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Europäische Union

Leitlinien für die Entwicklung und Umsetzung von Plänen für eine nachhaltige urbane Mobilität veröffentlicht

Die Europäische Kommission hat im Dezember 2013 ihr neues "Urban-Mobility-Package", zur Stärkung des städtischen Verkehrs, vorgestellt. Die offizielle Mitteilung der EU-Kommission "Gemeinsam für eine wettbewerbsfähige und ressourceneffiziente Mobilität in der Stadt" unterstützt damit unter anderem das "Konzept der nachhaltigen städtischen Mobilitätspläne" (SUMP - Sustainable Urban Mobility Plans) und verweist vor allem auf die neuen SUMP-Leitlinien (SUMP Guidelines). Eine mehrseitige Anlage zum Konzept der nachhaltigen städtischen Mobilitätspläne ergänzt die Mitteilung der Europäischen Kommission.

Die SUMP-Leitlinien sind das Ergebnis eines Konsultationsprozesses, an dem rund 200 städtische Mobilitätsexperten aus ganz Europa teilnahmen. Das Büro Rupprecht Consult hat diesen Prozess koordiniert und nun die Ergebnisse, im Zusammenhang mit der Mitteilung der EU-Kommission, veröffentlicht.

Download der neuen: SUMP-Leitlinien (pdf)

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Auszug aus der Anlage "MITTEILUNG DER KOMMISSION AN DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT, DEN RAT, DEN EUROPÄISCHEN WIRTSCHAFTS- UND SOZIALAUSSCHUSS UND DEN AUSSCHUSS DER REGIONEN - Gemeinsam für eine wettbewerbsfähige und ressourceneffiziente Mobilität in der Stadt (Brüssel, den 17.12.2013 COM(2013) 913 final":

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Pläne für eine nachhaltige urbane Mobilität

Neue Konzepte für die Planung der urbanen Mobilität bilden sich heraus, weil die lokalen Behörden eine Abkehr versuchen von den Abschottungskonzepten der Vergangenheit und Strategien zu entwickeln beginnen, die zur Umstellung auf sauberere und nachhaltigere Verkehrsarten wie Zufußgehen, Rad fahren und öffentlicher Verkehr sowie auf neue Nutzungs- und Eigentumsmodelle von Kraftfahrzeugen motivieren können. Viele Städte in der EU haben mit innovativen Lösungen für die urbane Mobilität experimentiert und ihre Erfahrungen über verschiedene Netze ausgetauscht.

Die Kommission hat das Konzept der Planung einer nachhaltigen urbanen Mobilität über Jahre hinweg aktiv gefördert. EU-finanzierte Initiativen brachten Akteure und Experten zusammen, um die derzeitigen Konzepte zu analysieren, Problembereiche zu erörtern und die Schlussfolgerungen des Rates zum Aktionsplan urbane Mobilität, besonders vorbildlichen Praktiken zu ermitteln. Mit Unterstützung der Kommission wurden Leitlinien für die Entwicklung und Umsetzung von Plänen für eine nachhaltige urbane Mobilität entwickelt, beispielsweise mit konkreten Anregungen für die lokalen Behörden zur Umsetzung von Strategien für die urbane Mobilität, die auf einer gründlichen Analyse der derzeitigen Situation und einer klaren Vision für eine nachhaltige Entwicklung ihres Stadtgebiets aufbauen.

Das Konzept der Pläne für eine nachhaltige urbane Mobilität bezieht funktionale Stadtgebiete (functional urban areas, FUA) ein und beinhaltet die Einbettung von Maßnahmen zur urbanen Mobilität in eine umfassendere Stadt- und Gebietsstrategie. Daher sollten diese Pläne in Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Politikbereichen und Sektoren (Verkehr, Bodennutzung und Raumplanung, Umwelt, wirtschaftliche Entwicklung, Sozialpolitik, Gesundheit, Sicherheit im Straßenverkehr usw.), verschiedenen Regierungs- und Verwaltungsebenen sowie den Behörden in benachbarten städtischen und ländlichen Gebieten ausgearbeitet werden.

Pläne für eine nachhaltige urbane Mobilität dienen der Förderung einer ausgewogenen Entwicklung und einer besseren Integration der verschiedenen städtischen Mobilitätsträger. Bei diesem Planungskonzept wird hervorgehoben, dass es bei urbaner Mobilität in erster Linie um Menschen geht. Es betont daher das Engagement der Bürger und Interessengruppen sowie die Förderung von Veränderungen des Mobilitätsverhaltens.

Pläne für eine nachhaltige urbane Mobilität können dazu beitragen, dass Städte ihre bestehenden Verkehrsinfrastrukturen und -dienste effizient nutzen sowie urbane Mobilitätsmaßnahmen kostenwirksam einführen.

Das Konzept der Pläne für eine nachhaltige urbane Mobilität hat in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen, und die Kommission wird die Entwicklung und Förderung des Konzepts auch in Zukunft unterstützen.

Um zu gewährleisten, dass die vorbildlichen Praktiken der Pläne für eine nachhaltige urbane Mobilität möglichst umfassend übernommen werden, sollte dieses Konzept an die spezifischen Anforderungen und die bestehende Planungspraxis in den einzelnen Mitgliedstaaten angepasst und dann auf nationaler Ebene aktiv gefördert werden. Ferner sollten in den Mitgliedstaaten geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um Rahmenbedingungen zu gewährleisten, die die Kommunen erfolgreich in die Durchführung lokaler Strategien für urbane Mobilität einbinden.

Daher sollten die Mitgliedstaaten Folgendes in Betracht ziehen:

- die Durchführung einer gründlichen Bewertung der derzeitigen und künftigen Leistung der urbanen Mobilität in ihrem Hoheitsgebiet, auch im Hinblick auf die wichtigsten politischen Ziele der EU;

- die Entwicklung eines Konzepts für eine urbane Mobilität, das koordinierte und sich gegenseitig verstärkende Maßnahmen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene gewährleistet;

- die Gewährleistung, dass Pläne für eine nachhaltige urbane Mobilität entwickelt und im urbanen Raum umgesetzt sowie in weiter gefasste Strategien für urbane oder territoriale Entwicklung integriert werden;

- die Überprüfung und - soweit erforderlich - Anpassung der technischen, politischen, rechtlichen, finanziellen und sonstigen Instrumente der lokalen Planungsbehörden;

- erforderlichenfalls das Ergreifen von Maßnahmen, um eine Zersplitterung der Konzepte zu vermeiden, damit Kontinuität und Kompatibilität der urbanen Mobilitätsmaßnahmen gewahrt bleiben und so das Funktionieren des Binnenmarktes sichergestellt wird.

Die Kommission wiederum wird:

- 2014 eine europäische Plattform für eine nachhaltige urbane Mobilität einrichten, um die Zusammenarbeit bei der Weiterentwicklung des Konzepts und der einschlägigen Instrumente innerhalb der EU zu koordinieren;

- eine zentrale Anlaufstelle bieten und die derzeitige Website www.mobilityplans.eu zu einem virtuellen Zentrum von Kenntnissen und Kompetenz erweitern;

- die nationalen, regionalen und lokalen Behörden bei der Entwicklung und Umsetzung von Plänen für eine nachhaltige urbane Mobilität unterstützen, u. a. durch Finanzierungsinstrumente.

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Quelle: http://ec.europa.eu/transport/themes/urban/doc/ump/com(282013)29913_de.pdf

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Siehe auch: http://ec.europa.eu/transport/themes/urban/doc/ump/com(282013)29913-annex_de.pdf

Meta Infos
Stand der Information
29. Januar 2014
Quelle

Rupprecht Consult - Forschung und Beratung GmbH (www.www.rupprecht-consult.eu) / http://ec.europa.eu/transport/themes/urban/ump_en.htm

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