der Landesregierung für die Bundes- und Landesstraßen ist es, die vorhandene Radwegeinfrastruktur zu einem bedarfsgerechten und sicheren Gesamtnetz weiterzuentwickeln. Das Radwegenetz dient sowohl dem Alltags- als auch dem touristischen Radverkehr. Je nach Verkehrszweck müssen die unterschiedlichen Bedürfnisse der Radfahrenden berücksichtigt werden. So ist im Alltagsverkehr die Anbindung des Umlands an Zentrale Orte mit kurzen Fahrstrecken besonders wichtig, während für den touristischen Radverkehr landschaftlich reizvolle Strecken vorrangig sind.

Für den Radverkehr investiert das Land in die Radwegeinfrastruktur, betreibt den Radnetzplaner M-V und unterstützt die Kommunen beim Aufbau einer Arbeitsgemeinschaft für fahrradfreundliche Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern. Insgesamt hat das Land für den Radwegebau an Landesstraßen seit 2012 knapp elf Millionen Euro investiert. Für den Bau von Radwegen an Bundesstraßen in Mecklenburg-Vorpommern hat der Bund im selben Zeitraum insgesamt ca. 55,6 Millionen Euro investiert. Daneben wurden in der laufenden Förderperiode (2014 bis 2020) EU-Mittel in Höhe von rund 22,6 Millionen Euro für den Radwegebau an Landesstraßen und die kommunale Radinfrastruktur bewilligt.

"Der Topf für kommunale Radwegprojekte ist noch nicht ausgeschöpft", sagt Landesinfrastrukturminister Christian Pegel und appelliert an die Kommunen, für den Neu- oder Ausbau von Radwegen des Alltags- und des touristischen Verkehrs auch diese Finanzierungsquelle zu berücksichtigen. Informationen zum Förderprogramm finden Sie hier: https://www.lfi-mv.de/foerderungen/radwegebau/.

Quelle: Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung am 23.07.2019

Niedersachsen: Haushaltsentwurf 2020 des Landes sieht 15 Million Euro für die Sanierung und den Bau von Radwegen sowie 1 Million Euro für die Finanzierung von Bürgerradwegen vor

In einer Pressemitteilung der Landesregierung "Die Generationen fest im Blick – Investitionen in Bildung, Pflege, Wirtschaftsförderung, Mobilität und Klimaschutz – Landesregierung beschließt Haushaltsplanentwurf 2020" bzw. in dem angehängten Dokument "Politische Schwerpunkte des Haushaltsplanentwurfs 2020" heißt es zum Radverkehr:

3. Mobilität, Innovation und Klimaschutz // 3.2. Straßen und Radwege – Infrastrukturoffensive

Die Investitionen in Landestraßen und Radwege sollen 2020 gegenüber den bisherigen Planungen um über 5 Millionen Euro auf 110 Millionen Euro erhöht werden. Damit erreichen sie ein historisch hohes Niveau. Von dieser Summe sind 15 Millionen Euro für die Fortführung des Sonderprogramms Ortsdurchfahrten und 15 weitere Millionen für die Sanierung und den Bau von Radwegen sowie 1 Million Euro für die Finanzierung von Bürgerradwegen eingeplant. Zudem sollen die Mittel für Straßenunterhaltung und die technische Ausstattung der Landesbehörde 2020 um insgesamt 3,5 Millionen Euro erhöht werden. Um die Sanierung von Brücken zu beschleunigen erhält die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr außerdem 25 zusätzliche Stellen für Fachpersonal.

Quelle: Nds. Staatskanzlei am 01.07.2019

Niedersachsen: Anwohnerklage gegen Fahrradstraße erfolgreich - Gegenwärtige Ausgestaltung der Kleefelder Straße in Hannover als Fahrradstraße rechtswidrig

Die 7. Kammer des Verwaltungsgerichts Hannover hat mit Urteil vom 17.07.2019 – 7 A 7457/17 – der Klage eines Anwohners und Verkehrsteilnehmers der Kleefelder Straße in Hannover entsprochen und die verkehrsbehördliche Anordnung der beklagten Landeshauptstadt Hannover, die Straße zur Fahrradstraße zu erklären, aufgehoben. Das Gericht hatte dabei aufgrund des Klageantrags nur über eine Teilstrecke zwischen dem Michael-Ende-Platz und der Gneisenaustraße zu entscheiden. Die Beklagte hatte bereits 2013 die Verkehrszeichen "Fahrradstraße" zwischen Michael-Ende-Platz und Plathnerstraße sowie weiter bis zur Clausewitzstraße aufgestellt. Zugleich hatte sie jeweils das Zusatzzeichen "Kraftfahrzeugverkehr frei" in beiden Richtungen angebracht. Darüber hinaus liegt die Kleefelder Straße in einer gesondert angeordneten Tempo-30-Zone. Das Verkehrszeichen "Fahrradstraße" (Zeichen 244.1 StVO) regelt folgende Ge- und Verbote:

  • Anderer Fahrzeugverkehr als Radverkehr darf Fahrradstraßen nicht benutzen, es sei denn, dies ist durch Zusatzzeichen erlaubt.
  • Für den Fahrverkehr gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Der Radverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Wenn nötig, muss der Kraftfahrzeugverkehr die Geschwindigkeit weiter verringern.
  • Das Nebeneinanderfahren von Fahrrädern ist erlaubt.
  • Im Übrigen gelten die Vorschriften über die Fahrbahnbenutzung und über die Vorfahrt.

Das Verbot zu 1. hatte die Beklagte bereits durch das Zusatzzeichen "Kraftfahrzeugverkehr frei" aufgehoben. Die Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h gilt unabhängig von der Anordnung der Fahrradstraße bereits aufgrund der dort gesondert eingerichteten Tempo-30-Zone (Zeichen 274.1-50 StVO). Die Bedeutung der Anordnung beschränkte sich danach im Wesentlichen auf das besondere Gefährdungs- und Behinderungsverbot des Radverkehrs und die Erlaubnis, dass Radfahrer nebeneinander fahren dürfen. Die Anordnung einer Fahrradstraße mit einer solchen eingeschränkten Bedeutung muss jedoch nach § 45 Abs. 9 Satz 1 StVO aufgrund der besonderen Umstände zum Schutz der Radfahrer zwingend erforderlich sein. Die Kammer sah dieses Erfordernis aufgrund einer Ortsbesichtigung als nicht gegeben an, weil die Kleefelder Straße für einen Begegnungsverkehr zwischen dort durch Zusatzzeichen erlaubt fahrenden Kraftfahrzeugen und entgegenkommenden nebeneinander fahrenden Radfahrern viel zu eng ist. Der notwendige seitliche Mindestsicherheitsabstand zu entgegenkommenden Radfahrern kann nicht eingehalten werden. Die Anordnung einer Fahrradstraße mit enger Fahrgasse bei gleichzeitiger Zulassung gegenläufigen Kraftfahrzeugverkehrs beseitigt keine Gefahrenlage, sondern verschärft sie. Das Erfordernis für Kraftfahrzeugführer, wegen des Behinderungsverbots erforderlichenfalls eine längere Strecke zurückzusetzen, bis eine Ausweichmöglichkeit gefunden ist, entspricht nicht dem Erfordernis der Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs, insbesondere wenn von hinten weitere Radfahrer nahen.

Die Kammer hat wegen grundsätzlicher Bedeutung der Rechtssache die Berufung zum Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht zugelassen.

Quelle: Verwaltungsgericht Hannover am 17.07.2019

Niedersachsen/Radschnellnetz der Metropolregion Hamburg: Onlinebeteiligung Radschnellweg Tostedt - Hamburg

Von Tostedt über Buchholz soll ein rund 27 Kilometer langer Radschnellweg nach Harburg gefunden werden. Dort soll er an das Hamburger Straßen- und Wegenetz anschließen.

In diesem Projekt suchen wir nach einer günstigen Streckenführung, die Radfahrende möglichst zügig und direkt ans Ziel bringt. Die Wege sollen auch optimal in die Stadt und die Landschaft eingebettet werden. In der dicht bebauten Stadt oder in der Natur wird es jedoch nicht immer leicht sein, den besten Standard umzusetzen.

Um die verschiedenen Bedürfnisse und Anforderungen dennoch möglichst gut zu integrieren, findet diese Online-Beteiligung statt. Später wird es auch Workshops vor Ort geben, an denen Sie sich ebenfalls beteiligen können. Die Ergebnisse fließen in eine Vorzugsvariante ein, die von fachkundigen Gutachtern auf ihre Machbarkeit hin überprüft wird. Auf die Ergebnisse sollen später konkrete Bauplanungen aufbauen können.

Das Online-Tool zur Bürgerbeteiligung für die Radschnellwege in der Metropolregion Hamburg steht allen Interessierten noch bis zum 4. August 2019 zur Verfügung. Hier können Linien und Punkte eintragen und Anregungen, Ideen und Hinweise zu möglichen Streckenführungen hinterlassen werden. Alle Beiträge sind öffentlich sichtbar und können jederzeit gelesen, kommentiert und ergänzt werden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Nach Abschluss des Beteiligungsverfahrens werden auf dem Portal auch alle Berichte zum Korridor veröffentlicht. Alle Beiträge aus der Online-Beteiligung bleiben ebenfalls einsehbar.

Bisher gibt es schon über 1100 Seitenzugriffe und mehr als 50 inhaltliche Beiträge und Kommentare zum Korridor Tostedt – Buchholz – Hamburg. Sie enthalten viele wertvolle Streckenvorschläge und Hinweise zu einer möglichen Führung des Radschnellwegs. Alle Beiträge und Kommentare fließen in die konkrete Ausarbeitung von Trassenvarianten durch die Planungsbüros ein. In einem zweiten Schritt werden sie in Workshops mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort diskutiert und weiter ausgearbeitet. Die Termine und Veranstaltungsorte werden rechtzeitig auf der oben genannten Seite und in der Presse bekannt gegeben.

Das Radschnellnetz der Metropolregion Hamburg soll genau planbare Fahrzeiten durch unterbrechungsfreies und ungestörtes Fahren ermöglichen. Die Wege sind so breit, dass das Überholen möglich ist und jeder komfortabel in seinem Tempo unterwegs sein kann. Für Pendlerinnen und Pendler bedeutet dies zügigeres Vorankommen und höhere Reichweite– sei es direkt zum Arbeitsplatz oder zu einer Bus- oder Bahnstation unterwegs.

Quelle: metropolregion.hamburg.de/rsw-tostedt-hh am 01.07.2019

Nordrhein-Westfalen: Entscheidungen zur Fortführung des Radschnellwegs Köln-Frechen stehen kurz bevor

Die notwendigen politischen Beschlüsse zur Fortführung des Projektes werden im Sommer und Herbst 2019 eingeholt. Der Rat der Stadt Frechen wird Anfang Juli noch vor der Sommerpause über die Ergebnisse der Vorplanung beraten. In der Stadt Köln startet man damit im September nach der Sommerpause.

Quelle: radschnellwege.nrw am 02.07.2019

Nordrhein-Westfalen: Vorplanung für den Radschnellweg RS3 von Bad Oeynhausen nach Löhne soll dieses Jahr fertiggestellt werden

Noch suchen die beteiligten Kommunen im Variantenvergleich die bestmögliche Route von Bad Oeynhausen nach Löhne.

Nach Abschluss der Vorplanung sollen die Erarbeitung eines fertigen Planungskonzepts, die Entwurfsplanung, und die darauf aufbauende Genehmigungsplanung für den Bauantrag zeitnah folgen.

Die Stadt Bad Oyenhausen hat beim Landesbetrieb Straßenbau NRW angeregt, den Umbau der Mindener Straße und die Realisierung des Radschnellwegs in einer Gesamtplanung zusammenzufassen. Dies macht Sinn, da der RS3 bei den Planungen für die Mindener Straße miteinbezogen werden muss. Durch eine Zusammenlegung könnte bei der weiteren Planung und dem späteren Bau des RS3 viel Zeit eingespart werden. Bislang laufen beide Projekte noch getrennt voneinander.

Dank der Eröffnung der Nordumgehung (A 30) in Bad Oyenhausen kann die B 61 zurückgebaut werden. Dadurch kann die Einrichtung des Radschnellwegs gemeinsam mit dem Rückbau erfolgen und viel Zeit eingespart werden.

Quelle: radschnellwege.nrw am 02.07.2019

Nordrhein-Westfalen: Blaue Schutzstreifen für Radfahrende in Gelsenkirchen

Seit dieser Woche gibt es im Stadtnorden eine neues Angebot für Radfahrende: einen so genannten Schutzstreifen. Auf der De-la-Chevallerie-Straße zwischen Kurt-Schumacher-Straße / Hölscherstraße und Freiheit soll er in beiden Richtungen für mehr Sicherheit sorgen, wie Bettina Lenort, Leiterin des Referats Verkehr der Stadt Gelsenkirchen, erläutert: "Mit dem Schutzstreifen räumen wir den Radfahrerinnen und Radfahreren einen eigenen, gut sichtbaren Bereich auf der Fahrbahn ein." Der 1,5 Meter breite Schutzstreifen ist mit einer gestrichelten weißen Linie, einem Fahrradpiktogramm und blauer Farbe markiert. Vor den Ampeln wurden außerdem vorgezogene Aufstellflächen für Fahrräder markiert, so dass diese gut sichtbar vor den Autos halten können. Die farbige Kennzeichnung des Schutzstreifens in Blau ist eine Premiere, wie der städtische Radverkehrsbeauftragte Stefan Behrens weiß. "In der Regel sind Schutzstreifen nicht farbig gekennzeichnet. Lediglich besondere Stellen wie zum Beispiel Einfahrten oder Furten werden, wie es die Richtlinien angeben, rot eingefärbt. In Gelsenkirchen haben wir bewusst auf Blau gesetzt, um ihn gut sichtbar zu machen."

Diese Sichtbarkeit ist nicht nur wichtig, weil der Schutzstreifen gegenseitige Rücksicht von allen Verkehrsteilnehmerinnen und -nehmern erfordert, sondern weil er in Buer auch die Verkehrsführung ändert. Neben dem Schutzstreifen verläuft nun eine überbreite Fahrbahn. Zwei Autos können dort weiterhin nebeneinander fahren. In der Regel werden zwei größere Fahrzeuge wie zum Beispiel Busse und LKWs nicht nebeneinander fahren können.

Leistungseinbußen für den Verkehr sind dadurch nicht zu befürchten, wie Bettina Lenort erklärt "Die Planungen ermöglichen die gleiche Leistung wie zuvor. Allerdings zeigen Erfahrungen aus anderen Städten, dass Schutzstreifen für eine Beruhigung des Verkehrs sorgen. Das Verhalten der Verkehrsteilnehmerinnen und -nehmer ändert sich." Daher werden die Verkehrsplanerinnen und -planer den Schutzstreifen genau im Auge behalten. "Die aktuellen Beobachtungen zeigen, dass die neue Aufteilung bereits von den meisten gut angenommen wird", so Bettina Lenort weiter. Außerdem wird bereits geprüft, wie der Durchgangsverkehr anders geleitet und auf lange Sicht eine bessere Verzahnung von Rad und ÖPNV erreicht werden kann.

Quelle: Stadt Gelsenkirchen am 24.07.2019

Nordrhein-Westfalen: Leader-Region am Sorpesee im Sauerland fördert Mountainbike-Wegenetz und regionale Infrastruktur für den Radverkehr

Radwege im Sorpeland: Das Projekt beschäftigt sich in erster Linie mit der Verbesserung der regionalen Infrastruktur für den Radverkehr in der gesamten LEADER-Region. Dazu zählen neben Radwegen und einer durchgehenden Radwegebeschilderung beispielsweise auch Abstellmöglichkeiten, touristisch attraktive Radrouten, Servicestationen, Mobilstationen oder auch Events (z.B. autofreie Sorpe).Der Radverkehr soll dabei nicht singulär betrachtet werden. Die sinnvolle Verknüpfung mit Angeboten des Öffentlichen Verkehrs sowie des privaten PKW-Verkehrs ist enorm wichtig, um die Akzeptanz für den Radverkehr in der Region weiter zu erhöhen. Gleiches gilt für eine Trennung von Rad- und Fußverkehr, wo dies möglich ist. Daher geht es in besonderem Maße auch um die Vermeidung möglicher Nutzungskonflikte mit Fußgängern. Ziel ist es, mehr Menschen zur Nutzung des Fahrrades für ihre alltäglichen Fahrten zur Arbeit und Schule, zum Einkauf sowie zur Freizeit zu motivieren. Für die Aufstellung des Mobilitätskonzepts werden 32.500 Euro LEADER-Förderung reserviert.

Mountainbike Trails im Sorpeland: In der Bürgerregion am Sorpesee soll ein attraktives und naturorientiertes Mountainbike-Wegenetz mit hohem Anteil an Trails durch den Verein Sauerland-Radwelt entwickelt werden. Der Begriff Singletrail bzw. Trail steht für einen Pfad, der so schmal ist, dass man dort nicht nebeneinander fahren oder laufen kann. Rund um die vier Städte der Region werden attraktive Touren entwickelt. Die Sorpe als Mittelpunkt wird von allen Touren tangiert. Das fertige Wegenetz erinnert ein wenig an ein vierblättriges Kleeblatt. Im Rahmen des Projekts werden Strecken identifiziert und die Streckenführung mit verantwortlichen Akteuren abgestimmt: Das so entstehende Mountainbike Wegenetz wird beschildert. Das Projekt erhält 20.150 Euro LEADER-Förderung.

Quelle: LEADERsein! e.V. "Bürgerregion am Sorpesee" am 17.07.2019

Nordrhein-Westfalen: Einjähriger Feldversuch - Mit dem Rad durch die Wanner Fußgängerzone (Stadt Herne)

Ab sofort ist das Radfahren in der Wanner Fußgängerzone wieder erlaubt. "Wir starten einen einjährigen Feldversuch. Damit wird ein langgehegter Wunsch der Politik wahr", erklärt Stadtrat Karlheinz Friedrichs zu Beginn des Pressegesprächs in der Wanner Fußgängerzone. Am Mittwoch, 10. Juli 2019, werden hier die Bürgerinnen und Bürger an einem Informationsstand für das Thema sensibilisiert.

Einen Fußgängerzonenfahrradführerschein können Interessierte machen, indem sie sich im Langsamfahren und im Parcoursfahren beweisen. Norbert Krause und sein Team haben den Aktionstag in der Wanner City organisiert. "Wir wollen dafür sensibilisieren, dass die Radfahrer hier langsam fahren müssen", so die Radverkehrsbeauftragte Margarethe Kreutzmann.

"Gegenseitige Rücksichtnahme ist ganz wichtig“, sagt auch Josef Becker, Fachbereichsleiter Tiefbau und Verkehr. Der Feldversuch wird begleitet von Verkehrsbeobachtungen und Befragungen von Passanten und Radfahrern. Bisher wurden mehr als 250 Menschen befragt, wie Carsten Elkmann vom zuständigen Büro "Elkmann Klimaschutz & Mobilität", das den Versuch begleitet, erklärt. Werden die Abstände eingehalten? Fahren die Radfahrer langsam genug? Kommt es zu Unfällen? Das sind dabei wichtige Fragen, die durch die Videos beantwortet werden können.

Und was ist, wenn es zu Unfällen kommt? "Wir behalten uns vor, diesen Versuch zu stoppen", so Becker. Bisher seien aber noch keinerlei Berührungen zwischen Passanten und Radlern aufgezeichnet worden. Ulrich Syberg als Vorsitzender des Ausschusses für Planung und Stadtentwicklung sieht optimistisch in die Zukunft: "Schön wäre es, wenn die Menschen durch die neue Möglichkeit des Radfahrens auf der Hauptstraße, auch die Einkaufsmöglichkeiten in der Fußgängerzone nutzen würden."

Quelle: Stadt Herne am 10.07.2019

Rheinland-Pfalz: Erneuerte L 522 zwischen Herxheim am Berg und Freinsheim mit neuem Rad- und Gehweg

Neue Straße, neuer Radweg, neuer Gehweg – Verkehrsstaatssekretär Andy Becht hat die erneuerte Landesstraße L 522 mit neu gebautem Geh-, Rad- und Wirtschaftsweg zwischen Herxheim am Berg und Freinsheim für den Verkehr frei gegeben. Rund 1,6 Millionen Euro hat das Land investiert.

"Wir haben hier bei Freinsheim einen Rundumschlag gemacht und die Infrastruktur für Fußgänger, Radfahrer, Landwirte sowie den fließenden Pkw-Verkehr verbessert", sagte Verkehrsstaatssekretär Andy Becht. "Auf der ausgebauten Straße mit zusätzlichem neuen Rad-, Geh- und Wirtschaftsweg können sich alle Verkehrsteilnehmer zukünftig gut und sicher fortbewegen. Das entlastet die Umwelt und erhöht die Lebensqualität", so Becht.

In nur viereinhalb Monaten Bauzeit wurde der 1,3 Kilometer lange Abschnitt der Landesstraße L 522 erneuert und verbreitert. Neu gebaut wurde außerdem ein rund ein Kilometer langer und drei Meter breiter kombinierter Geh-, Rad- und Wirtschaftsweg. Die Kosten in Höhe von insgesamt rund 1,6 Millionen Euro hat das Land als Baulastträger komplett übernommen.

Durch den Ausbau der L 522 wurde die Strecke für das künftigen Verkehrsaufkommen ausgebaut. Die L 522 verläuft in West-Ost-Richtung von Weisenheim am Berg über Herxheim am Berg, Freinsheim, Weisenheim am Sand und Lambsheim bis nach Frankenthal und verbindet die Ortsgemeinden.

Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau am 12.07.2019

Rheinland-Pfalz: Neuer Radweg bei Eich fertiggestellt - Lückeschluss zum Rhein-Radweg

Verkehrsminister Dr. Volker Wissing hat den neu gebauten Radweg bei Eich eröffnet. 1,3 Millionen Euro hat das Land in den Bau des rund drei Kilometer langen Radwegs investiert, der sowohl den Bürgerinnen und Bürgern der Region als auch den Radtouristen ein attraktives und sicheres Wegeangebot unterbreitet.

"Wir wollen die Infrastruktur im Land auf allen Ebenen verbessern. Der neue Radweg bringt mehr Sicherheit für die Radfahrer und schafft eine attraktive Verbindung zum Radfernweg am Rhein oder zur Fähre nach Gernsheim in Hessen", sagte Verkehrsminister Dr. Volker Wissing.

Der neue rund drei Kilometer lange und 2,50 Meter breite Radweg beginnt am Kreisel an der L 440/Osthofener Straße am Ortseingang von Eich und verläuft parallel nördlich der Landesstraße L 440 bis zur B 9, wo ein weiterer Weg anschließt. Zur sicheren Querung der B 9 wurde eine Mittelinsel als Querungshilfe errichtet. Der neue Radweg schließt damit auch eine wichtige Lücke zum Rhein-Radweg. Die Bauzeit betrug rund vier Monate.

Rund 1,3 Millionen Euro hat das Land investiert. "Investitionen in die Radwege erhöhen nicht nur den Freizeitwert einer Region, sie ermuntern auch dazu, öfters mal das Rad als Verkehrsmittel zu nutzen. Davon profitiert nicht nur die Umwelt, sondern auch die eigene Gesundheit", so Wissing.

Das Land hat 2017 rund 5,6 Millionen Euro für den Bau von Radwegen an Bundes- und Landesstraßen investiert und diese Summe in 2018 auf rund 6,7 Millionen Euro gesteigert. Das gesamte Netz der Radwege an klassifizierten Straßen konnte durch diese Investitionen auf heute fast 1.900 Kilometer verlängert werden. „Das zeigt, dass die Landesregierung in ihrer Verkehrspolitik das Fahrrad konsequent mit denkt“, sagte Verkehrsminister Wissing.

Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau am 12.07.2019

Sachsen: Mehr Sicherheit für Radfahrer und Fußgänger entlang der B 183 auf dem Gebiet der Stadt Torgau

Die Landesdirektion Sachsen hat den Planfeststellungsbeschluss für den Bau eines gemeinsamen Geh- und Radweges an der B 183 auf dem Gebiet der Stadt Torgau erlassen. Damit verfügt das Landesamt für Straßenbau und Verkehr als Vorhabenträger über Baurecht.

Der gemeinsame Geh- und Radweg soll im Parallelverlauf südlich der B 183 zwischen dem Ortsausgang Graditz im Osten und der Kreuzung B 183/ S 25 (Ernst-Thälmann-Straße) nördlich von Triestewitz verlaufen. Die Länge der Baustrecke für den künftig 2,50 Meter breiten Geh- und Radweg beträgt rund 1,8 Kilometer. Der Neubau schließt die vorhandene Radweglücke zu dem bereits ausgebauten Radweg Richtung Triestewitz an der Kreuzung B 183/ S 25.

Durch das geplante Vorhaben werden sowohl die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer als auch der Fahrkomfort für Radfahrer und Kfz-Fahrer erhöht. Radfahrer und Fußgänger sind nach Abschluss der Baumaßnahmen nicht mehr gezwungen, die stark und schnell befahrene B 183 zu nutzen. Damit soll – auch vor dem Hintergrund des Umweltschutzes – die Nutzung des Fahrrades als Fortbewegungsmittel attraktiver gestaltet werden.

Der geplante Radweg ist Bestandteil des der Radverkehrskonzeption für den Freistaat Sachsen 2014 und des Radverkehrskonzeptes des Landkreises Nordsachsen 2013.

Der Planfeststellungsbeschluss wird den Trägern öffentlicher Belange zeitnah zugestellt. Ort und Zeit der öffentlichen Auslegung werden gesondert ortsüblich bekannt gemacht.

Quelle: Landesdirektion Sachsen am 19.07.2019

Sachsen: Erste Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt am Mulderadweg eröffnet

Auf dem über 400 Kilometer langen Mulderadweg in Sachsen und Sachsen-Anhalt können Radwanderer kulturhistorische Sehenswürdigkeiten entdecken und eine artenreiche Flora und Fauna erkunden. Um eine unvergessliche Reise entlang der Mulde zu ermöglichen, wird es zukünftig an mehreren Standorten Fahrrad-Selbsthilfewerkstätten geben.

Die erste Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt am Mulderadweg wurde am 26. Juli 2019 eröffnet. Sie befindet sich vor dem 1848 errichteten Landgasthof Dehnitz bei Wurzen und ist somit direkt am Radweg gelegen. Die 1,34 Meter hohe Service-Station bietet ein umfangreiches Equipment an: Ob Reifenheber, diverse Schraubenzieher, Inbusschlüssel, Skateboard-Tools oder eine Luftpumpe mit Druck 10 BAR und Adapter für alle Ventile - der grüne Helfer steht für Erste-Hilfe-Maßnahmen am Fahrrad Tag und Nacht bereit. Über einen QR-CODE am Gerät gelangt man sogar zu Reparaturanleitungen.

Dazu äußerte sich Henry Graichen, Landrat Landkreis Leipzig und Vorstandsvorsitzender des Tourismusverbands Sächsisches Burgen- und Heideland e.V.: "Es freut mich, dass wir den Radwanderern auf dem Mulderadweg ab sofort einen besonderen Service anbieten können. Die Inbetriebnahme der ersten Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt ist ein weiterer Schritt, um den Radweg noch attraktiver zu gestalten. In den nächsten Jahren sind weitere Stationen geplant. Die nächste Station ist schon in Produktion."

Bereits im Jahre 1994 begann der Tourismusverband "Sächsisches Burgen- und Heideland" e. V. damit, den Mulderadweg touristisch aufzuwerten. Ein Hotelbesitzer aus Glauchau hatte angeregt, das Pauschalangebot "Radwandern ohne Gepäck" anzubieten. Dieses Angebot war in der Folgezeit sehr gut gebucht. Es gab jedoch immer häufiger Beschwerden von Gästen in Bezug auf die Beschilderung und die Wegebeschaffenheit. Deshalb gab der Verband im Jahr 2008 eine Schwachstellenanalyse in Auftrag. Später wurde ein Beschilderungskonzept erarbeitet und von den beteiligten Landkreisen umgesetzt.

Die touristische Vermarktung des Mulderadweges hat die Leipzig Tourismus und Marketing (LTM) GmbH im Jahr 2015 übernommen. Sandra Brandt, Abteilungsleiterin Region Leipzig der LTM GmbH: "Gegenwärtig ist ein Netzwerkmanagement für den Mulderadweg in Vorbereitung. Projektträger ist der Geopark Porphyrland - Steinreich in Sachsen. Beteiligt sind elf LEADER Regionen, acht Tourismusverbände bzw. -vereine und zahlreiche Leistungsträger. Das Hauptziel ist, den Mulderadweg zum Qualitätsradweg zu entwickeln."

Der Mulderadweg

Der Mulderadweg ist insgesamt rund 400 Kilometer lang und umfasst drei Teilrouten - die Zwickauer Mulde, die Freiberger Mulde und die Vereinigte Mulde. Die letzte Teilroute führt dabei durch den Landkreis Nordsachsen. Der Mulderadweg, der früher den Namen Muldentalradwanderweg trug, führt durch landschaftlich abwechslungsreiche Gebiete wie das Erzgebirge, das Vogtland und die Leipziger Tieflandsbucht. Bei Dessau-Roßlau endet der Mulderadweg, da dort die Mulde in die Elbe fließt. Hier besteht Anschluss zum beliebtesten deutschen Radwanderweg, dem Elberadweg. Ein weiterer gut ausgeschilderter Radweg in der Region Leipzig ist die rund 100 Kilometer lange Neuseenland-Radroute.

Die Mulde - ein Fluss mit märchenhaftem Charme

Die Mulde prägt ihre Umgebung schon seit dem Mittelalter. Ihr westlicher Arm entspringt in Schöneck, der höchstgelegenen Stadt des Vogtlandes, in einer Höhe von 770 Metern. In diesem Ort fließen die beiden Quellflüsse Rote Mulde und Weiße Mulde in der Talsperre Muldenberg zusammen und bilden so die Zwickauer Mulde, die ihren 167 Kilometer langen Weg vom Vogtland aus durch das Erzgebirge weiter bis zur Leipziger Tieflandsbucht fortsetzt. Die Freiberger Mulde, die auf dem Hauptkamm des Osterzgebirges in Tschechien entspringt, bildet mit einer Länge von 124 Kilometern den östlichen Muldearm.

Folgt man der Freiberger Mulde von ihrer Quelle im tschechischen Moldau, führt sie einen durch das sächsische Burgenland, bis sie schließlich in Sermuth, einem Ortsteil von Colditz, mit der Zwickauer Mulde zur Vereinigten Mulde zusammenfließt. Anfällig für Hochwasser ist der Fluss vor allem wegen seiner streckenweise sehr schnellen Fließgeschwindigkeit und seines meist flachen Verlaufes. Eine Zeit lang galt die Mulde sogar als schnellster Fluss Europas. Ein weiteres Phänomen, das auf Grund der nur leicht geneigten Flussebenen entsteht, sind Schleifen, sogenannte Mäander, die seitlich vom Fluss abgetragen werden. Diese sind wegen ihrer leichten Strömung und tiefen Stellen vor allem bei Anglern beliebt. Mäander findet man nur an Flüssen, die ihrem natürlichen, kurvigen Verlauf folgen und nicht künstlich begradigt wurden.

Auf ihrem weiteren Weg fließt die Vereinigte Mulde von Sermuth durch das sächsische Hügelland bis sie kurz nach der Landesgrenze von Sachsen-Anhalt im Muldestausee gestaut wird, der auch für Wassersport und Freizeitaktivitäten genutzt wird. Die letzten 25 Kilometer des Flusslaufes von der Region Bitterfeld-Wolfen bis Dessau-Roßlau und des sich anschließenden Auenbereiches stehen unter Naturschutz. Hier bietet die Mulde vielen verschiedenen bedrohten Tier- und Pflanzenarten ein sicheres Zuhause. Die Vereinigte Mulde mündet nach 147 Kilometern bei Dessau-Roßlau in die Elbe.

Weitere Informationen zum Mulderadweg: www.mulderadweg.de

Quelle: Leipzig Tourismus und Marketing GmbH am 31.07.2019

Schleswig-Holstein: Erstmals Fahrradschutzstreifen in Bargteheide

Erstmalig werden in Bargteheide Fahrradschutzstreifen eingerichtet. In der Alten Landstraße, der Jersbeker Straße, der Getriebebau-Nord-Straße und der Rudolf-Diesel-Straße werden die Schutzstreifen in Kürze auf die Fahrbahn aufgebracht.

Aufgrund der geringen Fahrbahnbreiten erhalten die Straßen auf jeweils einer Straßenseite und somit nur für eine Fahrtrichtung die Abgrenzungen für den Radverkehr.

Nach Fertigstellung der Markierungsarbeiten werden die Schutzstreifen ab dem 26.Juli 2019 benutzbar sein. Nach den Sommerferien ist dazu auch eine gemeinsame Informationsveranstaltung mit dem ADFC auf dem Wochenmarkt in Bargteheide vorgesehen.

Hintergrund ist, dass aufgrund eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts Leipzig die Möglichkeit Radwege einzurichten, deutlich eingeschränkt wurde. In Bargteheide mussten deshalb viele ausgeschilderte Radwege wegfallen. Dies bedeutet für das Radfahren in Bargteheide, dass im überwiegenden Teil der Straßen die Fahrbahn benutzt werden muss.

Um dies für die Radfahrende sicherer zu gestalten, werden die Schutzstreifen in den genannten verkehrsreicheren Straßen aufgebracht.

Die Stadtverwaltung ruft in diesem Zusammenhang dazu auf, folgende Regeln zu beachten:

  • Die Schutzstreifen dürfen nur in die jeweilige Fahrtrichtung benutzt werden. Es ist verboten den Schutzstreifen in Gegenrichtung zu benutzen.
  • Besondere Vorsicht ist immer beim Wechsel von einem Radweg auf die Straße geboten. Sicher gelingt dies mit Schulterblick, dem Einhalten von Sicherheitsabständen und Anzeige des Fahrbahnwechsels durch Handzeichen. Im Zweifelsfall sind Radfahrende aufgerufen zu warten und Autos zunächst passieren zu lassen.
  • Für Autofahrer gilt insbesondere zu beachten, die durch Leitlinien markierten Schutzstreifen nur bei Bedarf zu überfahren. Der Radverkehr darf dabei nicht gefährdet werden. Parken auf den markierten Streifen ist nicht zulässig.
  • Gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr ist das oberste Gebot für mehr Verkehrssicherheit.

Quelle: Stadt Bargteheide am 18.07.2019

Thüringen: EFRE-Fördermittel für Geh- und Radweg in Heilbad Heiligenstadt aus dem Programm zur städtebaulichen Aufwertung von Stadtquartieren und Gemeinden

Der Staatssekretär für Infrastruktur und Landwirtschaft Dr. Klaus Sühl übergab heute an den Bürgermeister von Heilbad Heiligenstadt einen EFRE-Förderbescheid über 298.400 Euro. "Das Geld ist gut investiert, denn der geplante Geh- und Radweg bindet das Wohngebiet "Auf dem Hohen Rott" und den Bahnhof besser an die Innenstadt an. Eine gute Infrastruktur bewegt Menschen nachweislich dazu, das Auto stehen zu lassen und sich umweltfreundlich fortzubewegen. Der neue Fuß- und Radweg erweitert und verbessert das in den letzten Jahren ausgebaute städtische Verkehrsnetz."

Der Neubau des Geh- und Radwegs kostet insgesamt 373.000 Euro. Davon werden 80 Prozent aus EFRE-Mitteln gefördert. Der kommunale Mitleistungsanteil von Heiligenstadt beträgt 74.600 Euro.

Die EU-Mitteln stammen aus dem Programm zur städtebaulichen Aufwertung von Stadtquartieren und Gemeinden. Mit dem Geh- und Radweg wird eine direkte Verbindung zwischen Bahnhof und Innenstadt geschaffen. Der bisher unbefestigte Pfad wird zum einem gepflasterten Weg für Fußgänger und Radfahrer auf einer Länge von rund 230 Meter und eine Breite von 2,50 Meter ausgebaut. Mit dem neuen Fuß- und Radweg wird eine Lücke geschlossen und die Wegeführung optimiert. Für das Vorhaben hat die Stadt Heilbad Heiligenstadt die Fläche von der Deutschen Bahn AG erworben.

"Der Bau des neuen Fuß- und Radwegs leistet einen Beitrag zur Umsetzung der verkehrspolitischen Ziele der Landesregierung. Der Ausbau der Infrastruktur für Geh- und Radfahrer fördert die individuelle Gesundheit, verringert klimaschädliche Abgase und erhöht die Luftqualität in der Stadt", so Sühl.

Das aktuelle Bauprojekt ergänzt die bereits abgeschlossenen Vorhaben zum Bau der Westspange und der Anbindung an die Autobahn 38 sowie die neue Fußgänger- und Radfahrerbrücke über die verlängerte Hospitalstraße und die Bahngleise. Die Brücke wurde im Oktober 2017 im Beisein des Staatssekretärs eingeweiht. Für diese Vorhaben hatte der Freistaat für den Kostenanteil der Stadt bereits rund 1,15 Mio. Euro Fördermittel des Kommunalen Straßenbaus bewilligt.

Hintergrund: In der EU-Fondsförderperiode 2014-2020 stehen dem TMIL EFRE-Fördermittel in Höhe von 232,2 Mio. Euro zur Unterstützung der nachhaltigen Stadtentwicklung in Thüringer Kommunen zur Verfügung. In den Jahren 2015 und 2016 hat das TMIL einen EFRE-Wettbewerb ausgelobt, bei dem sich alle zentralen Orte des Freistaats als EFRE-Förderkommunen bewerben konnten. Insgesamt 40 Städte und Gemeinden haben sich dabei in zwei Runden für eine EFRE-Förderung qualifiziert. Ende 2016 wurden die ersten Zuwendungsbescheide vom Thüringer Landesverwaltungsamt als zuständige Bewilligungsbehörde ausgestellt. Seither sind EFRE-Mittel in Höhe von über 75 Mio. Euro bewilligt worden. Mit dem nun durch Ministerin Keller bestätigten Jahresprogramm 2019/2020 sind alle zur Verfügung stehenden EFRE-Mittel in der nachhaltigen Stadtentwicklung für konkrete Förderprojekte in den Kommunen verplant.

Quelle: Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft am 16.07.2019

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31. Juli 2019
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