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Radfahrer leben länger - Positive Bewegungseffekte übersteigen Unfall- und Luftschadstoffrisiken

Ein Fahrradreifen auf der Straße
© Doris Reichel

Studie: Radfahrer leben länger

Positive Bewegungseffekte übersteigen Unfall- und Luftschadstoffrisiken

In einem von BMVIT und Lebensministerium finanzierten Projekt wurden durch das Kuratorium für Verkehrssicherheit, dem Umweltbundesamt und der Österreichischen Energieagentur die Risiken des Radfahren im Alltag untersucht. Ausgangslage war die oft geäußerte Vermutung, dass Radfahrens zwar gesund sei, aber im Verkehrsalltag viel zu gefährlich ist und man als RadfahrerIn stark den Luftschadstoffen des Kraftfahrzeugverkehrs ausgesetzt sei. Deshalb war es Ziel der Studie BikeRisk die positiven (Bewegung) wie negativen (Unfälle, Luftschadstoffe) Effekte auf die Radfahrenden zu untersuchen.

Unfall- und Luftschadstoffrisiko

Erstmals konnte nach Verkehrsmitteln und Altersgruppen die Verunglücktenrate für Österreich ermittelt werden. Da zeigt sich, dass gemessen an der Verkehrsbeteiligungsdauer junge Auto-Lenker am gefährlichsten leben. Insgesamt ist das Risiko mit dem Fahrrad zu verunglücken jedoch höher als mit dem Pkw. Jedoch ist das Risiko bei einem Unfall getötet zu werden mit dem Pkw höher als mit dem Fahrrad. Die Datenanalyse ergab aber auch, dass mit steigender Radnutzung zu einer Senkung des Unfallrisikos führt. Das aus internationalen Studien bekannte "Saftey by Numbers"-Prinzip zeigt sich auch in Wien (siehe Grafik).

Um die unterschiedliche Luftschadstoffbelastung zu messen wurden mit einem mobilen Messgerät Fahrrad- und Pkw-Fahrten durchgeführt. Anhand der Meßdaten und Literaturwerte wurde rückgeschlossen, daß je nach Route die eingeatmete Feinstaubdosis beim Radfahren um 6-8 fach höher ist als beim Autofahren.

Bilanz: Radfahren ist trotzdem gesund

Zu den positiven Gesundheitseffekte wurde auf die Ergebnisse einer Studie des Fonds Gesundes Österreich zum "Gesundheitlicher Nutzen des Radfahrens als Transportmittel" zurückgegriffen.

Die Bilanzierung der positiven und negativen Effekte erfolgte mit Hilfe der Berechnung der gewonnenen bzw. verlorenen Lebenszeit. Dazu wurden zehn verschiedene Szenarien eines Umstiegs vom Pkw-Fahren auf Fahrradfahren untersucht. Die verlorene Lebenszeit durch das Unfallrisiko fällt mit max. 2 Wochen kaum ins Gewicht, die Schadstoffbelastung schlägt schon mit 1 bis 6 Monaten zu buche. Die gewonnene Lebenszeit von einem Jahr aufgrund der physikalischen Fitness macht in allen Szenarien die verlorene Lebenszeit wieder wett, so dass der Umstieg vom Pkw auf das Fahrrad selbst bei kurzen Distanzen (7,5 km pro Tag) das Leben verlängert.

Welchen volkswirtschaftlichen Nutzen Radfahrende bringen, finden Sie hier.

Fonds Gesundes Österreich
Verkehrssicherheitsfonds

Downloads

BikeRisk Kurzfassung (PDF 336,32 kB, 20 Seiten)
BikeRisk Endbericht (PDF 855,23 kB, 105 Seiten)

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Zur Original-Klimaaktiv-Mitteilung

Meta Infos
Stand der Information
22. September 2011
Quelle

Klima Aktiv / Lebensminsterium Österreich (www.klimaaktiv.at)

Land
Oesterreich
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen