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Januar 2018

Radwegebau in den Bundesländern

Radwegbaustelle
Radwegbaustelle © Doris Reichel

Baden-Württemberg: Anstrengungen beim Infrastrukturausbau für den Radverkehr tragen Früchte - Radverkehrsanteil im Landkreis Göppingen steigt auf 14 Prozent

Um die Verkehrsplanung zu optimieren und Trends in der Mobilität ablesen zu können, ist es wichtig, eine fundierte Datengrundlage zu erstellen. Deshalb hatte auf Vorschlag der Verwaltung der Ausschuss für Umwelt und Verkehr im Frühjahr 2018 beschlossen, eine Befragung der Bürgerinnen und Bürgern zur Mobilität durchzuführen. Im Fachjargon wird dies "Modal-Split-Erhebung" genannt: Es wird der Anteil der einzelnen Verkehrsträger am Gesamtverkehrsaufkommen ermittelt. Hierfür wurden insgesamt mehr als 6.000 zufällig ausgewählte Haushalte im Landkreis Göppingen angeschrieben und gebeten, sich an der Mobilitätsbefragung zu beteiligen. Um zu sehen, welche Verkehrsmittel im Alltag verwendet werden, sollten zu einem Stichtag alle zurückgelegten Wege genau dokumentiert werden. Ungefähr 13 Prozent der angeschriebenen Haushalte haben sich an der Befragung beteiligt. Nach Angaben des durchführenden Büros lag die Rücklaufquote damit im guten Mittelfeld.
 
Wenig überraschend zeigen die Ergebnisse deutlich: Der Pkw ist mit 54 Prozent auch im Jahr 2018 weiterhin das dominierende Verkehrsmittel im Landkreis Göppingen. Manch andere Werte waren allerdings unerwartet. Laut der Befragung werden inzwischen 14 Prozent aller Wege im Landkreis mit dem Fahrrad zurückgelegt. Dieser Wert lag noch bei einer Schätzung im Rahmen der Erstellung der Radverkehrskonzeption im Jahr 2010 nur zwischen 6-12 Prozent. Die Schwankungen lassen sich auf die unterschiedlichen topografischen sowie siedlungsstrukturellen Gegebenheiten zurückführen. Bei den Auswertungen der aktuellen Befragung wurden ebenfalls Aussagen zu regionalen Unterschieden getroffen, so liegt der Radverkehrsanteil im Voralbraum bei stolzen 18 Prozent, im Bereich Böhmenkirch hingegen immerhin noch bei 9 Prozent. "Es ist sehr erfreulich zu sehen, dass unsere Anstrengungen beim Infrastrukturausbau für den Radverkehr Früchte tragen.", resümiert Marco Schwab, der Radverkehrsbeauftragte des Landkreises Göppingen. "Unser selbstgestecktes Ziel, 15 Prozent Radverkehrsanteil bis zum Jahr 2020 zu erreichen, ist damit nun zum Greifen nahe. Jedoch vor allem im Bereich der Pendlerverkehre ist die Dominanz des Pkw überdurchschnittlich hoch. Hier müssen wir noch besser werden, um insbesondere die Wege zur Arbeit mit dem Fahrrad attraktiver zu gestalten.
 
Ebenfalls 14 Prozent der Wege werden zu Fuß zurückgelegt, jedoch nur 6 Prozent mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Dieser Wert liegt damit unterhalb des Durchschnitts in Baden-Württemberg mit ca. 10 Prozent. Mit dem neuen Fahrplankonzept "Bus19+" wird mit einem Fahrgastzuwachs gerechnet, da nun mehr Busse fahren und ein Anschluss zu und von den Zügen der Filstalbahn besteht.
 
"Wir bedanken uns bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die an der Befragung teilgenommen haben. Nur deshalb stehen uns nun wichtige Daten für die zukünftige Verkehrsplanung zur Verfügung.", betont Jörg-Michael Wienecke, Leiter des Amts für Mobilität. Die Verlosung des Gewinnspiels zur Mobilitätsbefragung hat bereits stattgefunden und die Gewinner wurden über ihr Glück informiert.

Quelle: Landkreis Göppingen am 08.01.2019

Baden-Württemberg: Radstadt Konstanz - Auswertung der Fahrradzählstelle im Herosépark

Seit der Aufstellung der Zählstelle am 8. August 2018 wurden am Ende der Fahrradbrücke im Herosépark bis Jahresende insgesamt 1.144.718 Radler gezählt. Spitzentag war der 17. Oktober 2018 mit 13.164 Auslösungen der Zählstelle. An den Wochenenden lag der tägliche Durchschnitt bei 5.036, unter der Woche bei 7.787 Radfahrern an dieser Stelle.

"Die Zahlen können sich sehen lassen und lassen eine leichte Steigerung des Radverkehrs in den letzten Jahren vermuten. Die letzte Zählung des Radverkehrs auf der Fahrradbrücke fand im Jahr 2014 statt. Damals wurden etwas geringere Werte gezählt - und die Zählstelle erfasst ja die Radfahrenden nicht, die in den Herosépark abbiegen. Es bleibt jedenfalls spannend, wie sich die Zahlen im nächsten Jahr entwickeln. Erst wenn man mal einen kompletten Jahresverlauf aufgezeichnet hat, kann man gute Vergleiche ziehen," so der städtische Radbeauftragte Gregor Gaffga.

Quelle: Stadt Konstanz am 07.01.2019

Bayern: 500 Radler pro Tag an der Zählstelle in der Aschaffenburger Alexandrastraße

Am 24.Januar 2019 wurde der 100.000ste Radfahrer an der Zählstelle in der Alexandrastraße gezählt. Die Zählsäule war am 10. August 2018 aufgebaut worden.

Dass in nur fünf Monaten die 100.000-Marke geknackt wurde übertraf selbst die Erwartungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes. So ließ es sich Oberbürgermeister Klaus Herzog nicht nehmen, den Jubiläums-Radler am Donnerstagabend persönlich in Empfang zu nehmen.

Mit einem Gutschein über 50 Euro bei einem Fahrradgeschäft seiner Wahl bedankte sich Klaus Herzog bei Markus Greber für sein umweltbewusstes Verkehrsverhalten, stellvertretend für alle Bürgerinnen und Bürger, die das Fahrrad im Stadtgebiet für kurze Wege nutzen und damit die Stadt ruhiger, sauberer und attraktiver machen.

Rund 500 Radlern am Tag passieren bei Wind und Wetter die Zählstelle in der Alexandrastraße. Dies zeigt, welchen Stellenwert das Fahrrad als Verkehrsmittel im Alltagsverkehr in Aschaffenburg inzwischen eingenommen hat. Vor allem von Radfahrerinnen und Radfahrern auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkauf in die Innenstadt wird der Straßenabschnitt gut genutzt. Das bestätigen die Daten der Zählstelle.

Quelle: Stadt Aschaffenburg am 24.01.2019

Berlin: Mauerweg wird instandgesetzt und barrierefrei gestaltet

Aus der Sitzung des Senats am 8. Januar 2019: In seiner heutigen Sitzung hat der Senat auf Vorlage der Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Regine Günther, das Konzept zur Ertüchtigung und zum Erhalt des Mauerweges beschlossen. Der Mauerweg, der 160 Kilometer entlang der ehemaligen DDR-Grenzanlagen rund um das frühere Westberlin verläuft, soll in den kommenden Jahren erneuert und attraktiver gestaltet werden.

Teilabschnitte des Mauerwegs müssen neu gebaut oder saniert werden, damit eine durchgängig sichere und nutzerfreundliche Begeh- und Berollbarkeit gewährleistet ist. Die Maßnahmen zur Verbesserung und Instandsetzung sollen in den kommenden Jahren umgesetzt werden.

Als weltweit einmaliger Themenpfad vermittelt der Berliner Mauerweg auf besondere Weise die Geschichte des ehemals geteilten Deutschlands. Er hat sich in den vergangenen Jahren zu einem festen Bestandteil des Berlin-Tourismus entwickelt und bietet zugleich allen Bürgerinnen und Bürgern aus Berlin und Brandenburg vielfältige Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten.

Im Sommer 2018 erfolgte eine Bestandsaufnahme des gesamten Mauerweges. Betrachtet wurden die Art des Belags, Breite und Zustand der Wegeflächen sowie der angrenzenden Vegetationsbestände. Besonderes Augenmerk wurde auf die Barrierefreiheit gelegt. In der umfassenden Analyse wird die gesamte Strecke nach fünf Kategorien von "mangelfrei" bis "Gefahrenstelle" bewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass trotz eines insgesamt positiven Zustandes an zahlreichen Abschnitten Mängel vorliegen.

Die Pflege und Unterhaltung des Berliner Mauerweges obliegen bislang einer Vielzahl von Flächeneigentümern. Um ein kontinuierliches Qualitätsmanagement zu gewährleisten, ist die Übertragung des Projekt-, Bau- und Betriebsmanagements des Mauerweges an die Grün Berlin GmbH vorgesehen.

Mit eingebunden in die Bestandsaufnahme waren die Berliner Bezirke, die Brandenburger Gemeinden sowie weitere Verwaltungen und Institutionen, die für Teilflächen des Berliner Mauerweges zuständig sind. Der kontinuierliche Austausch mit allen Beteiligten soll auch in Zukunft fortgeführt werden.

Die Kosten für die anstehenden Ertüchtigungs- und Entwicklungsmaßnahmen belaufen sich in den kommenden Jahren voraussichtlich auf rund 12,4 Mio. Euro. Die Kosten sind im Entwurf des Doppelhaushalts 2020/21 angemeldet. Darüber hinaus wird wegen der herausragenden touristischen Bedeutung des Mauerweges eine Förderung über Mittel aus der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) angestrebt.

Mauerweg Gesamtplan -> PDF-Dokument (7.3 MB)

Quelle: Senatskanzlei Berlin, Sprecher für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz am 08.01.2019

Brandenburg: Bau eines 5 km langen Radwegs zwischen Wensickendorf und Wandlitz entlang der B 273 als Bestandteil des Landesprogramms zur Schaffung eines Radwegenetzes an Bundes- und Landesstraßen

Der Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg startet die Bauarbeiten für den Radweg entlang der B 273 zwischen Wensickendorf und Wandlitz. Mitte des Jahres 2019 kann dann mit den Bauarbeiten begonnen werden. Die geplante Baumaßnahme ist Bestandteil des Programms des Landes Brandenburg zur Schaffung eines Radwegenetzes an Bundes- und Landesstraßen. 

"Ich freue mich, dass die Arbeiten in diesem Jahr planmäßig vorankommen. Nach den archäologischen Untersuchungen folgen jetzt die Baumfällarbeiten, so wie wir es im Herbst bei unserem Gespräch vor Ort besprochen hatten. Der Radweg trägt wesentlich zur Verkehrssicherheit bei, für alle Radfahrenden die auf dem Weg zur Schule, zur Arbeit und zu Freizeiteinrichtungen zwischen Wensickendorf und Wandlitz unterwegs sind", sagte Ministerin Schneider in Potsdam. 

Die Länge des Abschnitts liegt bei etwa 5 km. Es handelt sich um eine Gemeinschaftsmaßnahme des Landesbetriebs Straßenwesen, der Stadt Oranienburg und der Gemeinde Wandlitz.  Im Zusammenhang mit dem Bau ist auch die Errichtung einer Radwegbrücke über die Briese erforderlich. Parallel zum Bau ist vorgesehen, vorhandene Durchlässe im Baubereich zu erneuern und die Fahrbahndecke der B 273 vom Knotenpunkt B 273/ Basdorfer Straße bis zum Bahnübergang in Wensickendorf zu sanieren.

Alle betroffenen Grundstückszufahrten werden baulich angepasst. Zudem wird in den Ortslagen Wensickendorf, Stolzenhagen und Rahmersee im Auftrag der Stadt Oranienburg und der Gemeinde Wandlitz eine Straßenbeleuchtung installiert. Das Projekt wird in zwei Teilprojekten realisiert. Im ersten Teil werden die bauvorbereitenden Maßnahmen ausgeführt. Dazu gehören Baumfällungen und der abschnittsweise Abtrag des Oberbodens. Die Baumfällungen sind aus naturschutzfachlicher Sicht bis Ende Februar durchzuführen. Während der Baumfällarbeiten kann es zu zeitlich begrenzten Einschränkungen des Verkehrs auf der B 273 kommen. Für das zweite Teilprojekt werden gegenwärtig die Planunterlagen vorbereitet, damit die Baumaßnahme im laufenden Jahr fortgesetzt werden kann. Das Bauvorhaben wird gemeinsam von der Bundesrepublik Deutschland, der Gemeinde Wandlitz und der Stadt Oranienburg mit 2,5 Millionen Euro finanziert.

Quelle: Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung am 18.01.2019

Hamburg: Geplante Maßnahmen für das Jahr 2019 beim Veloroutenausbau und der Routenauswahl für die geplanten Radschnellwege

Der Veloroutenausbau läuft bereits auf Hochtouren. 2019 werden Abschnitte der Velorouten 1 (Fahrradstraße Chemnitzstraße, Lückenschlüsse Othmarschen), Veloroute 3 (Rothenbaumchaussee bis Schlüterstraße), Veloroute 5 (Ballindamm, Pergolenviertel), Veloroute 7 (Steindamm) und Veloroute 13 (Holstenplatz bis Alsenstraße) in Bau gehen bzw. fertiggestellt.

Neben den Velorouten werden auch noch weitere Radverkehrsanlagen erneuert. Zur Bilanz der Radverkehrsanlagen zählen auch Maßnahmen des Erhaltungsmanagements Straße (EMS), der Busoptimierung, der Erschließungen, bei denen der Radverkehr profitiert, und Instandsetzungen von vorhandenen Radwegen. Beispiele sind: Alsenplatz, Barsbütteler Straße, Bergedorfer Straße, Binnenfeldredder, Borgweg, Burgstraße, Ernst-Bergeest-Weg, Finkenwerder Norderdeich, Friedensallee, Horner Rampe, Kupferdamm, Luruper Chausse, Luruper Hauptstraße, Maienweg, Nordschleswiger Straße, Reventlowstraße, Sierichstraße, Sievekingdamm, Wöhlerstraße.

Auch bei den Radschnellwegen geht es voran. Gemeinsam mit der Metropolregion werden Machbarkeitsstudien für sechs Korridore im Zulauf auf Hamburg erarbeitet, in alle Himmelsrichtungen. Ein weiterer siebter Korridor wird gerade vorbereitet. Ziel ist es, machbare Trassen für Radschnellwege zu finden und eine optimale Verknüpfung mit dem Hamburger Veloroutennetz zu schaffen. Die europaweite Ausschreibung ist 2018 erfolgreich abgeschlossen worden, auch renommierte internationale Büros aus Dänemark und den Niederlanden sind dabei. Im Jahr 2019 sind erste Ergebnisse zu Trassenvarianten zu erwarten. Geplant ist zu Jahresbeginn eine große Online-Beteiligung für Bürgerinnern und Bürger in Hamburg und der Region.

Quelle: Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation am 07.01.2019

Hessen: Kreuzungen in Gießen sollen für Radverkehr sicherer werden

Um die Sicherheit für den Radverkehr zu verbessern wurde im Schiffenberger Weg, Ecke Steinberger Weg kürzlich eine zusätzliche Signalisierung für den Radverkehr ("Fahrradampel") installiert. "Der Radverkehr bekommt hier schon Grün, während der stadtauswärts fahrende Kraftfahrzeugverkehr noch warten muss. Auch an weiteren stark befahrenen Kreuzungen sollen die Lichtsignalanlagen so ausgestattet werden", berichtet Bürgermeister Peter Neidel.

"Alle Verkehrsteilnehmende, ob im Auto, im Bus, zu Fuß oder mit dem Fahrrad, sollen sicher in der Stadt unterwegs sein können. Deshalb wird der Verkehrsfluss an großen Kreuzungen mit Ampeln gesteuert. Dennoch kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen geradeaus fahrendem Radverkehr und Kraftfahrzeugverkehr, der beim rechts oder links abbiegen dessen Vorrang missachtet", so Neidel weiter.

Mit Hilfe von eigenen Signalen wie im Schiffenberger Weg könne dem Radverkehr früher grün gegeben werden und radele so schon über den kritischen Bereich der Einmündung, wenn der Kraftfahrzeugverkehr gerade erst anfahre.

"Vorgezogenes Fahrradgrün kann sich nebenbei auch positiv auf die Flüssigkeit des Kraftfahrzeugverkehrs auswirken. Je schneller der Radverkehr abfließt, desto früher kann der Kraftfahrzeugverkehr abbiegen", beschreibt der Bürgermeister die Vorteile der neuen Technik.

Soweit die bestehende Technik es ermögliche, spätestens aber bei der Erneuerung von in die Jahre gekommenen Ampeln und natürlich beim Neubau, werden in den kommenden Jahren nach und nach an allen stark befahrenen Kreuzungen Signalgeber für den Radverkehr ergänzt werden. "Bereits in den kommenden Wochen sollen Schiffenberger Weg / Sandkauter Weg, Frankfurter Straße / Wetzlarer Straße sowie Marburger Straße / Ludwig-Richter-Straße folgen", berichtet Neidel abschließend.

Quelle: Stadt Gießen am 29.01.2019

Hessen: Stadt Kassel will Förderung des Radverkehrs nach Ablehnung des Bürgerbegehrens deutlich beschleunigen

Die Stadt Kassel will einen noch stärkeren Fokus auf den Ausbau des Radverkehrs legen. Oberbürgermeister Christian Geselle und Verkehrsdezernent Dirk Stochla kündigten an, eine Magistratsvorlage in die politischen Gremien einzubringen, in der die wesentlichen Ziele der Initiative Radentscheid aufgegriffen werden, deren Ziele nach Prüfung durch die Stadtverwaltung aus mehreren rechtlichen Gründen als unzulässig abgelehnt wurden.

Die Stadt ist sich ihrer Verantwortung für die Gewährleistung einer stadtgerechten Mobilität in Kassel bewusst und erkennt an, dass dafür der Kfz-Anteil insbesondere bei innerstädtischen Fahrten kurzer Wegestrecken spürbar gesenkt werden muss. Ein adäquates Mittel dafür besteht unter anderem in der deutlich beschleunigten Förderung des Radverkehrs.

Die Stadt Kassel wird:

a) bei der Abwägung von Planungsvarianten innerhalb von Straßenbauprojekten die Belange des Radverkehrs mit hohem Gewicht im Rahmen der geltenden Regelwerke berücksichtigen. Sofern in den Regelwerken Mindestmaße für den Radverkehr angegeben sind, sollen diese – soweit baulich möglich – nicht zum Ansatz kommen, sondern es sollen Regelmaße verwendet werden,

b) den Radverkehr – soweit möglich – über längere Strecken einheitlich und vom Fußverkehr getrennt führen,

c) einen besonderen Schwerpunkt beim Ausbau sicherer Radrouten auf die Strecken entlang von Hauptverkehrsstraßen richten,

d) im Nebenstraßennetz die Radrouten komfortabel und durchgängig befahrbar herstellen und den Kfz-Durchgangsverkehr dort geeignet reduzieren bzw. entschleunigen.

e) die Fuß- und Radverkehrsinfrastruktur im Umkreis von 500 m um Schulen und Kindergärten, insbesondere auch durch bauliche Maßnahmen, sicherer machen,

f) an Lichtsignalanlagen – soweit örtlich möglich und rechtlich zulässig – aufgeweitete Radaufstellbereiche oder andere sichere und für den Kfz-Verkehr deutlich wahrnehmbare Radverkehrsführungen einrichten und i. d. R. kontaktlose Technologien zur Grünzeitanforderung für Radfahrer einsetzen.

g) ein Programm zur Steigerung der Anzahl der Radabstellplätze in Ausführung und Ausstattung nach dem Stand der Technik auflegen; als grobes Maß für den Bedarf gilt dabei, dass die Anzahl öffentlich nutzbarer Radabstellplätze in einem Bezugsgebiet ca. 20 Prozent der Anzahl der Kfz-Stellplätze im öffentlichen Raum betragen soll,

h) eine als dauerhaft angelegte Kampagne für mehr Rücksichtnahme im Verkehr, die alle Verkehrsarten adressiert, in Verbindung mit fördernder Öffentlichkeitsarbeit für den Rad- und Fußverkehr sowie den Öffentlichen Personennahverkehr auflegen.

Die Stadt Kassel ist sich bewusst, dass zur Förderung des Radverkehrs flächenbezogene Zielkonflikte mit anderen Verkehrs- bzw. Nutzungsarten gelöst werden müssen. Die Stadt Kassel wird bei allen künftigen Maßnahmen die Bedarfe für den fließenden und ruhenden Kfz-Verkehr kritisch bewerten und auch Planungsvarianten vorschlagen, bei den Fahrspuren bzw. Kfz-Stellplätze ganz oder teilweise wegfallen. Dabei ist jeweils aufzuzeigen, wie bzw. zu welchem Grad die bisherigen Verkehrs- und Nutzungsfunktionen zukünftig erfüllt werden können.

Quelle: Stadt Kassel am 25.01.2018

Zu den vollständigen Pressemitteilungen des Volksentscheids Kassel und der Stadt Kassel

Mecklenburg-Vorpommern: Ostseeküsten-Radweg in Altefähr (Insel Rügen) wird weiter ausgebaut

Geplant ist, den bisher unbefestigten Weg zwischen Altefähr und der B 96 ab der Gärtnerei auf einer Länge von 405 Metern und einer Breite von zweieinhalb Metern auszubauen. Damit wird eine Lücke zur B 96 geschlossen. Der "Schwarze Weg" gehört zum Radwegenetz des Ostseeküstenradweges, der auf 278 Kilometern rund um die Insel führt. Der Ostseeküsten-Radweg führt über insgesamt circa 800 Kilometer von der dänisch-deutschen Grenze entlang der gesamten Ostseeküste, einschließlich der Umrundung der Insel Rügen, bis zur deutsch-polnischen Grenze bei Ahlbeck und leitet Ausflügler auf der Tour zu den UNESCO-Welterbestädten Wismar und Stralsund, den Rügener Kreidefelsen, der Usedomer Bäderarchitektur in Zinnowitz und letztlich zu den Kaiserbädern.

Die Gesamtinvestitionen für den Ausbau des Radweges betragen knapp 184.000 Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" (GRW) in Verbindung mit Mitteln aus dem "Europäischen Fonds für regionale Entwicklung" (EFRE) in Höhe von rund 165.000 Euro.

Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit am 01.01.2019

Niedersachsen: Vorrangnetz für den Alltagsradverkehr der Region Hannover - Ihmebrücke wird für Radweg verbreitert

Mit dem Rad von Ronnenberg nach Devese: Am 21. Januar 2019 begannen die Umbauarbeiten an der Ihmebrücke bei Ihme-Roloven (Stadt Ronnenberg) für den geplanten Neubau des Radweges.

Der Radweg ist im Vorrangnetz für den Alltagsradverkehr der Region Hannover enthalten und wird von Ronnenberg nach Devese über die Ihmebrücke geführt. Die Ihmebrücke wird dafür verbreitert.

Die Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende April 2019.

Quelle: Region Hannover am 15.01.2019

Nordrhein-Westfalen: Arbeiten für den ersten Bauabschnitt des Radschnellweges Ruhr in Bochum haben begonnen

Die vorbereitenden Arbeiten für den ersten Bauabschnitt des Radschnellweges Ruhr in Bochum haben begonnen. Von der Stadtgrenze Gelsenkirchen bis zur Darpestraße lässt die Stadt auf der ehemaligen Bahntrasse der Rheinischen Bahn Sträucher und sonstiges Unterholz beseitigen. Anschließend wird in Abstimmung mit der unteren Naturschutzbehörde festgelegt, in welchem Umfang Baumfällungen notwendig sind.

Für den rund 900 Meter langen Abschnitt "Grüner Rahmen" im Stadtteil Stahlhausen hat das NRW-Verkehrsministerium eine Förderung in Höhe von 1,7 Millionen Euro bereitgestellt. Die Kosten für die Realisierung der Teilstrecke sind mit 2,3 Millionen Euro veranschlagt. Das Projekt wird im Zuge der Umnutzung der ehemaligen Industriebrache "Untere Stahlindustrie" umgesetzt. Insgesamt wird der RS1 auf einer Strecke von circa 17 km das Bochumer Stadtgebiet durchqueren.

Der RS1 wird im Endausbau auf gut 100 Kilometern zehn Städte zwischen Duisburg und Hamm miteinander verbinden. Bauträger ist Straßen.NRW; das erste Teilstück des Radschnellweges Ruhr zwischen Essen und Mülheim hat der Regionalverband Ruhr (RVR) bereits Ende 2015 fertiggestellt.

Quelle: radschnellwege.nrw am 16.01.2019

Rheinland-Pfalz: Nächster Schritt für Pendlerradroute Worms-Wörth - Mit Route "Oberrhein" sind nun drei von sieben Verbindungen auf den Weg gebracht

Die Pendler-Radroute "Oberrhein" kommt voran. Mit der Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung wurde nun eine weitere Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die die beste Route zwischen Worms und Ludwigshafen finden soll. Damit sind die Machbarkeitsstudien für alle drei Abschnitte der gesamten Pendlerradroute "Oberrhein" von Worms bis Wörth auf den Weg gebracht. Dies hat Verkehrsstaatssekretär Andy Becht bekannt gegeben.

"Eine 80 Kilometer lange Pendler-Radroute entlang des Oberrheins ist ein gewaltiger Fortschritt für alle Pendler. Zwischen Worms, Ludwigshafen und Wörth wohnen viele Menschen, die zu den Hochschulen oder ihren Arbeitsplätzen pendeln und für die das Fahrrad eine echte Mobilitätsalternative zum Auto ist. Mit einer Pendler-Radroute schaffen wir eine schnelle und sichere Verbindung", sagte Verkehrsstaatssekretär Andy Becht.

Mit der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung zwischen dem Land  Rheinland-Pfalz, dem Verband Region Rhein-Neckar (VRRN),  den Städten Frankenthal und Ludwigshafen und dem Rhein-Pfalz-Kreis für eine Pendler-Radroute von Worms bis Ludwigshafen sind die Machbarkeitsstudien für die komplette Pendler-Radroute Oberrhein von Worms bis Wörth auf den Weg gebracht. Das Land übernimmt 80 Prozent der Kosten der Studie.

Anhand der Machbarkeitsstudien soll die beste Verbindung zwischen Worms und Ludwigshafen bis Wörth inklusive einer Rheinquerung nach Baden-Württemberg gefunden werden. Die Teilbereiche der Pendlerradroute Oberrhein, für die Machbarkeitsstudien auf den Weg gebracht wurden, sind Worms-Ludwigshafen, Ludwigshafen-Schifferstadt, Schifferstadt-Wörth/Karlsruhe. 

Mit der Route "Oberrhein" sind nun drei von sieben Verbindungen in Rheinland-Pfalz auf den Weg gebracht worden, die der Landesbetrieb Mobilität in einer Potenzialanalyse als mögliche Pendler-Radrouten identifiziert hatte.

Das Land will, zusammen mit den Kommunen, auch die vier weiteren Korridore in dieser Legislaturperiode planerisch beginnen.

Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau am 02.01.2019

Thüringen: Freistaat fördert Erlebnisradweg entlang der Gera in Erfurt mit 2,8 Millionen Euro

Mit der Bundesgartenschau 2021 wandelt sich die Nördliche Geraaue in Erfurt zu einem Freizeitpark mit Aktions-, Spiel- und Sportbereichen. Die bestehenden Grünanlagen werden über 4,5 Kilometer aufgewertet und durch neu gewonnene Parkanlagen zu einem Landschaftspark entlang der Gera vom Nordpark bis zum Kilianipark verwoben. Bis 2021 wird dafür der beliebte Gera-Radweg zum Erlebnisradweg umgestaltet und in seiner touristischen Bedeutung aufgewertet.

Insgesamt 2,8 Millionen Euro stellt der Freistaat für die Ausgestaltung des Radwegs zur Verfügung. Die Förderbescheide übergab Thüringens Wirtschaftsminister, Wolfgang Tiefensee an Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein. Die Bau- und Nebenkosten des Gesamtvorhabens liegen bei etwa 5 Millionen Euro.

"Der Gera-Radweg ist ein wichtiges Bindeglied zwischen der BUGA-Ausstellungsfläche auf dem Petersberg und der BUGA-Fläche Nördliche Geraaue, die in besonderer Weise von dem Großereignis 2021 profitiert. Der bevölkerungsreiche Norden erfährt damit eine dauerhafte Aufwertung", freut sich Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein über die Fördermittel des Freistaates.

"Durch den Ausbau zum Erlebnisradweg wird der Gera-Radweg ein attraktiver Teil der BUGA-Ausstellungsfläche und macht so die nördliche Geraaue auch über 2021 hinaus für Radtouristen interessant", betont Wirtschaftsminister Tiefensee. Denn durch die geplanten Maßnahmen entstehe nicht nur eine facettenreiche Parklandschaft im innerstädtischen Bereich, der durchgängige Radverkehr durch die Stadt Erfurt werte auch den Gera-Radweg als Radfernroute für Natur- und Aktivtouristen auf.

Der Radweg wird durchgängig auf eine Breite von 3,50 Meter in Asphaltbauweise erweitert; im Bereich der Auenstraße sogar auf 4,75 Meter. Die neue Wegeführung unterquert künftig die Warschauer Straße und die Gleise der Straßenbahn; über die Straße der Nationen wird eine neue Brücke führen. Als Orientierung für die Radfahrer wird auf den Erlebnisradweg ein Gestaltungsband aus Kaltplastik aufgebracht, das teilweise mit touristischen Informationen und Grafiken versehen ist. Im Zuge der Umgestaltung entstehen zudem Bereiche mit ganz unterschiedlicher Charakteristik. Zehn Spielplätze werden modernisiert oder entstehen neu. Die Geraterrassen und ein Teich inmitten der ausgedehnten Rasenflächen laden dazu ein, Freizeit am Wasser zu verbringen. Ein Schaukraftwerk macht erlebbar, wie mittels Wasserkraft Strom erzeugt wird. Acht Brücken werden saniert, Uferbereiche und Flussläufe renaturiert, neue Aktionsbereiche wie eine hochmoderne Skateranlage im Nordpark geschaffen. So erhalten Besucher eine grüne Freizeitoase besonderer Qualität.

Der 75 km lange Gera-Radweg führt von der Schmücke im Thüringer Wald bis zum Zusammenfluss von Gera und Unstrut nahe Gebesee. Meist entlang des Flusses überwindet die größtenteils befestigte Radtrasse 766 m Höhendifferenz und durchquert auch die Landeshauptstadt vom Dreienbrunnenbad im Süden über den Luisenpark, vorbei am Bahnhof durch die Altstadt und dann durch das künftige BUGA-Gelände vom Nordpark mit Thüringens größtem Freibad bis zum Kilianipark in der Geraaue.

Quelle: Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft am 17.01.2019

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31. Januar 2019
Quelle
difu
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