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Fietssnelweg zwischen Antwerpen und Brüssel

Mehr Sicherheit und Komfort auf dem F1-Radschnellweg in Belgien

Ein Logo für alle Radschnellwege in Flandern
Ein Logo für alle Radschnellwege in Flandern © Logo: fietssnelwegen.be, Karte: Esri, HERE, DeLorme, FAO, NOAA, USGS

Der 46 Kilometer lange F1-Radschnellweg, der Antwerpen mit Brüssel verbindet, wurde zwischen Zemst und Eppegem stark ausgebaut. Am 20. Februar 2019 wurde der Streckenabschnitt entlang der Zenne vom flämischen Minister für Mobilität und öffentliche Arbeiten, Ben Weyts, eingeweiht. So gibt es nun eine neue Radwegbrücke, 4 Meter breite Radwege und neue sichere Knotenpunkte.

Bei dem Termin anwesend waren der flämische Minister für Mobilität und öffentliche Arbeiten, Ben Weyts, der flämisch-brabantische Vertreter für Mobilität, Tom Dehaene, der Geschäftsführer der flämischen Wasserstraßen (De Vlaamse Waterweg nv), Chris Danckaerts, der Bürgermeister von Zemst, Veerle Geerinckx sowie Bürgerinnen und Bürger, um die neue Strecke des F1-Radschnellwegs zwischen Zemst und Eppegem zu eröffnen. Nach der Fertigstellung wird die F1 die beiden bevölkerungsreichsten Städte Belgiens, Brüssel (2,1 Millionen Einwohner) und Antwerpen (1,2 Millionen), sowie mehrere Städte, Vororte und große Arbeitsstätten dazwischen verbinden.

Auf einem bestehenden Radweg am Rande von Eppegem in Richtung Brüssel verzeichnete ein elektronischer Fahrradzähler von 2017 bis 2018 einen Anstieg des Radverkehrs um 21 Prozent. Während der Eröffnung forderte Ben Weyts noch mehr Bürger auf, die F1 zu nutzen: "Ich möchte dem flämischen Volk starke Argumente liefern, sich beim Pendeln für das Fahrrad zu entscheiden."

Um die Radschnellwegstandards im Bezug auf den Komfort und die Sicherheit zu erfüllen, wurde der bestehende Freizeitweg entlang der Zenne verbreitert und mit einer glatten Asphaltdecke versehen. Neben der bestehenden Brücke in Eppegem, die im August 2017 in Betrieb genommen wurde und die Stadt mit dem Bahnhof verbindet, wurde im Rahmen der Veranstaltung in Zemst eine zweite Brücke eröffnet. Diese neue Brücke verläuft diagonal über den Fluss und bietet komfortable große Kurvenradien, die es den Radfahrern ermöglichen, ihre Geschwindigkeit beim Überqueren des Flusses beizubehalten. Beide Brücken sind 5 Meter breit, um 4 Meter sicheren Fahrspaß zu gewährleisten und haben auf beiden Seiten 0,5 Meter breite Sicherheitsstreifen. Auch weniger sichtbare Maßnahmen sind Teil der Strecke Zemst-Eppegem, wie z. B. Wasserfilter an der Kreuzung Weverstraat, Nedergemlaan und Begijnhofstraat in Zemst. Die Modernisierungen wurden aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (40 Prozent) und der Provinz Flandern-Brabant (20 Prozent) finanziert.

Durch die Aufwertung bietet der neue Radschnellweg-Abschnitt eine sichere Alternative zu den bestehenden Straßen, denen oft separate Radwege fehlen. "Der neue Radweg ist besonders wichtig für ältere Menschen und Kinder, die sich beim Radeln neben Autos nicht wohl fühlen. Es sind die Menschen, die nicht an das Radfahren gewöhnt sind, die wirklich überzeugt werden müssen, und die neue Infrastruktur wird genau das tun", sagt Tom Puttemans, Mitglied beim Radfahrerverband "Fietsersbond".

Obwohl der neue Abschnitt des F1 einen großen Fortschritt darstellt, ist der Bau des Radschnellweges noch nicht abgeschlossen. Von der neuen Radwegbrücke aus wird eine Rampe gebaut, die eine kürzere und bequemere Route für Radfahrer zur N1 in Richtung Mechelen bietet. Auf der N1 selbst wird die Fahrbahn neu aufgeteilt, um Platz für einen Zweirichtungsradweg zu schaffen. Die Arbeiten an der Strecke Mechelen-Vilvoorde sollen bis Ende 2019 abgeschlossen sein. Weiter in Richtung Brüssel sind ebenfalls Verbesserungen an den bestehenden Radwegen in Arbeit.

Das belgische Pilotprojekt "Fietssnelwegen" ist Teil des CHIPS-Projekts. Ziel von CHIPS (Cycle Highways Innovation for smarter People Transport and Spatial Planning) ist die Entwicklung von Radschnellwegen als Mobilitätsprodukt. Gemeinsam engagieren sich fünf flämische Provinzen für die Schaffung eines Netzes von Radschnellwegen hinsichtlich "Lesbarkeit" und "Branding". Dafür wurde gemeinsam ein einheitliches Paket entwickelt, bestehend aus Logo, Streckensäulen, Beschilderung und eindeutiger Nummerierung für jeden einzelnen Radschnellweg. Diese "Routensprache" soll die 110 Radschnellwege (2.400 Kilometer insgesamt) in Flandern besser lesbar machen.

Meta Infos
Stand der Information
3. März 2019
Weitere Informationen
Quelle
www.ecf.com / www.fietssnelwegen.be
Land
Belgien
Handlungsfelder NRVP
Infrastruktur
Qualitäten schaffen und sichern
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Infrastruktur
Radschnellwege
Schlagworte
Fahrradroutennetz