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Sofortprogramm Saubere Luft 2017-2020

Geld für Radverkehrsmaßnahmen in fünf Modellstädten

Fahrbahnmarkierung in einer Fahrradstraße
© Alexander Hunger

Weitere 130 Millionen Euro für saubere Luft und modernen ÖPNV - Bund fördert innovative Verkehrsprojekte in Modellstädten

Mit rund 130 Millionen Euro finanziert der Bund bis 2020 Verkehrsprojekte in den fünf Modellstädte zur Luftreinhaltung. Die Mittel stehen zusätzlich zum "Sofortprogramm Saubere Luft 2017-2020" zur Verfügung. Die Modellstädte Bonn, Essen, Herrenberg (Baden-Württemberg), Mannheim und Reutlingen (Baden-Württemberg) setzen damit modellhafte Projekte zur Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) und zur Verringerung der Stickstoffdioxidbelastung um. Dies sind beispielsweise der Ausbau des ÖPNV-Angebotes, Ticketvergünstigungen, verbesserte Verkehrslenkung oder neue Radwege.

Den fünf Modellstädten stehen für die schnelle Umsetzung der Verkehrsmaßnahmen jeweils Lotsen im BMU und BMVI mit fachlicher Expertise zur Seite. Der Bund trägt im Durchschnitt 95 Prozent der Gesamtkosten der Projekte.

Die Modellprojekte werden wissenschaftlich begleitet und hinsichtlich des NO2-Reduktionspotenzials ausgewertet. Bei besonders wirksamen Maßnahmen wird geprüft, ob sie auf andere Städte übertragen werden können. Eine erste Zwischenbilanz zur Wirksamkeit der Modellprojekte ist für Sommer 2019 geplant.

Übersicht über die Förderung des Radverkehrs in den Modellsstädten

Bonn (Gesamtfördervolumen ca. 39,3 Mio. €, verantwortliches Ressort: BMU)

Betriebliches Mobilitätsmanagement: Schaffung attraktiver Angebote für eine Veränderung der Mitarbeiter Verkehrsmittelwahl, z. B. "Probe-Abos" für ÖPNV, firmenübergreifende Fahrgemeinschaftsplattform ("Ride Sharing"), Testangebote für die Nutzung von Pedelecs, Fahrrädern und Falträder.

Essen (Gesamtfördervolumen ca. 21,2 Mio. €, verantwortliches Ressort: BMU)

  • Erweiterung Fahrradstraßennetz: Konzepterstellung und sukzessive Einrichtung von folgenden Fahrradstraßen: Stadtteilverbindung Rüttenscheid – Holsterhausen – Frohnhausen, Rüttenscheider Straße und von der Ruhr zum Rhein-Herne-Kanal

Herrenberg (Gesamtfördervolumen ca. 4,5 Mio. €, verantwortliches Ressort: BMVI)

  • Stadt-Mobility-App: Bündelung, Vereinfachung und benutzerfreundliche Gestaltung von Mobilitätsangeboten (Autobahn, ÖPNV, Leihfahrräder, Stadtmobil CarSharing) innerhalb einer Mobilitäts-App für Herrenberg
  • Bauliche Anpassung der Hauptverkehrsachsen zur Reduzierung von Störfaktoren (Längsparkstände, Linksabbieger ohne genügend Stauraum, Lieferverkehr auf der Fahrbahn oder Einfahrten im Randbereich) und zur Beschleunigung des Bus- und Fahrradverkehrs (z. B. durch gemeinsame Bus- und Fahrradspuren)
  • Verkehrsabhängige dynamische Steuerung der Lichtsignale (Grüne Welle, dynamische Anzeige, bei wieviel km/h eine Durchfahrt ohne stop-and-go möglich ist, Anforderungsschleifen für den Radverkehr) und dynamische Verkehrslenkung durch LKW- Durchfahrtsverbote (über 7,5 t).

Mannheim (Gesamtfördervolumen ca. 28,6 Mio. €, verantwortliches Ressort: BMU)

  • Last-Mile-Konzept für Lieferverkehr: Aufbau eines Micro-Hubs für die Zustellung von Sendungen mit E-Lastenrädern auf der letzten Meile durch Paketdienstleister

Reutlingen (Gesamtfördervolumen ca. 19,2 Mio. €, verantwortliches Ressort: BMU)

  • Radschnellweg Alte Honauer Bahn: Umwandlung der ehemaligen Honauer Bahntrasse zu einem Radschnellweg
  • Radschnellweg Konrad-Adenauer-Straße: Umgestaltung der Radhauptachse Konrad-Adenauer-Straße
  • Fahrradstr. Hindenburgstraße (Reservemaßnahme, Priorität 1): Umbau der Hindenburgstraße zwischen Alteburgstraße und Lindachstraße zur Fahrradstraße