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B.A.U.M.-Wettbewerb "Fahrradfreundliche Wohnungswirtschaft"

Innovationen zur Förderung des Radverkehrs ausgezeichnet

Logo Wettbewerb Fahrradfreundliche Wohnungswirtschaft
Logo Wettbewerb Fahrradfreundliche Wohnungswirtschaft © B.A.U.M. e.V. / Fahrrad fit

Endlich werden auch Radfahrer mitbedacht. Wohnungsunternehmen zeigen Interesse an Serviceleistungen rund ums Rad, um auf dem Wohnungsmarkt attraktiv zu sein. Dies konnte auf der Fachmesse "Zukunft Lebensräume" in Frankfurt beobachtet werden. Dort wurden heute Deutschlands fahrradfreundlichste Unternehmen der Wohnungswirtschaft ausgezeichnet. Der Wettbewerb war vom Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) e.V. in Kooperation mit dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie ausgelobt worden. ZahlreicheWohnungswirtschaftsunternehmen hatten sich daraufhin mit besonders radfahrerfreundlichen Angeboten für ihre Mieter um eine Auszeichnung beworben. Unterstützt wurde der Wettbewerb von dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) mit Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP).

Norbert Barthle, Parlamentarischer Staatssekretär beim BMVI, begrüßte die Aktivitäten der Wohnungswirtschaftsunternehmen: "Radfahren schont die Umwelt, fördert die Gesundheit und entlastet den Verkehr. Daher fördern wir den Radverkehr. Ich freue mich, dass auch die gewerbliche Wohnungswirtschaft den Radverkehr und die Radfahreraktiv unterstützt – etwa durch sichere und bequeme Abstellmöglichkeiten oder zusätzliche Mobilitätsangebote. Die Preisträger des "Wettbewerbs Fahrradfreundliche Wohnungswirtschaft" gehen bei der Förderung des Radverkehrs in unserer Gesellschaft mit gutem Beispiel voran. Dafür danke ich Ihnen sehr."

Aus den eingereichten Bewerbungen waren bereits Mitte 2014 vier Bewerber in die engere Auswahl gekommen. Diese erhielten seitens des Wuppertal Instituts eine wissenschaftliche Analyse ihrer Fahrradförderungsmaßnahmen. Auf Grundlage dieser Studien traf die Fachjury die Auswahl der Hauptgewinner. "Alle Fallstudien haben sinnvolle und effektive Maßnahmen der Fahrradförderung für die Wohnungswirtschaft aufgezeigt", so Dieter Brübach, B.A.U.M-Vorstandsmitglied und Mitglied der Jury.

"Diese Erkenntnisse dienen jetzt als exzellente Praxisbeispiele für andere Unternehmen der Wohnungswirtschaft, in denen die Potentiale der Fahrradförderung bisher noch wenig erschlossen sind". Den ersten Platz belegte die LebensRäume Hoyerswerda eG mit Sitz in Hoyerswerda. Die Mobilitäts- und Gesundheitsförderung der Mieter und Anreize zurumweltfreundlichen Nahverkehrsgestaltung per Fahrrad gehören dort von jeher zum Grundverständnisder Genossenschaft. So sind dort schon beim Wohnungsbau für jeden Bewohner ein Fahrradstellplatz im Kellerbereich und Abstellplätze vor den Häusern vorgesehen. Zu den wichtigsten fahrradfördernden Maßnahmen der vergangenen Jahre zählen zudem die Errichtung zusätzlicher Fahrradgaragen und einer Selbsthilfe-Fahrradwerkstatt, in dessen Rahmen vor allem Kinder an das Thema Radfahren, Fahrradtechnik und Sicherung der Verkehrstüchtigkeit herangeführt werden. Darüber hinaus hat sich eine Radgemeinschaft gebildet und die Genossenschaft organisiert jährliche Radtouren. Die Genossenschaftist sich sicher: gute Rahmenbedingungen für das Fahrradfahren regen die Bewohner nachweislich an, möglichst viel und oft mit dem Rad zur Schule, Arbeit oder zum Einkaufen zu fahren.

Auch der zweite Preisträger, die mgf Gartenstadt Farmsen Mieter- und Wohnungsbaugenossenschaft eG in Hamburg-Farmsen weiß, dass die bewusste Nutzungdes Fahrrads als tägliches Verkehrsmittel gelingt, wenn das Radfahren im Alltag attraktiv, sicher und bequem ist. Hierfür wurde in der Siedlung nicht nur eine geeignete Infrastruktur für das Radfahren geschaffen, indem neue Wege erschlossen und vorhandene Treppen zu barrierefreien Wegen umgebautwurden. Zusätzlich wurden flächendeckend Unterstellmöglichkeiten geschaffen. Ein jährlicher,kostenloser Fahrradcheck und Kleinreparaturen durch eine Fahrradwerkstatt zählen ebenfalls zu den Angeboten - seit 2013 gibt es sogar einen kostenlosen E-Bike Verleih für Mitglieder. Bei Festen und Aktionen werden Testfahrten mit E-Bikes angeboten und Beratungen zum Thema umweltfreundliche Mobilität durchgeführt.

Die beiden dritten Plätze belegen die KEG Konversions – Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH mit Sitz in Frankfurt und die MIB AG Immobilien und Beteiligungen aus Berlin. Unter dem Motto "Vernetzt mobil" hat die KEG Elektro-Lastenräder, sogenannte E-Bakfiets, zum kostenlosen Ausleihen mit ins Mieterangebot aufgenommen. Rund 120 kg können darin befördert werden – ideal für die Fahrt zum Getränkehandel, den Wochenendeinkauf oder um die Kinder z.B. zum Sportplatz zu bringen. Ist das Wetter schlecht, kann ein Regenschutz befestigt werden. E-Bakfiets sind damit eine echte Alternative zum Auto, insbesondere im innerstädtischen Verkehr: sie machen keinen Lärm, sind frei von Abgasen und finden überall einen Parkplatz. Versicherung, Wartung und Aufladen der Räder sind inklusive; dazu arbeitet die KEG mit einem sozialen Träger zusammen, dem "Frankfurter Verein für soziale Heimstätten".

Die MIB AG Immobilien und Beteiligungenverdiente sich den dritten Platz mit dem "Bike Living Konzept", in dessen Rahmen ein ehemaliges Hertie-Kaufhaus im Stadtteil Moabit des Stadtbezirkes Berlin-Mitte in Wohnraum mit direktem, barrierefreien Fahrradzugang umgewandelt wurde. Hierfür wurden die Wohnungen mit separatem Fahrradzugang durch einen Fahrstuhl ausgestattet, der extra auf die Maße auch mehrerer Fahrräder ausgerichtet ist. Entsprechend sind die Lofts mit Abstellflächen für Fahrräder zugeschnitten, so dass auch teure Fahrräder stets sicher untergebracht werden können. E-Bikes können in den Wohnungen problemlos bei jedem Wetter geladen werden. Zusätzlich wurden auf dem Grundstück zahlreiche stabile Fahrradbügel für je zwei Fahrräder mit großzügigen Abständen montiert.

Die Praxisbeispiele der Preisträger zeigen: Maßnahmen der Fahrradförderung tragen zu einer Erhöhung der Lebensqualität vor Ort bei und sind ein willkommener Service für die Mieter: schließlich liegt Fahrradfahren im Trend bei Jung und Alt und für immer mehr Menschen steigt damit der Wunsch nach angemessenen Bedingungen zur Fahrradnutzung im Wohnumfeld.

Hier können Sie sich die best-practice-Präsentationen der Preisträger herunterladen:

  1. Platz: LebensRäume Hoyerswerda eG
  2. Platz: mgf Gartenstadt Farmsen Mieter- und Wohnungsbaugenossenschaft eG
  3. Platz: KEG Konversions – Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH und MIB AG Immobilien und Beteiligungen

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Quelle und weitere Informationen: www.fahrrad-fit.de

Meta Infos
Stand der Information
29. April 2015
Quelle

Bundesdeutscher Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) e.V. (www.fahrrad-fit.de)

Land
Deutschland
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen
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