Sie sind hier

Integrierte Strategie der EU-Kommission für die Zukunft der Straßenverkehrssicherheit

Maßnahmen zur Fahrzeug- und Infrastruktursicherheit auf den Weg gebracht

Maßnahmenbündel der EU-Kommission zur Modernisierung des europäischen Verkehrssystems
Maßnahmenbündel der EU-Kommission zur Modernisierung des europäischen Verkehrssystems © EU-Kommission

Europa in Bewegung: Die Juncker-Kommission hat am 17. Mai 2018 das dritte und letzte Maßnahmenbündel zur Modernisierung des europäischen Verkehrssystems auf den Weg​ gebracht

In seiner Rede zur Lage der Union vom September 2017 gab Präsident Juncker der EU und ihren Unternehmen das Ziel vor, in Bezug auf Innovationen, Digitalisierung und Verringerung von CO2-Emissionen weltweit die Nummer eins zu werden.

Aufbauend auf den bisherigen Maßnahmen des Pakets "Europa in Bewegung" vom Mai und November 2017 stellt die Juncker-Kommission nun ein drittes und letztes Maßnahmenbündel vor, um dieses Ziel im Mobilitätssektor Wirklichkeit werden zu lassen. Alle Europäer sollen von einem sichereren Verkehrssystem, umweltfreundlicheren Fahrzeugen und fortschrittlichen technologischen Lösungen profitieren, während gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der EU-Wirtschaft gefördert wird.

Aus diesem Grund gehören zu den am 17. Mai 2018 vorgestellten Initiativen auch eine integrierte Strategie für die Zukunft der Straßenverkehrssicherheit mit Maßnahmen zur Fahrzeug- und Infrastruktursicherheit, die allerersten CO-Emissionsnormen für schwere Nutzfahrzeuge, ein strategischer Aktionsplan für die Entwicklung und Herstellung von Batterien in Europa und eine zukunftsorientierte Strategie für die vernetzte und automatisierte Mobilität.

Mit den Initiativen will die Kommission für einen reibungslosen Übergang zu einem Mobilitätssystem sorgen, das sicher, umweltfreundlich sowie vernetzt und automatisiert ist. Mit diesen Maßnahmen wird die Kommission außerdem ein Umfeld schaffen, das es den EU-Unternehmen ermöglicht, die besten, umweltfreundlichsten und wettbewerbsfähigsten Produkte herzustellen. 

Für eine sichere Mobilität schlägt die Kommission vor, dass neue Fahrzeugmodelle mit fortschrittlichen Sicherheitssystemen wie Notbremsassistenzsystemen und Spurhalteassistenten für Personenkraftwagen oder Fußgänger- und Radfahrererkennung für Lastkraftwagen ausgestattet werden sollen.

Vollständige Liste der Sicherheitseinrichtungen an zukünftigen Fahrzeugen:

  • Advanced emergency braking (cars)
  • Alcohol interlock installation facilitation (cars, vans, trucks, buses)
  • Drowsiness and attention detection (cars, vans, trucks, buses)
  • Distraction recognition / prevention (cars, vans, trucks, buses)
  • Event (accident) data recorder (cars and vans)
  • Emergency stop signal (cars, vans, trucks, buses)
  • Full-width frontal occupant protection crash test - improved seatbelts (cars and vans)
  • Head impact zone enlargement for pedestrians and cyclists -safety glass in case of crash (cars and vans)
  • Intelligent speed assistance (cars, vans, trucks, buses)
  • Lane keeping assist (cars, vans)
  • Pole side impact occupant protection (cars, vans)
  • Reversing camera or detection system (cars, vans, trucks, buses)
  • Tyre pressure monitoring system (vans, trucks, buses)
  • Vulnerable road user detection and warning on front and side of vehicle (trucks and buses)
  • Vulnerable road user improved direct vision from driver’s position (trucks and buses)

Auszug aus den Vorschlägen der Komission aus dem dritten Mobilitätspaket zum Thema Sicherheit:

  • eine Mitteilung über einen neuen Rahmen für die Politik im Bereich der Straßenverkehrssicherheit für den Zeitraum 2021-2030. Damit einher gehen zwei Gesetzgebungsinitiativen, die eine zum Schutz von Fußgängern und zur Sicherheit von Fahrzeugen (Aktualisierung der Verordnung über die allgemeine Sicherheit von Fahrzeugen) und die andere zum Sicherheitsmanagement für die Straßenverkehrsinfrastruktur;
  • eine gesonderte Mitteilung zur vernetzten und automatisierten Mobilität, deren Ziel es ist, Europa weltweit zum Vorreiter für vollautomatische sichere Mobilitätssysteme zu machen;
  • (...)

Wesentliche Elemente der Kommissionsvorschläge zur sicheren Mobilität

a) SICHERE MOBILITÄT

  • Warum schlägt die Kommission neue Initiativen für die Straßenverkehrssicherheit vor? Im Jahr 2017 verloren in der EU 25 300 Menschen auf der Straße ihr Leben, und weitere 135 000 wurden schwer verletzt. Daher dürfte es sehr schwierig werden, das EU-Ziel, die Zahl der Verkehrstoten zwischen 2010 und 2020 zu halbieren, noch zu erreichen. Von den tödlichen Unfällen im Straßenverkehr sind nicht nur die Opfer, sondern auch die Gesellschaft insgesamt betroffen, der sozioökonomische Kosten in Höhe von 120 Mrd. EUR pro Jahr entstehen. Daher müssen alle Akteure einen neuen Anlauf unternehmen, um die europäischen Straßen sicherer zu machen. Während die nationalen und lokalen Stellen die überwiegende Zahl der tagtäglichen Aufgaben erfüllen, schlägt die Kommission heute eine Reihe von Maßnahmen mit hohem Mehrwert für die EU vor.
  • Wie will die Kommission die Straßenverkehrssicherheit in Europa verbessern? Die Kommission legt heute einen Vorschlag für einen Rahmen für die Politik im Bereich der Straßenverkehrssicherheit für den Zeitraum 2021-2030 vor, um auf neue Herausforderungen in diesem Bereich zu reagieren. Mit diesem Rahmen wird das langfristige Ziel der EU bekräftigt, die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten oder schwer Verletzten bis zum Jahr 2050 auf nahezu null zu bringen ("Vision Null"), mit dem Zwischenziel einer Verringerung um 50 Prozent zwischen 2020 und 2030. Der Rahmen beruht auf dem Safe-System-Ansatz, der auf ein verkehrsteilnehmerfreundlicheres Straßennetz abzielt, in dem die Bevölkerung vor tödlichen und schweren Verletzungen geschützt wird. Dazu werden unter anderem wesentliche Leistungsindikatoren eingeführt und eine engere Zusammenarbeit zwischen allen Akteuren im Bereich der Straßenverkehrssicherheit angestrebt. Gleichzeitig mit dem Vorschlag werden zwei Gesetzgebungsinitiativen (Verordnung über die allgemeine Sicherheit von Fahrzeugen und Richtlinie über ein Sicherheitsmanagement für die Straßenverkehrsinfrastruktur), eine zukunftsorientierte Mitteilung zur automatisierten Mobilität (siehe Abschnitt 2 Buchstabe c) und ein Aktionsplan mit möglichen Folgemaßnahmen für die kommenden Monate und Jahre vorgelegt.
  • Was schlägt die Kommission vor, um Fahrzeuge sicherer zu machen? Einige Fahrzeuge sind bereits mit fortschrittlichen Sicherheitssystemen ausgestattet. Allerdings gibt es zwischen den Ländern innerhalb der EU auch Unterschiede. Die Kommission legt heute einen Vorschlag zur Überarbeitung der Verordnung über die allgemeine Sicherheit von Fahrzeugen vor, um solchen Unterschieden ein Ende zu machen und dafür zu sorgen, dass alle Europäer von den jüngsten technologischen Entwicklungen profitieren. Die Kommission schlägt vor, dass innerhalb von drei Jahren alle neu auf den Markt gebrachten Fahrzeugmodelle mit 11 fortschrittlichen Sicherheitssystemen wie Notbremsassistenzsystem, Spurhalteassistent, übersteuerbarem intelligentem Geschwindigkeitsassistenten oder Ablenkungserkennung ausgerüstet sein müssen. Vier weitere Maßnahmen werden in einigen Jahren folgen (vollständige Liste siehe oben). Solche Systeme verfügen über ein erhebliches Potenzial zum Ausgleich menschlicher Fehler, die bei den meisten Unfällen im Straßenverkehr eine wichtige Rolle spielen. Um eine unterschiedliche Behandlung der verschiedenen Fahrzeugklassen zu vermeiden, werden zusätzlich die derzeitigen Lücken in den Rechtsvorschriften geschlossen, die im Wesentlichen dazu geführt haben, dass bestimmte SUV und leichte Nutzfahrzeuge von den vorgeschriebenen Crashtests ausgenommen sind. Es wird erwartet, dass durch diese Maßnahmen im Zeitraum 2020-2030 7.300 Leben gerettet und 38.900 schwere Verletzungen vermieden werden.
  • Wird der Vorschlag der Kommission dazu führen, dass neue Fahrzeuge teurer werden? Nach der Analyse der Kommission hätte dieser Vorschlag keine oder nur geringfügige Auswirkungen auf den Preis von Neufahrzeugen. Dagegen dürften die geretteten Leben und vermiedenen Verletzungen zu einem gesellschaftlichen Nutzen von schätzungsweise 73 Mrd. EUR führen.
  • Was schlägt die Kommission in Bezug auf die Infrastruktur vor? Mit den überarbeiteten EU-Vorschriften zum Sicherheitsmanagement für die Straßenverkehrsinfrastruktur werden besonders gefährdete Verkehrsteilnehmer wie Fahrrad- und Motorradfahrer besser geschützt, ein neuer, proaktiver Ansatz für die Sicherheitsbewertung eingeführt und die Grundsätze für das Sicherheitsmanagement auf alle Fernstraßen ausgedehnt. Dadurch dürften im Zeitraum 2020-2030 weitere 3.200 Leben gerettet und zusätzliche 20.700 schwere Verletzungen vermieden werden. Darüber hinaus unterstützt die Kommission die Mitgliedstaaten bei der systematischen Ermittlung gefährlicher Straßenabschnitte und bei einer gezielteren Ausrichtung von Investitionen. Diese beiden Maßnahmen könnten im Zeitraum 2020-2030 bis zu 10.500 Leben retten und fast 60.000 schwere Verletzungen verhindern und damit zum langfristigen Ziel der EU beitragen, die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten oder schwer Verletzten bis zum Jahr 2050 auf nahezu null zu bringen ("Vision Null").

(...)

Meta Infos
Stand der Information
19. Mai 2018
Weitere Informationen
Quelle
Europäische Kommission (ec.europa.eu/commission)
Land
Europa / EU
Handlungsfelder NRVP
Qualitäten schaffen und sichern
Verkehrssicherheit
Fahrradthemen
Planungen/Konzepte/Strategien
Politik/Verwaltung
Verkehrssicherheit
Schlagworte
Assistenzsystem