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Fietsmodus-App

Niederländische Kampagne wirbt für Nichtbenutzung des Smartphones im Verkehr

Ein Radfahrer mit Mobiltelefon
Ein Radfahrer mit Mobiltelefon © Doris Reichel

Digitale und analoge Werbung für die niederländische Fietsmodus-App
Wie der niederländische Fietsberaad berichtet, scheint der Gebrauch von Smartphones während der Fahrt bei einem von fünf Fahrradunglücken eine Rolle zu spielen. In die Unfälle sind vor allem jüngere Menschen verwickelt. Die niederländische Verkehrsministerin Schultz glaubt zwar nicht an die Wirksamkeit von Verboten, aber an den Erfolg der Fietsmodus-App, für die anlässlich des neuen Schuljahres mithilfe der Telekommunikationsunternehmen KPN, T-Mobile, Vodafone und Ziggo geworben wird.

Fietsmodus-App belohnt Jüngere
Die App belohnt (jüngere) Menschen, die während ihrer Fahrradfahrt das Handy nicht benutzen. Die Radfahrer können auf diese Weise Kilometer sammeln und so Kinokarten, T-Shirts und Fahrräder gewinnen. Die App gibt es bereits seit September 2014, das Programm wurde allein in den letzten Monaten des Jahres 2014 rund 55.000 mal heruntergeladen und 700.000 Kilometer im Fahrradmodus zurückgelegt.

Kreidezeichnung macht auf App aufmerksam
Im Schuljahr 2015/2016 soll die App erneut die Aufmerksamkeit der Schüler erregen, unter anderem durch Anzeigen in den sozialen Netzwerken. Das Communicatiebureau AndC bedient sich zusätzlich, auf eigene Initiative, einer nicht-digitalen Kommunikationsform, nämlich einer Kreidezeichnung, die auf die App aufmerksam macht. Die Zeichnung soll vor allem auf Fuß- und Radwegen sowie an Abstellanlagen vor Bildungseinrichtungen, Bahhöfen und Sportstätten aufgebracht werden. Die Botschaften sollen 10 bis 16 Wochen - je nach Wetterlage und Abnutzung durch den Verkehr - sichtbar bleiben.

Zur App: www.fietsmodus.nl

Quellen (nl): www.fietsberaad.nl und www.outdoorverkeerscampagnes.nl

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TÜV Rheinland: Radfahrer und Fußgänger im Straßenverkehr - Hände weg vom Handy
Langeweile oder Gewohnheit, schlechte Vorbilder oder Neugierde: Immer mehr Jugendliche sind im Straßenverkehr unterwegs und vertreiben sich die Zeit mit dem Smartphone oder beim Musikhören. "Erwachsene gehen mit schlechtem Beispiel voran. Auch sie sind oft unterwegs und lassen sich vom Handy ablenken. Das gilt nicht nur am Autosteuer", sagt Hans-Ulrich Sander, Kraftfahrtexperte von TÜV Rheinland.

Risiken werden leicht unterschätzt: Nach Angaben des Deutschem Verkehrssicherheitsrats (DVR) nehmen Menschen rund 90 Prozent der Informationen aus ihrer Umwelt über die Augen auf. Das heißt: Konzentrieren sich Jugendliche beispielsweise auf dem Schulweg auf ihr Smartphone, stehen nur noch 10 Prozent ihrer Aufnahmefähigkeit zur Verfügung. Sie sind fast komplett vom Geschehen auf der Straße abgelenkt. Sander: "Hören die Fußgänger oder Radfahrer dabei noch Musik über Kopfhörer, bekommen sie vom Straßenverkehr praktisch nichts mehr mit."

Routine führt zu Selbstüberschätzung
In Deutschland wird nicht erfasst, wie viele Unfälle direkt durch Ablenkung geschehen. Der DVR verweist jedoch auf Schweizer Fachleute, die davon ausgehen, dass jeder vierte Unfall durch Ablenkung verursacht wird. Da der Schulweg für viele Kinder und Jugendliche zur täglichen Routine gehört, glauben sie, diesen blind gehen zu können. "Selbstüberschätzung spielt dabei eine große Rolle", erklärt Hans-Ulrich Sander von TÜV Rheinland. Ideal wäre für ihn deshalb eine App, die das komplette Handy oder mindestens die Datenverbindung ausschaltet, sobald sich der Schüler mit dem Smartphone in Bewegung setzt.

Doch auch wenn kein Unfall passiert, kann die Handynutzung unangenehme Folgen haben: Wer mit dem Smartphone in der Hand beim Radfahren erwischt wird, muss 25 Euro vom Taschengeld abgeben. Zwar gibt es für Fußgänger keine Strafen, aber die Straßenverkehrsordnung besagt aus gutem Grund: "Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht." Durch Handynutzung oder Musikhören ist diese Aufmerksamkeit nicht mehr gegeben. Deshalb empfiehlt Sander: "Hände weg vom Handy. Smartphones und Kopfhörer in der Tasche lassen." Das gilt nicht nur für Schülerinnen und Schüler, sondern eben auch für Erwachsene.

Quelle TÜV Rheinland (de): www.tuv.com/news/de/deutschland/ueber_uns/presse/meldungen/newscontentde_254353.html

Meta Infos
Stand der Information
20. August 2015
Quelle

www.fietsberaad.nl / www.fietsmodus.nl / www.outdoorverkeerscampagnes.nl / www.tuv.com

Land
Deutschland
Niederlande
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen
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