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Forschungsbericht dokumentiert Bestandsaufnahme der Qualität der im Bundesradroutennetz geplanten 12 Radfernwege

Fahrräder auf der Straße
© Doris Reichel

Mit dem Forschungsbericht "Analyse und Perspektiven der Bundesradrouten im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans" liegt eine umfassende Bestandsaufnahme des zwölf Fernradrouten umfassenden Netzes nach Linienführung, Ausbauzustand und Beschilderung und darauf aufbauenden Empfehlungen zur Behebung der Defizite vor. Der Bericht ist das Ergebnis eines auf Anregung des Bund/Länder-Arbeitskreises Fahrradverkehr vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) beauftragten Forschungsvorhaben des Planungsbüros Kommunaldata, Berlin.

Das auf Initiative des ADFC von Vertretern der Länder und Tourismusorganisationen vorgeschlagene und in den Nationalen Radverkehrsplan 2002-2012 aufgenommene Netz von nationalen Radrouten (D-Netz) soll den Fahrradtourismus in Deutschland fördern. Die touristischen Radfernwege müssen entsprechend den Standards für Radfernwege eine sichere Befahrbarkeit gewährleisten sowie national und international vermarktet werden

Die 12 Bundesradrouten tragen die Bezeichnungen Nordsee-Küstenroute mit 860 km Länge, Ostsee-Küstenroute (1.189 km), Europaradweg R (1 939 km), Mittellandroute (1.045 km), Saar-Mosel-Main (1.021 km), Donauroute (733 km), Pilgerroute (1.355 km), Rheinroute (1.119 km), Radfernroute Weser - Romantische Straße (1.197 km), Elberadweg (1.328 km), Radfernroute Ostsee - Oberbayern (1.697 km), und Oder-Neiße-Radweg (482 km). Sieben der zwölf D-Routen bilden sind auch Teil des europäischen Radfernwegenetzes (EuroVelo-Netz).

Ausgehend von den bereits 2001 veröffentlichten "Standards für Radfernwege" wurde als Grundlage für die Bestandsaufnahme ein Kriterienkatalog für die Wegequalität erarbeitet. Bei der Bestandsaufnahme wurden 306 Gebietskörperschaften und Tourismuseinrichtungen um Daten gebeten. Mit den Antworten wurden für 100% des Netzes die Linienführung und für rund 75% die Wegequalität erfasst. Es ergab sich eine Netzlänge von 11.735 km.

Die Empfehlungen des Berichts betreffen hinsichtlich der Infrastruktur außer Maßnahmen zu Linienverlauf, Wegequalität und Beschilderung auch die noch defizitäre Dokumentation des Bestands sowie dessen Kontrolle und Wartung. Nach Angeben der Befragten haben mehr als ein Drittel der Trassen, die straßenunabhängig oder auf Außerortsradwegen verlaufen, noch nicht die mindestens empfohlene Regelbreite von 2,50 m. An 7% der Stellen ist der Ausbauzustand noch schlecht und nicht normal zu befahren. Der überwiegende Teil der D-Routen hat noch keine den Grundprinzipien des "Merkblatts zur wegweisenden Beschilderung für den Radverkehr" von 1998 entsprechende Beschilderung, und selbst bei Neubeschilderungen gibt es Abweichungen.

Die Ergebnisse der Untersuchungen können als Untersuchungsbericht (pdf-Datei) heruntergeladen werden:

www.nationaler-radverkehrsplan.de/eu-bund-laender/bund/ (Abschnitt Forschungs- und Entwicklungsprojekte)

Die darüber hinaus vorliegenden Daten und Karten liegen liegen den zuständigen Länderministerien auf vier CDs mit GIS-Daten und Kartenblättern vor und bilden eine gute Grundlage für die weitere Umsetzung und Qualitätssicherung der 12 durch Deutschland führenden Fahrradrouten.

Meta Infos
Stand der Information
10. Juni 2006
Quelle

BMVBS

Land
Deutschland
Handlungsfelder NRVP
Radverkehrsplanung und -konzeption
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Forschung
Veröffentlichungen
Tourismus
Schlagworte
Radfernweg