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Visueller Charakter des Straßendesigns

Hohe Kontraste helfen Radfahrern mit Sehschwächen

Fahrradpiktogramm auf dem Asphalt
© Doris Reichel

Die Forscher Eva Fabriek und Dick de Waard berichten, dass der visuelle Charakter des Straßendesigns eine wichtige Rolle bei der Verhinderung von Fahrradunfällen von Menschen mit Sichtbehinderungen spielt. Die Ergebnisse der Studie basieren auf einer Befragung von sehbehinderten Menschen sowie Senioren mit altersbedingter Makuladegeneration. Zusätzlich wurden Fahrversuche auf einen Test-Radweg unternommen, bei denen die Sichtfelder und -kontraste der Teilnehmer künstlich eingeschränkt wurden.

Die Befragung offenbarte, dass 45 Prozent der Teilnehmer schon einmal (oder öfter) gestürzt oder gegen ein Hindernis gefahren seien, wobei es sich in der Regel um Bordsteinkanten oder Poller handelte. Während der Testfahrten mussten sich die Teilnehmer mit 'normalen' Pollern, mit verschieden farbig gestrichenen Pollern, mit beleuchteten Pollern und in die Fahrbahn integrierten Lichtern auseinandersetzen. Getestet wurden weiterhin weiß gestrichene Bordsteinkanten, unbehandelte Borde, Borde mit speziellen Mustern sowie markierte und nicht markierte unbefestigte Randstreifen. Die Forschungen zeigten, dass Poller, Borde und Markierungen wichtige visuelle Elemente für die untersuchte Personengruppe darstellten. Die Fahrleistung lässt nach und die Unsicherheit wächst, wenn Radfahrer nicht in der Lage sind, Hindernisse zu erkennen und wenn auf der Straße schwer etwas auszumachen ist. 41 Prozent der Teilnehmer bevorzugten die rot-weißen Standardpoller. Entgegen der Erwartungen trug Beleuchtung kaum zu einer Verbesserung bei. 40 Prozent der Teilnehmer bevorzugten markierte Bordsteinkanten. Alle Teilnehmer (100 Prozent) bevorzugten Markierungen mit hohen Kontrasten.

Die Forscher schließen aus den Untersuchungen, dass die Sichtbarkeit von Objekten durch eine rot-weiße Einfärbung von Pollern verbessert werden kann – sofern nicht auf deren Ausstellung komplett verzichtet werden kann. Zusätzlich in Betracht gezogen werden sollten weiß markierte Bordsteinkanten. Außerdem können sehbehinderten Menschen kontrastreiche Markierungen helfen, ebenso wie Straßenbeläge, die zu den Randstreifen kontrastieren. Letztendlich sollten Poller und andere Straßenmöblierungen niemals an unübersichtlichen Stellen, wie z. B. nach Kurven, platziert werden, sondern nur auf gerader und übersichtlicher Strecke.