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Koalitionsvertrag 2015-2019 für Bremen

Neu gewählte rot-grüne Koalition will Radverkehr weiter voranbringen

Bremen: Rad fahren in der Überseestadt
Bremen: Rad fahren in der Überseestadt © Ingo Wagner/WFB Wirtschaftsförderung Bremen

In der Vereinbarung zur Zusammenarbeit in einer Regierungskoalition für die 19. Wahlperiode der Bremischen Bürgerschaft 2015 – 2019, die am 11. Juli 2015 auf Sonderparteitagen der SPD Bremen und dem Landesverband der Partei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN gebilligt wurde, heißt es unter anderem:

(...)

Unser Ziel ist eine zukunftsfähige Weiterentwicklung des Bremer Verkehrssystems – für den öffentlichen Nahverkehr, den motorisierten Individual- und Wirtschaftsverkehr, für Radfahrende sowie für Fußgängerinnen und Fußgänger. Denn uns geht es darum, die Interessen der Bremerinnen und Bremer, die der Wirtschaft und die Belange des Umwelt- und Klimaschutzes in Einklang zu bringen. (...)

Bremen und Bremerhaven sind Städte der kurzen Wege, in denen Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Lernen und Erholung oft dicht beieinanderliegen. Diesen Vorteil werden wir auch in der Verkehrspolitik nutzen. Mit uns ist Mobilität keine Frage des Geldbeutels. Wir wollen die gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen ermöglichen und die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer stärken.

Mit dem neuen Verkehrsentwicklungsplan haben wir die Grundlage für ein stadtverträgliches, sicheres, umweltfreundliches und menschengerechtes Verkehrssystem der Zukunft erarbeitet. Dies ermöglicht die Teilhabe aller Menschen und trägt auch den Bedürfnissen der Wirtschaft Rechnung. Die Stärkung des Umweltverbundes aus Rad-, Fuß- und öffentlichem Verkehr ist beschlossen. (...)

Wir werden das Park & Ride- und Bike & Ride-Angebot und damit die Umsteigeanreize für umweltfreundlichere Verkehrsträger verbessern und außerdem für eine bessere Abstimmung des regionalen Bus- und Schienenverkehrs sorgen. (...)

Wir werden das Radfahren in Bremen noch bequemer und angenehmer machen: mit Fahrradpiktogrammen, verbesserter Sicherheit in Kreuzungsbereichen, grünen Wellen und mehr Radbügeln. Wir werden das Programm zum fahrradfreundlichen Umbau von Knotenpunkten des Hauptstraßennetzes fortsetzen. Zusammen mit den Beiräten werden wir weitere Fahrradstraßen mit selbsterklärender Gestaltung ermöglichen. Wir werden ein Fahrradmodellquartier schaffen, dass zusätzlich zu Fahrradstraßen auch Reparaturmöglichkeiten, Abstellflächen und Pumpstationen anbieten. Hierzu gehört auch, in Neubauten mehr geschützte Fahrradabstellplätze zu schaffen und die Nutzung von Tiefgaragen für Fahrräder zu realisieren. Der Bedarf an sicheren und überdachten Abstellmöglichkeiten in der Innenstadt für Fahrräder wächst. Wir schaffen Abstellanlagen für die Innenstadt inklusive Parkplätze für Lastenräder und Gepäckabstellmöglichkeiten für die vielen Radtouristen. Die gute Erreichbarkeit des Hauptbahnhofs inklusive der Radstation werden wir sicherstellen.

Im Verkehrsentwicklungsplan wurden acht Premium-Radrouten beschlossen. Wir werden vorrangig die Verlängerung der bestehenden Fahrradroute von der Innenstadt bis zur Universität durch die Neustadt nach Huchting sowie eine Nord-Süd-Verbindung von Hemelingen/Osterholz durch den Bremer Westen bis Blumenthal als Premiumroute realisieren. Auch Fahrradrouten zwischen den Stadt- und Ortsteilen werden wir optimieren und bestehende Querungshindernisse beseitigen. Darüber hinaus werden wir zur weiteren Förderung des Radtourismus die Radwanderwege deutlich verbessern.

Bremen muss auf der nationalen und internationalen Landkarte herausragender Fahrradstädte sichtbar werden. Deshalb werden wir das Programm "bike it" fortsetzen, das Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing mit der Verkehrs- und Quartiersplanung verbindet. Wir wollen uns für die Durchführung der internationalen Konferenz "Velo City 2019" bewerben. (...)

Wir werden die stärkere Trennung von Rad- und Fußverkehr fördern und mehr Hilfen zur Querung von Straßen durch Fußgängerinnen und Fußgänger einrichten. Wir werden die Belange des Fußverkehrs außerdem durch mehr fußgängerfreundliche Kreuzungen, Zebrastreifen und Ampelschaltungen verbessern.

Wir wollen barrierefrei gestaltete Verkehrswege und Verkehrsmittel, aber auch das Freihalten von Radwegen für den Radverkehr und von Fußwegen, vor allem für Menschen mit Behinderungen, mit Rollatoren und Rollstühlen und Eltern mit Kinderwagen. Wir werden daher die Programme für die Barrierefreiheit von Bus- und Bahnhaltestellen konsequent weiter umsetzen. Verbesserungen der Barrierefreiheit sind hauptsächlich an zentralen Orten notwendig. (...)

Wir werden die Elektromobilität mit Strom aus erneuerbaren Energien unterstützen, z. B. mit besseren Rahmenbedingungen bei Parkplätzen und Lademöglichkeiten und der Förderung von Pedelecs. Mit den Nachbargemeinden werden wir ein regionales Verkehrskonzept zur Unterstützung von Elektromobilität entwickeln. (...)

Zur Erhöhung der Verkehrssicherheit werden wir ein integriertes Verkehrssicherheitskonzept für Bremen und Bremerhaven erarbeiten. Unser Ziel ist es, bis zum Jahr 2020 die Zahl der Verkehrstoten und Schwerverletzten zu halbieren. Dafür werden wir gefährliche Kreuzungsbereiche entschärfen, Sichtbeziehungen verbessern und mehr Tempo 30 einführen. In der Umgebung von Schulen und Kindergärten werden wir überall Tempo 30 einführen.

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Quelle und weitere Informationen: http://gruene-bremen.de/userspace/HB/lv_bremen/Dokumente/LMV-Ergebnisse/11.7.2015/Koalitionsvereinbarung_2015-2019.pdf

Meta Infos
Stand der Information
11. Juli 2015
Quelle

http://gruene-bremen.de/userspace/HB/lv_bremen/Dokumente/LMV-Ergebnisse/11.7.2015/Koalitionsvereinbarung_2015-2019.pdf

Land
Bremen
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen
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