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Ziele, Baukosten, Bundesländer

Infografiken zu Radschnellwegen im Fahrradportal

Informationen- und Grafiken zu Radschnellwegen (Stand 2019)
Informationen- und Grafiken zu Radschnellwegen (Stand 2019) © difu

Ziele, Baukosten, Bundesländer: Infografiken zu Radschnellwegen im Fahrradportal

Die vorliegenden Infografiken zu Radschnellwegen (06/2019) liefern kompakt Fakten und Informationen zum Thema Radschnellwege und zum Stand der Entwicklung. Weitergehende Informationen zum Thema finden Sie in einem Schwerpunktthema (2016) zusammengefasst im Fahrradportal sowie in den jeweils angegebenen Quellen. Alle Nachrichten, Termine und weitere Infos, die mit dem Suchbegriff "Radschnellwege" verknüpft sind, finden Sie hier.

Hintergrund (Auszug aus dem Begleittext)

Ausgehend von dem Wunsch, das Fahrrad auch auf längeren Strecken als Alternative zum Kfz besonders für Pendler attraktiv zu machen, entstand in den 1980er Jahren in den Niederlanden die Idee, Radschnellwege als Trassen zur Bündelung des Radverkehrs mit beschleunigter Führung über größere Distanzen anzubieten. Seit etwa 2010 werden Überlegungen hierzu auch in Deutschland konkretisiert. Das Straßennetz in den Ballungsregionen ist ebenso wie der ÖPNV zunehmend chronisch überlastet, Umweltbelastungen in den Zentren erfordern Alternativen zum Kfz. Auf kurzen Wegen wächst zwar seit Jahren der Anteil des Radverkehrs, Experten sehen aber noch ein großes Potenzial von 15 Mio. Pendlern, die zum Umstieg bewegt werden könnten. In diesem Sinne hat das BMVI 2017 die Verwaltungsvereinbarung Radschnellwege 2017 – 2030 (VV-Radschnellwege) mit den Ländern auf den Weg gebracht, um den Aufbau eines Verkehrssystems für schnellen Radverkehr zu fördern...

Infografik "Baukosten von Verkehrsanlagen" (Auszug aus dem Begleittext)

Zur Ermittlung der Vergleichswerte der Baukosten wurden frei verfügbare Angaben zu entsprechenden Vorhaben in angegebenem Umfang herangezogen. Die kostenrelevanten Rahmenbedingungen variieren zwar bei allen Straßenbauten aufgrund unterschiedlicher lokaler Ausgangslagen, der Höhe der Grunderwerbs-kosten, der Anzahl etwaiger Ausgleichsmaßnahmen, der Anzahl und Art von Ingenieurbauwerken, etc. Dennoch ermöglicht die hohe Zahl der in die Ermittlung eingegangenen Projekte einen aussagekräftigen Vergleich der Kostendimensionen für die hier gegenübergestellten Verkehrswege.

  • Autobahn: Als mittlerer Wert der Kostenverteilung für einen Kilometer Autobahn wurde ca. 18,6 Mio. Euro ermittelt. 50% aller recherchierten Vorhaben kosten zwischen 9 und 41 Mio. Euro/km.
  • Hauptverkehrsstraße: Als mittlerer Wert der Kostenverteilung für einen Kilometer Hauptverkehrsstraße (innerorts wie außerorts) wurde ca. 4 Mio. Euro ermittelt. 50% aller herangezogenen Vorhaben kosten zwischen 3 und 6,4 Mio. Euro/km.
  • Radschnellweg: Als mittlerer Wert der Kostenverteilung für einen Kilometer Radschnellweg wurde ca. 0,9 Mio. Euro/km ermittelt. 50% aller herangezogenen Vorhaben kosten zwischen 0,5 und 1,6 Mio. Euro/km.

Infografik "Ziele des Radschnellwegbaus" (Auszug aus dem Begleittext)

In der VV-Radschnellwege wird das Ziel formuliert, "insbesondere in urbanen Räumen und Metropolregionen einen Umstieg von Pendlerverkehren vom Kfz auf das Fahrrad zu erreichen". Damit wird die Absicht verbunden, "sowohl die Luftreinhaltung und den Klimaschutz zu unterstützen, als auch Staus im Verkehrssystem zu vermeiden und den Verkehrsablauf insgesamt zu verflüssigen" (Präambel der VV-Radschnellwege).

Daneben stehen eine Reihe weiterer Entwicklungen und Zielsetzungen, die den Nutzen dieses Instruments zur Förderung des Radverkehrs unterstreichen. Die Vergrößerung der Reichweiten und Geschwindigkeiten im Radverkehr durch elektrische Antriebsunterstützung begünstigt die Überwindung größerer Distanzen ohne größere Anstrengung. In der Förderung der Gesundheit durch mehr Bewegung an der frischen Luft und der Reduzierung von Schadstoffen und Lärm im Verkehr werden ebenso wie bei den Potenzialen zur Reduzierung der "Baukosten von Verkehrsanlagen" im Bau und Unterhalt von Verkehrswegen positive Effekte gesehen, die mit der Unterstützung des Baus von Radschnellwegen verknüpft sind.

Nicht nur für das Straßennetz werden Entlastungen von Staus im Kfz-Verkehr und beim Parken erhofft, sondern auch für die Systeme des öffentlichen Nahverkehrs, die in vielen Ballungsräumen ihre Kapazitätsgrenzen längst erreicht haben. Dazu ist eine Verknüpfung der Routenführung von Radschnellwegen mit den wichtigen Stationen des öffentlichen Nahverkehrs (insbesondere des schienengebundenen) erforderlich.

Pendlern mit dem Rad werden im Zuge übergreifender Routen hochwertige und sichere Wege angeboten, die die Nutzung des Fahrrads allgemein unterstützen und im Besonderen auch auf größeren Entfernungen attraktiver machen. Zügig und bestenfalls mit Vorrang wird der Radverkehr auf diesen Wegen mit besonderen Qualitätsstandards von Radschnellwegen aus der Peripherie in die Zentren, zu den Arbeitsstätten und weiteren Pendlerzielen geführt und auch wieder zurück.

Viele Länder haben begonnen, Potenziale für Radschnellwege zu erkunden, einige Projekte sind bereits fertiggestellt, weitere im Entstehen.

Infografik "Radschnellwege in den Ländern" (Auszug aus dem Begleittext)

Die dargestellten Projektstände beruhen auf Angaben der Länder und eigener Recherche; es wurden Veröffentlichungen im Internet im Zeitraum bis zum Frühsommer 2019 herangezogen. Die gegenwärtige Dynamik der Prozesse lässt eine schnelle Veränderung des hier wiedergegebenen Stands erwarten.

Es wurden mehr als 100 Bauvorhaben recherchiert, zu denen mindestens konkrete Untersuchungen in Form von Machbarkeitsstudien o. ä. in Arbeit sind oder bereits erstellt wurden, oder die schon umgesetzt werden oder in Teilen fertiggestellt sind. Es handelt sich vorwiegend um Bauvorhaben, die von den Ländern (ko-)finanziert werden. Einige kommunale Projekte, die Pilotcharakter haben, werden ebenfalls in der Grafik dargestellt, darunter auch Vorhaben, die nicht den Standards der Verwaltungsvereinbarung zwischen BMVI und Ländern entsprechen und daher nicht über diese gefördert werden, z. B. Böblingen/Sindelfingen–Stuttgart. Jedes Bauvorhaben wurde jeweils nur einem Bundesland zugeordnet, auch wenn es sich um eine länderübergreifende Streckenführung handelt.

Die untersuchten und geplanten Strecken werden von den Ländern nicht in allen Fällen mit dem Qualitätsstandard projektiert, den die Empfehlungen für Radschnellwege der FGSV vorsehen, sondern weichen teilweise von diesen in einzelnen Kriterien ab. Entsprechend kommen in einzelnen Bundesländern hierfür auch andere Bezeichnungen zur Anwendung (Premiumroute, Pendler-Radroute… etc.), die jedoch sämtlich Radverkehrsführungen mit über den Standard der ERA hinausgehenden Qualitätsmerkmalen bezeichnen.

Die Auswahl der Quellen spiegelt den unterschiedlichen Stand der Diskussion und der Entwicklung zum Thema in den Ländern wider.