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Juni 2019

Radwegebau in den Bundesländern

Radwegbaustelle
Radwegbaustelle © Doris Reichel

Baden-Württemberg: Erster Radschnellweg in Baden-Württemberg zwischen Böblingen/Sindelfingen und Stuttgart freigegeben

Gute Fördermöglichkeiten bei Bund und Land: Der erste Radschnellweg in Baden-Württemberg wurde Ende Mai 2019 für den Radverkehr freigegeben. Die acht Kilometer lange Strecke zwischen Böblingen/Sindelfingen und Stuttgart ist eine schnelle und schöne Route für Pendler, aber auch für alle anderen Radfahrerinnen und Radfahrer, um ohne Stress und Stau unterwegs zu sein. "Mithilfe von Radschnellwegen erhoffen wir uns auf den hochbelasteten Pendlerstrecken eine deutliche Verkehrsverlagerung vom Auto auf das Fahrrad. Das ist ein aktiver Beitrag zur Verringerung der täglichen Staus und zur Luftreinhaltung. Für eine klima- und umweltschonende Mobilität in Baden-Württemberg und besonders hier in der Region Stuttgart ist das ein wichtiger Meilenstein. Daher bin ich dem Landkreis Böblingen und den Städten Böblingen und Sindelfingen sehr dankbar, dass sie hier frühzeitig die Initiative ergriffen und den Radschnellweg realisiert haben. Das haben wir gerne gefördert", so Verkehrsminister Winfried Hermann. 

Im Rahmen eines Festaktes wurde der Radschnellweg von Verkehrsminister Hermann, vom Landrat des Landkreises Böblingen, Roland Bernhard, von den Oberbürgermeistern der Städte Böblingen und Sindelfingen, Dr. Stefan Belz und Dr. Bernd Vöhringer sowie Vertreterinnen und Vertretern des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e. V. (ADFC) in Betrieb genommen. Landrat Bernhard zeigte sich hocherfreut, den neuen Radschnellweg freigeben zu können. "Mit der Eröffnung des Radschnellwegs setzen wir heute ein wichtiges Zeichen in Richtung nachhaltiger Mobilität der Zukunft. Für uns ist dieser Abschnitt aber erst der Anfang", so Bernhard. "Ich wünsche allen Bürgerinnen und Bürger viel Freude auf dem neuen Radschnellweg und ein rücksichtsvolles (Fahr-)Verhalten Aller, damit die Nutzung des Wegs für alle ein Genuss sein kann."

Infrastrukturell habe der Landkreis die Basis geschaffen. Man habe aber auch, über dieses Bauprojekt hinaus, im Rahmen der Machbarkeitsstudie die Verlängerung des Radschnellwegs und weitere Korridore fest im Blick. "Wir meinen es ernst im Landkreis Böblingen mit dem Radverkehr als zentralem Bestandteil einer nachhaltigen Mobilität", betonte Roland Bernhard. "Dazu gehen wir auch gerne voran."

Böblingens Oberbürgermeister Dr. Stefan Belz betonte: "Wir sind sehr erfreut über die heutige Einweihung des ersten Radschnellwegs in Baden-Württemberg. Land, Landkreis Böblingen sowie die Städte Böblingen und Sindelfingen sind Pioniere mit dieser Gemeinschaftsleistung! Damit haben Pendler und Freizeitradler ab sofort eine attraktive Alternative: gesundheitsfördernd und umweltschonend, nachhaltig und mit intelligenter Beleuchtung. Umsatteln lohnt sich also! Wir erarbeiten zudem Lösungen, um den Radschnellweg durch Böblingen fortzuführen und ihn dadurch sinnvoll mit unserer Innenstadt zu verbinden."

"Ich freue mich, dass es nun möglich ist, noch schneller und sicherer mit dem Rad von und nach Stuttgart zu kommen – das ist ein wichtiger Aspekt für einen zukunftsfähigen Mobilitätsmix. Die Einweihung des Radschnellwegs ist ein guter Einstieg und mit der Machbarkeitsstudie gehen wir im Landkreis einen entscheidenden Schritt hin zum Ausbau weiterer Achsen und somit zu einem Radschnellwegenetz. Um darüber hinaus das Radfahren weiter zu fördern, arbeiten wir in Sindelfingen daran, noch fahrradfreundlicher zu werden. Hierfür haben wir ein Radverkehrskonzept beschlossen, das wir nun schrittweise umsetzen. Wir werden insgesamt 10 städtische Routen und Achsen ausbauen und so ein neues Radwegenetz schaffen. Ein wichtiger Aspekt hierbei ist auch die Anbindung des Radschnellwegs an die Innenstadt", so der Sindelfinger Oberbürgermeister Dr. Bernd Vöhringer.

Gute Fördermöglichkeiten zur Weiterführung des Radschnellwegs: Nach den Worten von Verkehrsminister Hermann hat nun die Weiterführung des Radschnellwegs höchste Priorität: "Wenn man mit dem Radschnellweg auch die großen Arbeitsplatzschwerpunkte und die Innenstädte sowohl in Böblingen und Sindelfingen als auch in Stuttgart erreicht, werden viele Radlerinnen und Radler ihn benutzen. Daher hoffe ich, dass der Landkreis und die Städte mit ihrem Engagement nicht nachlassen und daran arbeiten, dass der Radschnellweg weitergeführt wird. Denn für die weitere Planung und den Bau von Radschnellwegen gibt es aktuell attraktive Fördermöglichkeiten aus Mitteln des Bundes und vom Land in Höhe von 80 Prozent und mehr. Da die Mittel begehrt sind, sollten hier zügig Förderanträge gestellt werden." In den vom Land geförderten Machbarkeitsstudien des Landeskreises Böblingen und der Landeshauptstadt Stuttgart wird aktuell untersucht, wie der Radschnellweg weitergeführt werden kann.

Kennzeichnung als Radschnellweg: Als Radschnellweg ist der neue Abschnitt in besonderer Weise gekennzeichnet: Eine weiße Randmarkierung mit grünem Begleitstrich sowie ein Fahrradpiktogramm kennzeichnen den Radschnellweg als solchen. Neben dem Radverkehr wird der zwischen vier und sieben Meter breite Weg als Mischverkehrsfläche auch weiterhin vom Fußverkehr sowie von Fahrzeugen der Kampfmittelbeseitigung, Anwohnern, der Forstwirtschaft und weiteren Anliegern genutzt. Auf Teilen der bisher gepflasterten Römerstraße wurde zusätzlich ein wassergebundener Weg als Angebot für die Fußgängerinnen und Fußgänger angelegt und zudem ein Fußgängerangebotsstreifen gestrichelt markiert. Der öffentliche Straßenabschnitt zwischen Panzerstraße (K1057) und AWO Waldheim wurde als Fahrradstraße mit Anlieger und Forstverkehr frei ausgewiesen. Auch hier darf auf dem Rad von nun an nebeneinander gefahren werden. Autos und Motorräder müssen sich dem Tempo des Radverkehrs anpassen. Als Höchstgeschwindigkeit gilt Tempo 30 wie auch auf den restlichen Abschnitten des Musberger Sträßles und der Römerstraße.

Streckenverlauf des Bauabschnitts: Aus Richtung Stuttgart beginnt der rund 8 Kilometer lange Abschnitt hinter einer Fuß- und Radwegbrücke über die Autobahn A 8 bei Stuttgart-Rohr und verläuft anschließend auf der neu ausgebauten und asphaltierten Römerstraße beziehungsweise dem Musberger Sträßle bis nach Böblingen und Sindelfingen. Aus Gründen des Denkmalschutzes wurde ein ca. 80 Meter langer Abschnitt unmittelbar an der Fußgängerbrücke über die A 8 im alten Zustand mit Pflasterbelag beibehalten. Auch der bisher schon asphaltierte Abschnitt der Römerstraße wurde saniert und im Kreuzungsbereich Römerstraße/Waldburgstraße/K1057 eine neue Querungshilfe gebaut. Die Gesamtkosten des Radschnellwegs betragen rund 3 Millionen Euro. Das Land hat die Baumaßnahme mit 1,1 Millionen Euro nach dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz gefördert. Um während der dunklen Jahreszeit den Pendlerinnen und Pendlern im Wald eine sichere Verbindung zu gewährleisten, hat das Land zusätzlich für rund 820.000 Euro eine durchgehende Beleuchtung aus Sondermitteln für Radschnellverbindungen gefördert. Zur Reduktion der Lichtemissionen und des Strombedarfs schaltet sich die innovative Beleuchtung dynamisch mittels Bewegungssensoren je nach Bedarf ein und aus.

Zusätzliche Informationen zu Radschnellwegen: Radschnellwege sind qualitativ hochwertige, direkt geführte und leistungsstarke Radverkehrsverbindungen zwischen Kreisen und Kommunen. Radschnellverbindungen zeichnen sich aus durch:

  • Gesamtstrecke: mind. 5,0 km
  • Verbindung zwischen großen Kommunen
  • bedeutende Verbindung für Alltagsradverkehr (durchschnittlich mehr als 2.000 Radfahrende in 24h auf überwiegendem Teil der Gesamtstrecke)

Radschnellwege sind aufgrund direkter, umwegefreier Führungen mit wenigen Stopps und großer Breiten besonders attraktiv gerade auch auf längeren Distanzen. Sie haben daher insbesondere im Hinblick auf die steigende Nutzung von E-Bikes und Pedelecs großes Potenzial, um Hauptverkehrsachsen auf Straße und Schiene zu entlasten, Staus zu vermeiden und zur Luftreinhaltung beizutragen.

Bei Radschnellwegen wird die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit dadurch erhöht, dass durch kreuzungsfreie oder bevorrechtigte Führungen die Radfahrerinnen und Radfahrer an Kreuzungen weniger anhalten und warten müssen. Die absolute Fahrgeschwindigkeit ändert sich dabei in der Regel nicht.

Weitere geplante Radschnellverbindungen im Südwesten: Drei Pilotstrecken des Landes befinden sich bereits in der Planung: Heidelberg – Mannheim, Heilbronn – Bad Wimpfen und Plochingen – Esslingen – Stuttgart. Darüber hinaus hat das Land Anfang Mai 2019 angekündigt, welche weiteren Strecken in Baulastträgerschaft des Landes als Radschnellwege geplant und gebaut werden sollen. In Südbaden handelt es sich um die Strecken Freiburg – Waldkirch und Freiburg – Emmendingen. In Nordbaden sind es die Routen Karlsruhe – Ettlingen und Karlsruhe – Rastatt. Ob im Raum Tübingen zusätzlich eine Verbindung beispielsweise zwischen Tübingen und Reutlingen durch das Land geplant und gebaut werden kann, muss noch durch ein entsprechendes Nutzerpotenzial nachgewiesen werden. Insgesamt wurden auf Basis von Machbarkeitsstudien und der landesweiten Potenzialanalyse 16 Korridore identifiziert, die grundsätzlich in der Baulast des Landes liegen. Weitere 37 Korridore sind voraussichtlich in der Baulast der Kreise und Kommunen. Durch die Vorlage weiterer Machbarkeitsuntersuchungen oder im Rahmen des weiteren Planungsverfahrens kann sich die Zuständigkeit der Strecken noch ändern.

Quelle: VM Baden-Württemberg am 01.06.2019

Bayern: Stadt Weilheim wird "Mitglied auf Probe" in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AGFK Bayern)

Vor kurzem erhielt die Stadt Weilheim hochrangigen Besuch einer fünfköpfigen Bewertungskommission der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern.

Einen ganzen Tag lang wurde Weilheim im Rahmen der sogenannten Vorbereisung von den Radverkehrsspezialisten bestehend aus Vertreter/innen von AGFK Bayern, ADFC Bayern, Landesverkehrswacht Bayern und Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr auf Herz und Nieren im Hinblick auf den aktuellen Stand der Fahrradfreundlichkeit geprüft. 

Während einer Fahrradexkursion bei herrlichstem Frühsommerwetter verschafften sich die Kommissionsmitglieder einen unmittelbaren Eindruck der örtlichen Radfahrinfrastruktur. Genauer unter die Lupe genommen wurden beispielsweise die Routenführung der Radwege, die Beschilderung für den Radverkehr, Straßenmarkierungen und ausgewiesene Umleitungen für den Radverkehr an großen Baustellen.

Am Ende des Tages wurde der Stadt Weilheim von der AGFK Bayern ein gutes "Zwischenzeugnis" mit einer soliden Ausgangslage für eine weitere Förderung des Radverkehrs ausgestellt. Aber auch vorhandene Mängel und Defizite wurden angesprochen und dabei konkrete Verbesserungsvorschläge aufgezeigt. Beispielsweise habe die Stadt Weilheim zum jetzigen Zeitpunkt kein aktuelles Radverkehrskonzept und insgesamt könnte das Marketing für den Radverkehr verbessert werden.

Die Stadt Weilheim ist nun "Mitglied auf Probe" in der AGFK Bayern und kann sich auf die Hauptbereisung vorbereiten, die in vier Jahren stattfinden wird. Dann wird nochmals geschaut, ob es die Verantwortlichen vor Ort geschafft haben, die Fahrradfreundlichkeit zu erhöhen.

Der ADFC Weilheim-Schongau hatte seinerzeit dem Verkehrsausschuss die Bewerbung Weilheims um eine Aufnahme in die AGFK Bayern empfohlen.

Quelle: AGFK Bayern am 15.06.2019

Berlin: Radschnellverbindungen Nonnendammallee – Falkenseer Chaussee und Spandauer Damm – Freiheit vorgestellt

Gemeinsam haben Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese, der Spandauer Baustadtrat Frank Bewig und das von der infraVelo beauftragte Planungsbüro am 13. Juni 2019 bei einer Veranstaltung in Spandau erste Ergebnisse der Machbarkeitsuntersuchungen für zwei Radschnellverbindungen vorgestellt.

Die Routen sind zwei von bisher elf geplanten Radschnellverbindungen, die in den nächsten Jahren in Berlin auf insgesamt rund 100 Kilometern entstehen werden. Beide führen durch die Bezirke Spandau und Charlottenburg-Wilmersdorf.

Die 13 Kilometer lange Trasse Nonnendammallee – Falkenseer Chaussee beginnt am Jakob-Kaiser-Platz im Norden von Charlottenburg. Von hier verläuft sie nördlich des Spreeufers in Richtung der Zitadelle Spandau und verbindet damit Wohnquartiere mit der Spandauer Altstadt. Nach Querung der Havel über die Juliusturmbrücke soll es weiter über den Falkenseer Damm bis zum Falkenhagener Feld an der Stadtgrenze gehen. Ab hier ist ein Anschluss an den „Radweg der Sympathie“ vorgesehen, der Radelnde bis nach Falkensee führt. Die gut fünf Kilometer lange Trasse Spandauer Damm – Freiheit verläuft südlich der Spree von der S-Bahn-Station Westend bis in die Altstadt von Spandau.

Die Trassen sind besonders für Pendler*innen interessant. Bei zügigem Fahrtempo wären Radfahrer*innen genauso schnell von Spandau nach Charlottenburg-Wilmersdorf unterwegs wie mit dem PKW. Der Siemens-Innovationscampus soll ebenso erschlossen werden wie das Wohnungsneubaugebiet Wasserstadt-Spandau und die Spandauer Altstadt.

Ortskundige und Radfahrer*innen diskutierten gestern mit den Fachplaner*innen, Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese und dem Spandauer Bezirksstadtrat, Frank Bewig, über Vor- und Nachteile verschiedener Streckenvarianten und die Anbindung an bestehende Radrouten.

Rund 80 Interessierte beteiligten sich am Dialog. Intensiv diskutiert wurde über die Führung von Radschnellverbindungen durch Grünanlagen.

Staatssekretär Ingmar Streese sagte: "Natürlich muss immer im Einzelfall abgewogen werden, ob die Route einer Radschnellverbindung durch eine Grünanlage für die Erholungssuchenden verträglich gestaltet werden kann. Nutzungskonflikte müssen und können vermieden werden. Zudem kommen viele Besucherinnen und Besucher der Parks selbst mit dem Fahrrad. Wir wollen die Lebensqualität für alle in Berlin verbessern."

Die Trassenführung entlang des "Spandauer Damms" wurde ebenfalls erörtert und zeigte ein deutliches Votum der Beteiligten für eine schnelle Verbesserung der Radwege. Die Bezirke planen dort bereits einen Ausbau nach Mobilitätsgesetz auf zwei Meter Breite. Hierfür stellt die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz die nötigen Mittel zur Verfügung. Fragen, Anmerkungen und Hinweise zur Trassenfindung werden jetzt von den Fachplaner*innen in die weiteren Untersuchungen aufgenommen und geprüft.

Die Machbarkeitsuntersuchungen für diese Routen sollen im dritten Quartal 2019 abgeschlossen sein. Daran schließen sich die weiteren Planungsschritte und das formelle Planfeststellungsverfahren mit weiteren Möglichkeiten zur Beteiligung für Interessierte an. Für diesen Planungsprozess sind insgesamt mindestens 30 Monate nötig, sodass mit einem Baubeginn nicht vor 2022 zu rechnen ist.

Über Radschnellverbindungen: Berlins Radschnellverbindungen, die strahlenförmig von den Außenbezirken in Richtung Stadtzentrum führen, sollen das Radfahren auch auf längeren Strecken attraktiver machen – etwa für Pendlerinnen und Pendler, die auf das Auto verzichten wollen. Hierbei geht es nicht um Fahrgeschwindigkeiten, sondern um optimierte Reisezeiten mit möglichst wenig Stopps. Entlang von Hauptverkehrsstraßen messen sie je Fahrtrichtung mindestens drei Meter, sodass Überholen gut und sicher möglich ist. Auf Fahrradstraßen und Sonderwegen sind sie im Zweirichtungsverkehr mindestens vier Meter breit. Radschnellverbindungen sind in der Dämmerung und nachts gut beleuchtet. An Kreuzungen gilt im Regelfall Vorrang für den Radverkehr. Fußwege verlaufen getrennt vom Radweg und sind mindestens 2,5 Meter breit. Mit Radschnellverbindungen wird Radfahren sicherer und die Reisezeit kürzer. Nutzen viele Menschen Radschnellverbindungen im Alltag, sind weniger Autos auf den Straßen unterwegs.

Quelle: SenUVK/InfraVelo GmbH am 14.06.2019

Hamburg: Luruper Hauptstraße bekommt neue Radwege

Der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) nutzt im Bereich der Bushaltestellen Tannenberg die Nebenflächen, um die Fahrbahn um eine Radfahrspur zu verbreitern, denn diese weist derzeit keine ausreichende Breite und Durchgängigkeit auf. Außerhalb dieser Verbreiterungsbereiche werden die Nebenflächen in den bestehenden Breiten erneuert. In der Einmündung Achtern Styg wird eine Aufpflasterung für durchgängige Nebenflächen hergestellt. Außerdem wird die Deckschicht der Luruper Hauptstraße zwischen Achtern Styg / Haus Nr. 30 und Haus Nr. 88/89 saniert.

Die Arbeiten begannen am 17. Juni 2019 im Einmündungsbereich Achtern Styg. Der Ausbau der westlichen Fahrbahnseite einschl. Nebenanlagen erfolgt vom 07.07.2019 bis zum 14.09.2019. Danach wechselt das Baufeld auf die Ostseite der Fahrbahn. Der Ausbau dieser Seite erfolgt dann ab dem 15.09.2019. Bis zum 09.11.2019 sollen, nach Abschluss der Arbeiten in den Nebenanlagen, alle Leistungen ausgeführt sein.

Quelle: Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation am 17.06.2019

Hessen: Erster Radschnellweg des Landes zwischen Frankfurt und Darmstadt eröffnet

Am 6. Juni 2019 wurde der erste Abschnitt des Radschnellweges Frankfurt-Darmstadt eröffnet. Für das erste Teilstück zwischen Egelsbach-Bahnhof und Darmstadt-Wixhausen erfolgte der Spatenstich im Oktober 2018. In neun Monaten wurde eine neue, vier Meter breite Asphalttrasse mit einer Länge von rund 3,6 Kilometern sowie der Umbau der Kreuzung der Kreisstraße 168 in einen Kreisverkehr mit einem Finanzvolumen in Höhe von rund 3,8 Millionen Euro gebaut. Die Finanzierung erfolgt bis zu 80 Prozent vom Land Hessen. Die Komplementärfinanzierung stemmten der Kreis Offenbach und die Kommunen Darmstadt, Egelsbach und Erzhausen. Der Einbau von 75 Photovoltaik-Leuchten entlang des Abschnitts, die über ein Bewegungsradar gesteuert sind, ist ebenfalls ein Novum.

Für den Hessischen Minister Tarek Al Wazir ist es ein Meilenstein zur Nahmobilität. Die Fertigstellung des 1. Abschnitts ist ein wichtiges Signal und auch Motivation zugleich für alle weiteren Radschnellverbindungen in Hessen. Durch die wissenschaftliche Begleitung der Hochschule Darmstadt können bedeutende Erkenntnisse an die weiteren Projekte in der Ausführung weitergegeben werden. Nach einer ersten Bauphase ist es nun soweit und ein Teilstück des neuen Radschnellweges von Darmstadt nach Frankfurt kann nun mehr befahren werden.

Quelle: Regionalpark Ballungsraum RheinMain GmbH am 11.06.2019

Mecklenburg-Vorpommern: Gemeinde Hohenkirchen (Landkreis Nordwestmecklenburg) baut für 1,2 Millionen Euro einen neuen Radweg

Die Gemeinde Hohenkirchen (Landkreis Nordwestmecklenburg) baut für 1,2 Millionen Euro einen neuen Radweg. Dieser führt von der L01 zwischen Hohenkirchen und Gramkow kommend durch Gramkow und Beckerwitz hindurch und endet in Hohen Wieschendorf. Die Baukosten betragen insgesamt rund 1,2 Millionen Euro. Das Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung als Hauptförderer stellt dafür Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) i.H.v. von 810. 000 Euro bereit. Den restlichen Betrag muss die Gemeinde Hohenkirchen als Eigenanteil selbst aufbringen. Da sich die Gemeinde dazu nicht in der Lage sah, hatte sie einen Antrag auf Kofinanzierungshilfe beim Ministerium für Inneres und Europa gestellt. Der Vergaberat hat positiv über diesen Antrag entschieden, so dass dem Bürgermeister nun ein Bewilligungsbescheid über 129.343,56 Euro zugesandt wurde.

Kommunale Körperschaften können in Abhängigkeit von ihrer Leistungsfähigkeit eine Kofinanzierungshilfe zur Finanzierung des Eigenanteils gewährt werden, um ihnen die Teilnahme an Förderprogrammen des Landes, des Bundes und der EU zu ermöglichen. Dafür stellt die Landesregierung jährlich 10,0 Mio. EUR zur Verfügung. Ein interministeriell besetzter Vergaberat im Innenministerium entscheidet über die Auswahl der Vorhaben und die Höhe der Förderung.

Innenminister Caffier: "Die Landesregierung stellt diese Mittel zusätzlich bereit und ermöglicht es den Kommunen so, an Förderprogrammen teilzunehmen, für die sonst nicht ausreichende Eigenmittel zur Verfügung stehen."

Der neue Radweg wird die Lücke zwischen dem straßenbegleitenden Weg an der Landesstraße 01, der von Wismar über Klütz bis nach Grevesmühlen führt, und dem Ostseeküsten-Radfernweg, der nach Boltenhagen führt, schließen. Durch den Radweg wird den Einwohnern und Besuchern ein autofreier Verkehr in der Flächengemeinde, ein verbesserter Anschluss an den ÖPNV sowie die bessere Hinterland- und Ostseeanbindung ermöglicht. Dieses Vorhaben trägt gleichzeitig zur Erhöhung der Verkehrssicherheit bei.

Quelle: Ministerium für Inneres und Europa  am 17.06.2019

Mecklenburg-Vorpommern: Radweg-Lückenschluss im Eldetal-Rundweg zwischen Bärenwald und B 198 (Mecklenburgische Seenplatte)

Glawe: Bessere Anbindung der gewerblich-touristischen Unternehmen an überregionales Straßennetz

Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte plant den Ausbau der Kreisstraße MSE 6 im Abschnitt von der B 198 bis nach Suckow (Ortsteil der Gemeinde Zislow). "Mit der Straßenmodernisierung binden wir die gewerblich-touristischen Unternehmen der Region besser an das überregionale Straßennetz an. Das verbessert die wirtschaftlichen Standortbedingungen für die Betriebe vor Ort", sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe am Freitag.

Straßenausbau und Neuanlage Radweg geplant: Der zum Ausbau geplante Straßenabschnitt führt zum Bärenwald Müritz, in der weiteren Verbindung Richtung Zislow unter anderem zu zwei Campingplätzen und einem Hotel. Die derzeit aus einem alten Betonplattenweg bestehende Kreisstraße im südöstlichen Bereich des Plauer Sees soll jetzt modernisiert werden. Um Synergieeffekte zu nutzen, plant der Landkreis zusammen mit dem Ausbau der Straße einen neuen, straßenbegleitenden Fahrradweg im Abschnitt zwischen der B 198 und Suckow. Vorgesehen ist, die Kreisstraße im Abschnitt von der B 198 bis Suckow auf einer Länge von 3,62 Kilometern und einer Breite von sechs Metern auszubauen. Der Radweg wird ab dem Bärenwald auf einer Länge von 2,94 Kilometern und einer Breite von zweieinhalb Metern neu errichtet. "Mit der Neuanlage des Radweges schließen wir eine Lücke im Radwegenetz – die Strecke ist Teil des Eldetal-Rundweges. Nach Beendigung der Maßnahmen können Freizeitsportler künftig sicherer auf Tour gehen", sagte Glawe.

Wirtschaftsministerium unterstützt vor Ort: Die Gesamtinvestitionen für den Straßenbau samt Radweg betragen mehr als 2,8 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" in Verbindung mit Mitteln aus dem "Europäischen Fonds für regionale Entwicklung" (EFRE) in Höhe von knapp 2,5 Millionen Euro. Die geplante Baumaßnahme ist eine Gemeinschaftsmaßnahme des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte, der Gemeinde Zislow und der E.DIS Netz GmbH, die dort Kabel verlegt.

Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit am 07.06.2019

Mecklenburg-Vorpommern: Müritz-Nationalpark hat neuen Radweg von Zietlitz (Stadt Mirow) in Richtung Zartwitz (Gemeinde Rechlin)

Umweltminister Dr. Till Backhaus hat am 05.06.2019 einen neuen Radweg und einen Besucherpavillon im Müritz-Nationalpark übergeben. "Investitionen in die Infrastruktur der Nationalen Naturlandschaften sind gut angelegtes Geld. Nicht alle Anziehungspunkte in unseren Großschutzgebieten sind gut erreichbar. Das wollen wir ändern. Dabei stellen wir höchste Ansprüche daran, dass die Infrastruktur dem Naturraum und Schutzzweck angemessen angelegt wird", sagte der Minister.

Mit einer Fahrradtour weihte Backhaus zunächst einen 1,6 km langen Radweg von Zietlitz (Stadt Mirow) in Richtung Zartwitz (Gemeinde Rechlin) ein. Der Radweg mit einer wassergebundenen Decke war auf einer ehemaligen sandigen und ausgefahrenen Panzerstraße gebaut worden. Er entstand auf Initiative des Fördervereins Müritz-Nationalpark und unter Mitwirkung der Gemeinden Mirow, Rechlin und Roggentin sowie Neustrelitz. Der neue Weg kostete knapp 210.000 Euro. (...)

Quelle: Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt am 05.06.2019

Niedersachsen: Erster Abschnitt des Radschnellweges Osnabrück – Belm freigegeben

Am 23. Mai 2019 wurde an der Schlachthofstraße der erste Abschnitt des Radschnellwegs Osnabrück – Belm von Stadtbaurat Frank Otte offiziell freigegeben. "Die Trasse hat die größte Chance, dass Pendler aus dem Umfeld bei gutem Wetter aufs Fahrrad wechseln", stellte Otte mit Blick auf die vorangegangene Diskussion über die beste Route fest.

Der Radschnellweg erhielt dabei auch seine eigenständige Markierung. Ob diese Beschilderung dauerhaft so bleibt, ist jedoch noch unklar. "Grün ist auf Bundesebene freigegeben", sagte Otte. Die niedersächsische Abstimmung zu diesem Thema laufe derzeit. Das jetzt in Osnabrück eingesetzte Symbol muss also nicht unbedingt bleiben. Technisch herausfordernd war der Bau des Abschnitts in der Baumallee. Hier ging es darum, die Baumwurzeln zu schützen. Der jetzt fertiggestellte Abschnitt im Stadtteil Gartlage hat eine Länge von 1.200 Metern.

Der Radschnellweg ist ein gemeinsames Projekt von Stadt Osnabrück, Landkreis Osnabrück und der Gemeinde Belm. Mit insgesamt 6,5 Kilometern Länge wird er die Stadt und Belm verbinden. Der Bau im Abschnitt Gartlage wird über den Förderwettbewerb "Klimaschutz durch Radverkehr" durch das Bundesumweltministerium gefördert. Weitere Abschnitte erhalten eine Förderung durch das Land Niedersachsen. Der erste, 2017/18 fertiggestellte Bereich in der Baumallee an der Schlachthofstraße kostete gut 400.000 Euro, die jetzt eingeweihten Abschnitte Liebigstraße bis Baumallee und entlang Halle Gartlage werden etwa 1.425.000 Euro kosten.

Osnabrück gehört mit dem Bau des Radschnellweges Osnabrück – Belm zu den Vorreitern in Niedersachsen. Nach Göttingen ist dies der zweite fertiggestellte Radschnellweg. Die Stadt Osnabrück arbeitet über die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen Niedersachsen/Bremen aktiv daran mit, die Standards und die Gestaltung von Radschnellwegen für Niedersachsen festzulegen. Der Radschnellweg Osnabrück – Belm verläuft getrennt vom Auto- und Fußverkehr. In der Regel hat er eine Breite von vier Metern, an Engstellen wie Bäumen immer noch von mindestens drei Metern. Nebeneinanderfahren, Überholen oder Begegnungsverkehr ist so ohne Probleme möglich. Der komfortabel zu befahrende Asphaltbelag sorgt für leichtes Vorankommen.

Für die Sicherheit sorgt die mitlaufende Beleuchtung. Diese wird nachts runtergedimmt und von Bewegungsmeldern gesteuert bei Bedarf hochgefahren. An den Auto-Zufahrten über den Radschnellweg wurden rote Markierungen gesetzt. Um die Aufmerksamkeit der Radfahrenden auf kritische Stellen zu erhöhen, hier die Tore von KME, ist der Radweg mit "Rüttelstreifen" markiert. Zudem wurden zwischen dem Radweg und der Straße in der Schlachthofstraße bauliche Barrieren errichtet, um das Befahren und Halten auf dem Radweg zu verhindern. Und für alle, die wissen wollen, wie viele Radfahrer den Radweg bislang benutzt haben, gibt es an der Kreuzung Liebigstraße/Schlachthofstraße ein Radzählsystem.

Quelle: Stadt Osnabrück am 06.06.2019

Nordrhein-Westfalen: AGFS-Magazin "nahmobil", Ausgabe 13 (Juni 2019) beschäftigt sich mit Radschnellverbindungen

Radschnellverbindungen werden in der Mobilität der Zukunft eine wichtige Rolle spielen, die Grundlagen dazu werden heute gelegt. Geworfen wird ein Blick auf aktuelle Projekte in Nordrhein-Westfalen und der Planungsleitfaden für NRW wird vorgestellt: Download des AGFS-Magazins "nahmobil", Ausgabe 13 (Juni 2019)

Berichtet wird auch über die vergangenen Veranstaltungen (Deutscher  Fahrradpreis, NRVP Dresden, AGFS-Kongress Essen) und aktuelle Projekte aus den Kommunen werden vorgestellt. Die akteulle Ausgabe Nr. 13 des Magazins "nahmobil" kann (neben dem Download) als Printausgabe bestellt werden (solange der Vorrat reicht).

Quelle: AGFS NRW am 20.06.2019

Nordrhein-Westfalen: 11 Kilometer lange "Europa-RadBahn" zwischen Kleve und Kranenburg eröffnet

Europa-RadBahn setzt neue Maßstäbe für klimafreundlichen Radverkehr in der Region Kleve/Kranenburg: Dass Radfahren in mancherlei Hinsicht die bessere Alternative im alltäglichen Verkehr zur Arbeit, zur Schule und zum Studium oder Einkauf darstellt, ist längst allen klar. Radelnde Zeitgenossen tun etwas für Körper und Seele und jeder Kilometer, den das eigene Auto stehen bleibt, schont Klima und Umwelt sowie das eigene Portemonnaie. "Mit der Idee von einer grenzüberschreitenden schnellen und komfortablen Radverbindung von Kleve über Kranenburg bis ins niederländische Nijmegen wollten die Räte der Stadt Kleve und der Gemeinde Kranenburg vor allem umstiegswilligen Pendlern eine adäquate Trasse bieten", erklärt Bürgermeister Günter Steins.

"Schnellläufer" in Bestzeit: Gerademal zweieinhalb Jahre hat es von der Bewilligung der Fördermittel bis zur Eröffnung der Europa-Radbahn am 7. Juni 2019 gedauert. Planungs- und Bauzeit sind damit im Vergleich zu anderen Projekten auch beim Radwegebau bemerkenswert schnell über die Bühne gegangen. Dazu waren engste Absprachen zwischen allen Beteiligten notwendig. Erfolgreich war auch das Baukonzept: "Von beiden Endpunkten auf deutscher Seite haben zwei Tiefbauunternehmen auf einander zu gebaut – diese Planung hat letztendlich die eigentliche Bauzeit halbiert und sicherte so die Eröffnung pünktlich zur laufenden Radsaison", freut sich Bürgermeisterin Sonja Northing.

Bund und Land übernehmen den Großteil der Finanzierung: Als einer der Gewinner des Wettbewerbs "Klimaschutz durch Radverkehr", ausgeschrieben durch das damalige Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, erhält das Projekt neben der Auszeichnung eine stattliche Förderung. Überzeugt hatten die Juroren des Wettbewerbs vor allem zwei Aspekte des regionalen Radprojektes: Zum einen die Idee, gerade der rasant wachsenden Zahl von elektrisch unterstützten Pedelecs aber auch konventionellen Rädern eine gut ausgebaute und durchgängige Route anzubieten. Dadurch wird der Umstieg auf das Rad befördert und somit ein erheblicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Die Vorteile neuer Technologie können so auch tatsächlich genutzt werden. Der zweite Aspekt war die grenzüberschreitende Dimension der Trasse. Diese verbindet am Ende zwei Mittelzentren und Hochschulstandorte: die deutsche Kreisstadt Kleve und das niederländische Nijmegen.

Letztendlich überzeugten auch das Land NRW diese Argumente. Von den rund 6,5 Millionen Euro Gesamtkosten übernimmt der Bund 4,3 Millionen Euro (70 Prozent Förderquote). Weitere 921.000 Euro (15 Prozent Förderquote) stammen aus Mitteln des Ministeriums für Verkehr NRW. Die beiden beteiligten Kommunen Kranenburg und Kleve stemmen die restlichen rund 1,3 Millionen Euro.

Beste elf Kilometer RadBahn für alle (Rad-)Typen: Rund 11 Kilometer misst die neue Trasse auf deutscher Seite. 4,67 Kilometer liegen dabei auf Klever Stadtgebiet, 6,45 Kilometer führen durch die Gemeinde Kranenburg. Von Bedeutung ist aber auch noch ein anderes Maß: Mit mindestens drei Metern Breite bietet die Trasse genug Raum für äußerst komfortables Vorankommen – sicheres Überholen inbegriffen.

Auch der Belag auf der Strecke macht Spaß: Ebener Asphalt bedeckt den Radweg über die gesamte Länge und bietet optimale Bedingungen. Die Europa-RadBahn lädt letztendlich alle Typen von Radfahrern zur Nutzung ein. Genehmigt ist dabei alles was auch auf herkömmlichen Radwegen erlaubt ist. E-Pedelecs und E-Bikes mit einer höheren Unterstützungsleistung als bis zu 25 Stundenkilometer und andere motorisierte Gefährte dürfen allerdings nicht auf der Europa-RadBahn fahren – sie müssen die Straßen nutzen.

Optimiertes Licht und optimale Ampelschaltungen: Auch ansonsten gelten auf der Trasse die Bedingungen der Straßenverkehrsordnung. Rechtsfahren beispielsweise ist vorgeschrieben. Dass Verkehrsschilder und Ampeln zu beachten sind, versteht sich von selbst. Allerdings haben die Planer die Ampelschaltungen entlang der Strecke so konzipiert, dass ankommenden Radler früh erkannt werden und in der Regel grünes Licht haben, wenn sie die Lichtzeichenanlage erreichen. Bei einigen Querungen – etwa an der B9 – kann es noch zu kurzen Stopps kommen. Ansonsten geht es durchgängig weiter. Es gilt das Prinzip Vorrangigkeit des Radverkehrs vor dem motorisierten Individualverkehr.

In Teilen des Stadtgebiets von Kleve und an neuralgischen Punkten ist die Strecke abends und nachts beleuchtet. Auf eine durchgehende Beleuchtung wurde allerdings bewusst verzichtet. So soll dem Artenschutz Rechnung getragen werden. Artenschutz stand auch bei der Auswahl der verwendeten Leuchten im Vordergrund – sie sind blendfrei und vermeiden weitgehend den Anflug von Insekten und Fledermäusen.

Gute Aussichten über grüne Ränder hinweg: Entlang der Trasse gibt es einiges zu sehen. Einen Höhepunkt bildet dabei sicherlich die Sichtachse auf den Forstgarten in Kleve mit Blick auf die Wasserspiele und den Kupfernen Kopf. Aber auch an anderen Stellen lohnt es sich erhobenen Hauptes zu radeln und ab und an den Blick schweifen zu lassen.

Auch die Ränder der Strecke sind beachtenswert. Sie bieten heimischen Vögeln und Insekten Schutz und Nahrung. Bei der Bepflanzung wurden z. B. durchgängig regionale und krautreiche Mischungen verwendet. Auch da, wo Nutzflächen für Lagerung und Zufahrten eine höhere Bepflanzung verhindern, wurden schmetterlings- und wildbienenfreundliche Samenmischungen aus der Region benutzt.

Fazit: Mit ihren gut 11 Kilometern Länge bis ins niederländische Radwegenetz, einer Breite von drei Metern, glatten Asphalt und allen anderen Vorzügen bildet die Europa-RadBahn eine wirklich attraktives Angebot zum Umstieg vom Auto auf das Rad. Dabei sind es gerade die angepassten Dimensionen, die dieses Projekt zum Vorbild für weitere Radverbindungen machen.

Quelle: Stadt Kleve am 09.06.2019

Nordrhein-Westfalen: Vorplanung für den Radschnellweg Köln-Frechen ist annähernd abgeschlossen

Die letzten Detailpunkte werden derzeit zwischen allen Projektbeteiligten abgestimmt. Danach wird die Planung den politischen Gremien zur Entscheidung und Beschlussfassung vorgelegt. Dies ist für das Frühjahr 2019 vorgesehen.

Zu Beginn waren die Stadt Köln, die Stadt Frechen und der Rhein-Erft-Kreis Projektpartner. Die Federführung wurde vom Amt für Straßen und Verkehrsentwicklung der Stadt Köln über-nommen. Mit der Änderung des Straßen- und Wegegesetzes NRW im Oktober 2016 wurde der Landesbetrieb Straßenbau.NRW weiterer Projektpartner. Er ist zuständig für die Planung, den Bau und die Unterhaltung von Radschnellverbindungen des Landes.

Derzeit wird die weitere Durchführung des Projektes zwischen den beiden Straßenbaulastträgern Landesbetrieb Straßenbau.NRW und der Stadt Köln abgestimmt, die über eine Verwaltungsvereinbarung geregelt werden wird. Des Weiteren stimmen die zuständigen Behörden die notwendigen förmlichen Genehmigungsverfahren ab. Da es sich bei  Radschnellwegen um ein neues Infrastrukturelement handelt, befinden sich die notwendigen Organisationen und weitergehenden Konkretisierungen der rechtlichen  Rahmenbedingungen auf Landesseite im Aufbau. Der genaue Ausbauzeitpunkt kann erst nach Klärung und Abschluss aller offenen Fragen verbindlich festgelegt werden.

Quelle: radschnellwege.nrw am 01.06.2019

Rheinland-Pfalz: Rheinhessen entwickelt "Radtouristischen Entwicklungsplan"

Ein klarer Fokus, frische Ideen und eine hohe Kooperationsbereitschaft. Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Schmitt hat auf dem Tourismustag Rheinhessen die vielen Pluspunkte der Region hervorgehoben. Mit dem Radtouristischen Entwicklungsplan gehe die Region ein neues, vielversprechendes Projekt an.

"Rheinhessen ist touristisch auf einem sehr guten Weg. Kooperation wird aktiv gelebt. Der Radtouristische Entwicklungsplan wird den Tourismus weiter stärken – und die verbesserten Radwegeführungen kommen auch den Bürgerinnen und Bürgern zugute. Hier wird die neue Tourismusstrategie 2025 bereits beispielhaft umgesetzt", sagte Wirtschaftsstaatssekretärin auf dem Tourismustag Rheinhessen in Worms.

Die Staatssekretärin wies auf den verstärkten Wettbewerb der Destinationen hin. "Wir müssen dynamisch bleiben und – wie wir es in der Tourismusstrategie beschlossen haben – uns strategisch neu aufstellen." Das zentrale Ziel sei die Steigerung der Wertschöpfung. Dafür seien qualitativ hochwertige Angebote notwendig. "Mit Kooperation über Anbieter hinweg, aber auch zwischen Städten und umliegenden Kommunen können Stärken gebündelt und attraktive Angebote für Gäste geschaffen werden", sagte Schmitt. (...)

Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau am 04.06.2019

Schleswig-Holstein: Vielzahl von Maßnahmen zur städtischen Radverkehrsförderung "Zwei- statt Vier-Rad: Kiel sattelt um!"

Wer radelt, hat die Nase vorn beim Umweltschutz: kein Lärm, keinerlei Abgase, kein Stau. Der Radverkehr nimmt deshalb bei der angestrebten Mobilitätswende und im "Masterplan 100% Klimaschutz" in der Landeshauptstadt Kiel eine zentrale Rolle ein.

Bereits die gegenwärtige Bilanz kann sich sehen lassen: "Insgesamt hat die Landeshauptstadt rund 17 Euro pro Kielerin und Kieler für den Radverkehr ausgegeben", so Oberbürgermeister Ulf Kämpfer: "Kiel folgt damit einer Empfehlung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, die einen Finanzbedarf von 13 bis 18 Euro pro Nase benennt."

Nach Studien legen die Kielerinnen und Kieler 19 Prozent ihrer Wege auf dem Fahrradsattel zurück – bundesweit sind es nur zehn Prozent. "Auch wenn wir jetzt schon gut sind, wollen wir den Radverkehr weiter ausbauen. Für das Jahr 2035 peilt der Masterplan Mobilität in Kiel deshalb einen Anteil des Radverkehrs von mindestens 25 Prozent an", kündigt Oberbürgermeister Kämpfer an.

Der Umstieg aufs Rad wird mit einer Vielzahl von städtischen Maßnahmen erleichtert. Bereits realisiert sind folgende:

  • Erste interkommunale Fahrradstraße – mit dem Scharweg am Nordufer der Schwentine präsentiert sich zwischen Kiel-Neumühlen und Schönkirchen die erste interkommunale Fahrradstraße.
  • Ausbau von Radwegen – bereits 2018 wurden viele Straßenabschnitte für die Bedürfnisse der Radfahrerinnen und Radfahrer hergerichtet. Dazu gehören beispielsweise die Sperrung der Goethestraße am Schrevenpark für den motorisierten Verkehr, um die Veloroute zu stärken; die Sanierung des Radweges am Ostring und auf der Holtenauer Straße im Abschnitt an der Knorrstraße; die Verbreiterung des Radwegs längs der Projensdorfer Straße; der Ausbau des Radwegs an der Preetzer Straße; sowie der verstärkte Einbau von Fahrradbügeln. Der Schwanenweg und ein Abschnitt der Gerhardstraße wurden zu Fahrradstraßen erklärt.
  • Öffentliche Motivation für eine neue Fahrradkultur – Aktionen wie das Stadtradeln, die Fahrradmesse auf dem Ostseekai, die publikumswirksame Eröffnung des neuen Abschnitts im Verlauf der Veloroute 10 oder auch der Flyer "Sicheres Radfahren – Fahrradstraße und Velorouten“, der in einer Auflage von 8.000 Stück an sämtliche Haushalte an Fahrradstraßen verteilt wurde, haben ebenfalls zur neuen Popularität des Drahtesels beigetragen.

Vorgesehen im laufenden Jahr und danach sind folgende Maßnahmen:

  • Kostenlose Radmitnahme auf der Fähre – die Radmitnahme auf der Schwentinefähre, die im 30-Minuten-Takt zwischen Reventlou (Westufer) und Neumühlen/Dietrichsdorf (Ostufer) pendelt, ist ab Juli kostenlos.
  • Die "Sprottenflotte" rollt an – 250 Räder stehen in der Kiel-Region innerhalb des neuen Bike-Sharing-Systems zur Ausleihe bereit. Stadtweit werden ab Juli 2019 zunächst 150 Fahrräder angeboten, im August folgen weitere 100 Räder. Auch E-Räder und Lastenräder kommen zum Einsatz.
  • Veloroute 10 wird fertig – Im Herbst wird Kiels größte und wichtigste infrastrukturelle Radverkehrsmaßnahme der letzten Jahre fertig. Die Trasse reicht dann von der Bahnstation Hassee/Citti-Park bis zur Universität und wird den Radverkehr noch attraktiver machen.
  • Aufstockung von Dienstfahrrädern – die Flotte an Diensträdern wird aufgestockt. Außerdem sollen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung beim Kauf eines Privatrades, mit dem sie zur Arbeit fahren, finanziell unterstützt werden.
  • Fahrradfreundlicher Umbau von Straßen – die von Pedaltreterinnen und Pedaltretern stark frequentierte Kreuzung Goethestraße/Gutenbergstraße wird radfahrerfreundlich hergerichtet. Die Dammstraße wird zur reinen Fahrradstraße. Die Radwege auf der Hamburger Chaussee werden ebenso verbreitert wie an der Gutenbergstraße. Spürbare Verbesserungen sind ebenfalls vorgesehen an der Hamburger Chaussee, der Boelckestraße am Flughafen, der Alten Lübecker Chaussee und am Westring.
  • Falschparken auf Radwegen wird stärker kontrolliert – breitere und bessere Radwege nützen natürlich nur dann, wenn sie befahrbar sind. Ordnungsamt und der neue Kommunale Ordnungsdienst wollen das Falschparken auf Fuß- und Radwegen konsequenter kontrollieren und ahnden.
  • Neue Abstellmöglichkeiten – der Exerzierplatz erhält Dutzende von neuen Fahrradbügeln. Hunderte neue Bügel werden vor dem  Holsteinstadion aufgestellt, um den Andrang zu Spielen des Fußball-Zweitligisten zu bewältigen.
  • + Farbliche Markierung – um die Erkennbarkeit und Sichtbarkeit der Radwege zu erhöhen, werden verstärkt farbliche Markierungen aufgebracht. Die ersten Maßnahmen erfolgen im Herbst 2019.
  • Die Schrotträder verschwinden – das Augenmerk gilt auch dem Vorplatz des Hauptbahnhofs. Schilder und Aufkleber klären Radfahrerinnen und Radfahrer auf, dass die Fahrradbügel nur als Kurzstellplätze zu benutzen sind. Wer seinen Drahtesel für längere Zeit unterstellen will, wird an die Radstation "Umsteiger" verwiesen. Bereits im vergangenen Jahr wurden 92 Schrotträder entfernt, diese Aufräumarbeit wird fortgesetzt.
  • Tipps für Touren – gemeinsam erarbeiten der städtische Radverkehrsbeauftragte, die Kiel-Region und der ADFC neue Radtourenvorschläge. Der Flyer "Radtour Kiel – Westensee" liegt bereits vor.
  • Mobilitätsfest in Mettenhof – im September erhalten Besucherinnen und Besucher des Mobilitätsfestes die Möglichkeit, bei Probefahrten Pedelecs, Lastenfahrräder und E-Scooter auszuprobieren.
  • Beteiligung am "Stadtradeln" – im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs "Stadtradeln" bewirbt sich die Landeshauptstadt um den Titel "Fahrradaktivste Kommune".
  • Fahrradbrücke über die Schwentine – zu den Zukunftsprojekten gehört  die Vision einer eigenen Fahrrad- und Fußgängerbrücke über die Schwentine. Ziel ist die bessere Erreichbarkeit der Fachhochschule (FH) per Rad und die bessere Verschränkung von Fuß- und Radverkehr mit der Fördefähre.      

Quelle: Stadt Kiel am 06.06.2019

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30. Juni 2019
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