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Fahrradnutzung soll nach Corona-Ausgangsbeschränkungen steigen

Praxis-Leitfaden für französische Kommunen

Aménagements cyclables provisoires : tester pour aménager durablement
Aménagements cyclables provisoires : tester pour aménager durablement © Cerema (Republique Francaise)

Fahrradnutzung soll nach Lockerung der Ausgangsbeschränkungen steigen - Praxis-Leitfaden des Cerema-Instituts für französische Kommunen - "Aménagements cyclables provisoires : tester pour aménager durablement"

Das Ministerium für den ökologischen und solidarischen Übergang hat gerade die Einführung eines 20 Millionen Euro umfassenden Fahrradplans angekündigt. Das Cerema-Institut unterstützt deshalb Mobilitätsakteure und hat nun einen technischen Leitfaden veröffentlicht, der den Entscheidungstragenden in den französischen Kommunen helfen soll, nach Lockerung der Ausgangsbeschränkungen am 11. Mai 2020, bei der schnellen und einfachen Implementierung von Radverkehrsanlagen zu helfen. Das Ziel: Das Radfahren und alle Vorteile dieses Verkehrsmittels zu fördern.

Der Leitfaden enthält zahlreiche praktischen Diagramme und konkrete Beispiele. Er richtet sich an Kommunalbehörden, die einfache temporäre Lösungen (Schaffung neuer Radwege oder Verbreiterung bestehender Radwege) testen möchten, um Menschen eine effiziente und sichere Fortbewegung mit dem Fahrrad zu ermöglichen.

Welche Hebel können eingesetzt werden, um das Radfahrern zu erleichtern? Die Reduzierung der Anzahl der Fahrspuren für den motorisierten Verkehr, die Verbreiterung der bestehenden Radverkehrsanlagen, Fahrradparkplätze usw... Was muss hauptsächlich angegegangen werden, um ein niedriges MIV-Niveau zu gewährleisten? Welche Arten der Trennung zwischen Rad- und motorisiertem Verkehr gibt es? Welche Einrichtungen sind erforderlich, um Fußgänger zu berücksichtigen, wie kann man regulieren, bewerten, anpassen...? Dies sind nur einige der Fragen, die sich die technischen Dienste der lokalen Behörden stellen und die in dieser Kurzanleitung beantwortet werden.

in Frankreich ist es möglich, die Zahl der Radfahrenden zu vervierfachen, oder sogar zu verachtfachen, dank elektrisch unterstützter Fahrräder. Das vorliegende Dokument wird es den Kommunen ermöglichen, Maßnahmen zu treffen, die Vorteile für die Umwelt, für die Gesundheit, für die Luftqualität, für die Wirtschaft, sowohl auf individueller Ebene, weil das Fahrrad ein kostengünstiger Verkehrsträger ist, als auch auf kollektiver Ebene (billigere Infrastrukturen, Förderung der lokalen Ökonomie) und schließlich auf gesellschaftlicher Ebene, durch leichter zugängliche und daher integrativerere Gemeinden.

Die Ademe (Französische Agentur für Umwelt und Energiemanagement) hat am 11. Mai 2020 ein Video zum Thema Gehen, Radfahren und Ende der Ausgangsbeschränkungen online gestellt, um die Nutzung aktiver Modi während dieser Phase zu fördern:

Aus der Mitteilung des französischen Umweltministeriums vom 30. April 2020 zum 20-Millionen-Euro-Plan zur Erleichterung des Radfahrens

Um aus der Enge herauszukommen, unternimmt die Regierung Schritte, um das Radfahren der Franzosen zu fördern, und zwar durch die Entwicklung temporärer Radwege und die Einführung eines 20-Millionen-Euro-Plans des Umwelt-Ministeriums. "Das Ende der Ausgangsbeschränkungen ist der Zeitpunkt, der veranschaulichen soll, dass das Fahrrad ein eigenständiges Verkehrsmittel und nicht nur eine Freizeitbeschäftigung ist. Während 60 Prozent der Fahrten, die in Frankreich zu normalen Zeiten unternommen werden, weniger als 5 km lang sind, bieten die kommenden Wochen vielen Franzosen, ob sie nun bereits Radfahrende sind oder nicht, die Möglichkeit, das Fahrrad für den Weg zur Arbeit bzw. lokale Fahrten zu wählen. Um diese Fortbewegungsart zu fördern, verstärken wir die Sicherheit von Radfahrerenden, indem wir den Ausbau von provisorischen Radwegen unterstützen. Wir  wollen so viele Menschen wie möglich ermutigen, Fahrräder zu benutzen, indem wir Reparaturen, die Einrichtung von Abstellmöglichkeiten oder Schulungen abdecken. Der Staat, die Radfahrenden, die lokalen Behörden, die Unternehmen, die Verbände: alle müssen ihren Beitrag dazu leisten, dass die Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen zu einer guten Zeit für das Fahrrad wird, ein Verkehrsmittel, das gut für die Gesundheit, für den Planeten und für den Geldbeutel ist", so Elisabeth Borne, Ministerin für den ökologischen und solidarischen Übergang.

"Ich ermutige die Franzosen nachdrücklich, sanfte Mobilität im Rahmen der Lockerungen zu nutzen. Insbesondere werde ich für die Beschleunigung der Entscheidungsvorlagen sorgen, die die Einführung des Pakets für nachhaltige Mobilität ermöglichen, das es Unternehmen ermöglicht, ihren Mitarbeitenden, die Fahrräder, Fahrgemeinschaften oder andere Formen der gemeinsamen Mobilität nutzen, den Weg zur Arbeit mit bis zu 400 Euro pro Jahr zu erleichtern", erklärt Jean-Baptiste Djebbari, Staatssekretär für Verkehr. (...)