Sie sind hier

Großbritannien

Lkw ohne Sicherheitsausstattung werden aus London verbannt

Tower Bridge in London
Tower Bridge in London © Harry Schiffer

Der Bürgermeister von London, Boris Johnson, sagte in einer Pressemitteilung: "In meiner Radverkehrsvision habe ich angekündigt, dass kein Lkw in London erlaubt sein sollte, der nicht mit Einrichtungen zum Schutz von Radfahrern ausgerüstet ist. Weder ich, noch die Stadtbezirke, haben die Macht, Lastkraftwagen ohne Sicherheitsausrüstung zu verbieten. Aus diesem Grund möchte ich alle mir rechtlich möglichen Instrumente nutzen. In diesem Fall möchte ich saftige Gebühren auf Lastwagen ohne Sicherheitssaustattung erheben."

Die Verkehrsbehörde "Transport for London" (TfL) schlägt vor, Vorschriften zu erlassen, die es Lkw verbietet, ohne Sicherheitsausrüstung auf solchen Straßen unterwegs zu sein, die zwar 45 Prozent des Lkw-Verkehrs in London aufnehmen, auf denen aber auch Radfahrer unterwegs sind. Vorbehaltlich einer formellen Anhörung und rechtlichen Verfahren, könnte dieser Prozess im September 2014 abgeschlossen sein und bis Ende des Jahres eine Regelung für alle Fahrzeuge über 3,5 Tonnen greifen.

Hintergrund der Aktivitäten ist die unverhältnismäßig hohe Anzahl von getöteteten Radfahrern und Fußgängern, weshalb Lkw zukünftig mit einem seitlichen Unterfahrschutz ausgestattet sein müssen. Es soll auch verlangt werden, dass Lkw mit Spiegeln ausgerüstet sein müssen, die den Fahrern eine bessere Sicht auf Radfahrer und Fußgänger ermöglichen. Ob die Lkw-Betreiber die Maßnahmen umgesetzt haben, soll mithilfe von CCTV-Straßen-Kameras überprüft werden, die Genehmigung dafür müsste das Verkehrsministerium erteilen.

Der Londoner Verkehrskommissar, Sir Peter Hendy, sagte: "London führt seit langer Zeit Gespräche mit der Transportbranche, um höhere Standards erreichen zu können, insbesondere im Hinblick auf eine Erhöhung der Verkehrssicherheit, einer besseren Fahrausbildung und einer Reduktion der Emissionen. Die Londoner Verkehrsbehörde möchte, gemeinsam mit den Stadtbezirken, die vorgeschlagen Maßnamen zur Erhöhung der LKW-Sicherheit umsetzen und auch weiterhin an der Verbesserung der Straßenverkehrssicherheit arbeiten."

Die Vorsitzende des Londoner Verkehrs- und Umweltausschusses, Stadträtin Catherine West, sagte: "London Councils befürwortet weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit des Radverkehrs und wird auch weiterhin eng mit dem Bürgermeister und der Verkehrsbehörde zusammen arbeiten, um die Maßnahmen und Vorschläge für sicherere LKW umzusetzen. London Councils berät derzeit Pläne, die Fahrradsicherheit durch Änderungen am städtischen LKW-Kontrollsystem zu erhöhen, was bedeuten würde, dass alle Lastkraftwagen mit einem Gewicht von über 18 Tonnen, zusätzliche Spiegel und einen Seitenschutz nachweisen müssen, bevor eine Fahrgenehmigung erteilt wird."

Laut nationaler Gesetzgebung müssen viele Lkw schon jetzt die geforderte Sicherheitsaustattung haben. Allerdings sind Baufahrzeuge, Kipper, Müllfahrzeuge, Betonmischer sowie andere Fahrzeug-Typen von diesen und anderen Sicherheitsanforderungen befreit. Durch den Londoner Bauboom sorgt die steigende Zahl solcher Fahrzeuge für eine zunehmende Gefährdung des wachsenden Radverkehrs, der mittlerweile fast ein Viertel des Berufsverkehrs in der City ausmacht. An den 16 tödlichen Fahrradunfällen, die 2011 in London passierten, waren neun Lkw beteiligt. Unter diesen neun Lkw waren sieben Baufahrzeuge ohne entsprechende Sicherheitsausrüstung.

Quelle: www.london.gov.uk/media/mayor-press-releases/2014/01/lorries-without-cycle-safety-equipment-to-be-banned-from-london

Meta Infos
Stand der Information
27. Februar 2014
Quelle

www.london.gov.uk (Lorries without cycle safety equipment to be banned from London)

Land
UK
Handlungsfelder NRVP
Verkehrssicherheit
Radverkehrsplanung und -konzeption
Fahrradthemen
Verkehrssicherheit
Ordnungsrahmen