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Änderung des Bundesfernstraßengesetzes machts möglich

Radschnellweg Ruhr (RS1) wird über neue A-40-Rheinbrücke nach Moers verlängert

Logo des RS1 - Radschnellweg Ruhr
© Regionalverband Ruhr

Radschnellweg Ruhr (RS1) wird über neue A-40-Rheinbrücke Neuenkamp von Duisburg nach Moers verlängert

Gute Nachrichten für Radfahrer am Niederrhein: Der Radschnellweg Ruhr (RS1) wird über die neue Rheinbrücke Neuenkamp von Duisburg nach Moers verlängert. Möglich wird die Führung des Radwegs über die Autobahnbrücke, weil sich Nordrhein-Westfalen für eine Änderung des Bundesfernstraßengesetzes eingesetzt hat, die es ermöglicht, Radwege über Autobahnbrücken zu Lasten des Bundes zu führen. Verkehrsminister Hendrik Wüst hat sich über den Fortschritt auf der Baustelle der neuen Rheinbrücke und über die Pläne für den RS1 informiert.
 
"Ziel der Landesregierung ist ein landesweites Netz hochwertiger Radwege, damit das Fahrrad mehr und mehr zum Alltagsverkehrsmittel wird. Das Land hat sich lange dafür eingesetzt, dass auch auf großen Brücken Radwege zu Lasten des Bundes breiter gebaut werden können. Das ist jetzt erstmals gelungen an der A40 auf der neuen Rheinbrücke Neuenkamp. Ich freue mich, dass die Radfahrer am Niederrhein von der Verlängerung des RS1 profitieren und danke dem Bund dafür", sagte Verkehrsminister Hendrik Wüst.
 
Der Bund hat die Änderung des Bundesfernstraßengesetzes im Juli 2021 umgesetzt und jetzt die Freigabe für die Finanzierung zur Verbreiterung des Radwegs auf der nördlichen Seite der neuen Rheinbrücke Neuenkamp auf vier Meter gegeben. Damit wird die Führung des RS1 über die Rheinbrücke Neuenkamp bis Moers möglich. Voraussetzung war, dass die Städte Duisburg und Moers mit einer Machbarkeitsstudie zur Verlängerung des Radschnellwegs von Duisburg über die Brücke bis nach Moers um 15 Kilometer den Bedarf nachgewiesen haben.
 
Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur: "Ich freue mich, dass wir durch die Änderung des Bundesfernstraßengesetzes jetzt auch die Möglichkeit haben, Radwege auf Autobahnbrücken zu errichten, um Lücken im Radnetz schließen zu können. In Städten, deren Stadteile durch Flüsse getrennt sind, wie hier in Duisburg, wird der Radverkehr dank der neuen Überquerungsmöglichkeit und des geplanten Radschnellweges attraktiver. Dieser Radschnellweg ist bundesweit der erste, der durch diese Gesetzesänderung in Bundesbaulast realisiert werden soll. Durch das zusätzliche Angebot des Radschnellweges auf der Rheinbrücke werden noch mehr Pendler auf das Rad umsteigen. Denn auch ihnen steht zukünftig eine schnelle, komfortable und sichere Fahrbahn zur Verfügung. Durch die Verlagerung der Pendlerverkehre auf das Fahrrad werden Staus vermieden und der Verkehr insgesamt verflüssigt. Weitere positive Verkehrsfolgen sind die Reduzierung der Lärmbelastung und der Schadstoffemissionen, insgesamt wird hiermit ein sichtbarer Beitrag zum Klimaschutz geleistet."
 
Mit dem Ersatzneubau der Rheinbrücke Neuenkamp, über die der RS 1 geführt wird, entsteht derzeit unter der Federführung der DEGES, einer Projektmanagementgesellschaft von Bund und Ländern, Deutschlands längste Schrägseilbrücke mit einer Stützweite von 380 Metern. Die Gesamtlänge beträgt 802 Meter.
 
Hintergrund Radschnellwege
 
Radschnellwege sollen als Premiumprodukt der Radinfrastruktur klar definierte Qualitätskriterien erfüllen. Dazu gehören die durchgängige Trennung zwischen Rad- und Fußgängerverkehr, eine Mindestbreite von vier Metern, Beleuchtung, wenig Steigungen, Wegweisung, Reinigung und geregelter Winterdienst.
 
Der Radschnellweg Ruhr (RS 1) ist eines der wichtigsten und nachhaltigsten Projekte im Ruhrgebiet. Bisher war eine insgesamt 101 km lange Verbindung für den Radverkehr mitten durchs Ruhrgebiet zwischen Duisburg und Hamm vorgesehen. Dieser Radschnellweg wird nun im Westen beginnend durch Moers, Duisburg, Mülheim an der Ruhr, Essen, Gelsenkirchen, Bochum, Dortmund, Unna, Kamen und Bergkamen bis nach Hamm verlaufen und rund 115 km lang sein.
 
Hintergrund Neubau Rheinbrücke Neuenkamp
 
Die Rheinbrücke Neuenkamp wurde 1970 erbaut, heute stößt sie an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Ursprünglich für 30.000 Fahrzeuge ausgelegt, rollen täglich mehr als 100.000 Fahrzeuge über die Brücke. Der Ausbau der A 40 zwischen den AS Duisburg-Homberg und Duisburg-Häfen inklusive des Neubaus einer leistungsfähigen Rheinbrücke sorgt langfristig für einen gleichmäßigen Verkehrsfluss, um den prognostizierten Verkehrszahlen Rechnung zu tragen. Die neue Rheinbrücke wurde als zweihüftige Schrägseilbrücke konzipiert und bietet auch Fußgängern und Radfahrern eine Querung des Rheins.
 
Bereits 2023 soll planmäßig südlich neben der bestehenden Brücke das erste Teilbauwerk fertiggestellt sein. Der gesamte Verkehr wird dann vorübergehend über dieses neue Brückenbauwerk – mit jeweils drei verengten Fahrstreifen pro Fahrrichtung – geleitet. Im Anschluss erfolgt der Abriss der Bestandsbrücke und an dieser Stelle der Neubau der zweiten Brücke. Die Fertigstellung auch dieses zweiten Teilbauwerks und damit der gesamten Brücke mit jeweils vier Fahrstreifen pro Fahrtrichtung ist für Ende 2026 vorgesehen.