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Projekt "Radverkehr in Kommunen mit Höhenunterschieden" stellt Ergebnisse vor.

Nationaler Radverkehrsplan 2020
Nationaler Radverkehrsplan 2020 © Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur

Im Projekt "Radverkehrsförderung in Städten mit Höhenunterschieden" wurde seit 2012 gemeinsam mit Praxispartnern aus acht Städten ein Leitfaden entwickelt, der Städten mit Höhenunterschieden Wege einer erfolgreichen Radverkehrsförderung aufzeigt. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur mit Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplanes 2020 gefördert.

Am 18. November 2014 wurden die Projektergebnisse der Fachöffentlichkeit präsentiert und zur Diskussion gestellt:

Es geht bergauf

"Bei uns ist es zu hügelig zum Radfahren." Mit dieser Aussage rechtfertigten viele Kommunen mit mehr oder weniger anspruchsvoller Topografie ihren geringen Radverkehrsanteil. Das wird in Zukunft schwerer, denn das NRVP-Projekt "Radfahren in Kommunen mit Höhenunterschieden" hat gezeigt, dass sich viele Fahrradfahrer von Steigungen nicht schrecken lassen - vorausgesetzt, Infrastruktur und Service stimmen.

Mit Heidelberg und Albstadt haben sich auch zwei Kommunen aus Baden-Württemberg am bundesweiten Forschungsprojekt beteiligt. Sie zeigten sich sehr zufrieden mit den Ergebnissen des Projektes, mit der Vernetzung mit den anderen Kommunen und mit der Projektbegleitung durch die Universität Dortmund. "Wir haben beim Radverkehr schon sehr viel erreicht", sagte Thomas Raab vom Verkehrsmanagement der Stadt Heidelberg. "Wir können aber noch viel mehr Potenzial für den Radverkehr erschließen, wenn wir gezielt die höher gelegenen Wohngebiete einbinden." Dafür holte sich Raab Ideen von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die das Projekt begleiteten und von den anderen Partnerkommunen wie Jena, Solingen, Siegen oder Koblenz. Eine bessere Verknüpfung von Bus- und Radverkehr ist eine Anregung, die Heidelberg aus dem Projekt mitnimmt.

Eine grundlegende Erkenntnis des Projekts: Die Anforderungen an die Infrastruktur ist je nach Fahrrichtung - bergauf oder bergab - komplett unterschiedlich. "Bergauffahrende Radfahrer sind Fußgägner auf zwei Rädern, bergabfahrende Radfahrer sind Autos ohne Motor", brachte es Peter Gwiasda vom Planungsbüro via in Köln auf den Punkt. Das führt häufig zu asymetrischen Lösungen bei der Verkehrsführung. Nicht einfach für die Nutzer, die daher intensiv über das Radverkehrsangebot informiert werden müssen.

Eine gute Abstimmung zwischen Rad- und öffentlichem Verkehr kann den Radverkehr in Regionen mit großen Höhenunterschieden ebenfalls voranbringen. Ein Beispiel aus Baden-Württemberg: Im Rems-Murr-Kreis unterstützt das Modellprojekt "Fahrrad2go" Pendler mit einem besonderen Busangebot: Zwischen Winnenden und Buoch - einer Strecke, die 240 Höhenmeter überwindet - fahren seit 2014 Busse, die jeweils 10 Räder transportieren können. So können Pendler morgens bequem bergab rollen und abends mit dem Bus nach Hause fahren.

Ein weiteres wichtiges Thema für die Radverkehrsförderung in hügeligen Regionen: die großen Fortschritte bei der Fahrradtechnik allgemein und im Besonderen das Pedelec, das die eigene Körperkraft vervielfacht und den Radfahrenden so Steigungen ermöglicht, die sie sonst viel Kraft kosten würden.

Anfang 2015 wird der Leitfaden mit Erfahrungen, Erkenntnissen und Empfehlungen des Projekts veröffentlicht und auf Fahrradland-BW als Download zur Verfügung gestellt. Wer vorher schon Fragen hat, kann sich wenden an: kathrin.konrad@tu-dortmund.de Weitere Infos unter www.vpl.tu-dortmund.de

Quelle: www.fahrradland-bw.de/news/news-detail/es-geht-bergauf/vom/19/11/2014

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Stand der Information
18. November 2014
Quelle

Fahrradland Baden-Württemberg (www.fahrradland-bw.de)

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Deutschland
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Fahrradthemen
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