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Österreich

Mobilitätspreis 2009

Radfahrer und Fußgänger
© Doris Reichel

In der Mitteilung vom Verkehrsclub Österreich heißt es:

VCÖ-Untersuchung: Immer mehr Österreicher steigen um

VCÖ-Mobilitätspreis 2009 sucht vorbildhafte Verkehrsprojekte

Die Mobilität von Österreichs Bevölkerung wird vielfältiger. 61 Prozent der Bevölkerung fahren schon heute mit Öffentlichen Verkehrsmitteln, 1,3 Millionen Personen fahren im Alltag mit dem Fahrrad, dazu kommen 4,28 Millionen Pkw, wie eine aktuelle VCÖ-Untersuchung zeigt. Der VCÖ betont, dass die Schnittstellen zwischen den Verkehrsmitteln noch deutlich zu verbessern sind. Auch im Güterverkehr gewinnt der intermodale Transport an Bedeutung.

Heute erfolgte der Startschuss zum VCÖ-Mobilitätspreis 2009, den der VCÖ in Kooperation mit Verkehrsministerium, Lebensministerium und ÖBB durchführt. Österreichs größter Wettbewerb für nachhaltige Mobilität ist heuer einem wichtigen Zukunftsthema gewidmet, der "Multimodalität". Gesucht sind vorbildhafte Projekte von Unternehmen, Gemeinden, Organisationen, Schulen und Universitäten, die die Verknüpfung zwischen den Verkehrsmitteln verbessern und es den Menschen erleichtern, umzusteigen bzw. die Verlagerung des Güterverkehrs auf Schiene und Wasser forcieren. Die Teilnahme am VCÖ-Mobilitätspreis ist auch auf der Homepage möglich.

Eine VCÖ-Untersuchung zeigt, dass die Österreicher immer vielfältiger mobil sind. 61 Prozent der Bevölkerung benützen Öffentliche Verkehrsmittel. 21 Prozent der Haushalte besitzen sogar eine Jahresnetzkarte, sind also Vielfahrerinnen und Vielfahrer. Gleichzeitig haben 76 Prozent der Haushalte ein Auto, insgesamt gibt es in Österreich 4,28 Millionen Pkw, weitere 320.000 Motorräder sind zugelassen. 68 Prozent der Haushalte besitzen mindestens ein Fahrrad. Bereits 1,3 Millionen Menschen fahren im Alltag mit dem Fahrrad, etwa zur Arbeit, um Einkäufe zu erledigen oder um Freunde zu besuchen. 16.000 Personen nutzen Carsharing. Und auch zu Fuß gehen wird wieder beliebter und durch gute Nahversorgung gefördert.

„Den klassischen Autofahrer, der jede Strecke mit dem Auto fährt, wird es in Zukunft nicht mehr geben. In Zukunft wird noch viel stärker als heute das für den jeweiligen Zweck optimale Verkehrsmittel ausgewählt. Schon heute sind sehr viele Autofahrer auch Fahrgäste in Öffentlichen Verkehrsmitteln, immer häufiger sind sie auch per Fahrrad unterwegs“, betont VCÖ-Geschäftsführer Willi Nowak.

Der VCÖ-Bahntest zeigt, dass ein Drittel der Fahrgäste mit anderen Öffentlichen Verkehrsmitteln zum Bahnhof bzw. zur Haltestelle kommt, 27 Prozent zu Fuß, sechs Prozent mit dem Fahrrad. 14 Prozent fahren selbst mit dem Auto zum Bahnhof, 17 Prozent werden mit dem Auto hingebracht und drei Prozent kommen mit dem Taxi. Der VCÖ rechnet damit, dass in Zukunft vor allem bei den kurzen Strecken häufiger andere Verkehrsmittel als das Auto zum Einsatz kommen. Jede zweite private Autofahrt in Österreich ist kürzer als fünf Kilometer, jede vierte kürzer als zwei Kilometer. „Gerade jetzt in der Wirtschaftskrise wird stärker auf die Ausgaben geachtet. In diesem Zusammenhang ist das Fahrrad regelrecht das Sparschwein unter den Verkehrsmitteln“, so VCÖ-Geschäftsführer Nowak.

Dort wo die Menschen auf andere Verkehrsmittel umsteigen, sind bequeme Umsteigemöglichkeiten zu schaffen, wie etwa überdachte Fahrradabstellanlagen. Wenn wir an die Zukunft denken, sind das auch Ladestationen für Elektrofahrzeuge oder öffentliche Carsharing-Standplätze. Die vielfältige Mobilität braucht auch optimale Information, etwa in Echt-Zeit mit Hilfe neuer Technologien.

Die VCÖ-Untersuchung zeigt, dass dort, wo eine Vielfalt an Verkehrsmittel zur Verfügung steht, die Menschen kostengünstiger, effizienter und umweltfreundlicher mobil sind. Um es noch einfacher zu machen, zwischen verschiedenen Verkehrsmitteln zu wählen, schlägt der VCÖ die Einführung einer Mobility-Card vor. Die Mobility-Card soll das bargeldlose Benützen von Öffentlichen Verkehrsmitteln ermöglichen und auch für City-Bikes, Carsharing, Taxis, Tankstellen und Parkgaragen verwendbar sein.

Gabriele Lutter, die Sprecherin des Vorstandes der ÖBB-Personenverkehr AG, betont die Wichtigkeit einer funktionierenden Abstimmung zwischen Fern-, Nah- und Busverkehr, um eine durchgängige Mobilitätskette ohne lange Umsteigezeiten und gute Tür-zu-Tür Reisezeiten anbieten zu können. Zentral ist die Tür-zu-Tür Information, wie sie SCOTTY mobil bietet, der Handy-Routenplaner für alle Öffentlichen Verkehrsmittel in Österreich. „Mit der Einführung des Integrierten Taktfahrplans im Dezember haben wir ein enorm wichtiges, grundlegendes Element für ein attraktives Angebot im öffentlichen Nah- und Regionalverkehr geschaffen.“

Auch vorbildhafte Projekte für einen effizienten Güterverkehr sind beim VCÖ-Mobilitätspreis gesucht. Der kombinierte Verkehr ist in Österreich seit dem Jahr 1999 stark gestiegen. Im Jahr 1999 wurden 12,4 Millionen Tonnen an Güter im kombinierten Verkehr transportiert, im Jahr 2007 waren es mit 22,1 Millionen Tonnen fast doppelt so viele. Vor allem der unbegleitete kombinierte Verkehr (Containerverkehr) hat stark zugenommen. Die Preisträger werden im September 2009 von Verkehrsministerin Doris Bures und Umweltminister Nikolaus Berlakovic, ÖBB und dem VCÖ ausgezeichnet.

Fotos vom Auftakt zum kostenlosen Download: http://www.fotodienst.at/browse.mc?album_id=2657

VCÖ: Welche Verkehrsmittel Österreichs Haushalte besitzen
Pkw: 76 Prozent
Mindestens ein Fahrrad: 68 Prozent
Benützerinnen und Benützer Öffentlicher Verkehrsmittel: 61 Prozent
Jahresnetzkarte Öffentlicher Verkehr: 21 Prozent
Motorrad: 7 Prozent
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2009

VCÖ: Wie Bahnfahrerinnen und Bahnfahrer zur Haltestelle kommen
Mit Öffentlichen Verkehrsmitteln: 33 Prozent
Zu Fuß: 27 Prozent
Mit Auto mitfahrend: 17 Prozent
Mit Auto selber fahrend: 14 Prozent
Mit Fahrrad: 6 Prozent
Mit Taxi: 3 Prozent
Quelle: VCÖ-Bahntest 2008

VCÖ: Kombinierter Güterverkehr nimmt in Österreich zu
Jahr 1999: 12,46 Millionen Tonnen (davon 8,16 Mio. t nicht RoLa)
Jahr 2006: 19,97 Mio. Tonnen (davon 15,20 Mio. t nicht RoLa)
Jahr 2007: 22,13 Mio. Tonnen (davon 17,19 Mio. t nicht RoLa)
Quelle: bmvit, VCÖ 2009

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16. März 2009
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