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VCÖ-Umfrage 2013

Österreich ist radfahrfreundlicher geworden - Graz ist fahrradfreundlichste Landeshauptstadt

Sechs von zehn Radfahrerinnen und Radfahrer sind mit den Bedingungen zum Radfahren in ihrem Wohnort zufrieden. Das zeigt eine VCÖ-Umfrage, bei der österreichweit rund 2.500 Radfahrer befragt wurden. Aber die Zahl an Fahrradabstellanlagen ist vielerorts zu gering, die Verkehrssicherheit erlebt fast jeder zweite als nicht ausreichend. Fast jeder zweite Befragte gab an, auf einzelnen Strecken vom Auto aufs Fahrrad umgestiegen zu sein. Gewünscht werden mehr Radwege entlang von Freilandstraßen und auf den Straßen mehr Platz zum Radfahren.

Der Radfahrboom in Österreich hält an, das zeigen auch die Ergebnisse der diesjährigen VCÖ-Radfahr-Umfrage. 37 Prozent der Befragten wollen heuer häufiger Radfahren als im Vorjahr. Und 48 Prozent fahren heute Strecken mit dem Fahrrad, die sie früher mit dem Auto zurückgelegt haben. "Wir haben auch nach den Motiven für den Umstieg gefragt. Die Hauptmotive können zusammengefasst werden mit: Radfahren wird als umweltfreundlicher, gesünder und kostengünstiger als Autofahren gesehen und Radfahren macht Freude und Spaß", fasst VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer zusammen.

Knapp mehr als die Hälfte gibt an, dass sich die Bedingungen zum Radfahren in ihrem Wohnort verbessert haben, acht Prozent sehen Verschlechterungen. Die VCÖ-Umfrage zeigt, dass vier von zehn Radfahrern mit der Situation zum Radfahren unzufrieden sind. Und sogar zwei Drittel beklagen den Mangel an Fahrradabstellanlagen in ihrer Gemeinde.

Auch bei der Verkehrssicherheit orten viele Radfahrerinnen und Radfahrer Verbesserungsbedarf. Immerhin 38 Prozent fühlen sich beim Radfahren in ihrem Ort wenig sicher, acht Prozent sogar gar nicht sicher. Acht von zehn Radfahrern wurden bereits von Handy-Telefonierenden Autofahrern in eine gefährliche Situation gebracht, jeder zweite öfters bzw. sehr oft. Zwei Drittel geben an, dass sie von Autos nicht mit genügend Abstand überholt werden. "Mehr und mehr Autofahrer sind auch Radfahrer. Damit wird das gegenseitige Verständnis zunehmen. Aber es braucht auch verkehrstechnische Maßnahmen und verstärkte Bewusstseinsarbeit, denn nicht wenige vergessen hinter dem Autolenkrad was sie sich selber am Fahrrad von Autofahrern wünschen", spricht sich VCÖ-Experte Gansterer für ein rücksichtsvolles Miteinander im Straßenverkehr aus. Immerhin 45 Prozent der Radfahrer erleben die anderen Verkehrsteilnehmer in ihrem Wohnort als rücksichtsvoll.

Gefragt hat der VCÖ auch, welche Maßnahmen gewünscht werden. Innerhalb des Ortes möchten fast drei Viertel der Befragten mehr Abkürzungen, wie etwa Unterführungen, Fahrradbrücken oder die verstärkte Öffnung von Einbahnen. Sieben von zehn möchten mehr Platz zum Radfahren im Straßenraum sowie mehr Radwege entlang von Freilandstraßen. "Im ländlichen Raum sollte zumindest jede Siedlung, den nächstgelegenen Ort auf einen Radweg erreichen können", betont VCÖ-Experte Gansterer.

VCÖ-Umfrage: Vier von zehn mit Bedingungen zum Radfahren im Wohnort unzufrieden
Sehr zufrieden: 11 Prozent
eher zufrieden: 49 Prozent
weniger zufrieden: 32 Prozent
Unzufrieden: 8 Prozent
Quelle: VCÖ 2013

VCÖ: Die Mehrheit sieht verbesserte Bedingungen zum Radfahren
Wie hat sich Situation zum Radfahren in Ihrem Wohnort im Vorjahr verändert?
Stark verbessert: 13 Prozent
Gering verbessert: 43 Prozent
Ist gleich geblieben: 36 Prozent
Gering verschlechtert: 5 Prozent
Stark verschlechtert: 3 Prozent
Quelle: VCÖ 2013

VCÖ: Fast jeder zweite erlebt andere Verkehrsteilnehmer als rücksichtsvoll
Keine Konflikte mit Gehenden beim Radfahren: 73 Prozent
Die anderen Verkehrsteilnehmer erlebe ich als rücksichtsvoll: 47 Prozent
Autos überholen mit genügend seitlichem Abstand: 35 Prozent
Quelle: VCÖ 2013

VCÖ: Fast jeder 2. Radfahrer beklagt mangelnde Verkehrssicherheit im Wohnort
Wie verkehrssicher fühlen Sie sich beim Radfahren in Ihrem Wohnort?
Sehr verkehrssicher: 7 Prozent
Verkehrssicher: 47 Prozent
Wenig sicher: 38 Prozent
Gar nicht sicher: 8 Prozent
Quelle: VCÖ 2013

VCÖ: Telefonierende Autofahrer werden als Gefahr erlebt
Sind Sie durch telefonierende Autofahrende in eine gefährliche Situation gebracht worden?
Ja, sehr oft: 12 Prozent
Ja, schon öfter: 37 Prozent
Ja, ganz selten: 29 Prozent
Nein, noch nie: 22 Prozent
Quelle: VCÖ 2013

VCÖ: Mangel an Fahrradabstellanlagen wird beklagt
Gibt es in Ihrem Wohnort ausreichend Fahrradabstellanlagen im Straßenraum
Ja: 32 Prozent
Nein: 68 Prozent

Gibt es bei Ihrem Arbeitsplatz ausreichend Fahrradabstellanlagen
Ja: 58 Prozent
Nein: 42 Prozent
Quelle: VCÖ 2013

VCÖ: Mehr Abkürzungen und mehr Radwege gewünscht
Welche Maßnahmen machen das Radfahren attraktiver
1. Abkürzungen fürs Radfahren: 73 Prozent
2. Radwege entlang von Freilandstraßen: 69 Prozent
3. Mehr Platz im Straßenraum zum Radfahren: 68 Prozent
4. Mehr Rücksichtnahme gegenüber Radfahrenden durch Autolenkende: 63 Prozent
5. Verkehrsberuhigte Zonen, Begegnungszonen, Shared Space: 58 Prozent
6. Fahrradstreifen auf Fahrbahn: 53 Prozent
7. Mehr Fahrradabstellanlagen: 50 Prozent
8. Niedrigere Tempolimits für Kfz-Verkehr: 45 Prozent
9. Mehr Tempokontrollen für Lkw und Pkw: 38 Prozent
Quelle: VCÖ 2013

VCÖ: Jeder dritte möchte heuer mehr Radfahren Im Vergleich zum Vorjahr möchten
37 Prozent mehr Radfahren
62 Prozent gleich viel Radfahren
1 Prozent weniger Radfahren
Quelle: VCÖ 2013

VCÖ: Jeder zweite ist auf einzelnen Strecken vom Auto aufs Rad umgestiegen
Gibt es Fahrten, die Sie früher mit dem Auto gefahren sind und jetzt mit dem Rad fahren?
Ja: 48 Prozent
Nein: 52 Prozent

Wie wichtig waren folgende Gründe zum Umstieg vom Auto auf das Fahrrad?
(Sehr wichtig – in Klammer sehr wichtig und wichtig)
Radfahren ist umweltfreundlich: 65 Prozent (85 Prozent)
Radfahren ist gesünder und hält fit: 63 Prozent (88 Prozent)
Radfahren ist kostengünstiger als Autofahren: 50 Prozent (71 Prozent)
Radfahren macht Spaß: 48 Prozent (76 Prozent)
Mit dem Rad schneller am Ziel: 46 Prozent (70 Prozent)
Quelle: VCÖ 2013

VCÖ: Schnelligkeit und Freude an Bewegung sind Hauptmotive zum Radfahren
Ihr Hauptmotiv fürs Radfahren:
1. Fahrziel schnell erreichen: 24 Prozent
2. Freude an der Bewegung: 22 Prozent
3. Unabhängigkeit: 19 Prozent
4. Gesundheit und Fitness: 15 Prozent
5. Klima- und Umweltschutz:12 Prozent
6. Kostenersparnis: 5 Prozent
7. Sonstige Gründe: 3 Prozent
Quelle: VCÖ 2013

VCÖ: Überlegen Sie den Kauf eine Elektro-Fahrrads?
Ja, ich möchte mir heuer ein Elektro-Fahrrad kaufen: 3 Prozent
Ja, aber nicht in diesem Jahr: 17 Prozent
Nein, weil ich schon E-Fahrrad besitze: 6 Prozent
Nein, weil ich kein E-Fahrrad brauche: 77 Prozent
Quelle: VCÖ 2013

VCÖ-Radfahr-Umfrage:
Anzahl befragte Radfahrerinnen und Radfahrer in Österreich: 2.530 Personen
Umfragezeitraum: 3. April bis 30. Juni 2013

Quelle: www.vcoe.at/de/presse/aussendungen-archiv/details/items/vcoe-umfrage-oesterreich-ist-radfahrfreundlicher-geworden-1407201

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VCÖ-Umfrage: Graz vor Salzburg zur radfahrfreundlichsten Landeshauptstadt gewählt

Vorarlberg wurde bei einer aktuellen VCÖ-Umfrage zum radfahrfreundlichsten Bundesland gewählt. Österreichweit nahmen mehr als 2.500 Radfahrerinnen und Radfahrer an der Umfrage teil. Silber geht an das Burgenland. Zur radfahrfreundlichsten Landeshauptstadt wurde bei der VCÖ-Umfrage erneut Graz gewählt, an zweiter Stelle landet Salzburg vor Bregenz und Wien. Der VCÖ fordert eine bundesweite Radverkehrsoffensive nach Vorbild Vorarlbergs.

Graz wird als jene Landeshauptstadt gesehen, die am radfahrfreundlichsten ist, wie eine aktuelle VCÖ-Umfrage unter 2.530 Radfahrerinnen und Radfahrer zeigt. Damit ist die steirische Landeshauptsstadt zum dritten Mal in Folge der Champion, davor war Salzburg der Titelträger. "Bronze" geht an Bregenz. "In allen drei Städten wird das Radfahren seit mehr als zwei Jahrzehnten forciert und gefördert. Die Politik bemüht sich, dem Radverkehr Platz auf den Straßen zu geben. In Graz leistete Ende der 80er Jahre der damalige ÖVP-Verkehrsstadtrat Erich Edegger wichtige Pionierarbeit", stellt VCÖ-Experte Mag. Markus Gansterer fest.

In Graz, Salzburg und Bregenz wird etwa jeder fünfte Alltagsweg mit dem Rad gefahren. Das ist für den Einzelnen gesund und kostengünstig und für die Stadt positiv, weil Fahrräder weniger Platz brauchen als Autos und keine Schadstoffe verursachen, betont der VCÖ. Der vierte Platz geht an Wien, das in der Bundeslandwertung den zweiten Platz erreicht hätte. Wien hat in den vergangenen zehn Jahren den Radverkehrsanteil von zwei auf sechs Prozent verdreifacht.

In der Bundesländerwertung ist Vorarlberg erneut der Spitzenreiter. Zum achten Mal in Folge wurde das Ländle bei der VCÖ-Umfrage zum "radfahrfreundlichsten Bundesland" gewählt. Dahinter folgen das Burgenland, die Steiermark und das Bundesland Salzburg. "Vorarlberg macht eine aktive Radverkehrspolitik. Bei der Straßenplanung wird das Radfahren mitberücksichtigt. Die Gemeinden und das Land arbeiten gemeinsam an der Verbesserung der Radfahrinfrastruktur. Betriebe setzen Anreize, damit die Beschäftigten mit dem Rad zur Arbeit fahren", weist VCÖ-Experte Gansterer auf einige Ursachen des Vorarlberger Erfolgs hin.

Der VCÖ fordert eine österreichweite Radverkehrsoffensive. In den Städten ist nach Vorbild von Graz, Salzburg und Bregenz dem Radfahren mehr Platz einzuräumen. Entlang von Freilandstraßen sind zumindest dort, wo es Siedlungen gibt, Radwege zu errichten. "Diese Maßnahme erleichtert das Radfahren in ländlichen Gebieten, erhöht die Verkehrssicherheit und schafft in der Region Arbeitsplätze", betont VCÖ-Experte Gansterer.

VCÖ: Graz zu Österreichs Radhauptstadt 2013 gewählt
(VCÖ-Umfrage: Welche Landeshauptstadt ist am radfahrfreundlichsten?)

1. Graz
2. Salzburg
3. Bregenz
4. Wien
5. Innsbruck
Quelle: VCÖ 2013

VCÖ: Vorarlberg das radfahrfreundlichste Bundesland Österreichs
(VCÖ-Umfrage: Welches Bundesland ist am radfahrfreundlichsten? )

1. Vorarlberg
2. Burgenland
3. Steiermark
4. Salzburg
5. Niederösterreich
Quelle: VCÖ 2013

Quelle: www.vcoe.at/de/presse/aussendungen-archiv/details/items/vcoe-umfrage-graz-vor-salzburg-zur-radfahrfreundlichsten-landeshauptstadt-gewaehlt-15072013

Meta Infos
Stand der Information
17. Juli 2013
Quelle

Verkehrsclub Österreich (www.vcoe.at), Ausgabe 2013-66 und Ausgabe 2013-67

Land
Oesterreich
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen