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Baden-Württemberg

Konzepte zur Förderung von Elektro-Rollern / S-Pedelecs ausgezeichnet

Pedelecs
Pedelecs © Martina Hertel

Wettbewerb "Bewusstseinsbildung im Klimaschutz – E-Roller"

Umweltminister Franz Untersteller hat in Stuttgart die Gewinner des Wettbewerbs "Bewusstseinsbildung im Klimaschutz – E-Roller" ausgezeichnet. Bewerben konnten sich Energieversorgungsunternehmen im Land, die aufgerufen waren, Konzepte zur Förderung von Elektro-Rollern oder so genannten S-Pedelecs einzureichen.

"Die Diskussionen um Klimaschutz und Energiewende fokussieren sich leider noch zu häufig auf befürchtete Risiken und Belastungen", erklärte der Minister. "Dabei gerät aus dem Blick, dass hiermit auch viele neue Chancen und Möglichkeiten verbunden sind." So werde zwar derzeit auch in der warmen Jahreszeit, wenn vermehrt über Photovoltaik-Anlagen gewonnener Sonnenstrom zur Verfügung steht, zumindest teilweise noch konventionell erzeugter Strom für die Elektro-Zweiräder genutzt, räumte Untersteller ein. "Mit dem Fortschreiten der Energiewende wird aber in der Zukunft vermehrt Strom aus regenerativen Quellen zur Verfügung stehen. Und das ergänzt sich sehr gut mit den Elektro-Zweirädern, die vor allem in der warmen Jahreszeit genutzt werden."

Mit dem Wettbewerb wolle das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft das Bewusstsein für ein neues Energiezeitalter schärfen und den Menschen die sich aus der Energiewende ergebenden Chancen näher bringen, sagte Franz Untersteller. "Die Energiewende muss erlebbar gemacht werden. Der Umstieg auf erneuerbare Energien eröffnet neue Wege der Energienutzung. Da stecken auch schon kurzfristig große Chancen drin."

Insgesamt acht Konzepte sind eingereicht worden, über die eine eigens dafür gebildete Jury beraten hat. Vier Konzepte sind von dem Fachgremium schließlich zur Förderung mit jeweils 20.000 Euro vorgeschlagen worden. Gewinner des Wettbewerbs sind das Albwerk in Geislingen sowie die Stadtwerke in Aalen, in Böblingen und in Nürtingen. "Die mit dem Preis ausgezeichneten Energieversorger haben durchweg gute Beispiele entwickelt, die eine Alternative zur Nutzung herkömmlicher benzinbetriebener Zweiräder bieten", erläuterte Untersteller.

Preisträger Albwerk Geislingen
So hat das vom Albwerk eingereichte Konzept vor allem dadurch überzeugt, dass insbesondere in ihrer Bewegung eingeschränkte Menschen im Mittelpunkt stehen: Über speziell angefertigte E-Bikes soll es ermöglicht werden, die behinderten Menschen vor allem in Ausflugsaktivitäten einzubinden. Das Projekt habe es verdient, für das Engagement für in ihrer Bewegung eingeschränkte Menschen gewürdigt zu werden, so Minister Untersteller. "Wenn nun über die Elektromobilität die Möglichkeit geschaffen wird, die Menschen noch besser in die Gemeinschaft einzubinden, kann daraus ein großer Gewinn entstehen." Mit dem Projekt könne so ein neuer Ansatz erprobt werden, der neben der Dimension einer klimagerechten Energieversorgung soziale Aspekte in den Fokus stelle. Die Elektro-Räder fungierten dabei als Steigbügelhalter einer neuen Form der Mobilität.

Preisträger Stadtwerke Aalen
Die Stadtwerke Aalen sind mit einem sehr differenzierten Konzeptansatz aufgefallen, in dem spezielle Zielgruppen wie Fahrschulen oder auch Zustell-Logistikdienste angesprochen werden sollen. "Daraus kann eine große Breitenwirkung entstehen", sagte Franz Untersteller. Positiv wertete der Minister, dass nach dem Konzept der Stadtwerke Aalen auch eine Abwrackprämie beim Umstieg von einem benzinbetriebenen Zweirad auf einen Elektro-Roller bezahlt werden soll. "Damit wird für den Umstieg ein zusätzlicher Anreiz geschaffen. Das kann einen zusätzlichen Schub für das Projekt bringen", so der Minister.

Preisträger Stadtwerke Böblingen
Die Stadtwerke Böblingen haben laut Umweltminister Untersteller insbesondere mit einem umfassenden und ganzheitlichen Projektansatz überzeugt. So ist im Konzept beispielsweise eine Einbindung in Angebote wie das im Verbreitungsgebiet der Stadtwerke vorhandene carsharing-Modell "car2go" vorgesehen. "Damit wird die Elektro-Zweirad-Mobilität in ein Gesamtkonzept eingebettet. Es kann die Elektro-Zweiradmobilität stärken, wenn diese Art der Fortbewegung gut verzahnt und nicht isoliert vorangebracht wird", erklärte der Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft. Preisträger Stadtwerke Nürtingen Die Stadtwerke Nürtingen konnten mit ihrem Projekt auf bereits gemachten Erfahrungen aufbauen. "Das Projekt setzt auf vorhandenen und fest etablierten Strukturen der Elektro-Roller der Stadtwerke auf", sagte Untersteller. Damit verbinde sich die große Hoffnung, dass sich ein solches E-Roller-Projekt dauerhaft etablieren und auch erweitert werden könne. Mit dem Projekt erhalte die Elektromobilität bei den Stadtwerken zusätzlichen Schub. Davon könnten vor allem die an der neuen Mobilität interessierten Menschen profitieren. "Das Angebot wird engmaschiger. Die Zugangsmöglichkeiten werden damit verbreitert und noch mehr Menschen können angesprochen werden", so Franz Untersteller.

Mitglieder der Jury waren:

  • Prof. Dr. Peter Vortisch, KIT – Karlsruher Institut für Technologie
  • Franz Loogen, Landesagentur Elektromobilität und Brennstoffzellentechnologie – e-mobil BW GmbH
  • Dr. Volker Kienzlen, KEA – Klimaschutz und Energieagentur Baden-Württemberg
  • Christoph Erdmenger, Ministerium für Verkehr und Infrastruktur - Martin Eggstein, Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft

Zur Originalpressemitteilung

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Stand der Information
17. März 2014
Quelle

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft (um.baden-wuerttemberg.de)

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