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Kommunaler Fahrradaktionstag des Deutschen Städte- und Gemeindebundes

Gedanken zum Radverkehr in den Kommunen

Fahrradaktionstag - 200 Jahre Fahrrad
Fahrradaktionstag - 200 Jahre Fahrrad © Deutscher Städte- und Gemeindebund

Anlässlich seines kommunalen Fahrradaktionstages übergibt der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) am 12. Juni 2017 im BMVI die Erklärung "Dem Radverkehr die Hand reichen – fünf Gedanken zum Radverkehr in den Kommunen". Der DStGB fordert hierin ein Umdenken in der Verkehrspolitik der Kommunen: Fahrradfahrer, Autofahrer und Fußgänger hätten unterschiedliche Bedürfnisse. Ziel der Verkehrsplanung müsse eine möglichst konfliktarme Nutzung des Straßenraumes sein, damit das Fahrrad im Alltags-, Pendler- und Lieferverkehr stärker genutzt werde. Aber auch die Einhaltung der Verkehrsregeln sei notwendig im komplexen Verkehrsgeschehen der Städte.

Hauptgeschäftsführer des DStGB Dr. Gerd Landsberg: "Das Fahrradklima ist nicht besser geworden, und das hat Gründe. Viel zu oft mangelt es an einer gut ausgebauten und sicheren Radwegeinfrastruktur und an genügend Abstellmöglichkeiten. Damit sich der Radverkehrsanteil weiter erhöht, muss Radfahren komfortabler und sicherer werden."

BMVI und DStGB sind sich einig: Das Fahrrad steigert die Lebensqualität der Menschen in den Städten, und für einen attraktiven Radverkehr braucht es die entsprechenden Voraussetzungen.

Parlamentarischer Staatssekretär Barthle: "Gerade in den Städten, wo bislang auch kurze Fahrten weit überwiegend mit dem Auto zurückgelegt werden, hat der Radverkehr ein großes Potenzial. Das BMVI wird auch zukünftig intensiv darauf hinarbeiten, dass dieses Potenzial gehoben wird."

Das BMVI sieht große Einsatzmöglichkeiten des Fahrrads auch im Werks-, Liefer- und Dienstleistungsverkehr. Anfang April dieses Jahres hat das BMVI daher einen neuen Förderaufruf mit den Themenschwerpunkten "Wirtschaftsverkehr" und "Kommunikation" gestartet und erwartet innovative Forschungs- und Modellprojekte. Auch Städte und Kommunen sind aufgefordert, sich zu bewerben. Weitere Informationen hierzu und zur großen BMVI-Jubiläumskampagne "200 Jahre Fahrrad – made in Germany" auf www.bmvi.de/Fahrrad.

Wortlaut der DStGB-Erklärung:

Dem Radverkehr die Hand reichen – fünf Gedanken zum Radverkehr in den Kommunen

ES IST ZEIT, DEN RADVERKEHR BESSER ZU STELLEN!

Um dieses Ziel zu erreichen, sind alle gefordert: Bund, Länder und Gemeinden. Der Bund sollte hier eine Vorreiterrolle übernehmen, und dafür muss der rechtliche Rahmen geschaffen werden: Wir brauchen eine fahrradfreundlichere Straßenverkehrs-Ordnung, wir brauchen bundeseigene Radschnellwege, und wir brauchen die finanzielle und personelle Ausstattung des Bundes für die Umsetzung entsprechender Maßnahmen.

1 STÄDTE SIND FÜR DIE MENSCHEN GEMACHT – VERKEHR HAT DIENENDE FUNKTION

Die Städte und Gemeinden sind für die Menschen gemacht. Eine Stadt, die auf den Umweltverbund setzt (zu Fuß gehen, Fahrrad, ÖPNV, Carsharing), steigert die Lebensqualität von Bewohnern und Gästen. Einzelhandel und Gastronomie profitieren, Immobilienwerte steigen. Der Umweltverbund hilft somit, den Herausforderungen zu begegnen, die die gestiegenen PKW-Zulassungszahlen in den Städten mit sich bringen.

2 MEHR & BESSERE RADWEGE SIND NÖTIG

Immer mehr Menschen fahren Rad. Dies ist eine positive Entwicklung, erfordert aber zusätzliche Investitionen in bestehende und neue Radwege. Markierungen auf den Fahrbahnen reichen oft nicht mehr aus, um sicheren Radverkehr zu gewährleisten. Es sind Radwegenetze nötig, die sich aus einem Radverkehrskonzept ergeben. Das Fahrrad braucht eine gute fehlerverzeihende Infrastruktur, gute Wegenetze und ausreichend Platz.

3 RADSCHNELLWEGE ALS ALTERNATIVE FÜR PENDLER

Ein wesentlicher Anteil des Verkehrsaufkommens entsteht durch Arbeits- und Schul- bzw. Ausbildungspendler. Für diese Hauptrouten des Verkehrs müssen moderne Alternativen in Form von Radschnellwegen gebaut werden. Sie eignen sich für Verkehrsströme in Ballungsgebieten wie für den Stadt-Umlandverkehr benachbarter Städte und Gemeinden.

4 RADFAHREN MUSS SICHER & KOMFORTABEL SEIN!

Radler haben unterschiedliche Bedürfnisse. Radverkehrsinfrastruktur muss für alle da sein; insbesondere dürfen Kinder, ältere und unsichere Radler nicht aus dem Blickfeld geraten. Die Regeln des Miteinanders (§ 1 StVO) müssen von allen eingehalten werden; so werden Konflikte zwischen Rad und Auto, Rad und Fußgänger und Rad und Rad entschärft! Zudem muss es mehr geeignete, diebstahlsichere Abstellmöglichkeiten geben.

5 AUCH DAS VERKEHRSKLIMA BRAUCHT SCHUTZ!

Das Verkehrsgeschehen in den Städten ist komplex und erzeugt oft Stress. Umso wichtiger ist es, dass Verkehrsregeln eingehalten werden. Polizei und Verkehrspsychologen wissen: Das Verkehrsklima verschlechtert sich mit fehlender Überwachung der Verkehrsregeln. Kontrollen haben neben der Unfallprävention zwei Ziele: Fehlverhalten erkennbar machen und die regeltreuen Verkehrsteilnehmer bestätigen.

Hintergrund der DStGB-Aktivitäten

Der DStGB hat anlässlich des Geburtstags des Fahrrads die Städte und Gemeinden zur Beteiligung an einem kommunalen Fahrradaktionstag in der Woche ab dem 12. Juni 2017 aufgerufen. Ziel des Aktionstages ist die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit für die vielfältigen Vorteile des Radfahrens. Die Nutzung des Fahrrads als attraktive und klimaschützende Alternative zum Auto soll auf diese Weise beworben werden. Der Fahrradaktionstag steht unter der Schirmherrschaft von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt. Partner des DStGB sind der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) und der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) sowie der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV).

Am 12. Juni 1817 wurde der Mannheimer Karl Drais zum Pionier der Fahrradentwicklung und schrieb damit Mobilitätsgeschichte. Noch heute – 200 Jahre danach – gehört seine Erfindung zu den meistgenutzten Verkehrsmitteln auf deutschen Straßen. Die Umfrageergebnisse des Fahrradmonitors untermauern das: 82 Prozent der befragten Bürger wünschen sich mehr Engagement der Politik bei der Radverkehrsförderung. Doch das Fahrrad kann noch mehr. In Städten bringt der Autoverkehr und der Platzbedarf des Autos die Verkehrskapazitäten der Straßen an ihre Grenzen. Stau und Parkplatzmangel sind allgegenwärtig.  Zudem ist die verkehrsbedingte Luftverschmutzung in Städten ein anhaltend großes Problem. Fahrräder sind eine platzsparende Alternative zum motorisierten Individualverkehr, schonen die Umwelt und Gesundheit und gewährleisten Mobilität. Dort, wo mehr Fahrräder und weniger Autos rollen, steigt die Lebensqualität und die Attraktivität der gesamten Gemeinde.

Mit dem Aufruf zum kommunalen Fahrradaktionstag möchten der DStGB und seine Partner auf die Vorteile einer kommunalen Verkehrspolitik hinweisen, die stärker auf das Fahrrad setzt, um ökologischen, gesundheitlichen und räumlichen Problemen entgegenzutreten. Im Zuge des Jahrestages zur Erfindung der Laufmaschine als Vorläufer des Fahrrades am 12. Juni 2017 rufen wir dazu auf, dass innerhalb einer Woche möglichst viele Städte und Gemeinden an einem Tag Aktionen und Veranstaltungen durchführen, um den Bürgern das Radfahren näher zu bringen.

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Stand der Information
13. Juni 2017
Weitere Informationen
Quelle
Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) und Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)
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