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München begrüßt Neubürger mit „Mobilitäts-Organizer“

Willkommen in München: Landeshauptstadt München und MVG starten Kampagne „Gscheid mobil“ für Neubürgerinnen und Neubürger – erstmals umfassende intermodale Mobilitätsberatung

Mehr Mobilität, weniger Stau: Mit diesem Ziel führen die Landeshauptstadt München und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) gemeinsam ein neues Instrument des Mobilitätsmanagements ein – die Mobilitätsberatung für Neubürgerinnen und Neubürger.

Rund 85.000 Menschen melden sich jedes Jahr neu in München an. Ihnen soll es künftig so einfach wie möglich gemacht werden, sich in ihrer neuen Umgebung zu orientieren und dort auch mobil zu sein. Denn das Mobilitätsangebot der Stadt ist umfangreich – und für Neumünchnerinnen und Neumünchner oft gar nicht so leicht zu durchschauen: S-Bahn, U-Bahn, Tram, Metro- und StadtBus, Taxis, Car Sha-ring oder Call a Bike bieten vielfältige Fortbewegungsmöglichkeiten. Park+Ride bzw. Bike+Ride laden zum Umstieg zwischen den Verkehrsmitteln ein. Eine entsprechende Infrastruktur mit Fahrradhauptrouten, Radlring, Leitsystemen, Parkmöglichkeiten, Lizenzgebieten etc. rundet das Angebot ab. Wer das breitgefächerte Angebot für seine persönlichen Zwecke nutzen möchte, braucht Informationen, die er sich an verschiedenen Stellen besorgen muss. Hier setzt die gemeinsame Initiative der Landeshauptstadt München und der MVG an: Künftig wird die MVG den Neubürgerinnen und Neubürgern, die ihren Wohnsitz in der bayrischen Landeshauptstadt angemeldet haben, zeitnah ein umfassendes Informationspaket zum Thema Mobilität direkt nach Hause schicken.

Das so genannte „Neubürgerpaket“ – ein praktisches DIN A4-Ringbuch, aufgebaut im Stile eines „Mobilitäts-Organizers“ – enthält neben Informationen zum Thema Mobilität und Verkehr in München einen speziell konzipierten Stadtplan. Auf ihm können sich die Neubürger mit einem schnellen Blick über die Linienwege und Haltestellen von S-Bahn, U-Bahn, Bus oder Tram, aber ebenso auch über die CarSharing- und Taxi-Standorte in ihrer Nähe informieren. Mit einer beigefügten Servicekarte können individuell noch detailliertere Informationen, wie beispielsweise der Minifahrplan der nächstgelegenen Buslinie, bestellt werden. Wichtige Servicenummern, Adressen und Internet-Adressen sind auf dem Klappdeckel des Neubürger-Ordners aufgeführt. Zudem kann jeder Empfänger seinen Ordner unter http://www.muenchen.de/mobil jederzeit über das Internet selbst aktualisieren und zusätzliche Informationen herunterladen. Unter der Telefonnummer 01805 640 650 bietet die extra eingerichtete Neubürger-Hotline montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr eine individuelle Mobilitätsberatung. Auf Wunsch sucht das Serviceteam sogar einzelne Verbindungen heraus. Bestandteil des Neubürgerpakets ist auch ein so genanntes Schnupperticket, mit dem die Neubürger eine Woche lang im MVV-Innenraum kostenlos testen können, wie und mit welchen Verkehrsmitteln sie am besten und schnellsten zur Arbeit, zur Uni, zur Sportstätte oder in die Stadt zum Einkaufen kommen.

Hep Monatzeder, Bürgermeister der LH München: „Ich hoffe, dass die Neubürgerinnen und Neubürger sich durch diese herzliche Form der Begrüßung in München willkommen fühlen. Das Neubürgerpaket soll, ähnlich wie das Telefonbuch, zum festen Bestandteil der Münchner Haushalte werden. Aus Mangel an Information über Mobilitätsalternativen erscheint das Auto oft als einfachste und bequemste Möglichkeit, sich in der Stadt von A nach B zu bewegen. Spätestens beim ersten Stau oder nach halbstündiger Parkplatzsuche kommen jedoch die ersten Zweifel. Mein Ziel ist eine möglichst attraktive und lebenswerte Stadt für unsere Bürgerinnen und Bürger. Das kann vor allem dann erreicht werden, wenn es uns gelingt, den täglichen Autoverkehr in der Stadt auf das nötige Maß zu reduzieren. Das Neubürgerpaket als ein neues Instrument des Mobilitätsmanagements ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung mehr Lebensqualität für München. Die umfassende, intermodale Mobilitätsinformation, die wir ab heute anbieten, ist in dieser Form einmalig in Deutschland. Dank der ausführlichen Informationen können sich die Neumünchnerinnen und Neumünchner künftig bewusster für ein bestimmtes Verkehrsmittel entscheiden. Das wird die Verkehrssituation in der Stadt deutlich verbessern – damit München auch in Zukunft eine Großstadt mit hoher Lebensqualität und stadtverträglicher Mobilität bleibt!“

Herbert König, Vorsitzender der MVG-Geschäftsführung: „Mit unseren Verkehrsmitteln U-Bahn, Bus und Tram befördern wir in München täglich über eine Million Fahrgäste. Das zeigt deutlich, dass sehr viele Mobilitätsnachfrager die öffentlichen Verkehrsmittel als schnelle und komfortable Fahrtmöglichkeit in der Stadt schätzen, um ohne Stau und Parkplatzprobleme an das gewünschte Ziel zu kommen. Der Anspruch unserer Kunden reicht heute allerdings wesentlich weiter. Über die reine Informations- und Leistungsbereitstellung für die Fahrt von A nach B hinaus möchte der Kunde auch weitergehende Informationen, welche grundsätzlichen Mobilitätsangebote in München für ihn bereitstehen. Der öffentliche Nahverkehr bildet mit seiner Leistungsfähigkeit, seiner Angebotsdichte und seiner Beförderungsqualität naturgemäß das Herzstück des Mobilitätsmix. Als größter Mobilitätsdienstleister Münchens wollen wir dem Wunsch unserer Kunden nachkommen und künftig die Kombinationsmöglichkeiten des ÖPNV mit den übrigen Mobilitätsmög-lichkeiten stärker kommunizieren. Das Neubürgerpaket, bei dem wir mit verschie-denen Partnern aus dem Bereich Mobilität zusammen gearbeitet haben, ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Natürlich versprechen wir uns von dieser Maßnahme auch eine weitere Attraktivitätssteigerung für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Deshalb haben wir hier auch enorme Anstrengungen in das Pilotprojekt gesteckt und tragen mit rund 200.000 Euro den Großteil der Kosten.“

Dr. Wilfried Blume-Beyerle, Kreisverwaltungsreferent der Landeshauptstadt München: „Angesichts des Mangels an Platz und Geld für weitere größere Infrastrukturmaßnahmen sowie stetig steigender Umweltstandards bleibt uns gar nicht anderes übrig als auch auf die ‚weichen’ Maßnahmen des Mobilitätsmanagements zu setzen. Sie sind relativ kostengünstig, wirksam und stoßen infolge ihres empfehlenden Charakters auf breite Akzeptanz. Die Bürgerinnen und Bürger werden durch sie in die Lage versetzt, die eigenen Mobilitätsbedürfnisse mit dem bereits bestehenden Angebot des Umweltverbunds besser als bisher zu erfüllen. Für mich persönlich ist die Neubürgerberatung daher nur ein erster Baustein innerhalb eines Gesamtkonzeptes. Weitere Zielgruppen, denen systematisch mit Information, Beratung und Motivation wirksame Anreize für ein nachhaltiges Mobilitätsverhalten gegeben werden sollen, sind Kinder und Jugendliche und mit Blick auf den demographischen Wandel natürlich auch Senioren. Darüber hinaus zählen auch Unternehmen und große Veranstalter zu unseren Zielgruppen. Zusammengefasst in einem ‚Gesamtkonzept Mobilitätsmanagement’, das auch das Neubürgerpaket enthält, werde ich dem Stadtrat im Frühjahr 2006 einen Vorschlag für die dauerhafte Umsetzung vorlegen.“

Das Pilotprojekt startet zunächst mit 5.000 Neubürgerinnen und Neubürgern, die in den kommenden Tagen ihr Neubürgerpaket zugesandt bekommen. Einige Wochen nach Aussendung der Neubürgerpakete soll eine Befragung Aufschluss darüber geben, wie das neue Informationsangebot bei den Empfängern ankommt und ob eine Fortsetzung sinnvoll ist.

Das Neubürgerpaket ist Teil des MOBINET-Nachfolgeprojektes „arrive“.

Diese Mitteilung ist Ergebnis des Pressegesprächs mit Hep Monatzeder, Bürgermeister der Landeshauptstadt München, Herbert König, Vorsitzender der MVG-Geschäftsführung, und Dr. Wilfried Blume-Beyerle, Kreisverwaltungsreferent der Landeshauptstadt München, das am Montag, 24. Oktober 2005, 11 Uhr im Rathaus stattfand.

Quelle: http://www.mvg-mobil.de/presse/presse_2005/24.10.2005.htm.htm

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Stand der Information
25. Oktober 2005
Quelle

Pressemitteilung der Landeshauptstadt München und der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG)

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