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ADAC Monitor "Mobil in der Stadt" 2017

Radfahrer sind in Großstädten zufriedener als Autofahrer

ADAC Monitor "Mobil in der Stadt" 2017
ADAC Monitor "Mobil in der Stadt" 2017 © ADAC e.V.

Der neue ADAC Monitor "Mobil in der Stadt" zeigt, wie zufrieden Einwohner, Pendler und Besucher der 15 größten deutschen Städte mit ihrer persönlichen Mobilität sind

Wie zufrieden die Einwohner, Einpendler und Besucher der 15 größten Städte in Deutschland mit ihrer persönlichen Mobilitätssituation sind, hat der ADAC in Zusammenarbeit mit dem Münchner Marktforschungsinstitut "komma Forschungs- und Beratungsgesellschaft GmbH" in der bislang größten bewertenden Studie der wichtigsten privat genutzten Verkehrsträger untersucht. Erhoben wurde die Zufriedenheit der Autofahrer, ÖPNV-Kunden, Fahrradfahrer und Fußgänger ab 18 Jahren, die sich in der jeweiligen Stadt an mindestens zwei Tagen in der Woche bewegen, sei es als Einwohner oder als Einpendler bzw. Besucher.
 
Über alle Städte hinweg ist die Zufriedenheit mit der Fortbewegung zu Fuß und mit dem ÖPNV am höchsten. Nicht ganz so hoch fällt die Zufriedenheit bei Radfahrern aus, während Autofahrer in allen Städten im Vergleich am unzufriedensten mit ihrer persönlichen Mobilitätssituation sind. Besonders auffällig ist die fast durchgehend negative Beurteilung des Verhaltens von Radfahrern durch Autofahrer und Fußgänger. Auch untereinander ist ebenso jeder vierte Radfahrer unzufrieden mit dem Verhalten anderer Radfahrer. Umgekehrt ist ebenso ein Viertel der Radfahrer mit dem Verhalten der Autofahrer unzufrieden.
 
Stadtbewohner beurteilen ihre Mobilität häufig anders als Einpendler oder Besucher. Gleiches gilt für jüngere und ältere Verkehrsteilnehmer, die viele Aspekte ihrer Mobilität zum Teildiametral anders beurteilen. Dabei fallen die Bewertungen der unter 30 Jährigen in der Regel viel positiver aus als die der älteren Befragten.
 
Radfahrer sind zwar deutlich zufriedener mit ihrer persönlichen Mobilitätssituation als Autofahrer, aber noch weit entfernt von den hohen Zufriedenheitswerten von ÖPNV-Nutzern und Fußgängern. Fahrradfahrer schätzen vor allem die Planbarkeit der Zielerreichung und Direktheit der Wege, bemängeln dagegen insbesondere das Verhalten von Autofahrern und anderen Radfahrern. Leipzig und Hannover erzielen zusammengefasst die höchsten Zufriedenheitswerte im Radverkehr, während Hamburg, Köln, Berlin und Duisburg nur geringe Zufriedenheitswerte erreichen. München belegt zusammen mit Bremen den dritten Platz und kann beim Radverkehr – anders als die drei übrigen Millionenstädte – auch bei den Einwohnern punkten.
Fahrrad – Zufriedenheit der Einwohner und Einpendler/Besucher der 15 Städte
(Einwohner und Einpendler/Besucher ab 18 Jahren, die Wege mit dem Fahrrad in den 15 Großstädten zurücklegen n=3.861)
  • Zuverlässigkeit mit der man Ziel in gepl. Zeit erreicht: 45 Prozent zufrieden vs. 7 Prozent unzufrieden
  • Direktheit der Wege: 40 Prozent zufrieden vs. 9 Prozent unzufrieden
  • Wartezeit an Ampeln: 34 Prozent zufrieden vs. 12 Prozent unzufrieden
  • Radwegbreite: 29 Prozent zufrieden vs. 19 Prozent unzufrieden
  • Angebot an Fahrradstellplätzen bei öffentlichen Einrichtungen, Fußgängerzonen und Einkaufszentren: 29 Prozent zufrieden vs. 14 Prozent unzufrieden
  • Radwegenetz: 29 Prozent zufrieden vs. 18 Prozent unzufrieden
  • Radwegezustand: 28 Prozent zufrieden vs. 20 Prozent unzufrieden
  • Verfügbarkeit von Leihfahrrädern: 28 Prozent zufrieden vs. 8 Prozent unzufrieden vs. 27 Prozent weiß nicht
  • Verhalten Fußgänger: 28 Prozent zufrieden vs. 17 Prozent unzufrieden
  • Fahrradabstellplätze Bahnhöfe/Stationen: 27 Prozent zufrieden vs. 15 Prozent unzufrieden vs. 11 Prozent weiß nicht
  • Wegweisung für Fahrradfahrer: 26 Prozent zufrieden vs. 16 Prozent unzufrieden
  • Verhalten anderer Radfahrer: 22 Prozent zufrieden vs. 24 Prozent unzufrieden
  • Verhalten Autofahrer: 20 Prozent zufrieden vs. 26 Prozent unzufrieden
 
Die im Durchschnitt höchsten Zufriedenheitswerte unter allen Fortbewegungsarten erzielt der Fußverkehr, wobei Dresden, München und Leipzig die drei Spitzenplätze einnehmen. Mit der Direktheit der Wege, dem Angebot an sicheren Querungsanlagen und der Breite der Gehwege sind Fußgänger besonders zufrieden. Weniger zufrieden sind sie dagegen mit dem Sitzplatzangebot entlang der Gehwege und vor allem mit dem Verhalten der Radfahrer.
 
Überwiegend zufrieden zeigen sich die Nutzer des ÖPNV. Honoriert werden vor allem die Dichte der Haltestellen, die kurzen Wege beim Umsteigen und die Häufigkeit der Verbindungen. Unzufrieden sind die Nutzer mit den Fahrpreisen, den Fahrgastinformationen im Störfall und dem Parkraumangebot an Bahnhöfen und Haltestellen. Im Städtevergleich erzielt Dresden beim ÖPNV einen herausragenden Spitzenwert, mit Abstand gefolgt von Leipzig (mit besonders zufriedenen Einpendlern und Besuchern) sowie Hannover (mit besonders zufriedenen Einwohnern). Am wenigsten zufrieden sind die ÖPNV Nutzer in Duisburg.
 

Methodik: Um verlässliche Aussagen für jede der 15 Städte treffen zu können, wurden je Stadt mindestens 600 Interviews durchgeführt. Dafür mussten in einer bundesweiten, repräsentativ angelegten Online-Befragung 24.082 Screening-Interviews geführt und 9.336 Hauptinterviews mit bis zu 53 Aspekten der persönlichen Mobilität ausgewertet werden. Herausgekommen ist ein Zufriedenheitsindex, der neue ADAC Monitor "Mobil in der Stadt", der den Maßstab aus Sicht der Nutzer setzt und eine Orientierung in den vielfältigen Aspekten der persönlichen Mobilität bietet.