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Kinder und Jugendliche in der Schweiz fahren seltener Fahrrad

Schulkinder vor der Schule
Schulkinder vor der Schule © Deutscher Verkehrssicherheitsrat e. V., Bonn

Während die Tagesdistanz sowie die tägliche Unterwegszeit im Durchschnitt der Kinder und Jugendlichen zwischen 1994 und 2000 um 15 Prozent bei der Distanz und um 20 Prozent bei der Unterwegszeit stark zugenommen haben, ist der Veloanteil (Velo = Fahrrad) bei den Ausbildungswegen zwischen 1994 und 2000 deutlich zurückgegangen, während die Anteile des motorisierten und des öffentlichen Verkehrs zugenommen haben.

Die Studie belegt:

- Bei den Freizeitwegen blieb zwischen 1994 und 2000 der Fußweganteil stabil, während der Veloanteil stark – um rund einen Drittel – abgenommen, und der motorisierte Weganteil zugenommen hat.

- In der Romandie werden im Vergleich zur Deutschschweiz anteilsmäßig mehr Wege motorisiert und mit dem öffentlichen Verkehr, aber weniger mit dem Velo zurückgelegt. Fußwege sind etwas häufiger in der Deutschschweiz. Bei den Ausbildungswegen haben zwischen 1994 und 2000 in der Romandie die Anteile des motorisierten Verkehrs zu- und jene des Fuß- und Veloverkehrs abgenommen. In der Deutschschweiz war diese Entwicklung weniger ausgeprägt.

- Knaben und junge Männer sind häufiger mit dem Velo unterwegs als Mädchen und junge Frauen, diese hingegen öfter mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Bei den Fußwegen sind die Geschlechterunterschiede gering. Zwischen 1994 und 2000 hat der Veloanteil beim weiblichen Geschlecht stärker ab- und der Anteil motorisierter Wege stärker zugenommen als bei ihren männlichen Alterskollegen.

- Je mehr Autos in einem Haushalt vorhanden sind, desto geringer der Fußweganteil und desto größer der Anteil der Mit- bzw. Eigenfahrten im Auto. Kinder und Jugendliche aus Haushalten ohne Auto legen ihre Wege besonders häufig bewegungsaktiv und umweltfreundlich zu Fuß oder mit dem Velo zurück.

Die Untersuchung wurde von Daniel Sauter, Urban Mobility Research, im Auftrag des schweizerischen Bundesamtes für Sport mit Unterstützung des Bundesamtes für Strassen durchgeführt. Sie umfasst die vergleichende Auswertung der Mikrozensen Verkehrsverhalten 1994 und 2000 zur Mobilität von Kindern und Jugendlichen. Die 169 Seiten umfassende Studie wird auf der Homepage des Netzwerks Gesundheit und Bewegung Schweiz zum Download angeboten.

Zum Schlussbericht "Mobilität von Kindern und Jugendlichen - Vergleichende Auswertung der Mikrozensen zum Verkehrsverhalten 1994 und 2000" (pdf-Datei, 1,56 MB, 169 Seiten)

Meta Infos
Stand der Information
5. April 2006
Quelle

Difu / Velojournal 2/06

Land
Schweiz
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen
Schlagworte