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Städte und Dörfer sollen fahrradfreundlicher werden

Menschen in Baden-Württemberg befürworten umweltfreundlichere Mobilitätsformen

Legende zum Modal Split in einer Veröffentlichung
Legende zum Modal Split in einer Veröffentlichung © Doris Reichel

Im Auftrag des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg hat forsa marplan eine repräsentative Befragung zu den Themen "Mobilität und Verkehr in Baden-Württemberg" durchgeführt. Im Rahmen dieser Befragung wurden insgesamt 1.002 Personen ab 16 Jahre in Baden-Württemberg befragt, darunter 663 Personen aus städtischen Verdichtungsräumen und 339 Personen aus ländlichen Regionen.

Gegenstand der Untersuchung war es, bei den Bürgerinnen und Bürgern BadenWürttembergs zu ermitteln, welche Einstellungen die Bevölkerung zu den Themen
Mobilität und Verkehr im Allgemeinen hat. Darüber hinaus wurde die jeweilige Nutzung verschiedener Verkehrsmittel erfasst und die Erwartungen der Bürgerinnen und Bürgern Baden-Württembergs an eine zukunftsorientierte Verkehrspolitik des Bundeslandes erhoben.

In den Jahren 2015 und 2017 wurden ähnliche Befragungen zu demselben Thema durchgeführt. Eine Übersicht der Ergebnisse aus den Befragungen von 2015, 2017
und 2019 von Fragen bzw. einzelnen Aussagen, sofern ein Vergleich möglich war, findet sich im Anhang der Untersuchung.

Interessant waren z. B. folgende Veränderungen:

  • 2019 halten es noch 67 Prozent für einen Bestandteil einer guten Verkehrspolitik, dass man im Auto schneller ans Ziel kommt (2017: 77 Prozent).
  • Während 2017 75 Prozent der Befragten dafür waren, dass die Ordnungsbehörden konsequenter gegen das Parken auf Gehwegen und an Kreuzungen vorgehen, sind es 2019 bereits 84 Prozent.
  • Eine deutliche Veränderung gibt es auch bei der Forderung, die Parkgebühren in Städten sollten erhöht werden, wenn die Einnahmen in den Ausbau von Bus und Bahn fließen (2017: 39 Prozent; 2019: 52 Prozent).
  • Die Einführung einer City-Maut, also einer Gebühr für die Fahrt in die Stadt (nur Großstädte), wird mittlerweile von fast der Hälfte aller Befragten befürwortet, mit deutlich steigender Tendenz (2017: 35 Prozent; 2019: 46 Prozent).

Um die für das Jahr 2030 gesetzten Klimaziele im Bereich Verkehr zu erreichen, ist es unter anderem nötig, die Fahrgastzahlen im öffentlichen Verkehr in Baden-Württemberg zu verdoppeln. Dies befürworten 79 Prozent der Befragten, ähnlich viele wie die Forderung nach einem Drittel klimaneutral angetriebener Autos bis 2030 (78 Prozent). Eine überwiegende Mehrzahl hält es für angebracht, aus Klimaschutzgründen mehr Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen (86 Prozent), und für 94 Prozent hat eine gute Verkehrspolitik zum Ziel, dass das Klima und die Umwelt geschützt werden. 84 Prozent der Befragten wünschen sich, dass die Ordnungsbehörden konsequenter gegen das Parken auf Gehwegen und an Kreuzungen vorgehen. Von hundert Baden-Württembergern wären außerdem 79 bereit, eine neue Abgabe in Kauf zu nehmen, wenn damit das Nahverkehrs-Angebot in Städten und im Ländlichen Raum deutlich ausgebaut wird. 2017 waren es erst 66 Prozent. 78 Prozent meinen, dass Land und Kommunen in Radschnellverbindungen investieren sollten, um Pendlern bessere Umsteigemöglichkeiten auf das Fahrrad zu bieten.

Diese Ergebnisse zeigen, dass die Bürgerinnen und Bürger eine klima- und umweltschonende Verkehrspolitik befürworten. "Es freut mich, dass die Menschen in Baden-Württemberg die für die Erreichung der Klimaziele notwendige Verkehrswende unterstützen", so Landesverkehrsminister Hermann am 31.01.2020. "Wir sehen uns darin bestätigt, den Umweltverbund, also den Rad-, Fuß- und öffentlichen Verkehr, weiter auszubauen. Dafür müssen wir insbesondere die Verkehrsflächen in den Städten neu aufteilen und den Rechtsrahmen für Mobilität nachhaltiger machen." Laut der Umfrage sprächen sich heute 81 Prozent der Frauen und 73 Prozent der Männer dafür aus, dass eine gute Verkehrspolitik darauf ausgerichtet sein sollte, dass der Autoverkehr insgesamt weniger wird. Gerade bei der Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs sei das Land dabei aber auch auf die Kommunen angewiesen, die für einen großen Teil des öffentlichen Personennahverkehrs sowie für den örtlichen Rad- und Fußverkehrs zuständig sind.