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Forschung Radverkehr

Mobilität der Kinder, Verkehrserziehung

Mädchen mit dem Fahrrad unterwegs
© Jörg Thiemann-Linden

Eine umfassende Mobilitätserziehung unter Berücksichtigung des Fahrrads fördert nicht nur die selbständige Mobilität von Kindern und Jugendlichen, sondern führt gleichzeitig zu einem sozialen und sicheren Verhalten im Verkehr und damit zu nachhaltiger Unfallprävention. Darüber hinaus sensibilisiert der Unterricht für eine umweltbewusste Verkehrsmittelwahl und thematisiert die Auswirkungen des Verkehrs auf Mensch und Umwelt.

Stimmen die Rahmenbedingungen, ist das Fahrrad ein ideales Mittel, um Schul- und Freizeitwege selbständig zu bewältigen. Dass sich die motorischen Fähigkeiten und die Raum- und die Situationswahrnehmung des Kindes beim Radfahren beständig weiterentwickeln, ist eines von vielen Argumenten für die Fahrradnutzung in jungen Jahren.

Formal kommt den Eltern beim Mobilitätsverhalten ihrer Kinder die größte Bedeutung zu – sie entscheiden, ob die Kinder im Pkw zu ihren Zielen gefahren werden, ob sie allein bzw. in Begleitung mit dem Rad oder zu Fuß unterwegs sein können. Gute Radverkehrsnetze und auf die Bedürfnisse von Kindern abgestimmte Schulwegführung überzeugen auch Eltern von der Möglichkeit der eigenständigen Mobilität ihrer Kinder.

Das komplexe Thema Mobilität kann auf vielfältige Weise in den Schulunterricht integriert werden und muss sich nicht auf Radfahrkurse über Regelkenntnisse und motorisches Können beschränken. Ziel ist es, den Kindern über alle Schulstufen hindurch ganzheitliche Mobilitätskompetenzen zu vermitteln, die sie in realen Situationen auch anwenden können. Je nach Schulstufe sollten unterschiedliche Facetten der Mobilität thematisiert werden.

Fazit:

Die Unfallstatistiken zeigen, dass viele Unfälle mit Kindern entwicklungsbedingte Gründe haben. Die besonderen Mobilitätsbedürfnisse von Kindern und Jugendlichen können durch die Analyse und Mitgestaltung von Straßenräumen und Wegeverbindungen berücksichtigt werden. Die Einbindung der Kinder und Jugendlichen kann dabei auf institutionelle oder auch informelle Weise erfolgen. Neben den Eltern gestalten vor allem Schulen den Rahmen, in dem Kinder ihre Mobilitätskompetenzen entwickeln. Das Erlernen und Üben der bestehenden Verkehrsregeln in realen Situationen stellt sicher, dass Erfahrung und Verhaltenssicherheit aufgebaut werden können. Gleichzeitig kann die Schule fachübergreifend das Thema Mobilität aus sozialer und ökologischer Sicht behandeln.

Download: for_s-05.pdf

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Hintergrund:

Deutsches Expertenwissen zum Radverkehr ist international stark gefragt. Das Fahrradportal zum Nationalen Radverkehrsplan enthält einen Fundus langjähriger Mobilitäts- und Verkehrssicherheitsforschung mit rund 4.000 Inhalten in Neuigkeiten, Veröffentlichungen, Forschungsergebnissen und Praxisbeispielen. Im internationalen Kontext ist jedoch die deutsche Sprache der Veröffentlichungen eine Zugangshürde. Auch für deutsche Kommunen ist die Sprachbarriere hinderlich, wenn sie in (englischsprachigen) Kooperationsprojekten mit EU-Förderung voneinander lernen und lokale Radverkehrsprojekte umsetzen wollen.

Alle 14 Tage wird eine Ausgabe gesondert in den Neuigkeiten beworben. Die bisher veröffentlichte Ausgaben der Reihe "Forschung Radverkehr" finden Sie auf www.nationaler-radverkehrsplan.de/transferstelle

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Zur englischsprachigen Version: Cycling Expertise: Children on Bicycles – Mobility Education