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Deutscher Fahrradmarkt 2018 mit neuen Rekorden

Marktanteil von Elektrofahrrädern wächst auf 23,5 Prozent

Logo des Zweirad-Industrie-Verbands
© ZIV

Zahlen – Daten – Fakten zum Deutschen Fahrradmarkt 2018 - Absatz und Umsatz der Branche steigen kräftig

Das Fahrrad bietet Lösungen für viele gesellschaftliche Herausforderungen wie die Reduzierung von Staus, Emissionen und Lärm und trägt dadurch zur Verbesserung der Lebens- und Aufenthaltsqualität in den Kommunen bei. Es ist nach dem Fußverkehr das kosteneffizienteste Verkehrsmittel, reduziert die Infrastrukturkosten und fördert eine gesunde, aktive Mobilität. Fahrrad und E-Bike sind das ideale Alltagsverkehrsmittel für kurze und mittlere Entfernungen. Radschnellwege können dabei helfen, den Radius nochmals deutlich zu erweitern. Innerhalb eines modernen Umweltverbundes besitzt der Radverkehr als Zubringer zu Bussen und Bahnen eine Schlüsselfunktion. Zudem könnten Lastenräder laut Studien rund 50 Prozent aller motorisierten Warentransporte in Städten übernehmen.

Die zunehmende Bedeutung des Radverkehrs für die Mobilität von heute und der Zukunft spiegelt sich auch in den Kennzahlen der Fahrradindustrie wieder. Zudem sorgten hervorragende Witterungsverhältnisse im Jahr 2018 für ungebremste Freude am Radfahren. Dies führte zu einem wirtschaftlich starken Jahr für die deutschen Fahrrad-, E-Bike-, Komponenten- und Zubehörhersteller.

Der Umsatz mit Fahrrädern und E-Bikes konnte 2018 auf 3,16 Mrd. Euro gesteigert werden. Dies ist ein Plus von rund 16,3 Prozent. Zusammen mit dem Komponenten- und Zubehörbereich ergibt sich daraus ein Gesamtumsatz der deutschen Fahrrad-, E-Bike, Komponenten- und Zubehörindustrie von ca. 6 Mrd. Euro.

Der Absatz an Fahrrädern und E-Bikes lag 2018 mit 4,18 Mio. Einheiten 8,6 Prozent über Vorjahr und überschreitet damit wieder die 4-Millionen-Schwelle. Erfreulich ist nicht nur, dass der Absatz von E-Bikes erneut stark angestiegen ist, auch die Kategorie Fahrrad konnte um 2 Prozent zulegen.

Verantwortlich für die deutliche Steigerung des Umsatzes sind neben den höheren Stückzahlen der erneut gestiegene durchschnittliche Verkaufspreis pro Fahrrad (inkl. E-Bikes). Dieser lag in 2018 bei 756 Euro über alle Vertriebskanäle und damit um 7,1 Prozent höher als noch in 2017.

Nach wie vor entscheidet sich der Kunde gerne für Produkte mit qualitativ hoher Ausstattung. Attribute wie Komfort und eine hohe Nutzungsdauer werden dem Konsumenten immer wichtiger. Ein Trend, der schon seit einigen Jahren zu beobachten ist.

Höchst erfreulich ist das Wachstum der Kategorie Fahrrad (ohne Elektromotor) nach zuletzt stagnierenden bzw. gar rückläufigen Verkaufszahlen. Nicht zu vergessen ist, dass das Fahrrad immer noch für mehr als dreiviertel aller Verkäufe steht. Dennoch ist das E-Bike nach wie vor hauptverantwortlich für die seit Jahren steigenden Umsätze der Branche. Die Schätzungen des ZIV zur Entwicklung des E-Bike-Marktes 2018 konnten noch einmal deutlich nach oben korrigiert werden. Mit 980.000 verkauften Fahrzeugen verpasst die Kategorie nur knapp die Millionen Marke. Dies ist ein mengenmäßiger Zuwachs von 36 Prozent.

Der Marktanteil von E-Bikes am Gesamtfahrradmarkt steigerte sich demzufolge auf nunmehr 23,5 Prozent. Der Zweirad-Industrie-Verband korrigiert somit seine Prognose auf mittelfristig erwartbare 30 Prozent Anteil am Gesamtfahrradmarkt. Langfristig ist ein Marktanteil von 35 Prozent durchaus realistisch.

Erneut sind folgende Gründe für den anhaltenden Boom bei E-Bikes verantwortlich. Hohe Modellvielfalt in allen Produktkategorien, herausragendes Design, innovative Weiterentwicklung in der Antriebs- und Batterietechnologie (Stichwort: Integration) sowie interessante Geschäftsmodelle rund um das E-Bike (z.B. Leasing, Cargo oder Bikesharing). Aber in erster Linie ist das E-Bike ein optimaler Mobilitätspartner. Auch die Möglichkeiten im digitalen Bereich (Stichwort: Vernetzung) machen es hochattraktiv für den Konsumenten.

Diese Attribute sind letztlich auch dafür verantwortlich, dass nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland die Produkte der deutschen Fahrradindustrie stark nachgefragt werden. Der Export von Fahrrädern und E-Bikes kombiniert konnte 2018 um 8,8 Prozent auf 1,27 Mio. Stück gesteigert werden. Die E-Bike-Exporte erhöhten sich auf 440.000 Stück und lagen damit um 51 Prozent über Vorjahr.

Der Fahrradbestand (inkl. E-Bikes) ist nach Einschätzung des ZIV in 2018 auf 75,5 Mio. Stück angewachsen. Der darin enthaltene Anteil an E-Bikes wird auf rund 4,5 Mio. Fahrzeuge geschätzt.

Hinsichtlich der Modellgruppenaufteilung, also dem Anteil der einzelnen Kategorien am Gesamtmarkt (nach Stück), lässt sich ein leichter Rückgang in den Kategorien City-/Urban, Trekking, ATB, MTB, Rennmaschinen/Flat-Handlebar/Cross, Holland- und Tourenrad sowie Kinderräder feststellen. Wachsen konnte wie erwähnt die Modellgruppe E-Bike. Unverändert zeigte sich die Kategorie Sonstige (Liegeräder, Tandems, Lastenräder, etc.).

Der Anteil der Modellgruppen innerhalb der Kategorie E-Bike (nach Stück) ergibt sich wie folgt. E-Trekking 36,5 Prozent, E-City-/Urban 33 Prozent, E-MTB 25 Prozent, E-Lastenräder 4 Prozent, schnelle E-Bikes 0,5 Prozent sowie Sonstige mit 1 Prozent. Stark wachsen konnte erneut die Modellgruppe E-MTB. Leicht höhere Anteile verzeichnet die Kategorie Sonstige.

Siegfried Neuberger, Geschäftsführer Zweirad-Industrie-Verband: "2018 war ein fantastisches Jahr für die deutsche Fahrradindustrie. Die Innovationen der Branche sind dafür verantwortlich, dass sowohl Fahrrad als auch E-Bike beim Kunden hohe Begehrlichkeit wecken. Hinzu kommen die optimalen Witterungsverhältnisse, die die Saison früh beginnen und spät enden ließen."

Zahlen – Daten – Fakten zum Deutschen E-Bike-Markt 2018 - E-Bike-Verkäufe erreichen Rekordniveau

E-Bikes gehören inzwischen längst zum Alltag auf deutschen Straßen. Ob in der Freizeit, für den Weg zur Arbeit, als Sportgerät oder Alternative für den Warentransport inunseren chronisch verstopften Städten, das E-Bike bietet attraktive Lösungen für viele Bereiche.

E-Bikes sind Verkaufsschlager und Motor der deutschen Fahrradindustrie. Die stückzahlmäßigen Zuwächse sind jedes Jahr aufs Neue zweistellig. Im Jahr 2018 wurden in Deutschland 980.000 E-Bikes verkauft. Das ist ein Plus von 36 Prozent.

Mit einem erneut deutlich gestiegenen Marktanteil auf aktuell 23,5 Prozent des Gesamtfahrradmarktes unterstreicht das E-Bike seine Bedeutung für die Fahrradwirtschaft, aber auch für den Verbraucher. Der Zweirad-Industrie-Verband korrigiert damit seine Prognose auf mittelfristig 30 Prozent Marktanteil. Langfristig ist ein Marktanteil von 35 Prozent durchaus realistisch.

99,5 Prozent aller verkauften E-Bikes sind Pedelecs

Ca. 99,5 Prozent aller verkauften E-Bikes sind E-Bikes 25, also Fahrzeuge mit einer Maximalgeschwindigkeit bis zu 25 km/h und einer Nenndauerleistung des Motors bis max. 250 Watt. Rund 0,5 Prozent aller Verkäufe sind E-Bikes 45, also schnelle E-Bikes. Diese sind versicherungspflichtig und es gibt eine Helmpflicht.

Auch in Europa sind E-Bikes deutscher Hersteller nach wie vor sehr beliebt. Beim Export konnte ein Plus von 51 Prozent auf 440.000 Fahrzeuge verzeichnet werden.

Die Gründe für den Boom bei den E-Bike-Verkäufen sind vielzählig. Die Innovationen der deutschen Fahrrad- und E-Bikeindustrie faszinieren. Vollintegrierte Akkus und Antriebe, optisch ansprechendes Design oder hochwertige Werkstoffe sind Attribute, die die Attraktivität der Fahrzeugkategorie ausmachen. Hinzu kommt, dass mittlerweile fast alle Modellgruppen elektrifiziert sind. Selbst Renn- oder Jugendräder sind inzwischen mit elektrischer Unterstützung erhältlich. Somit wird das E-Bike für immer mehr Käufergruppen interessant.

Immer noch großes Potential und viel Luft nach oben sieht der Zweirad-Industrie-Verband bei der Nutzung des E-Bikes für den täglichen Weg zur Arbeit. Da Fahrräder und E-Bikes gesetzlich dem Dienstwagen gleichgestellt sind, können Unternehmen ihren Mitarbeitern das Fahrzeugleasing zu sehr attraktiven Konditionen realisieren.

Und nicht zuletzt sieht man vermehrt E-Lastenräder innerhalb der Flotten großer Logistikdienstleister. Damit sorgt das E-Cargobike bereits heute für Entlastung in den durch gewerblichen Lieferverkehr chronisch verstopften Städten.

Der Anteil der Modellgruppen innerhalb der Kategorie E-Bike (nach Stück) zeigt sich wie folgt. E-Trekking 36,5 Prozent, E-City-/Urban 33 Prozent, E-MTB 25 Prozent, E-Lastenräder 4 Prozent, schnelle E-Bikes 0,5 Prozent sowie Sonstige mit 1 Prozent.

Der Zweirad-Industrie-Verband e.V. ist die nationale Interessenvertretung und Dienstleister der deutschen und internationalen Fahrradindustrie. Dazu gehören Hersteller und Importeure von Fahrrädern, E-Bikes, Fahrradkomponenten und Zubehör.

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21. März 2019
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