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Forschung Radverkehr

Mit dem Fahrrad zur Schule

Kinder mit Fahrrädern auf dem Schulweg
© Cycling Embassy of Denmark, Mikkel Østergaard

Warum und wie aktiv mobil zur Schule?

Der Schulweg ist der erste Schritt in die Selbständigkeit des Kindes. Wenn Kinder mit dem Fahrrad zur Schule fahren, hat das verschiedenste Vorteile: Die motorische Entwicklung des Kindes wird gefördert, sie lernen sich selbständig im Verkehr zu bewegen, die Bewegung unterstützt einen gesunden Lebensstil und verstärkt das Selbstvertrauen und die Selbstsicherheit, die junge Menschen im Leben brauchen. Oft werden Kinder aus den verschiedensten Gründen mit dem "Elterntaxi" zur Schule oder Freizeiteinrichtung gebracht. Diese Begleitmobilität ist nicht nur eine zeitliche Belastung für die Eltern, sondern sorgt auch für gefährliche Verkehrssituationen am Schultor: In zweiter Reihe geparkte Autos hindern den normalen Verkehrsfluss, die Kinder steigen zwischen nur kurz anhaltenden Fahrzeugen aus, die jederzeit wieder losfahren können und zu Fuß oder mit dem Fahrrad ankommende Schüler gefährden.

Die Sorge um die Sicherheit der Kinder bringt viele Eltern dazu, trotzdem das zeit- und kostenaufwändige Elterntaxisystem beizubehalten. Die Sorge ist nicht aus der Luft gegriffen: Laut DVR waren in 2009 33.845 Kinder unter 15 Jahren in einen Verkehrsunfall verwickelt. Ein Drittel davon ist Insasse eines Autos. Trotzdem gilt: Jede gesparte Autofahrt senkt das Unfallrisiko für Kinder auf der Straße. In einer Schule sind zudem verschiedene Altersklassen vertreten, die sich im Verkehr unterschiedlich verhalten und einen differenzierten Zugang zum Thema benötigen. Durch Beispiele aus Großbritannien und Nordirland, Belgien und aus einem europäischen Netzwerk werden die vielfältigen Möglichkeiten dargestellt und deren Hintergrund beleuchtet.

Fazit:

Die eigenständige Mobilität von Schulkindern kann in jedem Alter gefördert werden: Spezielle Programme für die Kita, Grundschule und Oberschule werden erfolgreich durchgeführt und können mittels Bereitstellung über überregionale Organisationen und Plattformen problemlos übernommen werden.

Die Kreativität bei Projekten an Schulen ist schier endlos, doch die Stärke liegt in der Einbindung verschiedener Akteure: Die Polizei liefert einen Beitrag zur Verkehrssicherheit, der lokale Einzelhandel kann Materialien bereitstellen und die Eltern nehmen aktiv an den Projekten teil. Die Verteilung der Aufgaben sorgt nicht nur für eine Kompetenzbündelung, sondern vermeidet auch die Überbelastung des Lehrpersonals.

Download: for-s-02.pdf

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Hintergrund:

Deutsches Expertenwissen zum Radverkehr ist international stark gefragt. Das Fahrradportal zum Nationalen Radverkehrsplan enthält einen Fundus langjähriger Mobilitäts- und Verkehrssicherheitsforschung mit rund 4.000 Inhalten in Neuigkeiten, Veröffentlichungen, Forschungsergebnissen und Praxisbeispielen. Im internationalen Kontext ist jedoch die deutsche Sprache der Veröffentlichungen eine Zugangshürde. Auch für deutsche Kommunen ist die Sprachbarriere hinderlich, wenn sie in (englischsprachigen) Kooperationsprojekten mit EU-Förderung voneinander lernen und lokale Radverkehrsprojekte umsetzen wollen.

Alle 14 Tage wird eine Ausgabe gesondert in den Neuigkeiten beworben. Die bisher veröffentlichte Ausgaben der Reihe "Forschung Radverkehr" finden Sie auf www.nationaler-radverkehrsplan.de/transferstelle

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Zur englischsprachigen Version: Cycling Expertise: Cycling to School

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Stand der Information
6. Januar 2013
Quelle

difu

Land
Deutschland
Europa / EU
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen
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