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Charta von Vancouver

Kinder haben das Recht zum Radfahren

Paul Tranter, Professor für Physik, Umwelt- und Mathematikwissenschaft der Universität von New South Wales in Canberra (Australien) betonte in seiner mit großem Applaus bedachten Rede, wie wesentlich es für die Entwicklung von Kindern ist, selbstständig mobil zu sein, also Rad zu fahren, zu Fuß zu gehen, und auch öffentliche Verkehrsmitttel zu benutzen. Dafür müssen Städte kinderfreundlicher werden und Eltern und Erzieher müsssen dies Kindern ermöglichen. Kinder müssen spielen und auch den Umgang mit Risiken erlernen dürfen. Deshalb sollten Eltern Kinder nicht mit dem Auto transportieren sowie von den Straßen fernhalten. Kinderfreundliche Städte sind gleichzeitig auch resilienter, also widerstandfähiger, beispielsweise gegen Energiekrisen. Kinderfreundliche Städte sind auch fahradfreundlich.

Download: Charter-of-Vancouver_final.pdf

Auch Manfred Neun, Präsident des Europäischen Radfahrerverbandes betonte in seiner Grundsatzrede zum Thema "Kinder und Radfahren", wie wichtig das Radfahren für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern ist: es fördert die motorischen Fähigkeiten, die Entwicklung der Wahrnehmungsfähigkeit und sozialen Umgangsformen, es beugt Übergewicht vor und fördert die seelische Gesundheit. Auf der Grundlage der EU-Kinderrechtskonvention steht deshalb Kindern in Entwicklungsländern und in den reichen Ländern ein Recht auf selbstständige Mobilität zu, um ihre eigene Welt entdecken zu können.

Um dies zu ermöglichen, müssten Städte wieder kindergerechter und sicherer werden. Straßen ohne Kinder sind unsichere Straßen. Statt Kinder wie Waren durch automobile "Mama- und Papa-Taxis" zu befördern, sollten Kinder wieder viel häufiger selbstständig unterwegs sein.

Als ein Teil der Kultur und täglicher Gewohnheiten, der Bildung und Gesundheit sowie der ökologischen Nachhaltigkeit, produziert das Radfahren unbestreitbar positive Auswirkungen auf unser Leben. Das Recht der Kinder auf Radfahren sollte universal sein und immer präsent, damit Kinder, die heute mit einem Fahrrad aufwachsen können, zu gesunden, glücklichen und umweltbewussten Erwachsenen werden.

Die vom ECF zu diesem Zweck beschlossene Charta von Vancouver betrifft die Kinder auf der ganzen Welt. Die Charta von Vancouver gründet auf der von 140 Staaten unterzeichneten UN-Kinderrechtskonvention (Convention on the Rights oft e Child), die am 2. September 1990 in Kraft getreten ist. Sie ist das erste rechtlich verbindliche internationale Instrument, das das gesamte Spektrum der Menschenrechte - bürgerliche, kulturelle, wirtschaftliche, politische und soziale Rechte integriert. Im Jahr 1989 entschieden führenden Politiker der Welt, dass speziell Kinder eine besondere Konvention benötigen, weil die Menschen unter 18 Jahren oft auf besondere Fürsorge und Schutz angewiesen sind, den Erwachsene nicht brauchen.

Die Charta von Vancouver wurde während der Velo-city Global 2012 Konferenz als Schritt zur Erreichung des Ziels einer nachhaltigen Zukunft ins Leben gerufen. Organisationen und Personen, die das Kinderrecht auf Radfahren unterstützen wollen, sind aufgerufen, die Charta auf der Internetseite des ECF mt zu unterzeichnen: www.ecf.com/children-have-the-right-to-cycle

Meta Infos
Stand der Information
3. Juli 2012
Quelle

www.ecf.com/children-have-the-right-to-cycle

Land
Weltweit
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Schlagworte
Kinder / Jugendliche