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Radverkehrsförderung in Bayern

Förderanteil für Fahrrad-Abstellmöglichkeiten an Bahnhöfen steigt

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© Freistaat Bayern

Bayerns Verkehrsminister Herrmann besucht Freizeitmesse f.r.e.e und übergibt Zuwendungsbescheid an AGFK Bayern

Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann auf der Freizeitmesse f.r.e.e in München: Engagement bayerischer Kommunen für die Förderung des Radverkehrs ungebrochen groß. Insgesamt 61 fahrradfreundliche Kommunen sind Mitglied bei der AGFK. Im Anschluss an den Messerundgang übergab Herrmann dem AGFK-Vorsitzenden Landrat Matthias Dießl aus Fürth den Zuwendungsbescheid in Höhe von 250.000 Euro zur Förderung der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen im Jahr 2018.

AGFK wächst auf 61 Kommu­nen und vertritt damit 5,2 Millionen Bürgerinnen und Bürger

Immer mehr Bayerische Kommunen machen sich stark für eine fahrradfreundliche Mobilität ihrer Bürgerinnen und Bürger. Wie Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann heute auf der Freizeitmesse f.re.e in München mitgeteilt hat, ist die Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen (AGFK) in Bayern allein im letzten Jahr um zwölf weitere Mitgliedskommunen angewachsen. "Insgesamt 61 Kommu­nen sind mittlerweile Mitglied in der fahrradfreundlichen Ge­meinschaft. Wir erreichen damit insgesamt rund 5,2 Millionen Einwohner in Bayern. Und das Interesse wächst weiter", so Herrmann heute.

Radwegebau-Ziel wird erreicht: 200 Millionen Euro für Radwege an Bundes- und Staatsstraßen bis 2019

Außerdem gab Herrmann bekannt, dass das Ziel, beim Bau der Radverkehrsinfrastruktur im Zeitraum von 2015 bis 2019 mehr als 200 Millionen Euro in Radwege an Bundes- und Staatsstraßen zu investieren, erreicht wird.

Förderanteil für Fahrrad-Abstellmöglichkeiten an Bahnhöfen steigt auf 75 Prozent und gilt für alle Kommunen

Gute Nachrichten hatte Herrmann auch für Kommunen im Gepäck, die mehr Abstellmöglichkeiten für Fahrräder an Bahnhöfen und S-Bahn-Stationen planen wollen. "Eine fahrradfreundliche Infrastruktur muss auch Fahrradparkplätze bereithalten. Deshalb haben wir bereits 2016 die Höchstbeträge, die wir pro Stellplatz fördern können, erhöht. Zusätzlich haben wir auch den Förderanteil pro Stellplatz von 50 auf bis zu 75 Prozent angehoben. Galt das im Jahr 2017 nur für Kommunen im Raum mit besonderem Handlungsbedarf, richten wir das Angebot 2018 an alle Kommunen", erklärte Herrmann.

Radverkehrsnetz für den Alltagsverkehr soll gesamte Landesfläche abdecken

Bayern soll ein durchgängiges Radverkehrsnetz für den Alltagsverkehr erhalten. Bis 2025 will Herrmann sowohl in die Infrastruktur als auch in die Verkehrssicherheit für Radler investieren. Wichtigster Partner sind dabei die Kommunen.
AGFK Bayern: 15 Punkte umfassender Katalog ruft den Freistaat zu konkreten Nachbesserungen am Radverkehrsprogramm Bayern 2025 auf

Die AGFK Bayern hat in einem internen Abstimmungsprozess ihrer Mitgliedskommunen konkrete Maßnahmen bestimmt, die aus kommunaler Sicht dem landesweiten Radverkehrsprogramm 2025 mehr Wirksamkeit verleihen würden. Die aufgestellten Forderungen machen deutlich, dass ein verstärkter Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur erfolgen muss, die Verankerung des Radverkehrs in den staatlichen Institutionen voranzutreiben ist und höhere Anreize zur Fahrradnutzung gesetzt werden sollten.

Matthias Dießl unterstreicht dann auch auf dem Fachgespräch: "Um die gesteckten Ziele zu erreichen, braucht es einen breit angelegten und konkreten Maßnahmenkatalog in einem definierten zeitlichen Rahmen. Mit den gestellten Forderungen unterstützen wir als Kommunen das Radverkehrsprogramm, indem wir eine Schärfung einzelner Bausteine vorschlagen. Die Forderungen sind in unseren Vereinsgremien ausgearbeitet und verabschiedet worden und stellen so eine Einordnung des Programmes aus kommunaler Sicht dar."

Die 15 Forderungen der AGFK Bayern beinhalten unter anderem: Vereinfachungen und Unterstützung in der Radverkehrsplanung und den Ausbau von Abstellanlagen. Bestandteile sind aber auch eine Verbesserung zur Fahrradmitnahme im ÖPNV inklusive der Prüfung eines kostenfreien Angebotes für Fahrradtickets, die Erleichterung der Anordnung von Tempo 30 an Hauptverkehrsstraßen, die Erhöhung des bayerischen Höchstsatzes für Parkgebühren und das Aufstellen von deutlich mehr Fahrradstaffeln der Polizei.

Joachim Herrmann nahm die Forderungen der AGFK Bayern wohlwollend auf und stellte eine Prüfung der genannten Punkte in seinem Hause in Aussicht. Er unterstrich die Wertschätzung der Arbeit der AGFK Bayern und überreichte dem Vorstandsvorsitzenden Matthias Dießl auch für dieses Jahr den Zuwendungsbescheid in Höhe von 250.000 Euro. Der Freistaat wird den boomenden Radverkehr auch aufgrund seiner positiven Wirkung auf die Luftqualität in Städten weiterhin fördern. Konkret sprach Minister Herrmann den Bau straßenbegleitender Radschnellwege an. Hierfür seinen aus dem Bundesfernstraßenhaushalt ausreichend Mittel vorhanden und Kommunen sollten in Detailplanungen zu diesem Thema einsteigen.

Insgesamt wurde auf dem Fachgespräch deutlich, dass die AGFK Bayern und der Freistaat gemeinsam an moderner, zukunftsfähiger Fahrradinfrastruktur arbeiten. Wie schnell die dringend nötige Umsetzung voranschreitet, wird spätestens zum nächsten Fachgespräch auf der Freizeitmesse f.re.e deutlich.

Den Forderungskatalog der AGFK Bayern im Wortlaut finden Sie hier.