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November 2017

Radwegebau in den Bundesländern

Radwegbaustelle
Radwegbaustelle © Doris Reichel

Baden-Württemberg: Lücke im Radwegenetz zwischen Rottenburg-Dettingen und Ofterdingen wird geschlossen

Zwischen Rottenburg-Dettingen und Ofterdingen haben am 29.11.2017 die Arbeiten am neuen Radweg parallel zur Landesstraße 385 begonnen. Mit dem Ausbau wird eine durchgängige und sichere Radwegverbindung durch den Rammert und das Katzenbach-Dünnbachtal geschaffen. Verkehrsminister Winfried Hermann hob die Bedeutung der Strecke für den Freizeit- und Alltagsverkehr heraus: "Wir wollen Radfahren attraktiv machen, daher ist es wichtig, dass Lücken wie diese nach und nach geschlossen werden." Bisher mussten RadfahrerInnen zum Teil auf der vielbefahrenen L 385 radeln, was nicht ungefährlich ist. "Es ist mir als ehemaligem Rottenburger ein großes Anliegen, diesen sicheren Radweg zu bauen, allerdings wie im ganzen Land nach sachlichen Bedarfs- und Realisierungskriterien und nicht, weil ich aus Rottenburg stamme", so Hermann.

Der Radweg ist Teil des Radwegebauprogramms des Landes und des Radwegenetzkonzeptes des Landkreises Tübingen. Um die Attraktivität des Fahrradverkehrs in Baden-Württemberg zu steigern, sollen die Radverkehrsinfrastruktur und die Verkehrsverhältnisse für die Radfahrerinnen und Fahrradfahrer, besonders für die Mobilität im Alltag, nachhaltig verbessert werden.

Radweg ensteht nach Prinzip des geringstmöglichen Eingriffs

"Seit mehr als 20 Jahren steht der Ausbau des Radwegs zwischen Rottenburg-Dettingen und Ofterdingen auf der Wunschliste der beiden Kommunen. Umso mehr freue ich mich, dass wir dieses Projekt jetzt realisieren können. Wir stärken damit nicht nur die Sicherheit und die Attraktivität des Radverkehrs, sondern leisten auch einen Beitrag für eine noch engere Verbindung zwischen Rottenburg und dem Steinlachtal", so Regierungspräsident Klaus Tappeser. Im Auftrag des Regierungspräsidiums Tübingen wird die Umsetzung der Baumaßnahme durch die Stadt Rottenburg am Neckar überwacht. Die rund 4,2 Kilometer lange Baustrecke beginnt auf Gemarkung Rottenburg-Dettingen, 2,5 Kilometer südöstlich des Dettinger Ortszentrums im Gewann Seidenbrunnen und circa 80 Meter südlich der L 385. Sie endet mit der Anbindung an den Kreisverkehr nach der Ortseinfahrt von Ofterdingen. Rund zwei Kilometer des Radweges werden nach dem Prinzip des geringstmöglichen Eingriffs entweder als straßenbegleitender Weg mit bituminöser Befestigung oder als ein von der L 385 abgerückter Weg mit wassergebundener Befestigung neu gebaut. Im Übrigen wird der Radweg auf dem bestehenden, in der Regel forstwirtschaftlichen Wegenetz geführt. Die bestehenden Wege werden zum Teil ausgebaut.

Der Radweg verläuft auch durch die FFH-Gebiete des "Rammerts" und das Naturschutzgebiet "Katzenbach-Dünnbachtal". Durch die Mitbenutzung bestehender Wege konnten die Eingriffe stark reduziert werden. Darüber hinaus sind als Ausgleich für zusätzlich in Anspruch genommene Flächen naturschutzrechtliche Kompensationsmaßnahmen vorgesehen. Hierzu zählt beispielsweise die Wiederherstellung von Biotopen und von lebensraumtypischen Waldbeständen.

Die Kosten für die Gesamtmaßnahme betragen rund 1,3 Millionen Euro. Der Löwenanteil von 1,23 Millionen Euro wird vom Land Baden-Württemberg getragen. Die restlichen Kosten von circa 70.000 Euro tragen die Stadt Rottenburg a. N. und die Gemeinde Ofterdingen. Die Fertigstellung der Maßnahme ist für Ende Mai 2018 vorgesehen.

Quelle: Ministerium für Verkehr und Regierungspräsidium Tübingen am 29.11.2017

Baden-Württemberg: Neue Markierungen für den Radverkehr im Landkreis Lörrach

Im Rahmen der Umsetzung des Radverkehrskonzepts des Landkreises Lörrach wurden neue Fahrradpiktogramme und Linksabbiegestreifen auf der B3 und L134 in Schliengen aufgetragen. Das Fahrradsymbol kommt an Stellen zum Einsatz, an denen die Fahrbahn für das Markieren von Fahrrad-Schutzstreifen zu schmal ist. Die Piktogramme machen Auto- und Fahrradfahrer darauf aufmerksam, dass die Fahrbahn von beiden Verkehrsarten benutzt werden soll und gegenseitig aufeinander Rücksicht genommen wird.
 
Die Radverkehrsbeauftragte des Landkreises Lörrach, Leonie Wiesiollek, erklärt den Hintergrund für die Fahrradpiktogramme: "In der letzten Schliengener Verkehrsschau wurde die benutzungspflichtige Führung des Radverkehrs auf den von Fußgängern und Radfahrern genutzten Wegen neben der B3 aufgehoben. Anstelle eines gemeinsamen Geh- und Radweges zeigt die Beschilderung nun 'Gehweg, Radverkehr frei'. Gemeinsame Geh- und Radwege müssen von Fahrradfahrern genutzt werden, währenddessen Wege, die mit 'Gehweg, Radverkehr frei' ausgeschildert sind, von Fahrradfahrern genutzt werden dürfen." Fahrradfahrer haben jetzt also die Wahl, ob sie die Fahrbahn oder den Gehweg nutzen. Die Radverkehrsführung auf der Fahrbahn - im Blickfeld der Autofahrer – gilt als weniger unfallträchtig. Vor allem linksfahrende Fahrradfahrer im Seitenraum können von einbiegenden Autofahrern an einmündenden Straßen leicht übersehen werden.
 
Wiesiollek erläutert weiter: "Auch auf der L134 kommen die Fahrradpiktogramme zum Einsatz, da die vorhandene Fahrbahnbreite das Markieren von beidseitigen Schutzstreifen nicht zulässt. Außerdem haben wir an den wichtigen Kreuzungen rote Linksabbiegespuren für den Radverkehr markieren lassen."
 
Neben Schliengen sind in den vergangenen Jahren auch in den Gemeinden Rümmingen und Maulburg Fahrradpiktogramme auf den wichtigen Radverkehrsachsen markiert worden.  Der Landkreis Lörrach appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, den vorhandenen Verkehrsraum rücksichtsvoll miteinander zu teilen und wünscht eine sichere Fahrt.

Quelle: Landratsamt Lörrach am 10.11.2017

Berlin: Senatorin Günther stellt Geschützte Radstreifen vor

Auf der diesjährigen Fahrradkommunalkonferenz 2017 in Berlin hat Senatorin Regine Günther die geplanten geschützten Radstreifen am Beispiel der Planung für die Hasenheide vorgestellt. Weitere geschützte Radstreifen befinden sich in Planung und werden derzeit mit den Bezirken abgestimmt.

Zukünftig soll in Berlin an Hauptverkehrsstraßen die Verkehrssicherheit für Radfahrende durch eine verbesserte Infrastruktur deutlich verbessert werden. Geschützte Radstreifen sind – neben baulichen Radwegen – eine zentrale Maßnahme zur Steigerung sowohl der objektiven als auch der gefühlten Verkehrssicherheit und der Umsetzung der Vision Zero: der weitgehenden Reduzierung von Toten und Schwerverletzten im Straßenverkehr. Die Umsetzung soll mit dem Start der Bausaison 2018 beginnen.

Folgende Eckdaten sind für die geschützten Radstreifen vorgesehen:

  • Breite: mindestens 2 Meter
  • Sperrfläche: 1 Meter Breite zwischen Rad- und Autoverkehr
  • Poller (0,9 m hoch) verhindern ein Befahren der Radstreifen
  • Eine grüne, flächendeckende Färbung wird die Radstreifen auch optisch von der Fahrbahn trennen.

Der vorgestellte geschützte Radstreifen an der Hasenheide wird von Südstern bis Wissmannstraße auf der südlichen Seite verlaufen. Die konkrete bauliche Umsetzung wird jeweils nach den Gegebenheiten vor Ort entschieden. Es wird Bereiche mit und ohne Parkstreifen für den ruhenden Verkehr geben. Für Kreuzungsübergänge und Nachtbus-Haltestellen sind Unterbrechungen vorgesehen.

Geschützte Radstreifen und eine signifikante Verbesserung der Verkehrssicherheit sind zwei zentrale Bestandteile des Berliner Mobilitätsgesetzes, das durch die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in Senat und Abgeordnetenhaus eingebracht werden wird. Berlin wird als erste Kommune in Deutschland geschützte Radstreifen einführen. Der Teil Radgesetz des Mobilitätsgesetzes ist das erste seiner Art in Deutschland.

Quelle: SenUVK am 07.11.2017

Bremen: 2,4 Millionen Euro für Mobilität und Klimaschutz - Baubeginn für Fahrradquartier in der Bremer-Neustadt

Initiiert wurde es von der School of Architecture der HSB und dem ADFC. Der Senator für Umwelt, Bau und Verkehr und die Hochschule Bremen hatten sich gemeinsam in einem Wettbewerbsverfahren um Fördermittel im "Bundeswettbewerb Klimaschutz im Radverkehr" der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) für ein "Fahrradmodellquartier Alte Neustadt Bremen – von der Fahrradstraße zur Fahrradzone" beworben und nach mehreren Verhandlungsrunden durchgesetzt. Im Ergebnis wurden für die Umsetzung des Fahrradmodellquartiers für den Senator für Umwelt, Bau und Verkehr 1.576.361 Euro und für die Hochschule Bremen 834.835 Euro Fördermittel zur Verfügung gestellt.

Mit der Konzeptionierung, Planung und Umsetzung der verkehrlichen Maßnahmen ist das Amt für Straßen und Verkehr (ASV) betraut. Deren Leiterin Brigitte Pieper stellte zum Baubeginn die besonderen Herausforderung des Projektes heraus: "Die Planung und Umsetzung zahlreicher und auch zeitgleicher Maßnahmen innerhalb des Quartiers und ein ambitionierter Zeitplan werden in der kommenden Zeit die eine oder andere Herausforderung mit sich bringen. Es wird unsere Aufgabe sein, diese gemeinsam und einvernehmlich mit allen Beteiligten zu lösen. Die bisher gute Zusammenarbeit und die freudige und positive Erwartung im Stadtteil auf die Neuerungen im Quartier sind aber gute Grundlagen für ein gutes Miteinander."

Mehr Informationen auch unter www.radquartier-bremen.de

Quelle: Senator für Umwelt, Bau und Verkehr Bremen am 23.11.2017

Bremen: Verkehrsknotenpunkte sollen fahrradfreundlicher werden

Bremen baut weitere Verkehrsknotenpunkte um, um bessere Bedingungen für RadfahrerInnen zu schaffen. An 19 Kreuzungsbereichen mit Ampeln soll der Fahrradverkehr vom Fußgängerverkehr getrennt und parallel zur Fahrbahn geführt werden. Damit sind neben Umbauten und Markierungen auch neue Ampel-Steuerungen verbunden, damit RadlerInnen schneller vorankommen. Die Kosten betragen insgesamt rund 427.000 Euro. Bremen trägt nur ein Viertel der Kosten, die restlichen 75 Prozent werden aus Bundesmitteln nach dem sogenannten Entflechtungsgesetz finanziert. Das geht aus einer Vorlage für die Verkehrsdeputation hervor.

Die Umgestaltung von Kreuzungsbereichen verleiht dem umweltfreundlichen Fahrradverkehr weiteren Schwung, unterstreicht der verkehrspolitische Sprecher Ralph Saxe: "Wir entzerren den Fuß- und Radverkehr. Werden RadfahrerInnen vor Kreuzungen künftig parallel zum Kfz-Verkehr geführt, verbessert das die Sichtbeziehungen und damit die Sicherheit. Diese Maßnahmen sind ein wichtiges Element für unser grünes Ziel, die Anzahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten deutlich zu verringern. Nicht zuletzt kommen RadlerInnen durch die veränderten Ampelschaltungen schneller voran. Das ist ein Baustein, um die Bedingungen für FahrradfahrerInnen in Bremen weiter zu verbessern und noch mehr Menschen zum umsatteln zu bewegen. Mehr Radverkehr tut Bremen gut: Das schützt Umwelt und Klima, ist gesund und führt zu weniger Verkehrslärm. Nicht zuletzt entlastet ein zunehmender Anteil an FahrradfahrerInnen die Straßen vom Pkw-Individualverkehr, so dass alle besser vorankommen."

Um den Verkehrsfluss für RadfahrerInnen zu verbessern, sind im Zeitraum bis 2019 schrittweise Veränderungen an folgenden Knotenpunkten im Stadtgebiet vorgesehen: Jan-Reiners-Weg/Zubringer Horn-Lehe, Am Wall/Herdentor, Hollerallee/Hollersee, Friedrich-Ebert-Straße/Neuenlander Straße, Georg-Bitter-Straße/Auf der Hohwisch, Hohenlohestraße/Hermann-Böse-Straße, Richard-Boljahn-Allee/Karl-Kautsky-Straße, Theodor-Heuss-Allee/Findorffstraße, Hemmstraße/Utbremer Ring, Louis-Leitz-Straße/Franz-Schütte-Allee, Hansator/Hafenstraße/Neptunstraße, Kornstraße/ Meyerstraße, Thedinghauser Straße/Friedrich-Ebert-Straße, Augsburger Straße/Utbremer Ring, Fährstraße/Osterdeich, Solinger Straße/Duckwitzstraße, Stellichter Straße/Vahrer Straße, Thalenhorststraße/Hans-Bredow-Straße sowie Gastfeldstraße/Kirchweg.

Quelle: Ralph Saxe (Grüne Fraktion Bremen) am 02.11.2017

Hamburg: Fertigstellung der Osterstraße in Eimsbüttel nach zwei Jahren Bauzeit

Gut zwei Jahre nach dem ersten Spatenstich (15.10.2015) ist die Osterstraße fertig. Auf 1,3 Kilometern Länge wurde die zentrale Einkaufsstraße Eimsbüttels für acht Millionen Euro komplett umgestaltet und modernisiert. Die Radwege wurden auf die Straße verlegt, die Fußwege breiter gestaltet, die Straße erneuert, zwei Minikreisverkehre sind entstanden, die komplette "Stadtmöblierung" vom Mülleimer über Ruhebänke bis zu neuen Fahrradbügeln wurde verbessert und attraktiv gestaltet. Die Osterstraße hat künftig mehr Bäume als zuvor und wird mit nun 35.000 gepflanzten Blumenzwiebeln und Stauden ein attraktiver Anziehungspunkt im urbanen und dicht besiedelten Eimsbüttel  sein. Am 5.11.2017 wurde die neue Osterstraße offiziell auf dem Fanny-Mendelssohn-Platz eingeweiht.

Bezirksamtsleiter Kay Gätgens eröffnete zusammen mit Staatsrat Andreas Rieckhof (Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation) sowie Vertretern des Vereins Osterstraße e.V. die neu gestaltete Einkaufs- und Bummelmeile im Herzen Eimsbüttels. Zusammen räumten sie das letzte Baumaterial weg.

"Wir sind alle froh, dass die Bauzeit jetzt überstanden ist", sagt Bezirksamtsleiter Kay Gätgens mit Blick auf die vergangenen Beeinträchtigungen für Gewerbetreibende, Anwohner und Kunden. "Aber es hat sich gelohnt: Mit mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer ist die Osterstraße als wichtiges Zentrum Eimsbüttels für die Zukunft gut aufgestellt." Kein Vergleich zu den engen Bürgersteigen, wo sich Radler und Fußgänger in die Quere kamen.

Gätgens betont, dass es gelungen sei, einen großen Teil der im Rahmen der Bürgerbeteiligung geäußerten Wünsche von Anwohnern und Gewerbetreibenden umzusetzen. Dafür sowie für die gesamte Verkehrsplanung ist das Projekt im vergangenen Jahr bereits ausgezeichnet worden. Auf Wunsch der Eimsbüttelerinnen und Eimsbütteler ist schließlich auch der Heußweg neu gestaltet und der Kreisverkehr am Stellinger Weg gebaut worden.

Insgesamt wurde das acht Millionen Projekt – aus Mitteln der Verkehrsbehörde sowie aus bezirklichen Mitteln und Zuschuss der Bezirksversammlung Eimsbüttel – in drei Bauabschnitten realisiert. Im Verlaufe der Bauarbeiten zeigte sich, dass die neuen Parkregelungen anfangs noch nicht vertraut waren und auch die Mittelinsel der Osterstraße immer wieder zugeparkt war. Die Bezirksverwaltung hat hier nachgesteuert. "Wir werden den Verkehrsalltag weiter beobachten und im kommenden Jahr auch evaluieren", so Kay Gätgens, "so dass wir dann gegebenenfalls noch Anpassungen vornehmen können."

Quelle: Bezirksamt Eimsbüttel - Osterstraße - FHH - hamburg.de am 05.11.2017

Hessen: Start für Sanierungsprogramm der Industriestraßen in Frankfurt/Main - Radwegenetz wird berücksichtigt

Mit dem Investitionsprogramm "Industriestraßen" will die Stadt Frankfurt Synergieeffekte nutzen: Bereits 2015 hat die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, die Entwicklung eines nachhaltigen Gewerbegebiets Fechenheim-Nord/Seckbach voranzutreiben. Ein wichtiger Baustein ist die Infrastruktur. Ein modernes Straßenbild, das den Anforderungen und Bedürfnissen aller Verkehrsteilnehmer und Anlieger entspricht, trägt dazu bei, die Attraktivität des Industriegebiets zu steigern und langfristig als Standort zu sichern.

Bei geeigneten Straßenabschnitten berücksichtigt die Stadt auch den Ausbau des Radwegenetzes in den Planungen. Es ist vorgesehen, bis Ende 2018 eine Projektskizze mit ganzheitlichem Blick auf den Radverkehr in den Industriegebieten zu entwickeln und sich damit an dem Bundeswettbewerb "Klimaschutz durch Radverkehr" zu beteiligen. Hier werden Projekte mit Fördermitteln belohnt, die Modellcharakter in der radverkehrsfreundlichen Umgestaltung des Straßenraums haben oder die Radverkehrssituation in einem klar abgegrenzten Gebiet dauerhaft aufwerten.

Quelle: Stadt Frankfurt am 02.11.2017

Mecklenburg-Vorpommern: 12 Kilometer langer Radweg von Sassnitz zum Königsstuhl (Insel Rügen) wird gebaut

Auf der Insel Rügen (Landkreis Vorpommern-Rügen) soll ein Radweg von Sassnitz bis zum Königsstuhl durch den Nationalpark Jasmund gebaut werden. "Mit dem geplanten Vorhaben wird eine wichtige Lücke im Radwegenetz geschlossen. Das ist ein wichtiger Beitrag, um den Tourismus auf der Insel weiter zu beleben. Es wird ein wichtiges zusätzliches Angebot für Einheimische und Gäste auf Rügen geschaffen. So können wir die Region als Ganzes weiter voranbringen und stärken", sagte der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Harry Glawe vor Ort.

Weg führt durch den Nationalpark Jasmund

Die geplante Radwegtrasse soll vom nördlichen Rand der Ortslage Sassnitz zum Nationalpark-Zentrum Königsstuhl durch den Nationalpark Jasmund verlaufen. Der Weg wird entlang vorhandener Forstwegtrassen durch die nördlich von Sassnitz befindlichen Waldareale führen. Die Gesamtlänge des Radweges beträgt rund 12 Kilometer, die Radwegbreite überwiegend 2,50 Meter. Darüber hinaus sollen Rastmöglichkeiten entstehen. Der Radwegeausbau erfolgt mit einer hydraulisch gebundenen Tragdeckschicht (HGTD). "Hierbei handelt es sich um eine kostengünstige Ausbauform für ländliche Wege, die ökologischen Forderungen weitgehend entsprechen, gleichzeitig aber die Vorteile vollflächiger, gebundener Befestigungen beibehalten", so Glawe weiter.

Wirtschaftsministerium unterstützt vor Ort

Die Gesamtinvestitionen für den Radweg betragen rund 3,03 Millionen Euro. Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" in Höhe von rund 2,73 Millionen Euro.

Neun Radfernwege sowie 21 Rundrouten in M-V

In Mecklenburg-Vorpommern stehen neun Radfernwege mit etwa 2.300 Kilometern Länge sowie 21 Rundrouten zwischen 100 und 400 Kilometern Länge zur Verfügung. Insgesamt können die Radfahrer im Nordosten rund 5.100 Kilometer touristisch ausgeschilderte Radrouten und 1.900 Kilometer straßenbegleitende Radwege des überörtlichen Verkehrs nutzen.

Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit am 20.11.2017

Niedersachsen: "Klimaschutz im Radverkehr" - Baubeginn Radschnellweg zwischen Osnabrück und Belm

Der Bau des Radschnellwegs zwischen Osnabrück und Belm hat am 17.11.2017 begonnen. Das erste, 510 Meter lange Teilstück erstreckt sich entlang der Schlachthofstraße im Stadtteil Gartlage. Dort stellte Stadtbaurat Frank Otte die Vorteile des Radschnellweges und das weitere Vorgehen vor.

"Die Pendler sind für uns eine wichtige Zielgruppe", so Otte. "Wir rechnen damit, dass 1700 Menschen täglich den Radschnellweg nutzen werden und so der Pkw-Verkehr entlastet wird." Auf dem ersten Teilstück, das die Firma Dieckmann baut, wird es neben dem vier Meter breiten Radschnellweg auch noch einen zwei Meter breiten Fußweg geben. Beide sind durch eine Baumreihe voneinander getrennt. "Die Bäume bleiben erhalten und bei den Arbeiten wird sichergestellt, dass auch ihre Wurzeln keinen Schaden nehmen", so Otte. Gefördert wird der Bau des ersten Abschnitts zu 90 Prozent durch Mittel aus dem Bundeswettbewerb "Klimaschutz im Radverkehr". Insgesamt wird der Bau 7,5 Millionen Euro kosten.

Mit dem anliegenden Unternehmen KME hat die Stadt Lösungen entwickelt, um Problemen zwischen Rad- und Lkw-Fahrern in dem Bereich vorzubeugen. Wenn Lkw ankommen, halten sie zunächst auf einem Parkplatz, bis sie auf das Gelände des Unternehmens fahren. So kann der Radverkehr ungestört fließen.

Für den weiteren Verlauf des Radschnellweges hat die Stadt bereits Förderanträge gestellt. "Die Dauer bis zur Fertigstellung hängt auch von der Förderung ab, ohne die ein solches Projekt nicht möglich wäre", erklärt der Stadtbaurat. Anträge zur Förderung wurden nicht nur beim Bund, sondern auch beim Land Niedersachsen gestellt. "Dort zeigte man sich sehr zufrieden, wie weit die Planungen bereits fortgeschritten sind", sagt Otte.

Er rechnet mit einer Fertigstellung in zwei bis drei Jahren und sieht den Bau des Radschnellweges als mögliches Vorreiter-Projekt für Niedersachsen. "Radschnellwege sind Neuland für uns, aber auch für Städte im Allgemeinen", sagt Otte. In Göttingen gebe es zwar bereits einen solchen Weg, „dort wurden allerdings nicht alle Qualitätsmarkmale umgesetzt, die uns für Osnabrück wichtig sind.“ Diese sehen unter anderem eine Breite von vier Metern vor. Auf enge Kurven verzichten die Planer, um Geschwindigkeiten von 30 Kilometern in der Stunde zu ermöglichen. Reinigungs- und Winterdienste sorgen für Sicherheit. Weil es lediglich sanfte Steigungen und geringe Wartezeiten an Kreuzungen gibt, wird das Fahrrad oder E-Bike zu einer angenehmen Alternative zu Auto oder Bus. Die Beleuchtung soll durchgehend sein. "Hier werden wir eine Testphase mit Bewegungsmeldern durchführen, damit die Lampen nicht durchgehend leuchten", erklärt Otte.

Um zu dokumentieren, wie der Radschnellweg genutzt wird, sollen Zählanlagen aufgestellt werden. Wer auf der Strecke unterwegs ist, kann dann auf einer Anzeige sehen, wie viele Radfahrerinnen und Radfahrer in dem jeweiligen Jahr sowie an dem jeweiligen Tag dort bereits gefahren sind.

Quelle: Stadt Osnabrück am 17.11.2017

Nordrhein-Westfalen: Volles Haus bei Workshop-Veranstaltung zum Radverkehrskonzept der Stadt Wuppertal

Großes Engagement haben Wuppertals Radfahrer bewiesen: Bei einer Workshop-Veranstaltung diskutierten sie Ideen, die die Stadt fahrradfreundlicher machen sollen. Bis auf den letzten Platz füllte sich am 21.11.2017 die große Aula des Gymnasiums Bayreuther Straße. Rund 150 Bürger waren der Einladung der Stadt zur zweiten Öffentlichkeitsveranstaltung zur Aktualisierung des Radverkehrskonzeptes gefolgt.

Zukunftsfähiges Mobilitätskonzept: "Die rege Beteiligung zeigt, wie sehr das Thema Radfahren an Bedeutung gewinnt und dass es bei vielen Menschen in Wuppertal bereits angekommen ist. Das ist genau die Entwicklung, die unsere Stadt braucht: Zu einer zukunftsfähigen Mobilität gehört neben einem umweltfreundlichen  Individualverkehr ein ansprechendes Radverkehrsangebot, optimale Fußwegeverbindungen und ein breit aufgestellter, moderner öffentlicher Personennahverkehr. Den Radverkehr mit gezielten Maßnahmen zu fördern, ist hierbei ein elementarer Baustein", sagte Oberbürgermeister Andreas Mucke, der bei der Bürgerveranstaltung das Gespräch mit den Radfahrern suchte. Das von der Stadt beauftragte Planungsbüro Kaulen führte durch den Abend und präsentierte die Ergebnisse seiner umfassenden Radverkehrsanalyse. Neben Wuppertals Radwegen hatten die Mitarbeiter in den vergangenen Monaten auch Abstellanlagen genauer unter die Lupe genommen. Ihr Urteil: Abseits der Nordbahntrasse gibt es an vielen Stellen Verbesserungspotenzial - beispielsweise auf der B7 oder den zahlreichen Nord-Süd-Verbindungen.

Bürger diskutierten Ideen in zwei Workshops: Die Experten stellten außerdem ein für Wuppertal maßgeschneidertes Radwegenetz vor. Erarbeitet wurde der Entwurf mithilfe von Ideen, die Bürger bereits im April bei einer Auftaktveranstaltung beigesteuert hatten. Und auch beim Termin am Dienstag konnten sich interessierte Bürger wieder einbringen: In zwei Workshops setzten sie sich unter anderem mit den Fragen auseinander, wie sich der Straßenraum gerecht unter den Verkehrsteilnehmern aufteilen lässt und wie noch mehr  Autofahrer zum Umstieg aufs Rad motiviert werden können. 

Fördermittel für Baumaßnahmen: "Das alles sind wichtige Fragen, die wir klären müssen und bei denen uns die Meinung der Radfahrer hier in Wuppertal wichtig ist. Schließlich soll uns das Radverkehrskonzept langfristig als Arbeitsgrundlage dienen. Es geht darum, die Radverkehrsförderung in den kommenden Jahren nicht nur punktuell, sondern strategisch anzugehen", erklärte Verkehrsdezernent Frank Meyer. Gleichzeitig wirbt er um Verständnis dafür, dass die Maßnahmen angesichts der Haushaltslage der Stadt nur mit entsprechender Gegenfinanzierung realisiert werden können. Hier hofft die Stadt unter anderem auf Geld vom Bund zur Reduzierung der Stickoxid-Emissionen. Oberbürgermeister Mucke wird genau zu diesem Thema am kommenden Dienstag, 28. November, Wuppertals Interessen beim zweiten sogenannten kommunalen Dieselgipfel vertreten, zu dem die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel eingeladen hat.

Konzept wird politischen Gremien vorgelegt: Auch das Planungsbüro Kaulen ist jetzt wieder am Zug: Die Experten arbeiten derzeit daran, die neuesten Bürgeranregungen in die Entwürfe aufzunehmen. Bis Mitte 2018 soll das Konzept den politischen Gremien vorgelegt werden. Alle Netzpläne (Entwurfstatus) sowie die Präsentation des Planungsbüros können als PDF-Dateien abgerufen werden.

Downloads: Netzplan Abstellanlagen; Netzplan Mängelanalyse; Entwurf Radverkehrsnetz; Präsentation des Planungsbüros Kaulen

Quelle: Stadt Wuppertal am 24.11.2017

Nordrhein-Westfalen: Auf Schutzstreifen sicher durch Einbahnstraßen in Ahlen

Gewöhnen müssen sich Radfahrer und Autofahrer ab sofort auf fünf innerstädtischen Einbahnstraßen an die neuen Regelungen zum Radverkehr, die Markierungen wurden auf der Wallstraße, Nordenmauer, Ostenmauer, Moltkestraße und Holzweg aufgebracht. Ergänzt wurden die Markierungen durch entsprechende Beschilderungen, die Autofahrer auf entgegenkommenden Radverkehr aufmerksam machen.

Die Freigabe der Einbahnstraßen für Radfahrer ist ein zentraler Bestandteil des Radverkehrskonzeptes "PedAhlen", das die Innenstadt attraktiver machen will für den Zweiradverkehr. Im inneren Stadtkern hat die Stadt Ahlen in den letzten Jahren gute Erfahrungen gemacht mit dem Befahren der Einbahnstraßen in beide Richtungen. Mit dem jetzt erfolgten Schritt gilt in nahezu der kompletten Ahlener Innenstadt: Freie Fahrt für Fahrradfahrer in alle Richtungen. Die Stadt will damit einen Beitrag leisten, um Ahlen durchgängiger zu machen für Radfahrer.

Ein separater Schutzstreifen mit Piktogramm und Richtungspfeil schafft neben der Tempo-30-Beschilderung und dem Hinweis auf entgegenkommende Radfahrer den sicheren Rahmen. Sämtliche Markierungsarbeiten werden in sogenannter "Heißplastik" ausgeführt, die bis zu vier Millionen "Überrollungen" standhalten. "Wo die Reduzierung auf 30 noch nicht gilt, wird sie auf jeden Fall vor Freigabe für die Radfahrer noch angeordnet", sagt Robert Reminghorst, stellvertretender Leiter der Umweltbetriebe. Um die Umgewöhnung zu erleichtern, wird die Stadt Flyer verteilen, die für die neuen Verkehrsregeln werben. "Gemeinsam geht es besser", lautet der Appell an die gegenseitige Rücksichtnahme.

Nach Ansicht von René Bushuven, Mitarbeiter der Ahlener Umweltbetriebe, werde der vorhandene Verkehrsraum mit der Öffnung der Einbahnstraßen nun wesentlich gerechter aufgeteilt. "Das wird sich schnell einspielen", gibt sich Bushuven optimistisch. Wie bei allen Veränderungen brauche es etwas Zeit, bis sich Autofahrer und Radler auf die neue Situation eingestellt haben. Bei defensiver und respektvoller Fahrweise, die grundsätzlich sinnvoll sei im Straßenverkehr, würden auch zunächst noch skeptische Verkehrsteilnehmer schon in Kürze die Vorteile erkennen.  

Quelle: Stadt Ahlen am 15.11.2017

Nordrhein-Westfalen: Radfahrstreifen statt Autospuren in Köln - Stadt gibt wichtige Radfahrverbindung für die Nord-Süd-Achse offiziell frei

Auf der Ulrichgasse in der Kölner Innenstadt gibt es ab sofort in beiden Richtungen eine eigene Spur für Radfahrerinnen und Radfahrer im Straßenraum. Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat den Abschnitt am heutigen Freitag, 24. November 2017, vor Ort offiziell freigegeben. Damit konnte ein wichtiges Projekt aus dem Radverkehrskonzept Innenstadt umgesetzt werden. Das Besondere dabei ist, dass damit erstmals eine bisher dem Autoverkehr vorbehaltene Spur in eine Radspur umgewandelt worden ist.  

Nord-Süd-Querung für Radfahrer wird attraktiver

Die Ulrichgasse ist eine der Hauptverbindungsstrecken in der Innenstadt. Sie ist Teil der Nord-Süd-Achse, die in den Nachkriegsjahren im Sinne einer autogerechten Stadt gebaut und später entsprechend ausgebaut wurde. In den vergangenen Jahren sind die Bedeutungen dieser Achsen grundsätzlich in Frage gestellt worden, da vermehrt andere Nutzungen, vor allem die von Fußgängern und Radfahrern, in den Vordergrund gerückt sind.  

Im Rahmen der Erarbeitung des Radverkehrskonzeptes lag ein besonderer Schwerpunkt darauf, die Nord-Süd-Querung durch die Innenstadt für den Radverkehr deutlich zu verbessern. Eine der ersten Maßnahmen sollte der radgerechte Ausbau der Ulrichgasse sein und dabei im ersten Bauabschnitt der südliche Teil der Straße. Bisher gab es auf der Ulrichgasse überhaupt keine Führung für Radler.  

Im Zusammenhang mit der Erneuerung der Fahrbahndecke der Ulrichgasse konnten auch drei Ampelanlagen angepasst und erneuert sowie eine neue Aufteilung der Fahrspuren einschließlich der notwendigen Fahrbahnmarkierungen vorgenommen werden. Die Bauzeit betrug rund 13 Wochen.  

Zwei Spuren für Autofahrer, eine Spur für Radfahrer

Die Belastung der Ulrichgasse mit rund 30.000 Kraftfahrzeugen am Tag erlaubt eine Reduzierung auf jeweils zwei Fahrspuren pro Richtung. Dadurch war es möglich, die dritte Fahrspur dem Radfahrer zuzuordnen.  

Hinzu kommt der Wunsch aus der Politik, die restlichen Fahrspuren auf ein Maß von jeweils drei Metern zu beschränken, um dem schnellen Fahren entgegenzuwirken. Die bisherigen Fahrspuren waren mehr als 3,50 Meter breit.   Die nun vorgenommene, fahrradfreundliche Umgestaltung der Ulrichgasse auf einer Länge von etwa 340 Metern (zwischen Kartäuserwall und Ankerstraße/Im Dau) ist ein erster Schritt auf dieser Nord-Süd-Achse. Der zweite Bauabschnitt in Richtung Süden mit dem Umbau des Knotens Sachsenring/Ulrichgasse/Vorgebirgstraße soll im Sommer 2018 folgen. Die weiteren Planungen für die Ulrichgasse in Richtung Norden sollen in 2018 aufgenommen werden.  

Gute Erfahrungen mit der Vorgebirgstraße

Im südlichen Teil dieser Nord-Süd-Achse gibt es seit rund eineinhalb Jahren auf der Vorgebirgsstraße zwischen Bonner Wall und Volksgartenstraße einen Schutzstreifen. Dieser Schutzstreifen hat sich bisher gut bewährt und soll weitergeführt werden in Richtung Norden, bis kurz vor den Ringen. Hier gibt es die Besonderheit, dass für den Lückenschluss zwischen Vorgebirgsstaße und dem zweiten Bauabschnitt Ulrichgasse eine so genannte Piktogrammkette aufgetragen wird.    

Piktogrammkette – neu für Köln

Die Piktogrammkette ist ein völlig neues Instrumentarium für Köln, das in dieser Form und Konsequenz bisher keine Anwendung fand. Sie soll verdeutlichen, dass es hier zum einen eine Fahrradachse gibt, die Radfahrern vorbehalten ist. Und: Dem Autofahrer soll verdeutlicht werden, dass Radfahrern erlaubt ist, hier auf der Fahrbahn zu fahren. Die Piktogrammkette ist von der Stadt Köln neu entwickelt worden, Vorbild war ein ähnliches Projekt der Stadt Mainz, die 2017 den deutschen Fahrradpreis erhalten hat. Anmerkung: Zu Mainz gibt es allerdings einen wesentlichen Unterschied, denn die dortige Piktogrammkette war als Verdeutlichung des Radverkehrs auf der Fahrbahn gedacht, da es parallel einen baulichen, nicht benutzungspflichtigen Radweg gab.    

Weitere Aspekte für die Einrichtung der eigenen Radspur

  • Die Verwaltung erwartet sich von der Einrichtung auch eine Reduzierung der Fahrgeschwindigkeiten. Dies soll durch Messungen untermauert werden.  
  • Die Markierung mit der Piktogrammkette sorgt für eine eindeutige Beschilderung, so dass die städtische Verkehrsüberwachung hier bei Parkverstößen entsprechend ahnden kann.  
  • Die Radspur führt zu einer deutlichen Verbesserung für den Radverkehr, nicht nur hinsichtlich der Verkehrssicherheit in Längsrichtung, sondern auch in der Querbeziehung. Dies wird an den Knotenpunkten durch eigene Aufstellflächen und Ampelsignalisierungen für Radfahrer erreicht. Dadurch erhalten sie die Möglichkeit nach Überquerung der Autofahrspuren direkt oder indirekt nach links abzubiegen. Dies ist für die Ulrichgasse völlig neu.  
  • Mit der Neuregelung wird die Ulrichgasse von einer trennenden zu einer verbindenden Achse in der südlichen Innenstadt. Dies wird durch die Öffnung sämtlicher querenden Einbahnstraßen erreicht. Bisher war es beispielsweise nicht möglich, aus dem Pantaleonsviertel westlich der Ulrichgasse direkt in das östlich gelegene Severinsviertel zu gelangen. Durch die Öffnung der an die Ulrichgasse mündenden Einbahnstraßen und unter Berücksichtigung der neuen Signalisierung gibt es diese Alternative jetzt.  
  • Im Rahmen einer begleitenden Forschungsuntersuchung wurden, insbesondere auf den Gehwegen der Ulrichgasse, viele Konfliktsituationen zwischen Fußgängern und Radfahrern festgestellt. Radfahrer haben vielfach die Gehwege benutzt, weil sie sich auf der Fahrbahn unsicher fühlten. Auch hier erhofft sich die Stadt eine deutliche Verbesserung der Situation.  
  • Ein großes Potenzial für die Ulrichgasse wird auch durch eine Verlagerung des Radverkehrs von der Severinstraße zur Ulrichgasse gesehen. Hier stellt die Ulrichgasse als Nord-Süd-Verbindung eine zügig zu befahrende Alternative dar.    
  • Derzeit befahren täglich durchschnittlich rund 1.000 Radfahrer die Ulrichgasse. Durch die Änderungen erwartet die Stadt eine kurzfristige Erhöhung auf rund 3.000, perspektivisch auf mehr als 5.000 Radfahrten pro Tag.    

Baukosten für Umgestaltung und Neueinrichtung

Die Gesamtkosten für die Umgestaltung der Ulrichgasse liegen bei etwas mehr als 800.000 Euro. Darin enthalten sind Kosten für die Fahrbahndeckensanierung und Markierungsarbeiten von rund 600.000 Euro, für die Erneuerung und Ergänzung der Ampelanlagen von rund 200.000 Euro und für das Auftragen der neuen Piktogrammkette von rund 3.500 Euro.

Quelle: Stadt Köln am 24.11.2017

Nordrhein-Westfalen: Dinslaken punktet weiter bei der Fahrradfreundlichkeit

Die Stadt Dinslaken ermöglicht auf weiteren Einbahnstraßen den Radverkehr in Gegenrichtung. Damit können Radfahrerinnen und Radfahrer noch flexibler als bisher unterwegs sein. Konkret geht es um die Herzogstraße (zwischen Voerder Straße und Stichstraße Herzogstraße), Lessingstraße (zwischen Mörikestraße und Wilhelm-Lantermann-Straße), Mörikestraße (zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Lessingstraße), Poststraße (zwischen Bismarckstraße und Friedrich-Ebert-Straße) sowie die Straße Am Rutenwall (zwischen Friedrich-Ebert-Straße und Saarstraße). Über entsprechende Verkehrsschilder wird Radfahrern das Fahren in Gegenrichtung erlaubt.

Quelle: Stadt Dinslaken am 20.11.2017

Sachsen: Lückenschluss im Elberadweg zwischen Nünchritz und Leckwitz

Die Landesdirektion Sachsen hat den Bau des rechtsseitigen Elberadweges zwischen der Gemeinde Nünchritz und dem Nünchritzer Ortsteil Leckwitz genehmigt. Auf der Grundlage des Planfeststellungsbeschlusses können nun die Bauarbeiten in Angriff genommen werden. Das Vorhaben wird von der Gemeinde Nünchritz realisiert. Der Neubau erfolgt auf einer Länge von ca. 1.400 Metern. Die Breite des Geh- und Radweges wird 3 Meter betragen. Als Belag kommt Asphalt zum Einsatz.

Der jetzt genehmigte Abschnitt ist die einzig noch bestehende Lücke im Elberadweg zwischen Meißen und Riesa auf der rechten Seite des Flusses. Zudem stellt der Elberadweg eine direkte, schnelle und attraktive Verbindung zwischen den Städten Riesa und Meißen her.

Das Bauvorhaben quert sensible Naturschutzgebiete. Zur Kompensation der für den Neubau erforderlichen Eingriffe in Natur und Landschaft sind Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen vorgesehen, teilweise wurden diese bereits realisiert. So wird der Lebensraum der Zauneidechsen an der Leckwitzer Schanze durch die Schaffung von besonnten Bereichen aufgewertet. Zudem werden auf einer Fläche von 1.600 Quadratmetern Feldgehölze angepflanzt. In zwei Kilometer Entfernung vom Radweg wurden bereits zwei Gebäude abgerissen. Der dabei freiwerdende Boden wurde entsiegelt und rekultiviert.

Mit dem planfestgestellten Vorhaben wird nun ein sicherer Verkehrsraum für Radfahrer und Fußgänger geschaffen. Gegenwärtig können Radfahrer nur zwischen der Nutzung des elbabgewandten Radweges an der Meißner Straße/Hauptstraße (S 88) und der Pfade entlang der Elbe wählen. Da bei der Nutzung des Radwegs die vielbefahrene S 88 zweimal zu queren ist, besteht die Gefahr der Kollision mit dem motorisierten Verkehr. Überdies sind Radfahrer auf dem Radweg an der S 88 hohen Lärm- und Schadstoffbelastungen ausgesetzt. Bei der Nutzung der elbnahen Pfade wiederum kann unzureichender und teilweise völlig fehlender Fahrbahnbelag zu Stürzen führen.

Der festgestellte Plan zum neuen Elberadweg wird nach vorheriger öffentlicher Bekanntmachung zu jedermanns Einsicht in der Gemeinde Nünchritz öffentlich ausgelegt.

Quelle: Landesdirektion Sachsen am 09.11.2017

Schleswig-Holstein: Neuer Radweg entlang der Kreisstraße 111 bei Bad Segeberg

Rückenwind für mehr Mobilität im Kreis Segeberg: Die vom Land unterstützten Bauarbeiten auf der Kreisstraße 81 zwischen der Bundesstraße 4 und der Brücke über die A 7 sowie auf der Kreisstraße 7 zwischen Altengörs und Stubben bei Bad Segeberg stehen vor dem Abschluss. Wie Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz am 17. November 2017 bekannt gab, werden beide Bauvorhaben sowie der Neubau eines Radwegs entlang der Kreisstraße 111 durch das Förderprogramm für kommunalen Straßenbau mit insgesamt 850.000 Euro bezuschusst, die Gesamtkosten der drei Projekte belaufen sich auf knapp 2,1 Millionen Euro.

"Mit den Sanierungen dieser wichtigen Verbindungsstraßen tragen wir gemeinsam mit den Kommunen zu mehr Verkehrssicherheit bei und verbessern die Mobilität der Pendler und Anwohner in den Kommunen", begründete Buchholz die Bewilligung der Finanzmittel aus dem Förderungsprogramm. Ein Teil der Förderungssumme wird zum Bau eines asphaltierten Radweges entlang der K 111 zwischen Großenaspe und Bimöhlen genutzt. Dieser knapp über drei Kilometer lange Weg wird die bereits bestehenden Radwege ab Großenaspe beziehungsweise Bimöhlen verbinden.

Wie Buchholz weiter sagte, sollen alle drei Bauprojekte des Kreises Segeberg voraussichtlich in den nächsten Wochen abgeschlossen sein.

Insgesamt stellt das Land in diesem Jahr für neue und laufende Straßenbauvorhaben der Kommunen über 40 Millionen Euro zur Verfügung. Die Fördersumme setzt sich aus 37 Millionen Euro Bundesmittel (Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz) und fünf Millionen Euro aus dem Finanzausgleichgesetz (FAG) des Landes zusammen.

Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus am 17.11.2017

 
Thüringen: Neubau Radweg von Neustadt nach Niedersachswerfen - 2018 und 2019 fast 5 Mio. Euro für Radwege an Landesstraßen im Freistaat geplant
 
"Der rund 4,5 Kilometer lange Radweg ist ein wichtiger Beitrag für die Verkehrssicherheit der Radfahrer und Fußgänger, die zwischen Niedersachswerfen, Harzungen und Neustadt unterwegs sind. Besonders wichtig ist mir, dass auch die schwächsten Verkehrsteilnehmer besser geschützt werden, die Kinder auf ihrem täglichen Schulweg zwischen Harzungen und der Grund- oder Regelschule in Niedersachswerfen", sagte Ministerin Keller beim Spatenstich. "Schon als Landrätin in Nordhausen habe ich mich für diese Baumaßnahme eingesetzt und bin nach wie vor davon überzeugt, dass sie von großer Bedeutung für die Region ist", so Keller weiter.

Knapp 1,6 Millionen Euro wird die Neu- und Ausbaumaßnahme kosten. Das Land trägt einen Anteil von knapp 900.000 Euro. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen dem Freistaat Thüringen, der Landgemeinde Harztor und den Gemeinden Harzungen und Neustadt. In Nordthüringen sind bislang an Bundes- und Landesstraßen über 300 Kilometer Rad- und Gehwege sowie Rad- und Wirtschaftswege gebaut worden oder befinden sich derzeit im Bau.

2018 und 2019 fast 5 Mio. Euro für Radwege an Landesstraßen: Rund sechs Prozent ihrer Wege legen die Thüringerinnen und Thüringer derzeit mit dem Rad zurück. Die Landesregierung hat sich das Ziel gesetzt, diesen Wert zu verdoppeln. "Als Landesregierung arbeiten wir intensiv daran, die nötige Infrastruktur für sicheres Radfahren bereitzustellen. Denn nur wenn wir überzeugende Angebote machen und die Bedürfnisse der Radfahrer ernst nehmen, werden die Menschen in Thüringen öfter aufs Rad steigen", so Verkehrsministerin Keller. Dazu fließen in Zukunft zehn Prozent der Mittel, die für Erhaltung, Um- und Ausbau der Landesstraßen vorgesehen sind, in Radwege an Landesstraßen. 2016 waren dafür 2 Millionen Euro eingeplant, für dieses Jahr bereits 3,5 Millionen Euro. 2018 und 2019 werden es jährlich fast 5 Millionen Euro sein.
 
Quelle: Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft am 28.11.2017
 
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30. November 2017
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