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Entwurf eines gesamteuropäischen Masterplans zur Förderung des Radverkehrs

Leitlinien zur Verdoppelung des Radverkehrs in Europa bis 2030

Radfahrer in Kopenhagen
Radfahrer in Kopenhagen © Arne Koerdt

54 Länder werden demnächst detaillierte Leitlinien zur Verdoppelung des Radverkehrs in der Region bis 2030 erhalten

Die Verdoppelung des Radverkehrs ist das Ziel des gesamteuropäischen Masterplans zur Förderung des Radverkehrs, der 54 Länder in der gesamten Region Europa der Weltgesundheitsorganisation umfasst. Dieser Masterplan wird nach seiner Fertigstellung vielen dieser Länder erstmals Leitlinien an die Hand geben, wie sie den Radverkehr auf nationaler Ebene fördern können.

Das Paneuropäische Programm Verkehr, Gesundheit, Umwelt (THE PEP) hat nun einen fortgeschrittenen Entwurf des Paneuropäischen Masterplans zur Förderung des Radverkehrs vorgelegt. Die gemeinsame Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) unter der Leitung von Österreich und Frankreich forderte die Partnership on Cycling Promotion (PCP).

Das Paneuropäische Programm Verkehr, Gesundheit, Umwelt (THE PEP) hat nun einen fortgeschrittenen Entwurf des Paneuropäischen Masterplans zur Förderung des Radverkehrs auf den Tisch gelegt. Diese gemeinsame Initiative der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UNECE) unter der Leitung von Österreich und Frankreich forderte die Partnership on Cycling (hervorgegangen aus dem informellen ECF National Cycling Officers Network) auf, einen Entwurf für einen europaweiten Plan zur Förderung des Radverkehrs zu entwickeln. 10 Partnertreffen später ist das Ergebnis dieser fortgeschrittene Entwurf, der dem PEP auf seiner fünften hochrangigen Sitzung (22. bis 24. Oktober 2019) zur endgültigen Annahme vorgelegt werden wird. Der europäische Radfahrerverband ECF hatte sich intensiv bemüht, sicherzustellen, dass der Entwurf so ehrgeizig wie möglich ist.

In Anbetracht der Tatsache, dass wir es mit Ländern zu tun haben, die sehr unterschiedliche Rahmenbedingungen für den Radverkehr haben (wenn man beispielsweise die Niederlande mit Aserbaidschan vergleicht), ist der europäische Radfahrerverband ECF der Meinung, dass ein sehr ermutigendes Ergebnis erzielen werden konnte.

Der Planentwurf enthält fünf politische Ziele, die bis 2030 erreicht werden sollen:

  • Verdopplung der Fahrradfahrten in der gesamten Region und Steigerung in jedem Land;
  • Entwicklung und Umsetzung nationaler Radverkehrsstrategien, unterstützt durch nationale Pläne, in den Mitgliedstaaten der Wirtschaftskommission der United Nations Economic Commission for Europe (ECE) und des Regionalbüros der Weltgesundheitsorganisation für Europa;
  • Erhöhung der Sicherheit von Radfahrerenden in den Mitgliedstaaten der ECE und der WHO mit Halbierung der Todesfälle und der schweren Verletzungen von Radfahrern (bezogen auf die geradelten Jahreskilometer);
  • Integration des Radfahrens in die Gesundheitsrichtlinien;
  • Integration des Radverkehrs in die Raumordnung, Stadt- und Regionalplanung, Infrastrukturplanungen.

Das Erreichen dieser Ziele würde zahlreiche Vorteile mit sich bringen. Unter Verwendung des WHO-Tools HEAT for Cycling wurde berechnet, dass eine Verdoppelung des Radverkehrs 30.000 vorzeitige Todesfälle pro Jahr verhindern würde, wobei sich der indirekte wirtschaftliche Nutzen daraus auf jährlich auf 78 Milliarden Euro beliefe.

Der Entwurf enthält 30 politische Empfehlungen, die die Unterzeichnerstaaten (und andere) zur Förderung des Radverkehrs je nach ihren nationalen Gegebenheiten annehmen könnten. Diese sind in 10 übergeordnete Empfehlungen unterteilt:

  • Entwicklung und Umsetzung einer nationalen Fahrradstrategie, unterstützt durch einen nationalen Radverkehrsplan.
  • Verbesserung des Rechtsrahmens für die Förderung des Radverkehrs
  • Schaffung einer benutzerfreundlichen Fahrradinfrastruktur
  • Bereitstellung nachhaltiger Investitionen und effizienter Finanzierungsmechanismen
  • Einbeziehung des Radverkehrs in die Planungsprozesse und Förderung der Multimodalität
  • Förderung der Fahrradnutzung durch Anreize und Mobilitätsmanagement
  • Verbesserung von Gesundheit und Sicherheit
  • Verbesserung der Statistiken zum Radverkehr für ein effizientes Monitoring und Benchmarking
  • Förderung des Fahrradtourismus
  • Nutzung neuer Technologien und Innovationen

Der europäische Radfahrerverband ECF erwartet mit Spannung die Annahme des Entwurfs, nicht nur, weil die Arbeit daran fünf Jahre gedauert hat, sondern auch wegen des breiten Charakters des Dokuments, das eine Vielzahl von sektorübergreifenden politischen Zielen umfasst. Der ECF hofft, dass der Oktober 2019 ein guter Monat für den Fahrradverkehr werden wird.

Meta Infos
Stand der Information
1. Februar 2019
Weitere Informationen
Quelle
ECF - European Cyclists Federation
Land
Europa / EU
Handlungsfelder NRVP
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