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Deutschland

Handbuch "Kosteneffiziente Maßnahmen zur Förderung des Fuß- und Radverkehrs" veröffentlicht

Fahrbahnmarkierungen auf der Straße
© Doris Reichel

Handbuch zur Förderung des Rad- und Fußverkehrs - Kosteneffiziente Maßnahmen im öffentlichen Straßenraum

"Das neue Handbuch der ivm zeigt auf, wie trotz knapper öffentlicher Kassen vielfältige Spielräume zur Förderung des Rad- und Fußverkehrs genutzt werden können. In vielen anschaulichen Praxis-Beispielen werden Elemente der Straßenraumgestaltung vorgestellt, die kurzfristig und kostengünstig umsetzbar sind. Neben infrastrukturellen Maßnahmen enthält das Handbuch darüber hinaus zahlreiche Anregungen für effektive temporäre und kommunikative Maßnahmen. Damit unterstützt das Handbuch den Rad- und Fußverkehr in Städten, Gemeinden und Kreisen in der Region Frankfurt RheinMain und darüber hinaus."

Einleitung

Die Förderung der städtischen Nahmobilität, also eines harmonischen Miteinanders von Fuß-, Rad- und Kfz-Verkehr im nahen Wohnumfeld, wird immer wichtiger. In Deutschland werden in großen Städten immer häufiger statt des eigenen PKW der gut ausgebaute Öffentliche Nahverkehr und das Fahrrad oder die eigenen Füße genutzt, Carsharing boomt. Diese Trends können genutzt werden, um die Städte lebenswerter zu machen.

Dafür sprechen auch die Aspekte, die bei einem Wandel der Mobilität unmittelbar die Lebensqualität steigern: Weniger und langsamere Kfz-Fahrten bedeuten weniger Verkehrslärm und andere Emissionen. Mehr persönliche Bewegung fördert die Gesundheit. Die Nahmobilität mit Fuß und Rad ist für jeden erschwinglich und damit sozial ausgewogen.

Die Interaktion auf der Straße mit Fuß- und Radverkehr und der Nutzung von Bus und Bahn ist zudem wünschenswert und belebend. So fördert gerade ein intensiver Fuß- und Radvervehr auch den Betrieb kleiner und vielfältiger Läden.

Ein Zeichen der Zeit ist auch der Rückgang des Autobesitzes bei jungen Leuten. Stattdessen stehen bei der Altersgruppe bis 30 Jahren andere Aspekte im Vordergrund: Kommunikation, ein lebenswertes Umfeld und eine hohe Mobilität, aber nicht unbedingt mit dem eigenen Auto.

Um diesem Wandel gerecht zu werden, muss die Stadt besser zu Fuß und mit dem Fahrrad erlebbar gemacht werden. Politik und Bevölkerung wünschen schnelle und sichtbare Erfolge.

Die dazugehörigen Trends der Stadt- und Verkehrsplanung in Deutschland und Europa berücksichtigen diese Entwicklungen. Hierzu gehören:

  • Die Einrichtung von Begegnungszonen mit dem Vorrang des Fußverkehrs und einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 20 km / h. Nach der Schweiz haben inzwischen auch Belgien, Frankreich und Österreich entsprechende Änderungen am Straßenverkehrsrecht vorgenommen.
  • Shared Space-Ansätze, also die gemeinschaftliche Nutzung von Straßenraum im Sinne von Stadtraum, werden in der Öffentlichkeit diskutiert.
  • "Tempo 30" als Regelgeschwindigkeit in der Stadt mit den entsprechenden positiven Auswirkungen auf Lärm-Emissionen wird immer häufiger gefordert und auch teilweise umgesetzt.
  • Ein weiterer Ausbau der Infrastruktur für Pkw ist in vielen Städten schlicht nicht möglich, denn dafür sind weder Flächen noch finanzielle Ressourcen vorhanden. Auch politisch besteht kein Konsens darüber, dass Städte noch autogerechter werden sollten.

Das Handbuch zeigt vor dem Hintergrund knapper finanzieller Ressourcen vorhandene Handlungs- und Gestaltungsspielräume auf.

Download: Kosteneffizienz-Handbuch_2014.pdf (Matthias Franz, Dominik Könighaus, Sascha Müller: Handbuch für die kommunale Praxis. Schriftenreihe der ivm | Nr.3 Hrsg.: ivm GmbH, Frankfurt am Main, 1. Auflage 2014, 5 MB)

Meta Infos
Stand der Information
13. Juli 2014
Quelle

ivm GmbH (www.ivm-rheinmain.de) / Matthias Franz, Dominik Könighaus, Sascha Müller: Handbuch für die kommunale Praxis. Schriftenreihe der ivm | Nr.3 Hrsg.: ivm GmbH, Frankfurt am Main, 1. Auflage 2014

Land
Deutschland
Handlungsfelder NRVP
Fahrradthemen