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Oktober 2017

Radwegebau in den Bundesländern

Radwegbaustelle
Radwegbaustelle © Doris Reichel

Baden-Württemberg: Radweg zwischen Arnegg und Klingenstein fertiggestellt - Lückenschluss zwischen Blaubeuren und Blaustein im landesweiten RadNETZ Baden-Württemberg

Ende September 2017 wurde der circa 2,4 Kilometer lange Radweg zwischen Arnegg und Klingenstein fertig. Damit kann die letzte Lücke eines durchgängigen Radweges zwischen Blaubeuren und Blaustein und gleichzeitig eine weitere Lücke im landesweiten RadNETZ Baden-Württemberg geschlossen werden. Mit der Maßnahme wurde Ende Oktober 2016 begonnen.

Die Strecke zwischen Arnegg und Klingenstein ist Teil der RadNETZ-Achse Ulm – Blaubeuren. Das RadNETZ Baden-Württemberg ist eines der Schlüsselprojekte der Radverkehrsförderung in Baden-Württemberg. Ziel ist ein flächendeckendes, durchgängiges Radverkehrsnetz, das landesweit über 700 Städte und Gemeinden mit alltagstauglichen Routen anbindet und einheitlich beschildert ist. Darüber hinaus sind auch die Landesradfernwege in das RadNETZ integriert.

Die in Arnegg verlaufende Landesstraße L 1244 wurde durch den Bau des Radweges sicherer gemacht. Die bisher 1.500 Radfahrer pro Tag werden nun über einen Radweg außerhalb von Arnegg geführt. Dafür sind zwei Querungen der Blau erforderlich: über eine neugebaute Radwegbrücke mit einer Spannweite von 26 Metern (Kosten: 250.000 Euro) und über die verbreiterte Kreisstraßenbrücke der K 7387 (180.000 Euro).

Eine vorhandene Querungshilfe wird für das Passieren der K 7387 genutzt. Zwischen Arnegg und Klingenstein wird der Radweg auf ca. hundert Metern auf einer Erschließungsstraße geführt und verläuft danach entlang der Blau. Eine vorhandene Brücke über die Blau kann für eine Querung nach Herrlingen genutzt werden. Bei Klingenstein trifft der neue Radweg wieder auf die L 1244. Diese kann man über eine Querungshilfe passieren und einen bestehenden Radweg zur Weiterfahrt nutzen.

Für die Umsetzung der Radwegverbindung wurden vor allem die vorhandenen landwirtschaftlichen Feldwege im Blautal entlang der Blau genutzt. Gegen einen straßenbegleitenden Radweg entlang der B 28 sprachen der Naturschutz und die Topographie des Streckenabschnitts.

Aufgrund des moorigen Geländes im Blautal wurde eine sogenannte "schwimmende Gründung" durchgeführt. Zwei Geo-Vlies-Gitter sorgen für eine gleichmäßigere Setzung des Radweges, der auf sehr unterschiedlich festen Böden verläuft. Diese Gitter werden in den Schotterunterbau in unterschiedlichen Schichten eingelegt, wo sie die Steifigkeit des Unterbaus erhöhen. Eine Setzungszeit von einem halben Jahr soll eventuelle Schäden vorbeugen. Ein Teil der Ausgleichsmaßnahmen für den Radweg muss nach der Fertigstellung noch separat umgesetzt werden.

Die Kosten von 1,3 Millionen Euro für den 3 Meter breiten Radweg trägt die Bundesrepublik Deutschland. Die Stadt Blaustein hat die Maßnahme für den Bund umgesetzt und für ca. 120.000 Euro Leerrohre für eine Breitbandtrasse und eine mögliche Beleuchtung des Radweges mitverlegt. Das Regierungspräsidium Tübingen hat die Interessen der Bundesrepublik Deutschland vertreten.

Weitere Informationen: Grafik Radweg (JPG) / Fahrradland BW: RadNetz

Quelle: Ministerium für Verkehr am 02.10.2017

Baden-Württemberg: Stadt Mannheim öffnet weitere Einbahnstraßen

Mannheim geht einen weiteren Schritt auf dem Weg zur fahrradfreundlichen Kommune. Nach den positiven Erfahrungen in anderen Stadtteilen wurden in der Neckarstadt-Ost alle noch nicht freigegebenen Einbahnstraßen auf die Öffnung für den Radverkehr in Gegenrichtung geprüft. Die insgesamt 14 Straßen davon, mit Schimper-, Stamitz-, Spelzen-, Egell-, Fratrel-, Melchior-, Holzbauer-, Geibel-, Pozzi-, Nahe-, Jakob-Trumpfheller-, und Eichendorffstraße sowie Schafweide (Anliegerstraße) 13 in der Neckarstadt sowie der Eisenlohrplatz im Wohlgelegen, werden im Rahmen des 21-Punkte-Handlungsprogramms zur Förderung des Radverkehrs für Fahrradfahren in Gegenrichtung geöffnet. Dies wird in den kommenden Wochen durch eine Zusatzbeschilderung deutlich gemacht. Hierdurch wird die Radverkehrsinfrastruktur im Stadtteil flächendeckend verbessert.

Neue Verkehrssituation ruft auch erhöhte Aufmerksamkeit hervor: An Kreuzungen ist zusätzliche Aufmerksamkeit von allen Verkehrsteilnehmern gefordert, denn auch in der Gegenrichtung gilt die Regel "rechts vor links". Auch dafür sollen zusätzliche Hinweisschilder in den ersten Nutzungswochen die Verkehrsteilnehmer sensibilisieren. Im Längsverkehr ist eine Einbahnstraßenöffnung als sicher einzustufen, da Radfahrende in Gegenrichtung mit entgegenkommenden Fahrzeugen direkten Blickkontakt haben.

Carl-Benz-Straße mit optimierter Radverkehrsführung: In der Carl-Benz-Straße wurde die Radverkehrsführung angepasst, indem hier die Benutzungspflicht für den Radweg aufgehoben wurde. Die Verkehrsbelastung auf der Fahrbahn stellt keine besondere Gefahrenlage dar, durch die die Radfahrer zur Nutzung des Radweges gezwungen werden müssten. Damit können Radfahrer Richtung Friedrich-Ebert-Straße künftig wahlweise auf dem Radweg, aber auch auf der Fahrbahn fahren. Da vielmehr die Nutzung von Radwegen im Seitenraum in linker Fahrtrichtung häufig mit Konflikten verbunden ist, ist Richtung Waldhofstraße nur die Fahrbahn zu nutzen. Von der Friedrich-Ebert-Straße ab ist hier bereits seit dem Neubau der Stadtbahn Nord eine entsprechende Einleitung auf der Fahrbahn markiert, die auch Autofahrer sensibilisieren soll.

Neue Fahrradbügel in der Neckarstadt-Ost: Als zusätzlichen Beitrag zur Verbesserung der Infrastruktur wurden an zwölf Standorten in der Neckarstadt-Ost neue Fahrradbügel mit Abstellmöglichkeiten für 64 Fahrräder geschaffen. Der Schwerpunkt liegt dabei in der Langen Rötterstraße zwischen Käfertaler-, und Melchiorstraße. Vor allem für Mannheimer, die ihre Einkäufe mit dem Fahrrad erledigen, ein attraktives Angebot. Durch eine effiziente Standortwahl wurde zudem in Abstimmung mit dem Bezirksbeirat der Wegfall von vollwertigem Parkraum verhindert. Und auch Fußgänger profitieren von dem neuen Angebot. Schließlich werden voraussichtlich weniger wild abgestellte Fahrräder künftig die Gehwege zustellen.

Quelle: Stadt Mannheim, Dezernat IV: Planung, Bauen, Verkehr und Sport am 11.10.2017

Baden-Württemberg: Arbeitskreis Radverkehr der Stadt Kehl am Rhein für Radschnellweg entlang der Vogesenallee

Für einen breiten, gegenläufig befahrbaren Radweg entlang der von Radfahrern stark genutzten Vogesenallee sprechen sich die Mitglieder des Arbeitskreises Radverkehr aus. Die B 28 soll entlang der Tramstrecke auf beiden Seiten von gemischten Rad- und Fußwegen gesäumt werden; in der Hauptstraße und der Großherzog-Friedrich-Straße sind ebenfalls gemischte Flächen vorgesehen. Ganz wichtig war den Bürgerinnen und Bürgern im Arbeitskreis der Zeitplan: Nach langer Diskussion müsse nun mit der Umsetzung begonnen werden. Verkehrsplaner Dr. Frank Gericke kündigte an, sein Konzept für das innerstädtische Radnetz noch in diesem Jahr dem Gemeinderat vorlegen zu wollen.

In der Nachbesprechung der gemeinsamen Beradelung vom Juli, an der auch die Leiterinnen der Bereiche Stadtplanung/Umwelt, Kora Herrmann, und Tiefbau/Grünflächenmanagement/Betriebshof, Dr. Silke Roder, teilnahmen, wurden die identifizierten Problemstellen noch einmal näher betrachtet, um zu konsensfähigen Lösungen zu finden. Entlang der von Radfahrern stark frequentierten Vogesenallee sind zwei Lösungen grundsätzlich denkbar: zum einen die getrennte Fahrradführung in der jeweiligen Fahrtrichtung des motorisierten Verkehrs, zum anderen ein gegenläufig nutzbarer Radweg auf der Seite des Schulcampus‘. Einen solchen etwa vier Meter breiten Radweg könnte sich Frank Gericke abgesetzt von den Fahrbahnen für den motorisierten Verkehr und getrennt von einem Fußgängerweg vorstellen. Ob dieser Radweg, der sich bis zum Rhein und bis nach Neumühl fortsetzen könnte, als Kehls erster Radschnellweg ausgebaut werden kann, will der Verkehrsplaner prüfen. Wenn dies gelingt, könnten spezielle Fördermittel beim Land beantragt werden.
Im Arbeitskreis fand dieser Lösungsansatz einhellige Zustimmung. Klar war dabei allen Beteiligten, dass für die Engstelle an der kleinen Brücke eine Lösung gefunden werden müsse. Der Neubau des REWE-Supermarktes stehe einer solchen Lösung nicht im Wege, versicherte Dr. Silke Roder: Im Bereich des neuen Einkaufsmarktes werde der Radweg lediglich angehoben und für die Ein- und Ausfahrt in den künftigen Parkplatz unterbrochen, ansonsten ändere sich hier jedoch nichts.

Als Umfahrung der stark befahrenen Hauptstraße hatte der Arbeitskreis Radverkehr bereits bei der Beradelung im Juli die Friedhofstraße identifiziert. Diese könnte, schlug Frank Gericke vor, zur Fahrradstraße mit entsprechender Beschilderung werden. Dann hätten dort die Radfahrer Vorrang – Autofahrer, die in die Friedhofstraße einfahren wollten, müssten warten, während sie heute durch die Rechts- vor Links-Regelung Vorfahrt genießen. Was die Anbindung der Vogesenallee über die Hauptstraße bis zur Einmündung in die Friedhofstraße angeht, kam der Arbeitskreis einhellig zum Schluss, dass ein gegenläufig befahrbarer Radweg auf der Ostseite der Hauptstraße zwei Radwegen entlang der beiden Fahrbahnen vorzuziehen sei. Allerdings gilt auch hier, dass die Brücke eine Engstelle darstellt. Eine Lösung muss der Verkehrsplaner noch für den Bereich finden, in dem die Friedhofstraße wieder auf die Hauptstraße trifft.

Beim Bau der Tramtrasse vom Bahnhof bis zum Rathaus wurde die Radwegeführung mitbedacht, ist jedoch aufgrund der engen Straßenverhältnisse schwierig, wie Frank Gericke im Arbeitskreis erläuterte: Entlang der B 28 bis zur Geiger-Kreuzung werden die Radfahrer deshalb auf gemeinsamen Geh- und Radwegen entsprechend der Fahrtrichtung des motorisierten Verkehrs geführt. Das Gleiche gilt für die Großherzog-Friedrich-Straße bis zur Kreuzung mit der Kinzigallee. Von dort an fahren die Radfahrer auf der Straße im Verkehr mit, was aus Sicht des Verkehrsplaners deshalb kein Problem darstellt, weil dort dann Tempo 30 gelten wird. Im Gegensatz zum Autoverkehr darf der Radfahrer die Großherzog-Friedrich-Straße weiterhin bis zum Rathaus durchfahren.

Radler, die von Frankreich her kommend von der Trambrücke in den Garten der zwei Ufer fahren möchten, müssen sich noch etwas gedulden, bevor sie eine optimale Lösung bekommen. Im Moment müssen sie ihr Rad entweder den Treppenabgang zum ehemaligen Zollhof und ins Rheinvorland hinuntertragen (oder hinauf, wenn sie vom Garten der zwei Ufer auf die Trambrücke gelangen möchten) oder über eine provisorische Schottertrasse über die Baustelleneinrichtungsfläche zum Trambrückenbau fahren. Wenn der Zollhof bebaut wird, werden sie eine adäquate Möglichkeit bekommen, um diesen von der Brückenrampe aus erreichen zu können, erläuterte Kora Herrmann. Wer etwas bequemer im Sattel sitzen bleiben möchte, fährt bis zum Überweg vor dem Bahnhof, quert die B 28 und radelt dann über die Friedensstraße zum Garten der zwei Ufer.

Bis Ende Oktober 2017 will das Büro Modus Consult einen ausgearbeiteten Vorschlag für das Radwegenetz in der Gesamtstadt vorlegen, der dann mit dem Arbeitskreis Radverkehr rückgekoppelt wird, bevor er – noch vor Jahresende – im Gemeinderat diskutiert werden soll.

Quelle: Stadt Kehl am 09.10.2017

Baden-Württemberg: Untersuchung der Realisierungsmöglichkeiten von Radschnellverbindungen in den Landkreisen Böblingen und Ludwigsburg

Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie lässt der Landkreis Böblingen in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Ludwigsburg und den betroffenen Kommunen die Realisierungsmöglichkeiten von Radschnellverbindungen an drei Hauptverkehrsachsen prüfen. Nach einer öffentlichen Ausschreibung wurde das Hamburger Büro orange edge mit der Erarbeitung beauftragt. Mit Ergebnissen wird bis Ende September 2018 gerechnet.

"Vor dem Hintergrund des enormen Anstiegs an Pedelecs und E-Bikes kommt Radschnellverbindungen künftig eine große Bedeutung zu", so Landrat Roland Bernhard. "Wir können damit Hauptverkehrsachsen auf Straße und Schiene entlasten und einen wichtigen Beitrag zur Stauvermeidung und zur Luftreinhaltung leisten." Das Thema ist auch ein wichtiger Baustein innerhalb der RadSTRATEGIE Baden-Württemberg. Die Erstellung der Machbarkeitsstudie wird durch das Land Baden-Württemberg im Rahmen eines entsprechenden Förderprogramms mit 80 Prozent gefördert. Für die Landkreise entstehen Kosten in Höhe von rund 11.000 Euro, die entsprechend des Streckenanteils zwischen beiden aufgeteilt werden. 

Das Augenmerk richtet sich auf die RadNETZ-Achsen "Weil der Stadt – Leonberg – Korntal-Münchingen" und "Herrenberg – Böblingen/Sindelfingen -Stuttgart", sowie die B464/S60/Schönbuch Bahn-Achse "Renningen – Magstadt – Sindelfingen – Böblingen – Holzgerlingen – Weil im Schönbuch". Die Streckenlänge aller drei Achsen beträgt rund 58 km. Nach Möglichkeit sollen Radschnellverbindungen auf bestehenden Wegstrukturen aufbauen und nicht großflächig neue Trassen schaffen. Die an den Strecken liegenden Kommunen sind in die Erstellung der Studie mit eingebunden.  

"Wir wollen die Bedingungen für den Radverkehr im Landkreis Böblingen stetig attraktiver machen und so der steigenden Bedeutung des Verkehrsmittels Fahrrad Rechnung tragen", fasst Landrat Bernhard die Bemühungen seitens des Landkreises zusammen.

Quelle: Landkreis Böblingen am 30.10.2017

Bayern: Neue Radverkehrsbeauftragte für den Landkreis Augsburg

Am 1. Oktober 2017 übernahm Mareike Hartung die Aufgaben der Radverkehrsbeauftragten für den Landkreis Augsburg. Als ausgebildete Wirtschaftsgeografin mit dem Schwerpunkt Verkehrsplanung bringt sie neben dem fachlichen Wissen auch eine Reihe an Praxiserfahrungen mit. Damit steht der Erstellung eines Radverkehrskonzeptes nun nichts mehr im Wege. Neben der Erarbeitung und Umsetzung dieses Konzeptes ist ihr Aufgabenfeld breit gefächert. Denn der Radverkehr soll im Landkreis jetzt richtig rollen. Dazu braucht es neben der Infrastruktur auch eine Bewusstseinsänderung bei den Bürgern. "Meist sind Menschen Gewohnheitstiere und scheuen die Veränderung - mit dem Thema Mobilität verbinden viele den eigenen PKW vor der Haustür und der wird dann ohne viel Überlegen genutzt", so die Radverkehrsbeauftragte. "Umbruchssituationen, wie ein Umzug oder Familienzuwachs sind entscheidende Wendepunkte bei denen der Landkreis ansetzt. Ein tolles Beispiel ist mein eigener Wechsel des Arbeitsplatzes: Bisher hatte ich kein Auto, da ich mein Leben in Landshut komplett mit dem Fahrrad bewältigen konnte. Nun wohne ich im Landkreis Aichach-Friedberg und habe mich erst einmal informieren müssen, wie ich zu meinem Arbeitsplatz im Landratsamt in Augsburg komme. Doch mit dem Jobticket des Landratsamtes und der direkten Zuganbindung ohne Umstiege ist der Arbeitsweg nun optimal ohne Pkw organisiert. Sogar mit dem Fahrrad kann ich noch ein Stück fahren. Echte Multimodalität".

Eine besondere Bedeutung für den Landkreis kommt den seit einigen Jahren immer beliebter werdenden E-Bikes zu. Sie ermöglichen ein entspanntes Zurücklegen längerer Strecken und damit neue Potenziale, die genutzt werden sollten.

Wichtig für die Radverkehrsbeauftragte ist außerdem das schulische Mobilitätsmanagement. Aus ihrer letzten Tätigkeit als Mobilitätsmanagerin bei der Stadt Landshut bringt sie dazu eine Vielzahl an Ideen mit. Denn Eltern-Taxis sind ein zunehmendes Problem. In Form von gezielten Informationsangeboten an den Schulen sollen ein Bewusstsein für die Problematik geschaffen und Alternativen aufgezeigt werden.

Ambitioniertes Klimaschutzziel: Auch Landrat Martin Sailer weiß, wie wichtig der Radverkehr für den Klimaschutz ist: "Der Landkreis Augsburg hat sich ein ambitioniertes Klimaschutzziel gesetzt. So sollen bis ins Jahr 2030 mehr als die Hälfte der CO2-Emissionen gegenüber 2009 eingespart werden. Gerade der Verkehrssektor ist hier in der Pflicht, seine Klimabilanz zu verbessern. Die Förderung des Radverkehrs ist uns somit ein notwendiges wie auch sinnvolles Anliegen."

Die Radverkehrsbeauftragte verstärkt das Klimaschutzteam des Landratsamtes Augsburg, so dass dieses auf fünf Personen anwächst. Mit einem bunten Blumenstrauß wurde Mareike Hartung herzlich im Team willkommen geheißen.

Quelle: Landkreis Augsburg am 06.10.201

Bayern: Fußgängerzone in Augsburg bis 11 Uhr für Radler geöffnet

Radler können seit kurzem die Fußgängerzone bis 11 Uhr befahren – und damit zwei Stunden länger als bisher. Die erweiterte Öffnungszeit gilt laut Stadtratsbeschluss versuchsweise für sechs Monate. Damit können Radler die Annastraße, Philippine-Welser-Straße, Steingasse und den Martin-Luther-Platz durchgehend von 20:30 bis 11:00 Uhr befahren.

"Wir erwarten von allen Verkehrsteilnehmern eine besondere Rücksichtnahme“, so Thomas Herta, Radverkehrsbeauftragter der Stadt Augsburg. Vor allem werde die Stadt genau beobachten, ob die Radfahrer die in den Fußgängerzonen geltenden Regeln nach der Straßenverkehrsordnung einhalten. „Auch der motorisierte Lieferverkehr muss wieder verstärkt darauf hingewiesen werden, dass in der Fußgängerzone nur mit Schrittgeschwindigkeit und mit besonderer Rücksicht auf die Fußgänger geradelt und gefahren werden darf."

Komplette Freigabe für Radler wird nicht befürwortet: Wie er weiter ausführt, werde eine generelle Freigabe der Fußgängerzone für den Radverkehr sowohl von der Polizei, als auch der Straßenverkehrsbehörde kritisch gesehen. Grund dafür ist, dass es im Gegensatz zur Maximilianstraße und Bgm.-Fischer-Straße in den zeitlich beschränkt freigegebenen Straßen keine baulich-optische Trennung zwischen Geh- und Fahrbereichen gibt.

Damit wird in diesen Straßen nicht nur die gesamte Breite der nutzbaren Verkehrsfläche von Fußgängern in Anspruch genommen. Auch die Ein- und Ausgänge der Läden grenzen direkt an die Verkehrsflächen an. "Deswegen kann eine uneingeschränkte Freigabe in der gesamten Fußgängerzone nicht befürwortet werden", so der Radverkehrsbeauftragte.

Quelle: Stadt Augsburg am 01.10.2017

Bayern: Weiterer Schritt zur Ost-West-Radverbindung in Bamberg

Das Ziel, die Verkehrsverhältnisse für alle Verkehrsteilnehmer im Straßenzug Regensburger Ring – Magazinstraße – Memmelsdorfer Straße zu verbessern, ist wieder ein Stück näher gerückt. Mitte Oktober 2017 konnte der zweite von fünf Bauabschnitten fertiggestellt werden – und damit beidseitig sichere Radverkehrsanlagen zwischen der Einmündung Heiliggrabstraße und Europabrücke.

Wie das Baureferat mitteilt, stehen nach dem Umbau der Kreuzung Magazinstraße/Margaretendamm 2016 und dem anschließenden Straßenbereich rund um die Siechenkreuzung zwischen Jäckstraße und Gundelsheimer Straße rund 650 Meter sanierte Straße und öffentlicher Seitenraum zur Verfügung. Das bedeutet mehr Sicherheit für den Radverkehr, barrierefreie Gestaltung der Knotenpunkte und Bushaltestellen für geh- als auch sehbehinderte und blinde Menschen sowie die Erneuerung der Straßenoberflächen. Bis es soweit war, galt es etliche "Hürden" zu überspringen. Hierzu ein kurzer Rückblick.

Mit dem Bau der Nordtangente als Verlängerung der Achse Memmelsdorfer Straße – Magazinstraße zum Stadtteil Gaustadt war zunächst keine Stadtentwicklung nördlich Regensburger Ring vorgesehen. Dementsprechend erfolgte auch die Anlage eines 2-Richtungs-Radweges in Kombination mit dem Gehweg auf der südlichen Seite. Erst in jüngerer Zeit entstanden neue Wohnbaugebiete wie die Mayersche Gärtnerei, das Schaeffler-Gelände und das Wohnquartier im Umfeld des neuen ERBA-Universitätsstandortes – und damit zunehmend mehr Verkehr und insbesondere auch Radverkehr.

In der Folge kristallisierten sich verschiedene verkehrliche Problembereiche heraus. So etwa an den Kreuzungen entlang der Nordtangente zwischen Ludwigstraße und Schweinfurter Straße. Das Ergebnis diverser Gutachten: keine sichere und regelkonforme Querung für Radfahrer, fehlende Aufstellflächen für querende Radfahrer sowie geringe Geh- und Radwegebreiten - und das bei steigendem Radverkehrsaufkommen. An der Europabrücke sind täglich etwa 2.500 Radler unterwegs, bis zu 275 in der Stunde. Im Vergleich zwischen 2014 und 1998 ein Wachstum von 135 Prozent. Alleine im Zeitraum zwischen 2011 und 2015 ereigneten sich 27 Unfälle im Abschnitt Friedensbrücke – Siechenkreuzung (nur Radverkehrsunfälle bzw. polizeikundige Unfälle). Straßenverkehrsbehörde und Straßenbaulastträger waren in der Pflicht. Die Polizeiinspektion Bamberg im Februar 2016: "Aus Gründen der Verkehrssicherheit ist [...] eine bauliche Umgestaltung dieses Streckenabschnitts unabdingbar."

Die planerischen Konsequenzen zur Behebung der verkehrlichen Missstände waren relativ leicht, die Umsetzung allerdings zeitaufwändig: Getrennte Radverkehrsführung, d.h. in Richtung Westen (Gaustadt) auf der Fahrbahn als Radfahrstreifen, abgegrenzt mittels durchgezogener weißer Linie und in Richtung Osten (Siechenkreuzung) auf dem vorhandenen baulichen Geh- und Radweg. Nach Ende der Maßnahme durchgehend als 1-Richtungs-Verkehr. Die resultierenden Breiten für die verschiedenen Verkehrsteilnehmer sind beispielhaft am „Systemquerschnitt Regensburger Ring“ dargestellt. Der Straßenraum „schrumpft“ von 8,25 auf 6,40 Meter. Gleichzeitig entsteht ein durchgehender Ost-West-Radfahrstreifen von 1,85 Meter Breite. In der Gegenrichtung wird der Radweg 2,00 Meter breit und der Gehweg wird von 1,15 m auf 1,50 m vergrößert.

Im Zuge der Bauausführung war der Umbau der Geh- und Radwege im Bereich von Straßeneinmündungen, die barrierefreie Umgestaltung von Bushaltestellen, eine neue Querungshilfe in der Magazinstraße auf Höhe des Schaeffler-Areals, Deckenbau- und Markierungsarbeiten sowie die Neuberechnung von fünf Lichtsignalanlagen erforderlich. Gleichzeitig wurde ein Rad-Schutzstreifen auf beiden Seiten der Siechenstraße in Richtung Einmündung Äußere Löwenstraße angelegt. Und zum weiteren Vorgehen hat der Stadtrat bereits im April 2016 die Umsetzung des Bauabschnitts Mitte beschlossen. Damit ist die Fortsetzung der Maßnahme 2018 bis zur Einmündung der Maria-Ward-Straße gesichert.

Dass die Maßnahme von den Radfahrenden angenommen wird, lässt sich entlang der Ausbaustrecke eindrucksvoll feststellen. Es ist der Weglänge von etwa 1,6 Kilometern zwischen Ludwigstraße bis zur Gaustadter Hauptstraße geschuldet, das sich die Umsetzung noch bis 2020 hinzieht. Aber schon mit Inbetriebnahme des 2. Teilabschnittes sind die Verbesserungen deutlich. Als Zwischenstand werden die Radfahrenden gebeten, vor der Europabrücke auf die südliche Hälfte zu wechseln. Zur Sicherheit des Radverkehrs ist weiterhin die Nutzung des 2-Richtungs-Verkehrs zwischen Margaretendamm und der Friedensbrücke erforderlich. Das Baureferat bittet um Verständnis und wünscht den Radlerinnen und Radlern "Gute Fahrt".

Quelle: Stadt Bamberg am 30.10.2017

Brandenburg: Freigabe von Einbahnstraßen in Frankfurt/Oder

In der Paulinenhofsiedlung wird es Veränderungen in der Radverkehrsführung geben. Radfahrer dürfen dann künftig gegen die Einbahnstraßenrichtung fahren. Die Verkehrsbeschilderung wird dafür in Etappen angepasst. Ab 18.10.2017 werden dann vorerst die Albert-Fellert-Straße und die Herman-Boian-Straße für den Radverkehr in Gegenrichtung freigegeben.

"Untersuchungen haben ergeben, dass sich die Verkehrssicherheit durch die Legalisierung des Radfahrens gegen die Einbahnstraßenrichtung verbessert, da die Verkehrsteilnehmer stärker aufeinander Rücksicht nehmen und oft eine Verlagerung des Radverkehrs von benachbarten Hauptverkehrsstraßen erfolgt", so Dezernent Markus Derling.

Generelle Ziele der Öffnung der Einbahnstraßen sind die Reduzierung von Lücken im Radverkehrsnetz, die Vermeidung von Radverkehr auf dem Gehweg mit den dadurch verbundenen Nachteilen für den Fußverkehr sowie die Erhöhung der Sicherheit für den Radverkehr.Damit das Fahren durch eine geöffnete Einbahnstraße sicher ist, ist gegenseitige Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer wichtig. Insbesondere sollte - vor allem in Kurven - strikt am rechten Fahrbahnrand gefahren werden.Besondere Vorsicht und Rücksichtnahme gilt hierbei für den Kfz-Verkehr beim Ein- und Ausparken, beim Öffnen der Fahrzeugtüren und beim Ein- und Aussteigen. Gleiches gilt für den Radverkehr.

Quelle: Stadt Frankfurt/Oder am 11.10.2017

Hamburg: Halbzeitbilanz Hamburger Veloroutennetz - Projektstand und Planungsperspektive beim Ausbau des Veloroutennetzes

Zur Halbzeit der Legislaturperiode gaben Verkehrsstaatsrat Andreas Rieckhof und Hamburgs Radverkehrskoordinatorin Kirsten Pfaue heute einen Blick hinter die Kulissen des Ausbaus des Veloroutennetzes.

Das Projekt läuft zu 100 Prozent, über ein Drittel des Netzes ist bereits ausgebaut, und die weiteren zwei Drittel sind in Bearbeitung. Alle Handlungsbedarfe wurden in den letzten Monaten erfasst und in über 200 Maßnahmen gegossen, die durch das Bündnis für den Radverkehr mit Mitteln und Manpower hinterlegt sind. Durch eine konsequente und umfassende Projektsteuerung und das damit verbundene Maßnahmencontrolling wird das Veloroutennetz 2020 fast vollständig fertiggestellt sein. Die dann noch laufenden Maßnahmen werden aufgrund prozessbegleitender, externer Faktoren wie laufende Bürgerbeteiligungen, die Schaffung planrechtlicher Voraussetzungen oder notwendiger Baustellenkoordinierung in den Folgejahren abgeschlossen.

Das Veloroutennetz umfasst vierzehn Routen mit einer Gesamtlänge von rund 280 Kilometern. Es ist das Rückgrat des Alltagsradverkehrs in Hamburg und soll zur Bewältigung großer Radverkehrsmengen ausgestaltet werden. Hierfür wird es sukzessive ausgebaut, und Lückenschlüsse werden vorgenommen. Immer mehr lange und zusammenhängende Streckenverläufe werden fertiggestellt, sind befahr- und erlebbar.

Die Fertigstellung des Veloroutennetzes hat im Bündnis für den Radverkehr vorrangiges Ziel. Von Mitte 2016 bis Anfang dieses Jahres wurden im Hintergrund die dafür notwendigen Strukturen aufgebaut und die organisatorischen Grundlagen erstellt. Mehr als 200 Maßnahmen werden durch die neun Realisierungsträger bewegt. Davon werden über 100 Maßnahmen durch mehr als 20 Planungsbüros bearbeitet. Es stehen Bundesmittel in Höhe von 30 Millionen Euro sowie Landesmittel in Höhe von rund 5 Millionen Euro zur Verfügung. Die Umsetzung wird mit Hochdruck vorangetrieben – eine solche Intensität bei der Radverkehrsförderung gab es noch nie, auch nicht in Folge der 2008 beschlossenen Radverkehrsstrategie.

Staatsrat Andreas Rieckhof: "Ein Drittel fertige Velorouten, zwei Drittel in Planung und Bau, 100 Prozent Einsatz: Schon jetzt ist an vielen Stellen in der Stadt unser Ausbau des Veloroutennetzes sichtbar. Immer mehr Lücken werden geschlossen, weitere Abschnitte ausgebaut. Hamburgs Radfahrer werden künftig auf ihren alltäglichen Wegen zügig, sicher und weitgehend ungehindert unterwegs sein können." 

Radverkehrskoordinatorin Kirsten Pfaue: "Wir halten das Projektziel. Dabei haben wir die Komplexität des Projekts im Blick und betten den Ausbau des Veloroutennetzes in die gesamte Verkehrsplanung in Hamburg ein, bei der auch die Ansprüche der Fußgänger und Autofahrer bedacht werden. Mit der Fertigstellung des Netzes schaffen wir ein wichtiges Element zur Attraktivitätssteigerung der Fahrradnutzung. Ganz Hamburg wird hiervon profitieren durch mehr Lebensqualität, eine Entlastung des Straßenraums und den positiven Einfluss auf die Umwelt."

Quelle: Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation am 12.10.2017

Hessen: Radverkehrsnetz der Stadt Frankfurt am Main wird durch Wegweiser sichtbar

Ab sofort gibt es nicht nur in Richtung Höchst eine Radwegweisung, auch innerhalb des Stadtteils können Rad Fahrende sich jetzt mit der neu installierten Beschilderung orientieren. Weitere Stadtteile im Frankfurter Westen werden bald folgen. Verkehrsdezernent Klaus Oesterling hat am 28. September 2017 den letzten Wegweiser an der Batterie in Höchst angebracht und erläuterte den weiteren Ausbau der Radwegweisung im Frankfurter Stadtgebiet.

Nachdem im vergangenen Jahr mit einem Pilotprojekt in den Stadtteilen Sindlingen und Zeilsheim positive Erfahrungen gesammelt wurden, soll nun in den kommenden Monaten vom Frankfurter Westen aus das übergeordnete Radverkehrsnetz Stadtteil für Stadtteil ausgeschildert werden.

Verkehrsdezernent Klaus Oesterling zeigte sich hocherfreut darüber, dass es nun endlich vorangeht mit der Beschilderung im Stadtgebiet. "Unser Ziel ist, es in den nächsten Monaten durchschnittlich etwa einen Stadtteil pro Monat zu beschildern. Nach dem nun vollzogenen Abschluss in Unterliederbach und Höchst werden sich südmainisch der Stadtteil Schwanheim und die Verbindungen durch den Stadtwald bis zum Flughafen anschließen. Danach geht es nordmainisch mit den Stadtteilen Nied und Griesheim weiter. Es folgen Sossenheim und Rödelheim und dann die nordwestlichen und nördlichen Stadtteile", erläuterte Stadtrat Klaus Oesterling.

Die Radwegweisung dient der Orientierung innerhalb des Radroutennetzes, ist aber darüber hinaus auch ein wichtiges Element, um das Radroutennetz für alle Verkehrsteilnehmenden sichtbar zu machen. Die Radwegweisung ist damit neben dem Lückenschlussprogramm eine wesentliche Säule zur Qualifizierung des übergeordneten Radverkehrsnetzes.

Die Grobkostenschätzung geht von einem Gesamtbedarf für das Stadtgebiet von maximal 675.000 Euro aus. Hierzu sind Fördermittel beim Land Hessen beantragt worden. Die planerische Verantwortung für die Radwegweisung liegt innerhalb der Stadtverwaltung beim Referat Mobilitäts- und Verkehrsplanung und erfolgt in enger Abstimmung mit dem Radfahrbüro der Stadt Frankfurt. Aufgestellt werden die Schilder durch das Amt für Straßenbau- und Erschließung.

Quelle: Radfahrbüro der Stadt Frankfurt am 01.10.2017

Hessen: Projekt "Fahrrad-(straßen)-stadt" - Vorfahrt für den Radverkehr in Offenbach

Offenbach sattelt um: Die Stadt der kurzen Wege setzt auf den Ausbau des Radverkehrs. Wie der Magistrat jetzt beschlossen hat, nimmt Offenbach mit dem Projekt Fahrrad-(straßen)-stadt Offenbach am Bundeswettbewerb "Klimaschutz durch Radverkehr" teil. Die Gesamtkosten des Projekts liegen bei rund 5,95 Millionen Euro, von denen der Bund ca. 4,5 Mio. € übernimmt. Erste Maßnahmen sollen mit dem Start in die Fahrradsaison 2018 anlaufen.

Welches Potenzial in der Förderung des Radverkehrs liegt, hat die Stadt schon seit längerem erkannt: Das Thema spielt unter anderem im Masterplan 2030 sowie im Integrierten Klimaschutzkonzept eine wichtige Rolle, und seine Bedeutung wächst weiter. Denn im Verkehrsmix von Offenbach machen Radfahrer bisher lediglich 9,2 Prozent aus, gleichzeitig hält der Zuzug ins Stadtgebiet an.

Der Offenbacher Oberbürgermeister Horst Schneider geht mit gutem Beispiel voran und steuert fast alle dienstlichen Termine per Rad an. "Wir brauchen einen besseren Verkehrsmix für eine positive Entwicklung der Stadt Offenbach", betont der OB. "Mit dem Ausbau der Radachsen und der Vorfahrt für Radler in den Fahrradstraßen gibt es keinen Grund, kurze Strecken mit dem Auto zu fahren."

Die Verantwortlichen sind sich einig: Der zügige Ausbau des Radverkehrs kann hier die Verkehrsinfrastruktur entlasten, die Lebensqualität im Wohnumfeld verbessern und auch Standortvorteile schaffen. Das Offenbacher Amt für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement reicht den Förderantrag für den Wettbewerb des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit ein. Die Projektleitung liegt bei der OPG Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft mbH aus dem Geschäftsfeld Immobilien der Stadtwerke Offenbach Unternehmensgruppe. Zum Expertenteam zählen das Frankfurter Planungsbüro "Radverkehr Konzept" und der ADFC Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club Offenbach, der mit seiner Kampagne "Offenbach fährt fair" das Projekt zusätzlich unterstützt. Erklärtes Ziel ist es, innerhalb von drei Jahren ein gut ausgebautes Netz an Radrouten für annähernd das ganze Stadtgebiet zu erstellen.

Sechs Verbindungswege ausgewiesen: Das Projekt weist sechs Radverkehrsachsen aus, die die wichtigsten Verbindungswege in die Stadt und ins Umland abdecken und bisher nicht für den Radverkehr ausgebaut sind. Dort sollen Fahrradstraßen, neue Radwege und  Schutzstreifen eingerichtet werden, deren Verlauf wichtige Ziele wie Schulen, Versorgungs- und Freizeiteinrichtungen mit einbindet. Der Radverkehr hat Vorfahrt, Autos müssen Rücksicht nehmen und dürfen nur langsam fahren. Die neuen Wege sollen auffällig gestaltet sein, um die Sicherheit zu gewährleisten, die Orientierung zu erleichtern und das Thema ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Weitere Maßnahmen sehen vor, Kreuzungen und Knotenpunkte fahrradfreundlich umzugestalten, Lücken im Radverkehr zu schließen und die Anbindung an die Nachbarkommunen auszubauen.

Die Städte Neu-Isenburg und Obertshausen beteiligen sich als Verbundpartner am Projekt. Zwischen Obertshausen und Offenbach ist ein ca. ein Kilometer langer Radweg entlang der Bahnlinie geplant, und auch zwischen Neu-Isenburg / Gravenbruch und Offenbach werden neue Radwege entstehen. Weitere überörtliche Vernetzungen sind vorgesehen. Insbesondere bei den interkommunalen Verbindungen wird das Projekt vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung/Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen, dem Regionalverband FrankfurtRheinMain und der Hochschule Darmstadt unterstützt; letztere begleitet das Projekt auch wissenschaftlich.

Berufspendler und Schüler besonders im Blick: Der Ausbau des Angebots richtet sich ausdrücklich an alle gesellschaftlichen Gruppen und Generationen. Zum Umsatteln möchten die Verantwortlichen vor allem zwei Zielgruppen motivieren: die Berufspendler aus oder nach Offenbach, die einen enormen Anteil am gesamten Verkehrsaufkommen haben, und die Kinder und Jugendlichen, von denen insgesamt nur 13 Prozent zur Schule radeln (obwohl 95 Prozent ein Fahrrad besitzen).

Reduziert werden sollen auch innerstädtische Fahrten mit dem Auto: 40 Prozent der hier zurückgelegten Wege sind kürzer als vier Kilometer, was ebenfalls enormes Verlagerungspotenzial birgt. Gerade in innenstadtnahen, dicht bebauten Gebieten verbessert eine fahrradfreundliche Umgestaltung das Wohnumfeld und damit die Lebensqualität. Daher liegen die beiden vom Bund geförderten Projekte (Main)RadQuartier und Fahrrad-(straßen)-stadt auch im zentral gelegenen Senefelder Quartier.

Das lässt die Menschen in mehrfacher Hinsicht durchatmen – denn das Projekt soll erheblich dazu beitragen, die Treibhausgas-Emissionen in der Stadt zu senken: Auf Basis von Modellrechnungen des Umweltbundesamtes für die Studie "Klimaschutz durch Radverkehr" hat das Expertenteam für Offenbach ein Minderungspotenzial von mehr als 19.400 Tonnen Treibhausgasen pro Jahr ermittelt.

Angesichts solcher Zahlen wird mit der Förderzusage durch die Nationale Klimainitiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit noch in diesem Jahr gerechnet. Direkt im Anschluss möchten die Verantwortlichen das Projekt Fahrrad-(straßen)-stadt Offenbach möglichst breitenwirksam kommunizieren. Die Radfahrer selbst sollen unter anderem mittels einer App in die konkreten Planungen eingebunden werden. Diese sollen bis Sommer 2018 abgeschlossen sein, um dann die erforderlichen Bauleistungen im Winter 2018/19 ausschreiben und vergeben zu können. Die Bauzeit ist ab Februar 2019 für knapp zwei Jahre angesetzt.

Die Voraussetzungen in Offenbach sind vielversprechend, da eine große Koalition verschiedener Akteure aus Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft das Projekt unterstützt. Sie möchten das modellhafte Vorhaben auch in die Region tragen und mittelfristig möglichst viele Menschen in Hessen zum Umsatteln motivieren.

Quelle: Stadt Offenbach am 31.10.2017

Zur Originalpressemitteilung (mit weiteren Links und Informationen)

Hessen: In Langen möglichst nahe an der Bahn entlang - Weichenstellung für Raddirektweg nach Frankfurt und Darmstadt

Radschnellwege nach dem Vorbild der Niederlande und Dänemarks sollen Autofahrer im Rhein-Main-Gebiet künftig verstärkt aufs Fahrrad locken. Am weitesten in der Planung ist die etwa 30 Kilometer lange Strecke von Darmstadt bis Frankfurt, die auch durch Langen führt. Bürgermeister Frieder Gebhardt begrüßt die Initiative, hinter der der Regionalverband FrankfurtRheinMain steht. Sie sei angesichts von Staus und vollen Zügen ein Gebot der Stunde und ein Meilenstein für die Zukunft des Radverkehrs in der Region. Auch aus den anderen Rathäusern kommt allgemein Beifall. Jetzt geht es darum, dass sich die Kommunen an der Finanzierung beteiligen, den endgültigen Verlauf festlegen und die spätere Unterhaltung auf ihrer Gemarkung übernehmen. 

Die entsprechenden Beschlüsse stehen in Langen aktuell auf der Tagesordnung der politischen Gremien. In seiner jüngsten Sitzung hat sich der Magistrat jedoch noch nicht auf die Streckenführung vor Ort festgelegt, sondern lediglich eine Route östlich der Bahn zur Kenntnis genommen, die von einer Arbeitsgruppe unter der Federführung der Regionalpark Südwest GmbH ausgearbeitet wurde. Ihr gehören unter anderen auch die Städte und Gemeinden an, durch die der Weg führt. Eine endgültige Entscheidung wird die Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 7. Dezember 2017, treffen, nachdem vorher der Ausschuss für Umwelt, Bau und Verkehr (1. November 2017) eine Empfehlung abgibt. Beginn der Sitzungen ist jeweils um 20 Uhr im Rathaus.

Fakt ist, dass die Stadt zwei bereits festgelegte Anknüpfungspunkte berücksichtigen muss: zum einen die Holzbrücke an der Bahn an der Gemarkungsgrenze zu Egelsbach und zum anderen den Modellflugplatz in der Nordgemarkung, der den Übergang zum Anschluss nach Sprendlingen markiert. Dazwischen soll nach den Vorstellungen der Arbeitsgruppe der Langener Abschnitt – von Egelsbach kommend - zunächst entlang des vorhandenen Radwegs durchs Feld bis zum Leukertsweg führen, dort (in Höhe einer Sitzbank) nach links abschwenken, durch die Sterzbachwiesen (wo es ebenfalls einen Weg mit Brücke gibt) verlaufen und dann auf die Goethestraße treffen. Über den Wiesengrund und die Walter-Rietig-Straße geht es parallel zu den Gleisen und am Bahnhof vorbei auf die Liebigstraße und unter der Brücke der Nordumgehung hindurch in Richtung Modellflugplatz.

"Damit eine solche Strecke ein gut ausgebauter und für die Radler komfortabler Weg wird, ist allerdings noch einiges zu tun", sagt Gebhardt. Generell gelte, dass die Route vier Meter breit, beleuchtet, asphaltiert, ampel- und schrankenfrei sein solle. Hinzu kämen Markierungen und Beschilderungen.

Das bedeutet im Klartext: Feld- und vorhandene Radwege müssen ausgebaut und Straßen umgestaltet werden. So müssten zum Beispiel die Abschnitte auf der Walter-Rietig-Straße und Im Wiesengrund als Fahrradstraßen ausgewiesen und bei der geplanten Erneuerung der Liebigstraße im Jahr 2019 wäre auf der Bahnseite ein zweispuriger Fahrradweg notwendig.

Fraglich ist allerdings, ob die geforderten Standards überall zwischen Darmstadt Hauptbahnhof und dem Holbeinsteg in Frankfurt - den Start- beziehungsweise Endpunkten der Verbindung - eingehalten werden können. Die Regionalpark Südwest GmbH als Projektbeauftragte spricht denn auch von einer Raddirektverbindung und nicht von einem Radschnellweg. "Das ändert aber nichts daran, dass unter Strich ein dickes Plus für die Radinfrastruktur in der Region herauskommt", betont Gebhardt. Hauptziel sei es, Berufspendler auf dem Weg zur Arbeit vom Auto aufs Fahrrad zu bringen.

Über die Streckenführung in Langen hatte bereits im vorigen Jahr die Stadtverordnetenversammlung diskutiert und sich für eine bahnnahe Trasse ausgesprochen, nachdem zuvor eine Machbarkeitsstudie des Regionalverbandes eine "siedlungsnahe" Variante favorisierte. Sie hätte über die Zimmerstraße in der Bahnstraße geführt, wo das Verkehrsaufkommen relativ hoch ist und durch die geplanten Bauvorhaben einschließlich eines Supermarkts weiter steigen könnte. Diese Situation würde sich nach Meinung der Stadtverordneten nachteilig auf die Attraktivität der Raddirektverbindung auswirken.

Deshalb soll es nun unter Einbeziehung bestehender Wege hauptsächlich an der Bahn entlanggehen. Die Kosten für den Langener Abschnitt dürften sich auf mehr als eine Million Euro summieren. Allerdings werden die Ausgaben der Kommunen bis zu maximal 90 Prozent durch das Land Hessen gefördert. In der Regel sind es mindestens 70 Prozent.  

Begonnen werden soll mit dem Projekt im Sommer 2018, und zwar mit dem Abschnitt von Wixhausen bis Egelsbach, der ebenfalls an der Bahn verläuft. 2019 würde es dann in Langen weitergehen.

Quelle: Stadt Langen am 30.10.2017

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Hessen: Schutzstreifenmarkierungen im Rahmen des Radverkehrskonzepts 2025 in Oberursel (Taunus)

Am 19. Oktober 2017 wurde in der Kurmainzer Straße mit der Anlage eines Fahrrad-Schutzstreifen begonnen. Der Grundgedanke bei den Schutzstreifen ist die Führung der Radfahrer auf der Fahrbahn: durch die markierten Schutzstreifen soll der Rad- und Pedelecverkehr (noch) sicherer in den Straßenverkehr integriert werden.

Außerdem werden weitere Markierungs- und Beschilderungsarbeiten ausgeführt in der Berliner Straße (zwischen Kumeliusstraße und Alberusstraße) – hier werden Fahrradpiktogramme mit Pfeilrichtung auf der Straße angebracht - und der Lindenstraße (zwischen Aumühlenstraße und Nassauer Straße), um den Radfahrern die Einfahrt in die Einbahnstraße zu gestatten. Radfahrer können dann den freigegebenen Abschnitt auch gegen die Fahrtrichtung durchfahren und somit direkter an ihr Ziel gelangen.

Quelle: Stadt Oberursel (Taunus) am 11.10.2017

Mecklenburg-Vorpommern: Neuer Radweg entlang der B 105 von Rövershagen nach Gelbensande (Landkreis Rostock)

Infrastrukturminister Christian Pegel hat am 13.10.2017 zusammen mit Vertretern des Landkreises Rostock, der Hansestadt Rostock und der Gemeinden den Radweg entlang der Bundesstraße B 105 zwischen Rövershagen und Gelbensande (Landkreis Rostock) feierlich freigeben.

Der Radweg wurde parallel zur Fahrbahnseite der B 105 auf einer Länge von 3,5 Kilometern und in einer Breite von 2,50 Metern überwiegend in Asphaltbauweise errichtet. Der neue Abschnitt zwischen Rövershagen und Gelbensande stellt ein Teilstück des Gesamtradweges entlang der B 105 von Rostock nach Bentwisch bis Altheide da. Somit schließt sich die Lücke zu den bereits fertiggestellten Radwegen entlang der B 105. Der Lückenschluss bis Altheide mit einer Länge von 3 km ist im Straßenbauplan Mecklenburg-Vorpommern enthalten und soll - sofern der Grunderwerb rechtzeitig abgeschlossen ist und Baurecht besteht - bis Ende 2020 fertiggestellt werden.

Die Bundesstraße B 105 ist eine überregionale, hochfrequentierte Verkehrsverbindung von Selmsdorf über Wismar und Rostock in Richtung Ribnitz-Damgarten, weiterführend bis nach Stralsund. Der Neubau des Radweges dient der Erhöhung der Verkehrssicherheit, der Verbesserung der Leistungsfähigkeit und der weiteren touristischen Erschließung.

Für den Neubau des Radweges waren umfangreiche Fäll- und Rodungsarbeiten notwendig. Als Ausgleichsmaßnahme erfolgten Erstaufforstungen auf insgesamt 6,7 ha Fläche. Im Bereich des Waldbiotops der Rostocker Heide wurde eine 68 m lange Spundwand zwischen dem Teich und dem Radweg gesetzt. Zusätzlich wurde auf dem Streckenabschnitt in der Rostocker Heide ein Fledermausquartier durch Umbau eines ehemaligen Trafohauses geschaffen. Die Baukosten beliefen sich auf 858.200 Euro. Davon trug der Bund 833.200 Euro und die Gemeinde Rövershagen 25.000 Euro.

Quelle: Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung am 13.10.2017

Nordrhein-Westfalen: Weiteres Teilstück des RS1 in Mülheim eröffnet

Am 24. Oktober 2017 wurde das Teilstück vom Mülheimer Hauptbahnhof bis zur Ruhr offiziell eröffnet. Es schließt sich an die bereits 2015 freigegebene RS1-Strecke zwischen Stadtgrenze Essen und Hauptbahnhof Mülheim an der Ruhr und führt als Hochpromenade auf Viadukten durch die Innenstadt. 

Gebaut hat ihn die Stadt Mülheim an der Ruhr. Schon seit der Eröffnung der ersten beiden Teilstrecken durch den Regionalverband Ruhr (RVR) können Radler kreuzungs- und autofrei zwischen den Städten pendeln. Der dritte Abschnitt bringt Radfahrer nun unabhängig vom Autoverkehr durch die Innenstadt bis zur Ruhrpromenade. 

Finanziert wurde die Trasse aus Städtebaufördermitteln von Bund und Land und Mitteln des Regionalverbands Ruhr (RVR). Rund 4,5 Millionen haben die Sanierung der Viadukte und der Bau des heute eröffneten Radwegs gekostet.

Weitergehen wird es 2018 mit der Fertigstellung des Stadtbalkons. Dann soll Ende 2018 der nächste Abschnitt des RS1 über die Ruhr nach Broich bis zur Hochschule Ruhr West folgen.

Infos: muelheim-ruhr.de/wertstadt/radweg_rheinische_bahn/8278 und rs1.rvr.ruhr

Quelle: Radschnellwege NRW am 24.10.2017

Nordrhein-Westfalen: Start der Bürgerbeteiligung für den Bau des RS1

Das Verwaltungsverfahrensgesetz NRW legt eine frühe Öffentlichkeitsbeteiligung von Bürgern und Trägern öffentlicher Belange fest. Hierzu finden im Zuge der Planung öffentliche Informationstermine statt. Für folgende Planungen liegen derzeit Dokumente zur frühen Öffentlichkeitsbeteiligung vor:

  • RS1 Bau des Radschnellwegs Ruhr RS 1 in Gelsenkirchen von Hattinger Straße (Stadtgrenze Essen) bis Parkstraße (Stadtgrenze Bochum)
  • RS1 Bau des Radschnellwegs Ruhr RS 1 in Essen von Universität Duisburg-Essen bis Hattinger Straße B 227 (Stadtgrenze Gelsenkirchen)

Quelle: Landesbetrieb Straßenbau NRW am 16.10.2017

Nordrhein-Westfalen: Land fördert Radschnellweg-Strecke von Köln nach Frechen

Nachdem alle erforderlichen politischen Beschlüsse eingeholt wurden und die Haushalte rechtskräftig sind, konnten die Projektbeteiligten im Januar 2016 die Kooperationsvereinbarung zur Erstellung einer Machbarkeitsstudie unterschreiben. Das europaweite Verfahren zur Auswahl eines Generalplaners ist mittlerweile abgeschlossen. In einer stark besetzten Bewerberrunde konnte sich das Ingenieurbüro Lindschulte + Kloppe aus Düsseldorf durchsetzen. Das Büro wurde mit der Generalplanung für die Erstellung einer Machbarkeitsstudie beauftragt und hat bereits seine Arbeit aufgenommen.

Am 4. Mai 2017 wurden den Vertreterinnen und Vertretern von politischen Gremien aus Köln, Frechen und dem Rhein-Erft-Kreis sowie den beteiligten Fachverbänden erste Planungsideen vorgestellt. Das Treffen diente der Zwischeninformation und dem Austausch von Hinweisen, Ideen und Vorschlägen. Einig ist man sich vor allem darin, dass der Radschnellweg eine besonders hohe Qualität erreichen muss, damit er als schnelle und attraktive Wegeverbindung gut angenommen wird. Der Kraftfahrzeugverkehr soll in den Teilen, in denen er nicht komplett aus der Schnellwegplanung herausgenommen werden kann, deutlich untergeordnet werden. Die ersten Planungsansätze sind nun fertig und sollen Interessierten, insbesondere Anwohnerinnen und Anwohnern im Planungsgebiet vorgestellt werden. Die Pläne stehen auch zum Download zur Verfügung. Am 19.10.2017 gab es zudem einen Infoabend, auf dem die Planungen vorgestellt und diskutiert wurden.

Quelle: Stadt Köln am 19.10.2017

Nordrhein-Westfalen: Neu eingerichtete Fairnesszone auf dem RuhrtalRadweg in Arnsberg

Die Stadt Arnsberg hat auf dem RuhrtalRadweg in Neheim im Abschnitt zwischen der Bahnhofsbrücke und der Ohlbrücke kürzlich Bodenmarkierungen mit dem Schriftzug "Fairnesszone" angebracht.

Der Schriftzug soll an den fairen Umgang miteinander und an die gegenseitige Rücksichtnahme zwischen Fußgängern, Joggern, Skatern, Radfahrern und anderen Nutzern des RuhrtalRadweges appellieren.

"Über den gesamten Jahresverlauf gesehen ist ein harmonisches Miteinander aller Verkehrsteilnehmer der Regelfall. Allerdings stößt der RuhrtalRadweg auf diesem Abschnitt zu bestimmten Zeiten und Wetterlagen an seine Belastungsgrenzen. Genau an diesen Tagen soll der Schriftzug das sonst übliche faire Miteinander buchstäblich in Erinnerung rufen", so Hauke Karnath, Radverkehrsbeauftragter der Stadt Arnsberg.

Im Frühjahr 2017 hatte der Bezirksausschuss intensiv hierüber beraten und diese Maßnahme beschlossen. Auch rund um den Segelplatz in Oeventrop wird auf dem RuhrtalRadweg kurzfristig eine weitere Fairnesszone errichtet.

Quelle: Stadt Arnsberg am 26.10.2017

Nordrhein-Westfalen: Neue Fahrradstraße in Münster - Tiefbauamt erinnert an "Spielregeln"

Es gibt eine neue Fahrradstraße in Münster: Auf dem Lütkenbeckerweg und dem Lindberghweg gelten ab sofort darum andere "Spielregeln" als auf den restlichen Straßen der Stadt. Da auch Münsteranerinnen und Münsteranern diese Regeln nicht immer präsent sind, erinnert das Tiefbauamt der Stadt Kfz-Nutzer wie Radfahrer mit Bannern an die besonderen Bedingungen auf den Fahrradstraßen (Foto: Fahrräder haben Vorrang, Radfahrer können nebeneinander fahren und für alle gilt Tempo 30).

Quelle: Stadt Münster am 10.10.2017

Nordrhein-Westfalen: Dortmund investiert 1,2 Millionen Euro in den Radverkehr

Im Jahr 2018 stehen größere Investitionen in die Radverkehrsinfrastruktur an. Neben den im Haushaltsplan veranschlagten neuen Projekten mit einem Gesamtvolumen von knapp 1,2 Millionen Euro wird der Ansatz für den Bau von Radwegen auf insgesamt 750.000 Euro erhöht.

Die geplanten Maßnahmen sind:

  • Die Verlängerung des sogenannten Bananenradweges im Bereich Stadtquartier Ost
  • Der Bau des Fuß- und Radweges Rüpingsbach (im Bereich Lennhof)
  • Der erste Teilabschnitt des Radschnellweges Ruhr, Große Heimstraße/ Sonnenstraße von Wittekindstraße bis Ruhrallee
  • Die Grundinstandsetzung der Betriebswege am Dortmund- Ems- Kanal, welche von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung finanziert und vom Tiefbauamt

Das Tiefbauamt hat zudem ein Erneuerungskonzept für bestehende Radverkehrsanlagen auf ehemaligen Bahntrassen aufgelegt, die seinerzeit mit einer sogenannten wassergebundenen Decke hergestellt wurden. Um den Komfort für die Nutzer nachhaltig zu steigern und den erhöhten Sanierungsbedarf bei derartigen Decken zu reduzieren, sollen diese ebenfalls asphaltiert werden. Die Finanzierung erfolgt über den aufgestockten Sammelansatz.

Konkret geht es um folgende Anlagen:

  • Der sogenannte Bananenradweg von Im Defdahl bis Klönnestraße
  • Der sogenannte Hundeweg abschnittsweise von Im Defdahl bis südlich B1
  • Der sogenannte Rheinischer Esel von Hellerstraße bis Stadtgrenze Witten

Zum Thema: Der Verwaltungsvorstand hat sich in einer Sitzung am 10. Oktober 2017 mit einer Sachstandsvorlage zur Förderung der Radverkehrsinfrastruktur befasst und die Weiterleitung an die Ausschüsse für Bauen, Verkehr und Grün sowie Umwelt Stadtgestaltung und Wohnen beschlossen.

Quelle: Stadt Dortmund am 11.10.2017

Nordrhein-Westfalen: Weitere fahrradfreundliche Straßen in Dinslaken

Die Hofstraße und die Klosterstraße können als Einbahnstraßen ab sofort von Fahrradfahrern auch in die Gegenrichtung genutzt werden. Seit dem Jahr 1997 ermöglicht die Straßenverkehrsordnung eine Öffnung von Einbahnstraßen für den Radverkehr in Gegenrichtung. Von den 45 grundsätzlich in Frage kommenden Einbahnstraßen in Dinslaken waren bis zuletzt 35 Abschnitte für den Radverkehr geöffnet worden. In einer Neufassung der Straßenverkehrsordnung sind die Einsatzkriterien und Anforderungen für eine Öffnung vereinfacht worden. Auf der Grundlage dieser neuen Rechtslage  werden die bisher noch nicht berücksichtigten Abschnitte erneut überprüft. Für die Hofstraße und die Klosterstraße konnte die Öffnung nun sogar schon kurzfristig umgesetzt werden.

Quelle: Stadt Dinslaken am 13.10.2017

Sachsen-Anhalt: Land hat erstmals eine Radverkehrskoordinatorin

Mit Stefanie Arnhold hat Sachsen-Anhalt erstmals eine Radverkehrskoordinatorin. Seit September 2017 arbeitet sie im Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr. Ein Interview:

Sie sind die Radverkehrskoordinatorin Sachsen-Anhalts. Was verbinden Sie mit dem neuen Job?

Ich finde die neuen Aufgaben spannend. In den letzten acht Jahren war ich fachlich für die Gesamtverkehrsplanung der Stadt Wolfsburg verantwortlich. Da ging es natürlich auch um Radverkehr. Aber nicht nur. Jetzt dreht sich alles darum. Das Thema in Sachsen-Anhalt voranzubringen und zu koordinieren, ist schon eine große Herausforderung. 

Was macht eigentlich eine Radverkehrskoordinatorin?

Es steckt schon im Namen: Ich koordiniere. Das heißt, ich möchte Ansprechpartnerin sein, sowohl hier im Ministerium, aber auch für die Landkreise, Kommunen und die Interessenverbände. Sachsen-Anhalt will den Radverkehr fördern. So steht es im Koalitionsvertrag. Meine erste große Aufgabe wird sein, den Landesradverkehrsplan fortzuschreiben. Dazu möchte ich eine Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen mit auf den Weg bringen. Zu meinen Aufgaben gehört auch, Konzepte zur Stärkung des Radverkehrs zu entwickeln und zu begleiten, sowie die Belange des Radverkehrs in die Konzeption des Öffentlichen Personennahverkehrs einzubringen.

Sie kehren aus Wolfsburg nach Magdeburg zurück…

Ja, und das gerne. Nach meinen Abitur in Magdeburg, dem Bauingenieurstudium mit der Vertiefung Verkehrsplanung und meiner Tätigkeit bei der Stadt Wolfsburg, sehe ich nun die Chance meine Erfahrungen aus der kommunalen Praxis mit den Aufgaben einer Radverkehrskoordinatorin zu verbinden. Seit Kindesbeinen kenne ich die Stadt und habe hier nun wieder meine Zelte aufgeschlagen.

Quelle: Verkehrsministerium des Landes Sachsen-Anhalt am 01.10.2017

Sachsen-Anhalt: Neuer Radweg entlang der Landesstraße 15 in der Altmark - Lückenschluss zwischen Kläden und Stendal

Am 04.10.2017 begannen westlich von Stendal die Arbeiten am ersten Bauabschnitt für einen neuen Radweg entlang der Landesstraße (L) 15. "Das Land investiert rund 443.000 Euro in die neue Strecke zwischen Steinfeld und der Kreuzung mit der Kreisstraße (K) 1047", erklärte Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel. Mit dem Vorhaben werde eine weitere Lücke zwischen Kläden und Stendal geschlossen.

Nach Webels Worten soll der erste, rund 1,3 Kilometer lange Bauabschnitt bis zur Schinner Kreuzung schon Ende November für den Radverkehr freigegeben werden. Im nächsten Jahr sei der Anschluss bis nach Schernikau geplant, sagte der Minister. "Radwege verbinden Orte und tragen zur Verbesserung der Mobilität im ländlichen Raum bei", betonte Webel. Zugleich erhöhe sich dadurch die Verkehrssicherheit an den vielbefahrenen Straßen im Land und nicht zuletzt profitiere der Tourismus von dem gut ausgebauten Streckennetz.

Quelle: Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr, Nr.: 135/2017 am 04.10.2017

Schleswig-Holstein: Markierungen in Lübeck sollen Radverkehrsführung in den Kreuzungsbereichen verbessern
 
Luisenstraße erhält Fahrrad-Schutzstreifen: Am 16./17. Oktober 2017 wurden auf der Fahrbahn der Luisenstraße auf beiden Fahrbahnseiten Schutzstreifen, mit einer Breite von 2,50 Meter, für Radfahrer abmarkiert. Ziel der Maßnahme ist es, die Radverkehrsführung in den Kreuzungsbereichen zu verbessern.Die Markierung beginnt am Ende des Forstmeisterwegs und wird über den Glashüttenweg geführt - hier kam es in der Vergangenheit immer wieder zu kritischen Situationen mit abbiegenden Kraftfahrzeugen.

An der Kreuzung Neue Hafenstraße/ Sandberg wird der Radverkehr zur Eschenburgstraße auf der Fahrbahn geführt; für Rechtsabbieger zur Neuen Hafenstraße wurde etwa 60 Meter vor der Kreuzung eine Ausleitung auf den bestehenden Radweg im Seitenbereich geschaffen. Der Parkstreifen vor der Kreuzung wurde zurückgebaut, um ausreichend Fläche für den Fahrverkehr zu schaffen.

Schutzstreifen für den Radverkehr werden mit einem gestrichelten, schmalen Strich von den Kfz-Fahrstreifen getrennt. Vom Kfz-Verkehr darf dieser Strich nur im Bedarfsfall überfahren werden, ohne den Radverkehr zu gefährden. Der Kfz-Verkehr muss gegenüber Radfahrern einen Überholabstand von mindestens 1,50 Metern einhalten. Auf Schutzstreifen darf nicht geparkt werden.

An den alten Radwegen im Seitenbereich werden die blauen Fahrrad-Schilder entfernt. Das bedeutet, diese Radwege müssen nicht mehr, dürfen aber weiterhin benutzt werden.
 
Quelle: Hansestadt Lübeck am 13.10.2017
 
Schleswig-Holstein: Ausbau der K 43 von Avendorf nach Burg auf Fehmarn mit Radwegneubau

Rückenwind für die seit September laufenden Arbeiten am zweiten Teilstück der Kreisstraße K 43 von Avendorf nach Burg auf Fehmarn: Wie Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz 13. Oktober 2017 in Kiel sagte, werde das Land den zweiten Bauabschnitt mit insgesamt knapp 2,5 Millionen Euro fördern. Zugleich signalisierte Buchholz grünes Licht für die Förderung des dritten Bauabschnitts bis nach Burg, der im kommenden Jahr begonnen und 2019 fertiggestellt werden soll. Insgesamt fördert das Land das Gesamtprojekt mit 4,9 Millionen Euro, die Gesamtkosten liegen bei rund 7,8 Millionen Euro. Mit dem Landesanteil werden rund 65 Prozent der Gesamtkosten gedeckt.

"Die Aufnahme dieses großen Ausbauprojekts in unser Förderprogramm für den kommunalen Straßenbau zeigt, wie wichtig der Landesregierung diese Ortsverbindung ist, von der sowohl Einheimische als auch Touristen profitieren. Durch den gleichzeitigen Neubau des Radweges tragen wir obendrein zu mehr Verkehrssicherheit bei und bieten ein großes Plus für den Fahrrad-Tourismus auf der Insel", so Buchholz.

Wie bereits beim ersten Teilstück der Kreisstraße, die im Juli bei Blieschendorf von Buchholz und Ostholsteins Landrat Reinhard Sager freigegeben wurde, wird auch im zweiten und dritten Teilstück die Strecke grundhaft erneuert und verbreitert. Die Bauarbeiten für den zweiten Bauabschnitt sollen bis zum Sommer 2018 abgeschlossen sein. Das zweite Teilstück führt von Feldpotthaus bis zur geplanten städtischen Verbindungsstraße. Anschließend werden die Arbeiten am dritten Teilstück von der geplanten städtischen Verbindungsstraße bis nach Burg in Angriff genommen. 

Die insgesamt 3,8 Kilometer lange Strecke von Avendorf nach Burg ist vor allem aufgrund von massiven Asphaltschäden sanierungsreif.

Quelle: Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus am 13.10.2017
 
Thüringen: Ausbau der Schutzstreifen für den Radverkehr in Erfurt

In der Löberstraße stadteinwärts wurde jetzt ein weiteres Stück Schutzstreifen für den Radverkehr eingerichtet und entsprechend mit Fahrradpiktogrammen markiert. Damit einher geht eine neue Verkehrsführung.

Mit dem neuen Teilstück wird die bisherige Lücke zwischen dem Knoten Kaffeetrichter und dem Löberwallgraben geschlossen.

Entsprechend der Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA) sind Schutzstreifen eine Führungsform an innerörtlichen Hauptverkehrsstraßen. Sie sind Teil der Fahrbahn, dürfen von Kraftfahrzeugen jedoch nur im Bedarfsfall befahren werden.

Quelle: Landeshauptstadt Erfurt am 11.10.2017
 
Thüringen: Einweihung einer Rad- und Fußgängerbrücke in Heilbad Heiligenstadt
 
Thüringens Staatssekretär für Infrastruktur und Landwirtschaft, Dr. Klaus Sühl, weihte am 14.10.2017 gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Spielmann die neue Brücke für Fußgänger und Radfahrer in Heilbad Heiligenstadt ein. Die Brücke führt über die verlängerte Hospitalstraße und die Bahngleise der Bahnstrecke Halle-Kassel. "Die neue Brücke verbindet einige unserer wichtigsten verkehrspolitischen Ziele. Sie verkürzt Pendlern den Weg zum Bahnhof, die Menschen aus dem Neubaugebiet Hohes Rott kommen von nun an sicher und schnell in die Innenstadt. Dadurch werden die klimafreundlichen Verkehrsmittel – Bahnfahren, Radfahren und Laufen – noch attraktiver", sagt Sühl.

Im Rahmen einer Vereinbarung zwischen der Stadt und der Bahn wurden weitere Maßnahmen umgesetzt, wie der Neubau der Hospitalstraße und der Bau von Straßen rund um den Bahnhof. Auch eine Anbindung an den neuen Westzubringer Heiligenstadt wurde gebaut. Der Freistaat hat für den Kostenanteil der Stadt rund 1,15 Mio. Euro Fördermittel des Kommunalen Straßenbaus bewilligt. Die Gesamtkosten liegen bei ca. 13 Mio. Euro.
 
Quelle: Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft am 14.10.2017
 
 
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31. Oktober 2017
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difu

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