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Tracking-Report von infas und Motiontag

Kaum ÖPNV, viel Fahrrad und immer noch Auto

Ergebnisse aus Beobachtungen per Mobilitätstracking
Ergebnisse aus Beobachtungen per Mobilitätstracking © infas GmbH und MotionTag GmbH

Die Mobilität und Corona: Kaum ÖPNV, viel Fahrrad und immer noch Auto

Corona verändert massiv die Mobilität in Deutschland. Das war zu erwarten, allerdings sind die Effekte der Pandemie im Detail oft anders als vermutet. Dies zeigt eine erste Messung von infas und Motiontag, die auf der Smartphone-basierten Erfassung der GPS-Bewegungsdaten beruht.

In einem bisher internen Werkstatt-Projekt beteiligen sich rund 1.000 freiwillige Teilnehmerinnen und Teilnehmer und liefern per App kontinuierlich Daten für die Mobilitätsanalyse. Dabei enthalten ist – anders als in Anwendungen wie etwa der Funkzellenauswertung der Mobilfunkbetreiber – eine automatisierte Verkehrsmittelerkennung. Das Sample ist nicht repräsentativ, entspricht aber in zahlreichen Mobilitätseckdaten den Erwartungswerten aus anderen größeren Studien. Zum Abgleich wird die von infas mit durchgeführte Studie "Mobilität in Deutschland" genutzt.

Von Mitte Februar bis Anfang April 2020 ist die Mobilität in Deutschland wie zu erwarten deutlich gesunken. Allerdings bei weitem nicht in dem Maß, wie es die Umstände mit teilweisen Ausgangssperren und dem Trend zu Home-Office oder Kurzarbeit möglicherweise erwarten lassen. Eine Grundmobilität bleibt erhalten. Dies gilt vor allem für die Unterwegszeit pro Tag und Person. Sie geht nicht in dem Ausmaß zurück wie etwa die tägliche Kilometersumme.

Ein aktueller Verlierer der Corona-Pandemie ist der ÖPNV, mit vielleicht längerfristigen Auswirkungen. Umgekehrt gewinnt der Fahrradverkehr deutlich. Daneben ist der Fußverkehr in der Krise stark gewachsen. Deutlich werden die Auswirkungen der Corona-Pandemie auch auf die Mobilität in den Abend- und Nachtstunden. Ab 20 Uhr kommt sie - egal mit welchem Verkehrsmittel - praktisch völlig zum Erliegen.

Die detaillierten Ergebnisse sind hier zu finden. infas wird zusammen mit dem Partner Motiontag die Tracking-basierte Forschung weiter fortführen und kontinuierlich über die Entwicklung der Ergebnisse berichten. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Phase, in der die Ausgangssperren gelockert werden und Schritt für Schritt der Weg zurück in die Normalität gesucht wird. Die Beobachtungen und Befunde werden dazu beitragen können, die Wirkung dieser Schritte und mögliche Risiken frühzeitig aufzudecken. Ebenso werden wir der Frage nachgehen, welche Veränderungen bleiben und welche wieder der alten Normalität weichen.

Meta Infos
Stand der Information
17. April 2020
Weitere Informationen
Quelle
infas GmbH/MotionTag GmbH
Land
Deutschland
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen
Schlagworte