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Ideale Verbindung zwischen Fahrrad, ÖPNV und Stadt

Größte Fahrradstation der Welt in Utrecht fertiggestellt

Aufmacherbild "Fietsenstalling Stationsplein Utrecht Centraal"
Aufmacherbild "Fietsenstalling Stationsplein Utrecht Centraal" © Utrecht, NS, ProRail (jefietswilnooitmeeranders.nl)

Der Bau des neuen Eingangsbereiches am Bahnhof "Utrecht Centraal", mit der weltweit größten Fahrradstation, wurde am 19. August 2019 zur Nutzung freigegeben. Die Sanierung des ganzen Areals ging mit der Schaffung attraktiver Verbindungen zwischen Bahnhof, Innenstadt und Umland einher. Das Fahrradparkhaus verfügt über 12.500 Abstellmöglichkeiten und 750 Leihräder. Das Motto der Fahrradstation lautet "Dein Fahrrad will nichts anderes mehr".

Das Parkhaus ist ununterbrochen geöffnet. Fahrradparken ist generell innerhalb der ersten 24 Stunden kostenlos, wer überzieht zahlt 1,25 Euro (2,50 Euro für Sondermodelle), beispielsweise per Einzugsermächtigung, Bargeldzahlung ist nicht vorgesehen. Abo-Kunden bekommen einen Aufkleber an ihr Fahrrad und können so ein- und ausfahren. Am einfachsten ist der Check-in mittels OV-Chipkarte. Ein Jahresabo für ein normales Fahrrad kostet 55 Euro. Für Lastenräder, Tandems und andere Modelle, die nicht in die Fahrradbügel passen, beträgt die Jahresgebühr 75 Euro. Abo-Kunden erhalten garantiert immer einen Stellplatz.

Am Bahnhof entstand außerdem ein Platz mit Terrassen und Geschäften. Eine bisher autogerechte Anbindung wurde in einen verkehrsberuhigten Bereich umgewandelt: mit Kiss & Ride Plätzen, Behindertenparkplätzen und Taxi-Ständen. Für Radfahrer wurde eine durchgehende Route geschaffen, selbstverständlich können alle drei Fahrradabstell-Ebenen radelnd erreicht werden. Das Fahrradparkhaus wurde so entworfen, dass Fahrrad-Querverkehre vermieden und die Radroutenführung leichter nachvollziehbar wird, sowohl für durchfahrende Radler, als auch für Parkhausnutzer.

Auch die ÖPNV-Anbindung wurde optimiert, denn der Neubau wurde für die für Utrecht so wichtige Uithof-Tram-Linie, die durch das Projekt führt, einschließlich einer Brücke über den Kanal "Leidsche Rijn" im weiteren Verlauf, abgestimmt.

Aufzüge, Rolltreppen, klare Markierungen und sanfte Steigungen, bieten eine gute Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen. Außerdem erfüllt der Entwurf die Anforderungen an die soziale Sicherheit, denn sowohl auf dem Platz, als auch im Fahrradparkhaus, werden dunkle, schlecht einsehbaren Bereiche vermieden, alle Bereiche sind gut ausgeleuchtet und auf jeder Etage gibt es eine Betreuungsperson.

Der Schienenverkehr wird in den kommenden Jahren um rund 30 Prozent zunehmen. Die Gemeinde Utrecht, ProRail und die Niederländische Bahn (NS) spüren das jeden Tag. Um das Radfahren zu und von den Bahnhöfen noch attraktiver und einfacher zu machen, werden erhebliche Investitionen in Fahrradabstellanlagen an den niederländischen Bahnhöfen getätigt. Das größte Fahrradparkhaus der Welt ist ein gutes Beispiel dafür. Bis heute konnten rund um den Utrechter Hauptbahnhof insgesamt 22.000 Abstellmöglichkeiten geschaffen werden. Die Partner prüfen Erweiterungsmöglichkeiten, um dem wachsenden Fahrradbedarf gerecht zu werden.

Roger van Boxtel, Präsident der Niederländischen Bahn (NS): "Je belebter unsere Innenstädte werden, desto wichtiger wird die Kombination von Rad und Bahn. Denn Zug und Fahrrad sind beste Freunde und ergänzen sich perfekt. Die Hälfte aller Zugpassagiere kommt mit dem Fahrrad zum Bahnhof und das Wachstum unseres Fahrradverleihsystems OV-fiets ist überwältigend. In den Niederlanden gibt es keine Nachteile für das Fahrrad, solange man es gut parken kann. 5.000 zusätzliche Abstellmöglichkeiten werden dazu beitragen, dass noch mehr Menschen mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen."

Ans Rietstra, Direktor von Projecten ProRail: "Wir erneuern und erweitern seit 20 Jahren unsere Fahrradparkhäuser. Mit dem zunehmenden Druck auf den begehrten Raum rund um die Stationen herum wird dies immer schwieriger. Aber ein Parkhaus wie das in Utrecht zeigt, dass wir das noch können; wir fördern weiterhin die Nutzung von Fahrrädern an den Bahnhöfen! Eine nachhaltigere Kombination ist nicht vorstellbar."