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Berlin

"Flächen-Gerechtigkeits-Report" - Nur 3 Prozent der Straßenfläche für Radfahrer reserviert

Ein Fahrrad fährt entlang parkendender PKW
© Doris Reichel

Flächen-Gerechtigkeits-Report online: Autofahrern steht 19 Mal mehr Fläche als Radfahrern zu

Die in Berlin ansässige "Agentur für clevere Städte" hat gemeinsam mit Studierenden der Berliner Best-Sabel-Hochschule 200 Berliner Straßen vermessen. Demnach sind 19 Mal mehr Verkehrsflächen für Autofahrer (58 Prozent) gegenüber Radfahrern (3 Prozent) reserviert. Während der Radverkehrsanteil in Berlin immer mehr zunimmt, sinkt der Anteil des Autoverkehrs am Gesamtverkehr seit Jahren: Nur noch jeder dritte Weg wird mit dem Pkw zurückgelegt, in keinem Berliner Stadtteil sind Autofahrer noch in der Mehrheit. Dagegen werden berlinweit inzwischen 15 Prozent aller Wege mit dem Rad zurückgelegt, Tendenz steigend.

Radverkehrsanlagen müssten, so die Autoren der Studie, um 600 Prozent ausgebaut werden, um die Berliner Senatsziele und die Ansprüche an eine Flächengerechtigkeit zu erreichen. Platz dafür gäbe es genug, denn 95 Prozent aller Straßen seien breit genug für mindestens einen Radstreifen (unter anderem auf Kosten des Autoverkehrs). Da Autos nur zu 5 Prozent am Tag genutzt würden, sei völlig klar, dass das 23 ½ Stunden Parken von Privateigentum im öffentlichen Straßenraum nicht länger zu Lasten der Sicherheit von Radfahrern, also fehlender Radverkehrsanlagen, gefördert werden dürfe.

Die Macher der Studie "Flächen-Gerechtigkeits-Report" meinen, dass die neue Sharing Economy den Autobesitz überflüssig machen und durch Tempo 20 der dynamische Flächenbedarf für Autofahrer halbiert werden könne. Die Stadt Berlin müsse eine Infrastrukturoffensive Radverkehr starten, um ihre Radverkehrsziele bis 2025 zu erreichen. Dann käme sie auch ihren Klimaschutzzielen näher, die nur mit mehr Radverkehr erreicht werden könnten.

In Kürze soll auf der Seite www.clevere-staedte.de ein Excel-Werkzeug online gestellt werden, mit dessen Hilfe in jeder Stadt Deutschlands nachgemessen werden kann, wie ernst es der eigene Bürgermeister mit dem Radverkehr meint.

Download: Flächen-Gerechtigkeits-Report

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Zur Originalpressemitteilung

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Stand der Information
4. August 2014
Quelle

Heinrich Strößenreuther, Agentur für clevere Städte (www.clevere-staedte.de / www.wegeheld.org)

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